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Der ADAC

ADAC Test: So gut ist der Peugeot 508

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Der Peugeot 508 wirkt attraktiv, elegant und sportlich. Kann die Mittelklasse-Limousine gegen Audi A5, Renault Talisman und VW Arteon punkten? ADAC Test mit technischen Daten, Messwerten, Crashtest-Video und Preisen

  • Komplett neue Optik für die zweite Generation des französischen Flaggschiffs

  • Feiner Look, gelungene Abstimmung, kleine Platzprobleme

  • Gute Assistenzsysteme und gute Noten im Crashtest

Fahren wie Gott in Frankreich? Mit französischen Limousinen klappte das zumindest in der jüngeren Vergangenheit nicht mehr so luxuriös. Während die deutsche Kanzlerin ihre Staatsgäste im BMW 7er oder Audi A8 abholt, nahmen Sarkozy und Vorgänger zuletzt in Renault Vel Satis, Peugeot 607 oder Citroën C6 Platz. Und weil die nicht mehr gebaut werden, musste Macron dem Volk zu seiner Amtseinführung aus dem Schiebedach eines DS7 Crossback zuwinken. Was die wenigsten wissen: Selbst dieser Riesen-SUV der PSA-Luxusmarke DS wird nicht in Frankreich, sondern in China gebaut.

Seit sich Peugeot 2009 mit der Einstellung des formschönen 607 aus der Oberen Mittelklasse verabschiedete, war der kleinere 508 das Flaggschiff der Löwenmarke – zumindest in Deutschland mit mäßigem Erfolg. Die zweite Generation soll mit einer komplett neuen Optik, modernsten Fahrerassistenzsystemen wie Night Vision und einem hochwertigen digitalen Cockpit alles besser machen. Ob das wirklich so ist, klärt der ADAC Autotest.

Gute Verarbeitung, Probleme beim Einstieg

Am Aussehen dürfte der Erfolg zumindest nicht scheitern, denn das Design des 508 passt sich dem Trend der Coupé-Limousinen an. Eine dynamische Linienführung mit markantem Kühlergrill, schmalen, rahmenlosen Fenstern und kurzem Heck sorgt für eine schlanke Silhouette, die auch durch die Maße unterstützt wird: Mit nur 1,40 Metern Höhe ist er besonders flach geraten, zudem ist er sogar acht Zentimeter kürzer als der Vorgänger. Alle Designelemente sehen auch im Detail richtig gut aus und können sich mit der Optik von Audi A5 oder VW Arteon durchaus messen.

Im Innenraum findet der Fahrer je nach Ausstattungslinie qualitativ hochwertige Materialien: Vollnarbiges Leder, Klavierlack, Alcantara und Echtholz – alles vom Feinsten. Schön anzusehen sind auch das personalisierbare, digitale Kombiinstrument (serienmäßig) mit sechs verschiedenen Einstellungen und der zentral platzierte Touchscreen. Über den werden fast alle Bedienschritte eingeleitet, was zum Beispiel für die simple Temperaturregelung (kalt oder warm) dann doch recht mühsam und schlicht unnötig ist. Zudem sitzt das Display tief hinter sieben Kippschaltern, die bei Eingaben am Display schnell mal versehentlich gedrückt werden.

Peugeot-Marotten: kleines Lenkrad und "I-Cockpit"

Dass die kleinen Peugeot-Lenkräder inzwischen immer unter dem Cockpit-Display platziert sind, daran kann man sich gewöhnen, weil man die Instrumente besser im Blick hat. Doch die Nachteile bleiben: Die Lenkstockhebel verschwinden hinter dem Lenkrad, wichtige Tempolimit- oder Licht-Funktionen sind nur blind ertastbar. Und für den, der seinen Sitz gern tiefer stellt, verdeckt der obere Lenkradkranz dann wichtige Infos.

Auch das flache Dach sorgt für funktionelle Mängel, die einen Einsatz als Staatslimousine unmöglich machen: Der Zustieg für die Fondpassagiere ist mit einigen Verrenkungen und hoher Kopfnuss-Gefahr verbunden. Und drinnen fehlen bei der Kniefreiheit die acht Zentimeter, die der neuen Generation abgeknappst wurden.

Der Kofferraum blieb mit 487 Litern Ladevolumen zwar auf dem Papier üppig, kann durch das flache Heck aber für die große Reise nur mit ausgeklügelter Verstau-Technik genutzt werden. Nach ADAC Messungen fasst der Gepäckraum tatsächlich zwischen 395 und 1100 Liter – keine Bestwerte.

