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Elektroauto laden: Wichtige Fragen und Antworten

Elektroauto laden
Ein Elektroauto zu laden, ist ein Kinderspiel ∙ © ADAC

Sie planen den Kauf eines Elektroautos oder Plug-in-Hybrids? Dann sollten Sie wissen, wo und wie Sie das Fahrzeug aufladen können - ganz gleich, ob zu Hause oder unterwegs. Mit unseren FAQs laden Sie gut und sicher.

Das Elektroauto zu Hause laden

Kann ich in jedem Haus ein Elektroauto laden?
Das ist in jedem Einzelfall von einer Elektrofachkraft zu prüfen. Der Grund: Die Elektroinstallation bestehender Gebäude musste die zum Zeitpunkt ihrer Errichtung gültigen Vorschriften erfüllen. Doch in diesen alten Vorschriften ist das lange Laden von Elektroautos mit andauernd hohen Leistungen (noch) nicht berücksichtigt. Daher ist es erforderlich, vorhandene Installationen zum Anschluss von Elektrofahrzeugen von einer eingetragenen Elektrofachkraft hinsichtlich der VDE-AR-N 4100 überprüfen und sie gegebenenfalls dementsprechend ertüchtigen zu lassen. 

Kann ich das E-Auto an meiner Steckdose laden? 
Das Laden an einer haushaltsüblichen Schuko-Steckdose ist eher als eine Not-Lademöglichkeit zu betrachten: Schutzkontaktsteckdosen sind nach DIN VDE 0620-1 für den Hausgebrauch und ähnliche Anwendungen ausgelegt und nur für begrenzte Zeiträume mit dem maximalen Bemessungsstrom von 16 Ampere belastbar. Ohnehin wäre hier die Ladeleistung begrenzt und damit die Ladedauer lang.

Beim mehrstündigen Laden von Elektrofahrzeugen kann durch Alterungsprozesse der Kontakte, an Klemmstellen in der Zuleitung oder durch unsachgemäße Installation ein erhöhter Widerstand im Stromkreis entstehen. Daraus resultiert in Folge einer unzulässigen Erwärmung – genannt „Hotspot“ – eine erhöhte Brandgefahr. Um dies zu vermeiden, werden die Ladeströme dabei meist auf 6 bzw. 10 Ampere begrenzt. Zu empfehlen ist daher die Installation einer speziellen Ladestation für Elektroautos, der sogenannten Wall-Box.

Wie lange dauert das Laden?
Das hängt davon ab, wie groß die Batterie ist, wie leer sie ist und mit welcher maximalen Leistung geladen wird. Ein Beispiel: Der BMW i3 hat eine nutzbare Batteriegröße von 37,9 kWh. Wenn diese leer wäre, dauert die Vollladung mit 2,3 kW mehr als 15 Stunden, mit 11 kW ca. 3,5 Stunden und eine Schnellladung mit 50 kW etwa 40 Minuten bis 80 % Ladestand. Die maximale Ladeleistung ist aber begrenzt durch die maximal mögliche Ladeleistung des Elektroautos und die der Elektroinstallation. 

Welche Regelungen gelten für den Netzanschluss?

Gemäß der VDE-AR-N 4100 ist einphasiges Laden nur 4,6 kVA (max. 20 A) zulässig. Für höhere Ladeleistungen muss das Fahrzeug ein zwei- oder dreiphasiges AC-Bordladegerät haben. Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge mit Bemessungsleistungen > 3,6 kW müssen beim Netzbetreiber angemeldet werden. Ab 12 kW Summenbemessungsleistung je Kundenanlage ist die vorherige Zustimmung des Netzbetreibers erforderlich. Zudem müssen Ladeeinrichtungen >12kW eine Möglichkeit zur Steuerung/Regelung (z. B. in 10 %-Schritten), eine intelligente zeitliche Steuerung oder Regeleinrichtungen zur Netzintegration über eine Unterbrechungsmöglichkeit durch den Netzbetreiber aufweisen.

Was muss man als Mieter oder in einer Wohnungseigentümergemeinschaft beachten?

Der Installation einer Ladesäule an einem privaten Stellplatz in einer Mietgarage muss der Vermieter bzw. die Wohneigentümergemeinschaft zustimmen. Diese sind also die ersten Ansprechpartner.

Gibt es Komplettangebote von Stromanbietern oder Autoherstellern?
Das Angebot an geeigneten Ladestationen ist vielfältig. Häufig bieten die Fahrzeughersteller über Kooperationspartner und auch die regionalen Energieversorgungsunternehmen Ladestationen an, zum Teil sogar mit Installation. Dabei ist aber zu empfehlen, eine Ladestation auszuwählen, die sowohl einphasig als auch dreiphasig laden kann und damit universell einsetzbar und zukunftssicher ist. 

Alternativ sollte auch bei örtlichen Elektroinstallationsbetrieben angefragt werden. Wir empfehlen, möglichst immer alles aus einer Hand zu beziehen, damit alle relevanten Anforderungen und Vorgaben eingehalten werden und bei Problemen die Zuständigkeiten klar geregelt sind.

