Wallbox fürs Elektroauto anmelden: So geht es

Steckerhalter für Wandladestation mit Kabel an der Wandbox, montiert an der Hauswand aus Beton
Egal, welche Leistung, ob fest installiert oder mobil nutzbar: In Deutschland gilt für alle Wallboxen eine Anmeldepflicht© Shutterstock/Shotmedia

Bevor das E-Auto an der neuen Wallbox zu Hause laden kann, muss man den Netzbetreiber informieren. Manche Ladepunkte brauchen zudem eine Genehmigung.

  • Eine neue Wallbox muss immer angemeldet werden

  • Besonders leistungsfähige Modelle brauchen auch eine Genehmigung

  • Für steuerbare Wallboxen gelten ab 2024 neue Regeln und günstigere Strompreise

Einfach eine Wallbox installieren und das Elektroauto zu Hause laden? Ganz so simpel geht es leider nicht. Der ADAC beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Anmeldung der Ladeeinrichtung.

Wer muss eine Wallbox anmelden?

Wallbox von der Firma Mennekes hängt an einer Betonwand
Wallbox mit standardisiertem Typ-2-Stecker© Mennekes

Seit März 2019 schreibt der Gesetzgeber vor, dass alle Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge vor der Installation beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet werden müssen – unabhängig von ihrer Leistung. Nicht nur stationäre Geräte, die sich Privatpersonen zum elektrischen Laden fest am Haus oder in der Garage anschließen lassen, sondern auch mobile Wallboxen, die mittels Adapter über normale Steckdosen nutzbar sind. Das hat mit dem schnellen Wachstum der E-Mobilität zu tun.

Denn weil sich immer mehr Menschen für ein Elektroauto entscheiden und es zu Hause laden, wächst die Belastung für die Stromnetze. Für den Netzbetreiber ist es wichtig zu wissen, wie viele Ladepunkte angeschlossen sind. Nur dann kann er abschätzen, wie viel Energie in welcher Region zu welcher Zeit benötigt wird, und die Stabilität des Stromnetzes gewährleisten. Wallboxen mit einer Leistung über elf Kilowatt (Kw) für schnelleres Laden benötigen sogar zusätzlich eine Genehmigung. Das wird sich allerdings mit dem Jahreswechsel 2024 ändern: Dann sind alle Wallboxen, die sich vom Netzbetreiber steuern lassen, genehmigungsfrei.

Die Melde- und Genehmigungspflicht gilt sowohl bei der Neuerrichtung von Wallboxen als auch bei Erweiterungen. Das formale Prozedere übernimmt zwar häufig der Elektrofachbetrieb, der mit der Installation beauftragt ist. Verantwortlich sind aber diejenigen, die den Stromanschluss nutzen. Auch manche Autohersteller bieten an, die Kommunikation mit dem Netzbetreiber abzuwickeln.

Eine Wallbox mit 11 kW anmelden

Ladeeinrichtungen bis elf Kilowatt sind nur anmeldepflichtig. Der zuständige Netzbetreiber darf der Installation der heimischen Wallbox nicht widersprechen. In der Regel bietet der Netzbetreiber auf seiner Homepage ein entsprechendes Anmeldeformular an, das sich in wenigen Minuten ausfüllen und gleich absenden lässt. Vereinzelt ist auch die formlose Mitteilung per E-Mail oder Post möglich.

Die meisten Netzbetreiber benötigen folgende Angaben zur Anmeldung der geplanten Wallbox:

  • Persönliche Daten (Name, Adresse etc.)

  • Standort des Anschlusses und Zählernummer

  • Maximale Netzentnahme in Kilovoltampere

  • Anzahl der Ladepunkte mit Leistungsdaten

  • Herstellerangaben zur Wallbox

Je nach Standort, Infrastruktur und Leistung der Anlage können weitere Angaben erforderlich sein.

Eine Ladeeinrichtung mit 22 kW anmelden

Ein Auto das gerade auflädt
Mit 22-kW-Wallboxen laden E-Autos doppelt so schnell wie mit 11-kW-Wallboxen© ADAC/Ralph Wagner

Ladeeinrichtungen mit einer höheren Leistung als elf Kilowatt muss der Betreiber des örtlichen Stromnetzes genehmigen, bevor die geplante Anlage zu Hause in Betrieb gehen darf. Für eine auf elf Kilowatt Ladeleistung gedrosselte 22-kW-Wallbox ist in der Regel keine Genehmigung vom Netzbetreiber erforderlich.

Der Netzbetreiber muss sich innerhalb von zwei Monaten nach Antragsstellung äußern. Grundsätzlich kann er die Wallbox-Installation ablehnen, weil etwa die Kapazitäten im Stromnetz dafür bislang nicht ausreichen. Gibt es aus netztechnischer Sicht keine Bedenken, können Sie Ihre Ladeeinrichtung nach der Genehmigung durch einen Fachbetrieb anschließen lassen.

