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Elektroauto laden: Wichtige Fragen und Antworten

Elektroauto laden
Ein Elektroauto zu laden, ist ein Kinderspiel ∙ © ADAC

Sie planen den Kauf eines Elektroautos oder Plug-in-Hybrids? Dann sollten Sie wissen, wo und wie Sie das Fahrzeug aufladen können - ganz gleich, ob zu Hause oder unterwegs. Mit unseren FAQs laden Sie gut und sicher.

Das Elektroauto zu Hause laden

Kann ich in jedem Haus ein Elektroauto laden?

Das ist in jedem Einzelfall von einer Elektrofachkraft zu prüfen. Der Grund: Die Elektroinstallation bestehender Gebäude musste die zum Zeitpunkt ihrer Errichtung gültigen Vorschriften erfüllen. Doch in diesen alten Vorschriften ist das lange Laden von Elektroautos mit andauernd hohen Leistungen (noch) nicht berücksichtigt. Daher ist es erforderlich, vorhandene Installationen zum Anschluss von Elektrofahrzeugen von einer eingetragenen Elektrofachkraft hinsichtlich der DIN VDE 0100-722 überprüfen und sie gegebenenfalls dementsprechend ertüchtigen zu lassen. 

Kann ich das E-Auto an meiner Steckdose laden? 

Das Laden an einer haushaltsüblichen Schuko-Steckdose ist prinzipiell nur eine Not-Lademöglichkeit: Schutzkontaktsteckdosen sind nach DIN VDE 0620-1 für den Hausgebrauch und ähnliche Anwendungen ausgelegt und nur für begrenzte Zeiträume mit dem maximalen Bemessungsstrom von 16 Ampere belastbar. Ohnehin wäre hier die Ladeleistung begrenzt und damit die Ladedauer lang.

Beim mehrstündigen Laden von Elektrofahrzeugen kann durch Alterungsprozesse der Kontakte, an Klemmstellen in der Zuleitung oder durch unsachgemäße Installation ein erhöhter Widerstand im Stromkreis entstehen. Daraus resultiert in Folge einer unzulässigen Erwärmung – genannt „Hotspot“ – eine erhöhte Brandgefahr. Um dies zu vermeiden, werden die Ladeströme dabei meist auf 6 bzw. 10 Ampere begrenzt. Zu empfehlen ist daher die Installation einer speziellen Ladestation für Elektroautos, der sogenannten Wall-Box.

Wie lange dauert das Laden?

Das hängt davon ab, wie groß die Batterie ist, wie leer sie ist und mit welcher maximalen Leistung geladen wird. Ein Beispiel: Der Opel Ampera-e hat eine Batteriegröße von 61 kWh. Wenn diese noch halbvoll ist, dauert die Vollladung mit 2,3 kW mehr als 13 Stunden, mit 4,6 kW mehr als 6,5 Stunden und mit 50 kW mehr als 36 Minuten. Die maximale Ladeleistung ist aber begrenzt durch die maximal mögliche Ladeleistung des Elektroautos und die der Elektroinstallation. 

Gemäß der meisten in Deutschland gültigen Technischen Anschlussbedingungen (TAB) ist einphasiges Laden bis etwa 4,6 kW zulässig, in Einzelfällen sind abweichende Festlegungen seitens der Verteilnetzbetreiber möglich. Bei höheren Ladeleistungen muss dreiphasiges AC-Laden oder DC-Laden verwendet werden. Für Ladeinfrastruktur mit Leistungen unter 12 kW besteht keine Anzeigepflicht gegenüber dem Netzbetreiber. Bei Ladestationen mit einer Leistung über 12 kW ist gemäß TAB auch bei nachträglicher Errichtung ein ergänzender Inbetriebnahmeantrag erforderlich. 

Was muss man als Mieter oder in einer Wohnungseigentümergemeinschaft beachten?

Der Installation einer Ladesäule an einem privaten Stellplatz in einer Mietgarage muss der Vermieter bzw. die Wohneigentümergemeinschaft zustimmen. Diese sind also die ersten Ansprechpartner. Außerdem sollte man sich mit dem Netzbetreiber in Verbindung setzen, der einen angemessenen Hausanschlusses ermöglichen muss.

Gibt es Komplettangebote von Stromanbietern oder Autoherstellern?