Hoher Fahrkomfort, wenig Geräusche

Wer damit leben kann, bekommt von Peugeot ein sehr ausgewogenes und harmonisch abgestimmtes Auto. Die Geräuschkulisse ist trotz der rahmenlosen Scheiben bei allen Geschwindigkeiten angenehm, was auch die ADAC Messwerte bestätigen: 66,9 Dezibel bei 130 km/h (66,7 beim Diesel!) sind flüsterleise. Nur beim Beschleunigen ist der Motor deutlich zu hören und klingt nicht sehr charmant. Mit dem getesteten 180 PS Turbobenziner hat der 508 serienmäßig adaptive Dämpfer an Bord. Die Unterschiede zwischen den Modi (Eco, Comfort, Normal, Sport) sind nur marginal. Was aber kein Nachteil ist, denn die Feder-Dämpfer-Abstimmung ist Peugeot gut gelungen. Der 508 bietet damit einen angenehmen Federungskomfort und wird gleichzeitig auch sportlichen Ansprüchen gerecht – wie sich beispielsweise in einem erstaunlich guten Ergebnis beim ADAC Ausweichtest zeigt.

Der Diesel ist harmonischer als der Benziner

Und der Antrieb? Der ADAC hat sowohl eine Benzin-, als auch eine Dieselversion getestet. Dabei liefert der 180 PS starke Turbobenziner in Kombination mit der Achtgang-Wandlerautomatik in der über 1,5 Tonnen schweren Limousine insgesamt flotte Fahrleistungen. Der Zwischenspurt von 60 km/h auf Tempo 100 – zum Beispiel für den Überholvorgang – kann in 5,2 Sekunden erledigt werden. Auch nach einem Abbiegevorgang setzt sich der 508 schnell wieder in Bewegung, was wichtig ist für das zügige Einfädeln in den fließenden Verkehr.

Der Verbrauch im ADAC Ecotest fiel mit 7,0 Litern Super auf 100 Kilometer relativ hoch aus, hängt aber wie so oft bei Turbobenzinern stark von der Fahrweise ab. Das Getriebe bietet im Eco-Modus eine Freilauffunktion, die den Motor in den Leerlauf schickt und den 508 ohne Motorbremse rollen lässt. Wer das geschickt einsetzt, kann mit dem Peugeot etwas Kraftstoff sparen.

Die Schadstoffe hat Peugeot im Griff

Bei den Schadstoffen hat der Ottomotor-508 eine weiße Weste: Homologiert nach Euro 6d und mit serienmäßigem Partikelfilter bleiben die Emissionen auch in unterschiedlichen Fahrsituationen im ADAC Ecotest sicher unter den Grenzwerten.

Das gilt auch für den Selbstzünder. Peugeot hat für den 2-l-HDi-Motor den nötigen Entwicklungsaufwand getrieben und in gute Technik investiert. Das Ergebnis: Alle Schadstoffgruppen, speziell die Stickoxide, bleiben weit unter den Grenzwerten – selbst im flotten Autobahnabschnitt, bei dem am Ende nur etwa ein Zehntel des Grenzwerts aus dem Auspuff kommt. Mit 5,6 l Diesel pro 100 km schlägt der Franzose auch beim Verbrauch nicht über die Stränge, trotz über 1,6 Tonnen Gewicht, Automatikgetriebe und üppiger Ausstattung.

Unterm Strich hinterlässt der Diesel in Verbindung mit dem Achtgang-Wandlerautomaten ganz klar ein harmonischeres Bild als der 1,6-l-Turbobenziner, Selbstzünder und Automatikgetriebe arbeiten gut zusammen.

Peugeot 508 SW: Schicker Kombi

Keine Frage: Auch die Kombiversion namens SW ist sehr elegant geworden. Und bietet deutlich mehr Nutzwert als die coupéhafte Limousine, auch wenn das Kofferraumvolumen im Vergleich zum Vorgänger etwas geschrumpft ist.Gut: Das neue Modell ist nicht länger geworden, sondern fünf Zentimeter kürzer als der Vorgänger und misst nun 4,78 Meter.

Peugeot 508 SW

Der Peugeot 508 hat gute Assistenzsysteme

Für die sichere Fahrt bietet Peugeot die komplette Palette – vom Notbremsassistenten (Serie) über den Parkassistenten (Aufpreis im Paket) bis zum ACC-Tempomaten mit Staufunktion (731,09 €). Und ganz ungewöhnlich in der Mittelklasse: Das Nachtsichtsystem Night Vision (1.169,75 €), das die nächtliche Straßensituation per Infrarotkamera im Kombiinstrument darstellt.

