Alternativen zum VW Bus: Es muss nicht das Original sein

• Lesezeit: 9 Min.

Von Jochen Wieler, Gabriel Kroher

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Frontansicht eines stehenden VW Multivan nach FAcelift
Ikonischer Alleskönner, aber teuer: Der VW Bus© Volkswagen

Ein VW Bus ist der Traum vieler Familien. Doch der "Bulli" ist ein ziemlich teures Vergnügen. Hier kommen sechs Alternativen für alle, die viel Platz brauchen.

  • Familienmodelle von Ford bis Mercedes

  • Große Variantenvielfalt für individuelle Bedürfnisse

  • Zunehmend auch alternative Antriebe erhältlich

Wer an den VW Bus denkt, hat sofort die verschiedensten Bilder im Kopf: ein bunt bemaltes Hippiemobil etwa, ein cooles Surfmobil, ein geräumiges Familienfahrzeug für Großfamilien oder ein profanes Handwerkerauto von Elektro Meier.

Die große Vielfalt ist es, die einen VW Bus zum Schweizer Taschenmesser für Mobilitätswünsche aller Art macht. An Auf- und Einbauten sowie verschiedenen Antrieben herrscht kein Mangel.

Der VW Bus ist ein teures Vergnügen

Frontansicht eines stehenden VW T7 e-Caravelle
Die Neuauflage des VW Transporters entstand in Zusammenarbeit mit Ford© VW Nutzfahrzeuge

Doch wer sich mit dem aktuellen VW Multivan näher beschäftigt, merkt rasch: Ein VW Bus kann zum teuren Vergnügen werden. 60.000 Euro überschreitet schnell, wer sich nicht mit der blanken Basisversion begnügen will.

Selbst die Nutzfahrzeugversionen sind keineswegs günstig. Ein Kastenwagen des T7 Transporters startet bei mehr als 40.000 Euro. Ganz zu schweigen von den elektrisch angetriebenen Versionen des Transporters und dem knuffigen VW ID. Buzz.

Es kann sich also lohnen, nach anderen Modellen zu schauen. Hier sind interessante und oft günstigere Alternativen zum VW-Bus.

Mercedes V-Klasse: Bus mit Anspruch

Frontansicht einer fahrenden Mercedes V-Klasse
Die Mercedes V-Klasse überzeugt mit ihrem gehobenen Anspruch© Mercedes

Was die Variantenvielfalt angeht, steht die Mercedes V-Klasse dem VW-Bus in nichts nach. Es gibt drei verschiedene Längen (kompakt: 4,90 Meter, lang: 5,14 Meter, extralang: 5,37 Meter), vielfältige Sitzkonfigurationen vom edlen Sechssitzer mit Einzelsitzen bis zum Achtsitzer mit Sitzbänken, die Campingversion Marco Polo und vieles mehr.

In Sachen Qualitätsanmutung hat der Mercedes sogar die Nase vorn: Innen sieht es so fein und edel aus wie in einem Pkw von Mercedes. Wo der VW also eher schlichteres Nutzfahrzeug-Flair versprüht, macht der Benz mit poliertem Holz, feinem Alu und Wohnzimmeratmosphäre auf Luxusliner.

Cockpit der Mercedes V-Klasse
Edel und modern: Das Interieur der Mercedes V-Klasse© Mercedes

Anfangs war die V-Klasse gar nicht mal so teuer und ab rund 40.000 Euro zu haben. Doch mittlerweile wurde das Einstiegsmodell "Rise" gestrichen und die Preise haben erheblich angezogen: Die V-Klasse startet mit 163 PS starkem Dieselmotor als V220d bei rund 54.200 Euro (Stand August 2026).

Der vom ADAC getestete V300d (Vorfacelift-Modell) kommt noch um einiges teurer, hat mit seinem knapp 240 PS starken Motor aber auch deutlich bessere Fahrleistungen.