Das Angebot an geeigneten Ladestationen ist vielfältig. Häufig bieten die Fahrzeughersteller über Kooperationspartner und auch die regionalen Energieversorgungsunternehmen Ladestationen an, zum Teil sogar mit Installation. Dabei ist aber zu empfehlen, eine Ladestation auszuwählen, die sowohl einphasig als auch dreiphasig laden kann und damit universell einsetzbar ist. 

Alternativ sollte auch bei örtlichen Elektroinstallationsbetrieben angefragt werden. Zu empfehlen ist aber immer, alles aus einer Hand zu beziehen, damit alle relevanten Anforderungen und Vorgaben eingehalten werden.

Kann man Fahrzeuge mittels Photovoltaikanlage und Energiespeicher laden?

Prinzipiell ist es möglich, ein Elektroauto mit einer Photovoltaik-Anlage (PV) zu laden. Aufgrund der beschränkten Leistung dieser Anlage und den Schwankungen des "Sonnenstroms" macht das aber nur in Ergänzung zur Netzladung Sinn. Die Größe üblicher Stromspeicher bei PV-Anlagen ist für den Hausbedarf ausgelegt und damit zu klein, um ein Elektroauto laden zu können. Der Überschussstrom der PV-Anlage kann aber in ein E-Auto geladen werden, wenn es angesteckt und nicht unterwegs ist. 

Wie kann ich mich gegen unbefugtes Nutzen schützen?

Es gibt verschiedene Varianten von Ladesäulen oder Wallboxen, die Sie mittels einer eigenen Tankkarte oder einem Schlüssel freischalten müssen, um sich so gegen unbefugte Nutzung absichern zu können.

Wie viel Platz brauche ich für eine Ladesäule?

Moderne Ladeeinrichtungen sind kompakt und können problemlos an der Wand befestigt werden, daher auch der Name "Wallbox".

Was kostet eine Ladesäule?

Je nach Ausstattung und Ladeleistung müssen Sie mit etwa 600 bis 2500 Euro zuzüglich Elektroinstallation und Montage rechnen. 

e-Auto-Förderung: Lesen Sie hier, wo Sie für die Planung und den Einbau von Stromanschlüssen Geld erhalten.

Elektroauto unterwegs laden

Wo finde ich die nächste öffentliche Ladesäule?

Auf ADAC Maps können Sie sich Ladesäulen entlang Ihrer Route anzeigen lassen. Oft sind die Lade-Standorte auch in den Navigationssystemen der Elektroautos integriert. Dazu der Tipp: Schauen Sie sicherheitshalber in der App Ihres Ladekartenbetreibers nach, wo Sie mit Ihrer Ladekarte Strom "tanken" können.

Wie viele Ladesäulen gibt es? 

Die Zahl der öffentlichen Ladesäulen für Elektroautos ist deutlich gestiegen. Nach Zahlen des Energieverbandes BDEW gibt es aktuell 23.840 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Im Vergleich zum Dezember 2018 ist dies ein Zuwachs von fast 50 Prozent. Über die dichteste Ladeinfrastruktur der europäischen Ländern verfügt aktuell Norwegen. Dort stehen pro 100 Kilometer Schnellstraße rund 400 Schnell-Ladestationen zur Verfügung (Stand: 3. Dezember 2019)

Wie schalte ich eine Ladesäule frei, um mein Fahrzeug zu laden?

Für die meisten Ladesäulen im öffentlichen Bereich benötigen Sie eine Ladekarte des Betreibers oder eines Roaming-Anbieters. Das ist ein Unternehmen, das mit dem Betreiber der Ladesäule kooperiert. Auch eine Authentifizierung über App oder SMS ist teilweise möglich. 

Welche Ladekarten gibt es? 

Es gibt Ladekarten von den einzelnen Betreibern und auch von Roaming-Partnern, die viele Betreiberangebote zusammenfassen. 

Was ist Roaming und wie funktioniert es?

Anfangs haben die Ladesäulenbetreiber nur ihre eigenen Karten zugelassen. Inzwischen gibt es sogenannte Roaming-Angebote, die es ermöglichen, mit einer Ladekarte an Säulen verschiedener Betreiber Strom zu tanken und abzurechnen. Umfangreiche Angebote finden Sie beispielsweise bei den Anbietern NewMotion, PlugSurfing und Ladenetz.

Was kostet ein Ladevorgang? 

Die Betreiber der Ladesäulen legen den Preis nach getankten Kilowattstunden oder nach der Dauer des Ladevorgangs fest. Es können Roaming- und/oder Startgebühren anfallen. Manche Ladesäulen geben Strom aktuell sogar noch gratis ab. 