Mit solchen Angeboten wollen die Franzosen ihren Anspruch unterstreichen, die neue 508er-Generation etwas höher zu positionieren, um im umkämpften Dienstwagen-Markt zu punkten. Das kann funktionieren – gestaltet sich bei der Dominanz von Audi, BMW, und Mercedes aber schwierig.

Wer aber ein individuelles Fahrzeug haben möchte, das nicht an jeder Ecke steht, ist mit dem 508 gut bedient. Im ADAC Autotest kommt der Franzose auf eine gute Gesamtnote von 2,3.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum Peugeot 508 1.6 PureTech 180 Allure EAT8 als PDF herunterladen
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Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum Peugeot 508 2.0 BlueHDi 160 Allure EAT8 als PDF herunterladen
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Technische Daten (Herstellerangaben)Peugeot 508 1.6 PureTech 180 Allure EAT8Peugeot 508 2.0 BlueHDi 160 Allure EAT8

Motor

4-Zylinder-Turbobenziner mit Partikelfilter, 1598 cm³

4-Zylinder-Turbodiesel, SCR-Kat plus Partikelfilter, 1997 cm³

Leistung

133 kW / 181 PS, 250 Nm bei 1650 U/min

120 kW / 163 PS, 400 Nm bei 2.000 U/min

Antrieb/Fahrwerk

Frontantrieb, 8-Stufen-Wandlerautomatik, adaptives Fahrwerk auf Wunsch (974,79 €)

Frontantrieb, 8-Stufen-Wandlerautomatik, adaptives Fahrwerk auf Wunsch (974,79 €)

Fahrleistungen

7,9 s auf 100 km/h, 225 km/h Spitze

8,4 s auf 100 km/h, 230 km/h Spitze

Verbrauch

5,4 l Super/100 km, CO₂: 123 g/km

4,5 l Diesel/100 km, CO₂: 118 g/km

Leergewicht

1495 kg

1605 kg

Maße

L 4,75 / B 1,86 / H 1,40 m

L 4,75 / B 1,86 / H 1,40 m

Kofferraum

487 - 1537 Liter

487 - 1537 Liter

Preis

38.504,20 €

38.894,12 €

ADAC Messwerte (Auszug)508 1.6 PureTech 180 Allure EAT8508 2.0 BlueHDi 160 Allure EAT8

Überholvorgang 60-100 km/h

5,2 s

5,3 s

Bremsweg aus 100 km/h

34,1 m

35,6 m

Wendekreis

11,3 m

11,4 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC EcoTest

7,0 l Super/100 km, 191 g CO₂/km (well-to-wheel)

5,6 l Diesel/100 km, 178 g CO₂/km (well-to-wheel)

Reichweite

885 km

980 km

Innengeräusch bei 130 km/h

66,9 dB(A)

66,7 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1510 / 489 kg

1628 / 496 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

395 / 730 / 1100 l

390 / 725 / 1095 l

ADAC Testergebnis508 1.6 PureTech 180 Allure EAT8508 2.0 BlueHDi 160 Allure EAT8

Karosserie/Kofferraum

2,8

2,8

Innenraum

2,6

2,6

Komfort

2,2

2,2

Motor/Antrieb

2,1

2,0

Fahreigenschaften

2,1

2,3

Sicherheit

1,9

1,9

Umwelt/EcoTest

2,6

2,3

Gesamtnote

2,3

2,3

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

Das hat uns gefallen: Gute Fahrleistungen. Variabler Innenraum. Gute Verarbeitung. Viele praktische Ausstattungsdetails. Viele Sicherheitssysteme lieferbar. Kräftige Bremsen.  

Das hat uns nicht gefallen: Bei hohen Drehzahlen etwas raue Motoren.

Gute Noten im EuroNCAP Crashtest

Der Peugeot 508 erreicht volle 5 Sterne. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffer, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut.

Der Insassenschutz ist gut, das Verletzungsrisiko ist für Erwachsene und Kinder überwiegend gering bis sehr gering. Es sind ISOFIX-Halter an den äußeren hinteren Sitzplätzen montiert, für den Beifahrersitz sind sie optional erhältlich, jeweils mit i-Size-Kennzeichnung. Der mittlere Sitz hinten ist für die meisten gegurteten Kindersitze geeignet, die gegurtete Montage auf dem Beifahrersitz ist unkritisch. Der Frontairbag auf der Beifahrerseite ist deaktivierbar.

Der 508 ist mit einem umfassenden Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten und aktivem Spurhaltesystem serienmäßig ausgestattet.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Euro NCAP

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