Kann man Fahrzeuge mittels Photovoltaikanlage und Energiespeicher laden?
Prinzipiell ist es möglich, ein Elektroauto mit einer Photovoltaik-Anlage (PV) zu laden. Aufgrund der beschränkten Leistung dieser Anlage und den Schwankungen des "Sonnenstroms" macht das aber nur in Ergänzung zur Netzladung Sinn. Die Größe üblicher Stromspeicher bei PV-Anlagen ist für den Hausbedarf ausgelegt und damit zu klein, um ein Elektroauto laden zu können. Der Überschussstrom der PV-Anlage kann aber in ein E-Auto geladen werden, wenn es angesteckt und nicht unterwegs ist. 

Wie kann ich mich gegen unbefugtes Nutzen schützen?
Es gibt verschiedene Varianten von Ladesäulen, die Sie mittels einer Chipkarte oder eines Schlüssels freischalten müssen, um sich so gegen unbefugte Nutzung absichern zu können.

Wie viel Platz brauche ich für eine Ladesäule?
Moderne Ladeeinrichtungen sind kompakt und können problemlos an der Wand befestigt werden, daher auch der Name "Wallbox".

Was kostet eine Ladesäule?
Je nach Ausstattung und Ladeleistung müssen Sie mit etwa 500 bis 2000 Euro für die Wallbox zuzüglich Elektroinstallation und Montage rechnen. 

e-Auto-Förderung: Lesen Sie hier, wo Sie für die Planung und den Einbau von Stromanschlüssen Geld erhalten.

Elektroauto unterwegs laden

Wo finde ich die nächste öffentliche Ladesäule?
Auf ADAC Maps können Sie sich Ladesäulen entlang Ihrer Route anzeigen lassen. Oft sind die Lade-Standorte auch in den Navigationssystemen der Elektroautos integriert. Dazu der Tipp: Schauen Sie sicherheitshalber in der App Ihres Ladekartenbetreibers nach, wo Sie mit Ihrer Ladekarte Strom "tanken" können.

Wie viele Ladesäulen gibt es?
Die Zahl der öffentlichen Ladesäulen für Elektroautos ist deutlich gestiegen. Nach Zahlen des Energieverbandes BDEW gab es Anfang Dezember 2019 23.840 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Im Vergleich zum Dezember 2018 ist dies ein Zuwachs von fast 50 Prozent. Über die dichteste Ladeinfrastruktur der europäischen Ländern verfügt aktuell Norwegen. Dort stehen pro 100 Kilometer Schnellstraße rund 400 Schnell-Ladestationen zur Verfügung (Stand: 3. Dezember 2019)

Wie schalte ich eine Ladesäule frei, um mein Fahrzeug zu laden?
Für die meisten Ladesäulen im öffentlichen Bereich benötigen Sie eine Ladekarte des Betreibers oder eines Elektromobilitäts-Anbieters. Das ist ein Unternehmen, das mit dem Betreiber der Ladesäule kooperiert. Auch eine Authentifizierung über App oder SMS ist teilweise möglich. Zudem müssen öffentliche Ladesäulen seit Mitte 2017 grundsätzlich auch den Ad-hoc Zugang für Kunden ohne Vertragsbindung ermöglichen. Dieser Ad-hoc Zugang erfolgt in vielen Fällen durch einen QR-Code und Weiterleitung auf eine Website mit Bezahlmöglichkeit. 

Welche Ladekarten gibt es? 
Es gibt Ladekarten von den einzelnen Betreibern und auch von Elektromobilitäts-Anbietern, die mittels Roaming den Zugang zu zahlreichen Ladesäulen ermöglichen. 

Was ist Roaming und wie funktioniert es?
Anfangs haben die Ladesäulenbetreiber nur ihre eigenen Karten zugelassen. Inzwischen gibt es sogenannte Roaming-Angebote, die es ermöglichen, mit einer Ladekarte an Säulen verschiedener Betreiber Strom zu tanken und abzurechnen.

Was kostet ein Ladevorgang?
Die Betreiber der Ladesäulen legen den Preis nach geladenen Kilowattstunden, nach der Dauer des Ladevorgangs oder auch nach einer Kombination aus kWh und Zeit fest. Zudem können Roaming- und/oder Startgebühren anfallen. Manche Ladesäulen geben Strom aktuell sogar noch gratis ab. 

Bei ADAC e-Charge gibt es zwei einheitlich Ladepreise - günstig und fair.

Wie bezahle ich an Ladestationen?
Die Bezahlung erfolgt bis dato meistens über die Ladekarte. Mit ihr erkennt die Säule den Kartenanbieter und übermittelt die Kosten der Ladung dann dem Ladekartenanbieter, der mit Ihnen abrechnet. Die Ladesäulenverordnung und die Förderrichtlinie zur Errichtung von Ladeinfrastruktur fordern aber für neu aufgestellte Ladesäulen eine Direktbezahlmöglichkeit mittels Bargeld, EC-, Kreditkarte oder App, so dass sich das Problem der vielen verschiedenen Ladekarten mit der Zeit erledigen wird. 