Etwas einfacher gestrickt ist der Vito, der im Grunde das gleiche Auto ist und nur mit einem schlichteren Cockpit und einem etwas robusteren Interieur aufwartet. Schnäppchenjäger halten daher eher nach dem günstigeren Vito Tourer Ausschau.

Front und Seitenansicht eines stehenden Mercedes VLE
Der VLE ist die elektrische Alternative zur Mercedes V-Klasse© Mercedes

Ebenfalls interessant: Mercedes bietet mit dem VLE den elektrischen Nachfolger des EQV an. Der Kleinbus lädt dank 800-Volt-Technik mit bis zu 300 kW und füllt damit die bis zu 713 Kilometer Reichweite nach WLTP in kurzer Zeit wieder auf. Vorerst bieten die Stuttgarter ihren Bus noch in den etwas luxuriöseren Varianten an, weshalb das Preisniveau bislang hoch liegt. Später sollen aber auch Transporter-Versionen mit kleineren Beträgen auf dem Preisschild folgen.

Hier finden Sie den ADAC Test zur Mercedes-V-Klasse und im ADAC Autokatalog alle technischen Daten und Preise zur V-Klasse.

Hyundai Staria: Bus oder Raumschiff?

Front und Seitenansicht des Hyundai Staria
So chic kann ein Bus aussehen: Hyundai Staria© Hyundai

Der Hyundai Staria beweist am besten, dass ein Bus kein emotionsfreier Kastenwagen sein muss. Der Van-Konkurrent aus Südkorea sieht aus, als hätte ihn eine Zeitmaschine aus der Zukunft in das Hier und Jetzt gebeamt.

Sein unverwechselbares "Gesicht" erhält er durch einen markanten LED-Streifen, der sich über die gesamte Wagenbreite zieht. Die Seitenlinie wird von großen Fensterflächen dominiert, und das Heck wirkt durch die riesige Klappe mit stehenden und hoch aufragenden Leuchten ziemlich massig.

Heckansicht eines Hyundai Staria
Auch von hinten ist der Hyundai Staria ein Hingucker© Hyundai

Innen herrscht angenehmes Wohnzimmerflair und Platz gibt es ohne Ende. Kein Wunder, denn der Staria misst stolze 5,25 Meter in der Länge und damit 28 Zentimeter mehr als ein VW Multivan.

Die Sitze im Fond können längs und auch zur Seite verschoben und in einen Relax-Modus gebracht werden: Wie im Fernsehsessel zu Hause lässt sich eine Beinauflage ausfahren und die Lehne nach hinten neigen – entspannter geht es kaum. In der dritten Reihe gibt es keine Einzelsitze, sondern eine verschiebbare Bank, auf der auch Erwachsene noch gut sitzen können.

Die Variantenvielfalt beim Antrieb hält sich allerdings in Grenzen: Den Staria gibt es hierzulande nur noch als Hybridmodell mit 225 PS. Ein 1,6-Liter-Benziner wird dabei von einem E-Motor unterstützt. Als Vollhybrid lässt sich der Kleinbus aber nicht durch externe Stromquellen aufladen und bekommt auch kein E-Kennzeichen.

Freunde der E-Mobilität können sich allerdings auf einen elektrischen Staria freuen. Hyundai hat das Modell bereits angekündigt, auf der Website ist er aber noch nicht bestellbar. Technisch setzt der Koreaner, wie Mercedes auch, auf 800-Volt-Technik, die kurze Ladezeiten ermöglicht. Der 84 kWh große Akku soll in 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen werden können.

Hier finden Sie den ausführlichen ADAC Test des Hyundai Staria und im ADAC Autokatalog alle technischen Daten und Preise zum Hyundai Staria.

Opel Zafira, Toyota Proace und Co.

Frontansicht eines Opel Zafira Electric
Opel bietet seine Bus-Alternative nur noch elektrisch an© Opel

Dass verschiedene Hersteller bei Nutzfahrzeugen zusammenarbeiten, ist schon lange üblich. So ist die nächste Alternative zum VW-Bus eigentlich nicht nur eine, sondern es handelt sich um vier baugleiche Fahrzeuge: Opel Zafira, Citroën Spacetourer, Peugeot Traveller und auch der Toyota Proace unterscheiden sich im Prinzip nur durch eine markenspezifische Front.

