Parken an E-Ladesäulen

Parkbeschilderung an E-Ladesäulen: Große Unterschiede von Kommune zu Kommune
Parkbeschilderung an E-Ladesäulen: Große Unterschiede von Kommune zu Kommune© imago images/Joerg Boethling

Öffentliche Parkplätze zum Laden von Elektrofahrzeugen nehmen zu. Rund 51.000 öffentliche Ladepunkte gibt es aktuell bundesweit. Die Beschilderung dazu ist sehr unterschiedlich.

  • Immer mehr Parkplätze für Elektrofahrzeuge in Städten

  • Befragung in 16 Kommunen: Unterschiedliche Beschilderungen

  • Parken während des Ladevorgangs: Genaue Definition erforderlich

Mit knapp 356.000 erreichte die Zahl der Neuzulassungen bei reinen Elektrofahrzeugen 2021 einen neuen Rekordwert. Aktuell sind in Deutschland laut Kraftfahrt-Bundesamt rund 517.000 Elektroautos und 494.000 Plug-in-Hybride (Stand Oktober 2021) zugelassen.

15 Millionen Elektrofahrzeuge sollen es bis 2030 sein. Mindestens. So steht es zumindest im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung. Teilten sich im Januar 2021 noch 17 Autos eine Ladesäule, sind es laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) aktuell bereits 21 – Tendenz steigend.

Parkbeschilderung an E-Ladesäulen

Wo sich viele Fahrzeuge eine Ladesäule teilen, wird es eng. Der ADAC hat deshalb die 16 deutschen Landeshauptstädte nach ihren aktuellen Parkregelungen an E-Ladestationen und deren Beschilderungen befragt. Die Karte zeigt im Detail die einzelnen Regelungen. Einfach auf die jeweilige Stadt klicken!

Korrekt gekennzeichnet sind Parkplätze an E-Ladestationen mit einem viereckigen Schild mit weißem P auf blauem Grund, kombiniert mit einem oder mehreren Zusatzschildern. Diese Zusatzschilder definieren, welche Fahrzeuge genau an der Ladesäule parken dürfen, zu welcher Zeit und wie lange.

Parkbeschilderung an E-Ladestationen: Das sind die gängigsten Kombinationsmöglichkeiten © ADAC e.V.


Welche Fahrzeuge an Ladesäulen parken dürfen

Bis auf wenige Ausnahmen sind die Parkplätze an E-Ladestationen in den befragten Städten korrekt mit dem blau-weißen Parkplatzschild plus Zusatzzeichen ausgeschildert.

Nur fünf der 16 Städte lassen das Parken für Elektrofahrzeuge aller Art zu. Hier dürfen also auch Elektrofahrzeuge ohne E-Kennzeichen stehen. In den restlichen elf Kommunen war ein E-Kennzeichen nötig, um parken zu dürfen. Diese Parkplätze erkennt man an dem Zusatzzeichen, auf dem ein Fahrzeug mit Stecker abgebildet ist.

Ein E-Kennzeichen können alle reinen Elektrofahrzeuge, Plug-in-Hybride sowie Brennstoffzellenfahrzeuge beantragen, die eine elektrische Reichweite von mindestens 40 Kilometern oder eine Kohlendioxidemission von höchstens 50 Gramm pro Kilometer haben.

In Erfurt und Schwerin durften nach Aussagen der Behörden sogar auch Verbrenner an einigen Ladestationen zumindest nachts parken.

Berlin, Hamburg, München: So unterschiedlich werden Parkplätze an E-Ladesäulen ausgeschildert © ADAC e.V.

Parken mit und ohne Ladevorgang

Ob nur während des Ladens oder auch darüber hinaus an Ladesäulen geparkt werden darf, ist von Stadt zu Stadt verschieden. Reines Parken, ohne das E-Fahrzeug dabei auch gleichzeitig zu laden, war in fünf von 16 Städten verboten. In den restlichen Städten gab es dafür unterschiedliche zeitliche Einschränkungen.

Das Parken während des Ladevorgangs war an Normalladestationen in 14 Städten zeitlich eingeschränkt, in zwei nicht.

In Berlin läuft seit Anfang Januar die sukzessive Einführung des zeitlich uneingeschränkten Parkens während des Ladens.

An Schnellladestationen, die aktuell meist nur an Raststätten und größeren Parkplätzen zu finden sind, konnte man nur in Stuttgart uneingeschränkt lange laden.

Zusatzzeichen: Was bedeutet "Ladevorgang"?

Bei der Parkbeschilderung der Ladesäulen findet man häufig textliche Erläuterungen, sogenannte "verbale" Zusatzzeichen, die das Parken während des Ladevorgangs erlauben. Und hier wird es kniffelig. Die rechtliche Verbindlichkeit ist nämlich laut ADAC Juristen umstritten.

Außerdem ergeben sich in der täglichen Praxis Probleme: Was genau bedeutet "Ladevorgang"? Muss erkennbar Strom fließen, oder reicht es, wenn das Kabel gesteckt ist? Kann vom Fahrzeugbesitzer erwartet werden, dass er das Auto permanent überwacht und unmittelbar nach dem Laden wegfährt? Unter Umständen auch nachts? Hier besteht Klärungsbedarf.

Schilderwald: Einheitliche Beschilderung erforderlich

Wichtigstes Ergebnis der Befragung: Die Regelungen weisen in den untersuchten Städten erhebliche Unterschiede auf. Entsprechend sieht es auch bei der Beschilderung aus, deren Verbindlichkeit teilweise sogar rechtlich umstritten ist. Einigkeit herrscht lediglich darin, dass keine Gebühren für das Parken selbst verlangt werden.

"Die Erhebung zeigt auch, dass die Städte selbst mit der aktuellen Regelung nicht immer glücklich sind", so Testleiter Axel Haberstolz. "Zu anfällig für Interpretationen sind die derzeitigen Vorgaben. In jedem Fall sollte zusätzlich festgelegt werden, was genau bei entsprechender Beschilderung unter dem Ladezustand zu verstehen ist." Die Forderung des ADAC: "Sollen die Regelungen zum Laden und Parken an Elektroladesäulen vom Verbraucher verstanden und akzeptiert werden, müssen sie bundeseinheitlich rechtssicher formuliert und die Ausschilderung unmissverständlich klar sein."

Video zu Parkplätzen an E-Ladesäulen

Wie man die unterschiedlichen Parkbeschilderungen an E-Ladesäulen richtig liest und was sie bedeuten, erklärt Clubjurist Stephan Miller im Video.

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Die detaillierten Ergebnisse der Befragung als Tabelle
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Gesetzliche Grundlagen für Parken an öffentlichen E-Ladesäulen
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Petra Zollner
Petra Zollner
Redakteurin
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