Woran erkenne ich, welcher Steckertyp unterstützt wird? 
Es gibt zwei verschiedene Arten von Ladeverfahren und somit Ladestationen: Welche mit Wechselspannung (AC) und welche mit Gleichspannung (DC). Letztere sind Schnellladestationen, wofür es zwei Steckertypen gibt: CCS und CHAdeMO. Über die App oder die Online-Seite des jeweiligen Betreibers erfahren Sie, welcher Stecker an der jeweiligen Ladesäule verbaut ist. Zudem muss auch das Fahrzeug für CCS oder CHAdeMO ausgelegt sein – häufig kostet die Schnellladefunktion Aufpreis.

Wechselspannungs-Ladesäulen haben den genormten Stecker "Typ 2". Für Fahrzeuge mit "Typ-1-Stecker" am Fahrzeug gibt es Adapter-Ladekabel, die auf der Fahrzeugseite einen "Typ-1-Anschluss" und auf der Ladesäulen-Seite einen "Typ-2 Anschluss" haben. Bei Wechselstrom-Ladesäulen (AC) wird der Strom im Fahrzeug durch das eingebaute, unterschiedlich leistungsfähige Bordladegerät in Gleichstrom umgewandelt, um die Antriebsbatterie laden zu können.

Komme ich mit einem Elektroauto durch ganz Deutschland/Europa?
Eine gute Planung ist immer noch notwendig. Eine Garantie für unbegrenzte Lademöglichkeiten gibt es nicht. Auch wenn Ladesäulen entlang der Reiseroute vorhanden sein sollten, bedeutet das nicht, dass sie auch frei sind, die Freischaltung auch immer reibungslos funktioniert und die Säulen tatsächlich funktionsfähig sind.

Benötige ich ein eigenes Ladekabel?
Öffentliche Wechselstromladesäulen (AC) haben im Regelfall eine Steckdose, deswegen muss man dort sein eigenes Kabel mitbringen. An den flotteren Gleichstromladesäulen (DC) sind die Kabel immer fest angeschlagen.

Tipp: Durch eine Wallbox mit fest verbundenem Kabel zuhause gewinnen Sie Komfort und haben das Ladekabel für unterwegs stets im Kofferraum dabei.

Was passiert, wenn die Ladesäule das Kabel nicht freigibt?
Falls das passiert, müssen Sie den Betreiber (Telefonnummer steht an der Ladesäule) anrufen. Meist kann er das Kabel aus der Ferne freigegeben.

Benötige ich ein Smartphone?
Ein Smartphone ist zum Auffinden einer Ladesäule hilfreich, wenn man sich dabei einer App bedienen möchte oder auch zur Freischaltung des Ad-hoc-Ladens. Zwingend notwendig ist es aber nicht, wenn man sich vorab informiert und entsprechende Ladekarten besitzt.

Kann ich einen Strafzettel bekommen, während ich an der Ladestation parke?
Das ist abhängig von der Beschilderung an der jeweiligen Ladestation. Sie dürfen dort so lang parken, wie angegeben. Alle aktuellen Infos zum "Richtig parken an Elektro-Ladesäulen.

Wichtigste Grundregel: Eine Ladestation sollte nie zum Parken, sondern nur zum Laden benutzt werden!

Netiquette für E-Mobilisten

Was kann ich tun, wenn eine Ladesäule zwar frei, aber zugeparkt ist? 
In diesem Fall können Sie bei Ladesäulen auf öffentlichem Grund lediglich die Polizei kontaktieren und ggf. warten, bis das Auto abgeschleppt wird. Bei privaten Grundstücken liegt die Zuständigkeit beim Grundstückseigentümer.

Kann ich die Ladestationen auch bei Regen verwenden?
Ja, Regen und Spritzwasser stellen bei richtiger Bedienung kein Problem und kein Sicherheitsrisiko dar. 

Was bedeutet "induktives" Laden?
Induktives Laden bedeutet: kontaktloses Laden. Damit können E-Autos durch Ladeelemente in der Fahrbahn, auf Parkplätzen oder Garagen geladen werden. Die Energie wird mittels hochfrequenter Wechselströme drahtlos übertragen. Allerdings ist diese Option noch nicht serienreif.

Kann ich auch meinen Plug-in-Hybrid an der Ladesäule laden?
Jedes Fahrzeug mit einem passenden Ladestecker kann an einer Ladesäule geladen werden. Je nach Beschilderung darf der Parkplatz an der Ladesäule nur von Fahrzeugen mit einem E-Kennzeichen benutzt werden.

Welche Elektroautos gibt es schon zu kaufen?
Unsere Liste zeigt alle auf dem Markt erhältlichen Elektroautos deutscher und ausländischer Hersteller.

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