Wie bezahle ich an Ladestationen?

Die Bezahlung erfolgt bis dato meistens über die Ladekarte. Mit ihr erkennt die Säule den Kartenanbieter und übermittelt die Kosten der Ladung dann dem Ladekartenanbieter, der mit Ihnen abrechnet. Die Ladesäulenverordnung und die Förderrichtlinie zur Errichtung von Ladeinfrastruktur fordern aber für neu aufgestellte Ladesäulen eine Direktbezahlmöglichkeit mittels Bargeld, EC-, Kreditkarte oder App, so dass sich das Problem der vielen verschiedenen Ladekarten mit der Zeit erledigen wird. 

Woran erkenne ich, welcher Steckertyp unterstützt wird? 

Es gibt zwei Arten von Ladung: Die Wechselspannung (AC) und Gleichspannung (DC). Gleichspannung wird zum Schnell-Laden verwendet, wofür es  zwei Ladestecker gibt: CCS und CHAdeMO. Über die App oder die Online-Seite des jeweiligen Betreibers erfahren Sie, welcher Stecker an der jeweiligen Ladesäule verbaut ist.

Wechselspannungs-Ladesäulen haben den genormten Stecker "Typ 2". Für Fahrzeuge mit "Typ-1-Stecker" am Fahrzeug gibt es Adapter-Ladekabel, die auf der Fahrzeugseite einen "Typ-1-Anschluss" und auf der Ladesäulen-Seite einen "Typ-2 Anschluss" haben.

Komme ich mit einem Elektroauto durch ganz Deutschland/Europa?

Eine gute Planung ist immer noch notwendig. Eine Garantie für unbegrenzte Lademöglichkeiten gibt es nicht. Auch wenn Ladesäulen entlang der Reiseroute vorhanden sein sollten, bedeutet das nicht, dass sie auch frei und tatsächlich funktionsfähig sind.

Benötige ich ein eigenes Ladekabel?

Ein eigenes Kabel ist in jedem Fall notwendig, da öffentliche Ladesäulen meist kein fest verbautes Kabel haben. Mit einem zweiten Kabel laden Sie im Alltag auch komfortabler: Eins bleibt in der heimischen Garage und das zweite ist für unterwegs.

Was passiert, wenn die Ladesäule das Kabel nicht freigibt?

Falls das passiert, müssen Sie den Betreiber (Nummer an der Ladesäule) anrufen. Meist kann er das Kabel aus der Ferne freigegeben.

Benötige ich ein Smartphone?

Ein Smartphone ist zum Auffinden einer Ladesäule hilfreich, wenn man sich dabei einer App bedienen möchte. Zwingend notwendig ist es aber nicht, wenn man sich vorab informiert.

Kann ich einen Strafzettel bekommen, während ich an der Ladestation parke?

Das ist abhängig von der Beschilderung an der jeweiligen Ladestation. Sie dürfen dort so lang parken, wie angegeben. So gibt es beispielsweise Beschilderungen

  • mit einem bestimmten Zeitraum, in dem Elektrofahrzeuge dort parken dürfen, zum Beispiel von 9 bis 18 Uhr

  • mit einer bestimmten Zeitdauer, zum Beispiel maximal vier Stunden lang

  • mit der Einschränkung, dass E-Autos dort nur während des Ladevorgangs parken dürfen

Was kann ich tun, wenn eine Ladesäule zwar frei, aber zugeparkt ist? 

In diesem Fall können Sie die Polizei kontaktieren und bei Bedarf warten, bis das Auto abgeschleppt wird.

Kann ich die Ladestationen auch bei Regen verwenden?

Ja, Regen und Spritzwasser stellen bei richtiger Bedienung kein Problem und kein Sicherheitsrisiko dar. 

Was bedeutet "induktives" Laden?

Induktives Laden bedeutet: kontaktloses Laden. Damit können E-Autos durch Ladeelemente in der Fahrbahn, auf Parkplätzen oder Garagen geladen werden. Die Energie wird mittels hochfrequenter Wechselströme drahtlos übertragen. Allerdings ist diese Option noch nicht serienreif.

Kann ich auch meinen Plug-in-Hybrid an der Ladesäule laden?

Jedes Fahrzeug mit einem passenden Ladestecker kann an einer Ladesäule geladen werden.

Welche Elektroautos gibt es schon zu kaufen?

Unsere Liste zeigt alle auf dem Markt erhältlichen Elektroautos deutscher und ausländischer Hersteller.

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