Die inneren Werte gleichen sich im Grunde, die Ausstattung kann aber variieren. Daher lohnt es sich, die Preislisten aller Modelle genau zu studieren.

An Ausstattung mangelt es den Vierlingen jedenfalls nicht. So bietet der Opel Zafira in der Topversion beispielsweise Ledersitze, Panoramadach und eine 3-Zonen-Klimaautomatik. Standesgemäß sind die Busse auch äußerst variabel, von fünf bis neun Plätzen in unterschiedlichsten Anordnungen ist alles möglich. Außerdem gibt es zwei Fahrzeuglängen – da kann man einige Zeit im Konfigurator verbringen.

Neben einem Dieselantrieb gibt es für den Zafira auch einen elektrischen. Das Fahrwerk passt bei allen Bussen. Es ist zwar klar ein Busfahrwerk, macht seine Arbeit aber erstaunlich gut – im Gegensatz zur gefühllosen Lenkung.

Übrigens: Auch die Kombiversionen der etwas rustikaleren Peugeot e-Expert und Citroën ë-Jumpy sind einen Blick wert und oft deutlich günstiger als ihre nobleren Kollegen. Hier reiht sich zudem mit dem Fiat E-Scudo auch noch ein Schwestermodell aus Italien mit ein.

Im ADAC Autokatalog finden Sie alle technischen Daten und Preise zu Opel Zafira, Citroën Spacetourer, Peugeot Traveller, Fiat E-Scudo und Toyota Proace Verso.

Ford Tourneo Custom: Auch als Plug‑in

Aufnahme des Ford Tourneo
Kölner Wabe: Der aktuelle Ford Tourneo Custom protzt mit neuer Front© Ford

Dass die Neuauflage des VW T7 Transporters baugleich ist mit dem Ford Transit Custom, wissen die wenigsten. Insofern ist der Ford eine interessante Alternative. Ford hat den schickeren Bruder des Nutzfahrzeugs, der als Tourneo Custom vertrieben wird, zudem optisch ziemlich aufgewertet. Aus den Querstäben am Kühler ist eine Wabenstruktur geworden und die Seite etwas markanter.

Doch der Variantenreichtum ist geblieben: Man kann zwischen zwei Karosserielängen wählen, die den Bus entweder auf etwas über 5 Meter oder auf knapp 5,50 Meter bringen. Doch egal wie lang: Der Tourneo Custom bietet immer drei Sitzreihen und Platz für neun Personen.

Auch beim Antrieb hat man die Qual der Wahl, zwei Dieselmotoren mit 100 kW/136 PS und 110 kW/150 PS können entweder mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe oder der neuen Achtgang-Automatik kombiniert werden.

Mildhybride gibt es keine mehr, dafür ist man mit der Plug‑in-Version (171 kW/233 PS) laut WLTP ganze 49 Kilometer rein elektrisch unterwegs, dann springt der Vierzylinder-Benziner an. Gerade für den alltäglichen Stadtverkehr kann das durchaus nützlich sein, für die lange Urlaubsreise ist die Technik aber eher verschenkt.

Detailaufnahme der Rückbänke des Ford Tourneo
Ein neues Schienensystem macht das Umgestalten des Innenraums noch flexibler© Ford

Zudem gibt es zwei rein elektrische Versionen (160 kW/218 PS und 210 kW/285 PS) mit 70-kWh-Batterie, die je nach Ausführung bis zu 341 Kilometer weit kommen sollen. Das ist durchaus mehr als etwa viele Hochdachkombis und damit alltagstauglich, allerdings zeigt der VW ID. Buzz mit seinen 423 Kilometer Reichweite, dass auch in dieser Fahrzeugklasse deutlich mehr geht. Preislich bewegt man sich mit dem Ford allerdings in ähnlichen Regionen wie beim Bulli.

