Test Mercedes C-Klasse T-Modell: Die Mehrheit wählt den Kombi

Heck und Seitenansicht eines fahrenden Mercedes C-Klasse T-Modell
Neuer Mercedes-C-Klasse-Kombi: Benziner, Diesel (Foto) und Plug-in-Hybrid© Mercedes

Die neue Mercedes C-Klasse gibt es nicht nur als Limousine und Kombi, sondern auch als leicht geländegängige Version mit Namen "All Terrain". Was den Kombi so beliebt und den All Terrain stark macht. ADAC Test mit technischen Daten und Preisen

  • Das C-Klasse T-Modell: Kombi überaus beliebt

  • Motoren: Benziner, Diesel und ein Plug-in-Hybrid

  • Im ADAC Test: Der C 300 d mit 286 PS

  • Schon gefahren: All-Terrain-Version für leichtes Gelände

Deutsche Autofahrer lieben Kombis. Vor allem die Kunden der C-Klasse von Mercedes: Nur einer von drei Käufern bzw. Käuferinnen nimmt die C-Klasse als Limousine, sagt der Hersteller. Zwei Drittel wählen den Kombi. Warum? Klar, weil der Kombi mehr Transportraum zur Verfügung stellt und variabler ist. Aber auch, weil viele Interessenten die Kombi-Karosserieform einfach schicker finden.

Während in den Kofferraum der Limousine laut Hersteller maximal 455 Liter und laut ADAC Messung 390 Liter hineinpassen, sind es beim Kombi nach Angaben der Stuttgarter in Normalstellung der hinteren Sitze 490 Liter. Seinen Trumpf soll der Kombi jedoch ausspielen, wenn die Sitzlehnen hinten umgeklappt sind und er bis unters Dach beladen wird: Dann gehen hier bis zu 1510 Liter Transportgut hinein, so Mercedes.

In der Realität, nach der ADAC Messmethode, sieht die Sache aber dann doch etwas anders aus. Unter der Kofferraumabdeckung fasst der Gepäckraum des neuen C-Klasse T-Modells nur 370 Liter - also 20 weniger als die Limousine. Entfernt man die Abdeckung und nutzt den Stauraum bis zum Dach hoch, erweitert sich das Volumen auf 560 Liter – ein bescheidener Wert für einen Mittelklasse-Kombi. Alternativ kann man im Kofferraum auch bis zu elf Getränkekisten unterbringen. Unter Ausnutzung des kompletten Raums hinter den Vordersitzen sind bis zu 1330 Liter Volumen verfügbar. Weiteren Stauraum gibt es unter dem Kofferraumboden, dort finden noch etwa 75 Liter Platz.

Im Komfort-Kapitel fährt das T-Modell gute Noten ein. Und auch das Platzangebot des 4,75 Meter langen Kombis stellt die ADAC Tester zufrieden: Note 1,8 vorne, wo die Beinfreiheit für knapp zwei Meter große Menschen reicht, und Note 1,5 hinten, wo das Platzangebot sogar noch etwas üppiger ausfällt.

C 300 d: Mächtiger Anschub, 5,7 Liter Verbrauch

Zur Motorisierung stehen für die Mercedes C-Klasse aktuell drei Benziner, drei Diesel und ein Plug-in-Hybrid (PHEV) zur Wahl. Alles sind Vierzylinder-Turbomotoren mit Mildhybrid-Komponenten, den klassisch-kultivierten Sechszylinder gibt es nicht mehr. Dafür sind die Dieselmotoren dank NOx-Speicherkatalysator, Dieselpartikelfilter und zwei SCR-Katalysatoren mit AdBlue-Einspritzung als Abgasnachbehandlung sauber wie nie zuvor. So fährt der getestete C 300 d bei den Schadstoffen ein sehr gutes Ergebnis ein. In diesem Ecotest-Kapitel erhält der Testwagen die volle Punktzahl.