Sollte der Netzbetreiber dem Wallbox-Anschluss nicht zustimmen, muss er den Hinderungsgrund und Abhilfemaßnahmen nennen, die vorgenommen werden können. Auch der Zeitbedarf für den erforderlichen Ausbau des Netzes oder Änderungen des Anschlusses müssen angegeben werden. Endgültig ablehnen darf er nicht. In der Folge kann man eine Verstärkung des Netzanschlusses beantragen. Hier finden Sie weitere Informationen zu den Wallbox Voraussetzungen.

Sonderregeln für steuerbare Wallbox

Um das Stromnetz nicht zu überlasten, sollen künftig vermehrt Wallboxen genutzt werden, die vom Netzbetreiber gesteuert werden können. Hintergrund: Sollte die Stromnachfrage zu hoch werden, könnte der Netzbetreiber dann eingreifen und die Ladeleistung drosseln.

Ab 2024 müssen Wallboxen, die vom Netzbetreiber gesteuert werden können, deshalb nur noch angemeldet werden. Die Genehmigungspflicht für steuerbare 22 KW-Modelle fällt dann weg. Außerdem dürfen Netzbetreiber den Strombezug über diese Wallboxen nur noch einschränken, wenn die Beschädigung oder Überlastung des Stromnetzes droht.

Das bedeutet: Es muss immer eine Mindestleistung zur Verfügung stehen, mit der das E-Autos weiter geladen werden kann. Als geringste Stromversorgung hat die Bundesnetzagentur 4,2 Kilowatt vorgeschrieben. Damit könnte ein Elektroauto in der Regel innerhalb von zwei Stunden für eine 50 Kilometer lange Fahrt nachgeladen werden.

Vorteil für Verbraucherinnen und Verbraucher: Wer eine steuerbare Wallbox betreibt, bekommt einen ermäßigten Strompreis. Möglichkeit 1: Ein pauschaler Rabatt auf das Netzentgelt, der zwischen 110 und 190 Euro im Jahr betragen kann. Möglichkeit 2: Eine Senkung des Arbeitspreises um 60 Prozent für den vom E-Auto geladenen Strom.

Wer den pauschalen Rabatt wählt, kann ab 2025 zusätzlich von einem variablen Netzentgelt profitieren: Dann zahlt man weniger für den Strom, wenn man das E-Auto in Zeiten niedriger Stromnachfrage – in der Regeln nachts oder am Wochenende – lädt. Die Netzbetreiber haben bis Ende 2025 Zeit, um die neuen Regeln vollständig umzusetzen.

Was kostet die Anmeldung der Wallbox?

Die Anmeldung einer Wallbox ist kostenlos. Für die Genehmigung einer Ladeeinrichtung mit einer höheren Leistung als elf Kilowatt verlangen Netzbetreiber durchschnittlich Gebühren von 500 Euro.

Wenn bauliche Veränderungen für die Genehmigung erforderlich sind, tragen die Antragsteller und Antragstellerinnen die Kosten hierfür anteilig mit. Zum Beispiel, wenn an ihrem Haus ein neues Stromkabel mit größerem Querschnitt verlegt werden muss oder eine stärkere Anschlusssicherung für den Haushalt nötig ist. Je nach Aufwand werden 500 bis 2500 Euro bei Anschlussänderungen oder -erweiterungen fällig.

Wo muss man eine Wallbox anmelden?

Der Netzbetreiber ist nicht immer der Stromanbieter. Informationen, wer Ihr Netzbetreiber ist, finden Sie auf dem Stromzähler und der Jahresabrechnung. Auf der Stromrechnung steht statt eines Namens manchmal ein 13-stelliger Code. Mit diesem kann man im Marktstammregister der Bundesnetzagentur* oder über diese Plattform des BDEW* seinen Netzbetreiber herausfinden. 

Was, wenn man Wallboxen nicht meldet?

Seitdem die erste staatliche Wallbox-Förderung im Jahr 2021 ausgelaufen ist, haben die Meldungen an Netzbetreiber nachgelassen. Mancher Netzbetreiber warnt inzwischen, dass es eine zu hohe Dunkelziffer nicht registrierter Wallboxen gibt. Deshalb steige das Risiko, dass es in Straßen mit vielen privaten Ladepunkten zu Stromausfällen kommt, weil das Netz nicht stark genug ausgebaut ist.

Sollte es zu lokalen Störungen im Stromnetz kommen und die Ursache ist auf nicht angemeldete Wallboxen zurückzuführen, können die betroffenen Netzbetreiber theoretisch Schadenersatz von den Haushalten verlangen, die für die Überlastung verantwortlich gewesen sind. Es ist außerdem möglich, dass den unangemeldeten Wallbox-Nutzerinnen und -Nutzern der Strom abgestellt wird.

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