Im ADAC Autokatalog finden Sie alle technischen Daten und Preise zum Tourneo Custom. Zudem gibt es einen Fahrbericht zum Ford Tourneo Plug‑in-Hybrid der letzten Generation, die auf dem Gebrauchtwagenmarkt noch eine Option sein kann.

Renault Trafic Combi und Nissan Primastar

Der Renault Trafic stehend
Der Renault Trafic mit wuchtiger Front © Renault

Aus der Renault-Nissan-Kooperation bei Kleinbussen und Transportern sind die baugleichen Ableger Renault Trafic Combi und Nissan Primastar entstanden. Das Duo war anfangs sogar noch als Trio angelegt, denn auch Fiat hat den Bus als Talento verkauft. Letzteren gibt es seit der Fusion von Fiat mit dem PSA-Konzern (u.a. Opel, Peugeot, Citroën, Jeep) zum Stellantis-Konzern allerdings nicht mehr.

Das Cockpit vom Renault Trafic
Mit dem Facelift 2021 wohnlicher geworden: Cockpit des Renault Trafic© Renault

Wie stets bei baugleichen Modellen ist es eine Frage der persönlichen Präferenz, eines guten Angebots oder eines Händlers in der Nähe, ob man sich für den Renault Trafic oder den Nissan Primastar entscheidet. Es gibt nur optische oder ausstattungsbedingte Unterschiede, sodass auch hier ein genaues Studium der Preislisten zu empfehlen ist.

Innen sieht alles sehr nach Renault aus und es ist wohnlicher als etwa in einem Ford Tourneo, der mehr Nutzfahrzeugflair verbreitet. Zum letzten Facelift wurde das Interieur noch einmal aufgewertet.

Es gibt zwei Radstände, neue kräftige Dieselmotoren (110 bis 170 PS), acht Sitzplätze und einen sehr großen Kofferraum, aber auch einen großen Wendekreis von 14 Metern (Messwert).

Aufnahme eines Nissan Vans
Nissan buhlt auch um Camper: Mit dem Seaside bekommt man ein voll ausgestattetes Urlaubsgefährt© Nissan

Ab Herbst 2026 bietet Renault den E-Trafic an, der bis zu 450 Kilometer nach WLTP an Reichweite bieten und dank 800-Volt-Technik den Ladehub von 10 auf 80 Prozent in 20 Minuten schaffen soll. Er unterscheidet sich auch optisch stark vom bisherigen Modell.

Im ADAC Autokatalog finden Sie alle technischen Daten und Preise zum Renault Trafic und Nissan Primastar.

Nissan Primastar und Renault Trafic sind baugleich

Kia PV5: Elektro-Bus mit viel Platz

Frontansicht des Kia PV5
Spaciges Design und nur als Elektro-Modell verfügbar – der Kia PV5© Kia

Mit dem PV5 hat Kia einen elektrischen Kleinbus im Programm, der sich als günstigere Alternative zum VW ID. Buzz positioniert. Der Koreaner bietet fünf, sechs oder sieben Sitzplätze, ein sehr großzügiges Raumangebot und einen variablen Innenraum. Besonders Familien profitieren vom großen Ladevolumen und der umfangreichen Serienausstattung. Im Gegensatz zum eher lifestyleorientierten ID. Buzz setzt der Kia stärker auf Nutzwert.

Angeboten wird der PV5 mit zwei Batteriegrößen und rein elektrischem Antrieb. Je nach Version sind Reichweiten von über 400 Kilometern nach WLTP möglich, womit sich der Kia auch für längere Fahrten eignet.

Welche Busse sind aktuell verfügbar? Alle Modelle, technischen Daten und Preise finden Sie im ADAC Neuwagenberater.

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Hier findet man Informationen zur Entscheidung zwischen Autofinanzierung und -leasing und worauf beim privaten Leasing zu achten ist.