Auch bei der zweiten Komponente des ADAC Ecotest, beim Verbrauch, sieht es für den eleganten Kombi relativ gut aus. Er kommt mit 5,7 Litern Diesel 100 Kilometer weit. Bemerkenswert: Das sind nur 0,2 Liter mehr, als vor drei Jahren ein C 220 d T-Modell verbraucht hat. Und der hatte keine 286 PS wie der getestete 300 d, sondern nur 194. Wie alle Motoren in der neuen C-Klasse ist auch der 300 d hybridisiert: Ein nun zwischen Motor und Getriebe sitzender integrierter Startergenerator sorgt nicht nur für einen äußerst spontanen und komfortablen Motorstart und kann Strom in eine 48-Volt-Batterie rekuperieren, er unterstützt auch beim Vortrieb. Mit bis zu 15 PS und vor allem 200 Nm greift er dem Turbodiesel unter die Arme und schubst ihn so locker über ein eventuell vorhandenes Turboloch.

Interessant ist bei der neuen C-Klasse auch die Version als Plug-in-Hybrid. Sie glänzt nicht nur mit viel Leistung, sondern auch mit einer elektrischen Reichweite von 100 Kilometern (nach WLTP). Damit setzt Mercedes den Maßstab in der Mittelklasse. Gegen Aufpreis kann der Teilelektrische sogar an Schnellladesäulen mit 55 kW Leistung aufgeladen werden. Serienmäßig ist ein dreiphasiges Ladegerät an Bord, das an der Wallbox mit 11 kW Strom aus der Hausleitung zieht.

Das Mercedes C-Klasse T-Modell in Bildern

An Extras und Zubehör bietet Mercedes zu Preisen ab 44.119,25 Euro (C 180, getesteter C 300 d ab 54.769,75 Euro) nahezu alles, was das Herz begehrt. Zu den aufpreispflichtigen technischen Highlights gehören neben dem Allradantrieb eine Hinterachslenkung, die den Wagen dynamischer und handlicher im Fahrverhalten werden lässt. Den ADAC Ausweichtest meistert der damit ausgestattete Testkandidat jedenfalls problemlos. Ebenfalls als Extra zu haben ist das Digital Light, das das Verkehrsumfeld bei Nacht hervorragend ausleuchtet.

Fazit: Top-Gesamtnote für den Saubermann

Auch wenn der Vierzylinder-Diesel bei der Laufruhe der gleich starken und sechszylindrigen
Mittelklasse-Konkurrenz aus Ingolstadt und München nicht mithalten kann, ist der C 300 d ein sehr gelungenes Auto, gerade wie im Testornat als T-Modell mit Hinterachslenkung, adaptiven Dämpfern und voller Sicherheitsausstattung (selbstverständlich sämtlich gegen Aufpreis erhältlich). Da der Ecotest-Verbrauch mit 5,7 Litern Diesel auf 100 Kilometer trotz der verfügbaren Leistung nicht durch die Decke geht und die Abgasreinigung mustergültig ist, bekommt der Mittelklasse-Kombi aus Stuttgart im ADAC Test die Top-Gesamtnote 1,8.

Lesen Sie hier den ausführlichen Test des Mercedes-Benz C 300 d T-Modell Avantgarde 9G-TRONIC als PDF
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Mercedes C 300 d T-Modell: Daten und Preise

Technische Daten (Herstellerangaben)

Mercedes-Benz C 300 d T-Modell Avantgarde 9G-TRONIC (ab 06/21)

Motorart

Diesel (Mild-Hybrid)

Hubraum (Verbrennungsmotor)

1.993 ccm

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

210

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

286

Drehmoment (Systemleistung)

550 Nm

Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor)

4.200 U/min

Antriebsart

Heck

Beschleunigung 0-100km/h

5,8 s

Höchstgeschwindigkeit

250 km/h

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

144 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

5,5 l/100 km

Verbrauch Gesamt (NEFZ)

5,1 l/100 km

Kofferraumvolumen normal

490 l

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

1.510 l

Leergewicht (EU)

1.835 kg

Zuladung

565 kg

Anhängelast ungebremst

750 kg

Anhängelast gebremst 12%

1.800 kg

Garantie (Fahrzeug)

2 Jahre

Länge x Breite x Höhe

4.751 mm x 1.820 mm x 1.454 mm

Grundpreis

56.317 Euro

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

Mercedes-Benz C 300 d T-Modell Avantgarde 9G-TRONIC

Überholvorgang 60 – 100 km/h

3,3 s

Bremsweg aus 100 km/h

32,6 m

Wendekreis

10,6 m

Verbrauch/CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

5,7 l Diesel/100 km, 178 g CO₂/km (Well-to-Wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

****

Reichweite

857 km

Innengeräusch bei 130 km/h

66,1 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1870 / 530 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

370 / 785 / 1330 l

ADAC Testergebnis

ADAC Testergebnis

Mercedes-Benz C 300 d T-Modell Avantgarde 9G-TRONIC (ab 06/21)

Karosserie/Kofferraum

2,3

Innenraum

2,1

Komfort

1,8

Motor/Antrieb

1,2

Fahreigenschaften

1,6

Sicherheit

1,5

Umwelt/EcoTest

2,3

Gesamtnote

1,8

Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet; Notengrenzen:

sehr gut

0,6 - 1,5

gut

1,6 - 2,5

befriedigend

2,6 - 3,5

ausreichend

3,6 - 4,5

mangelhaft

4,6 - 5,5

Den All Terrain gibt es nur als Kombi

Seitenansicht eines stehenden Mercedes C-Klasse T-Modell mit All Terrain Version
Kann leichtes Gelände: vier Zentimeter höher gelegter All Terrain © ADAC/Wolfgang Rudschies

Letzte Neuerung der Modellreihe ist die All-Terrain-Variante des T-Modells. Wie der Name schon sagt, wurde sie für den Einsatz im leichten Gelände konzipiert und eignet sich gut zum Ziehen eines Pferde- oder Boots-Anhängers – besonders auf einer nassen Wiese, zum Beispiel. Bei einer Testfahrt mit dem Mercedes C-Klasse All Terrain (für die Limousine gibt es die Variante nicht) bewältigte der Wagen unter Anleitung eines Instruktors einen imposanten Waldhang mit Sand und Geröll.

Dafür ist die Bodenfreiheit gegenüber dem normalen Kombi vier Zentimeter höher. Absolut gesehen sind die 13,7 Zentimeter Bodenfreiheit des All Terrain dennoch wenig: Fahrzeuge, die als voll geländetauglich gelten möchten, müssen mindestens 18 Zentimeter Bodenfreiheit haben – gemessen nicht etwa bis zum Türschweller, sondern unter den Achsen.

Trotzdem ist es sehr erstaunlich, wie gut der All Terrain rutschigen Untergrund meistert und steile Hänge hinaufkraxelt. Verantwortlich dafür ist der intelligente Allradantrieb, der es versteht, die für das Fortkommen notwendige Kraft jeweils an die Räder zu schicken, die den besten Halt finden. Offroad-Kenner werden über diese Talente eher müde lächeln, doch Otto Normalfahrer dürfte bei solchen Steilhang-Manövern schon das Herz in die Hose rutschen.

Mit Dieselmotor kräftiger und kultivierter

Mehr Relevanz hat im Alltag natürlich die Möglichkeit des Anhängerbetriebs. Immerhin bis zu 1800 Kilogramm dürfen der All Terrain genauso wie der normale Kombi dabei an den Haken nehmen. Gegen Aufpreis gibt es für beide ein elektronisches Assistenzsystem, das beim Rückwärts-Rangieren enorme Hilfe leistet.

Im Gegensatz zum Angebot für den Kombi gibt es für den All Terrain lediglich zwei Motoren: den C 200 mit einem 1,5-Liter-Benziner, der 165 kW/224 PS leistet sowie den C 220 d mit einem 2,0-Liter-Diesel, 162 kW/220 PS stark. Im Fahrbetrieb überzeugt der C 220 Diesel um einiges mehr – weil er bauartbedingt deutlich kräftiger durchzieht und weniger Kraftstoff verbraucht.

Der kleine hubraumschwache Benziner dagegen wirkt unter hoher Last und bei hohen Drehzahlen ziemlich angestrengt und teilt das auch akustisch vernehmlich mit. So paradox es klingt: Was die Laufkultur angeht, ist der Dieselmotor ruhiger und souveräner.

Alle Daten und Preise zu den Motoren und Ausstattungen des Mercedes C-Klasse T-Modells finden Sie hier.

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