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Wallbox: Elektroauto-Ladestation für zu Hause - Die wichtigsten Tipps

Montierte Wallbox im Carport eines modernen Hauses zum Laden des E-Autos
Bequem, sicher und kostengünstig: Laden per Wallbox zu Hause ∙ © iStock.com/sl-f

Bequem Laden zu Hause – eine Wallbox fürs Elektroauto macht's möglich. Was man bei der Ladestation beachten muss. Infos zu Technik, Preisen und zur Installation

  • Eine Wallbox ist die sicherste, schnellste und komfortabelste Lademöglichkeit zu Hause

  • Wer schnell laden will, sollte sich für eine Ladestation mit hoher Leistung entscheiden

  • In Tiefgaragen von Wohnungseigentümern wird die Genehmigung ab Herbst 2020 per Gesetz ermöglicht

Warum braucht man eine Wallbox?

Eine Haushaltsteckdose ist für das regelmäßige Aufladen von Elektroautos nicht zu empfehlen, weil sie nicht für langes Laden unter hoher Last ausgelegt ist. Deshalb besteht das Risiko, dass das Stromkabel, der Stecker oder die Steckdose überhitzen. Im schlimmsten Fall kann es zum Verschmoren oder sogar einem Kabelbrand kommen. Nur wenn die Leitung fachgerecht installiert wurde und nachweislich den Anforderungen der E-Mobilität entspricht, kann an einer Haushaltssteckdose mit reduziertem Strom geladen werden.

Maximale Sicherheit bietet eine Wallbox (Wandladestation). Wallbox-Installationen müssen über geeignete Schutzeinrichtungen gegen Gleich- und Wechselstromfehler verfügen, die verhindern, dass Personen einen Stromschlag bekommen, etwa wenn eine Leitung defekt oder ein Kontakt feucht geworden ist. Neben der Sicherheit haben Wallboxen den großen Vorteil, dass sie durch ein fest installiertes Ladekabel maximalen Bedienungskomfort bieten und mit höheren Ladeleistungen operieren können. Statt 2,3 kW – wie bei der Haushaltssteckdose – sind sogar bis zu 22 kW möglich.

Wo sollte man sein Elektroauto laden?

Idealerweise werden Elektroautos in der eigenen Garage oder dem Carport aufgeladen. Die Vorteile: Dort steht das Auto meist viele Stunden am Stück, sodass auch längere Ladezeiten kein Problem sind. Das Auto befindet sich zudem in einem geschützten privaten Raum. Der Nutzer kann selbst bestimmen, von welchem Anbieter er seinen (grünen) Strom bezieht. Damit kostet das Laden zu Hause genauso viel wie der normale Haushaltsstrom - es gibt zudem auch Stromtarife mit günstigerem Autostrom. Hier empfiehlt es sich, die Angebote der Stromversorger zu vergleichen. An öffentlichen Ladesäulen ist es in aller Regel teurer.

Welche Unterschiede gibt es bei Wallboxen?

Wallboxen, gleich welchen Typs, werden an einer separat abgesicherten Zuleitung der Hausinstallation angeschlossen. Die Unterschiede für den Kunden bestehen in der Ladeleistung und dem Bedienkomfort der jeweiligen Wallbox.

Es gibt Wallboxen für einphasigen oder für dreiphasigen Anschluss. Einphasig ist eine Stromstärke von max. 20 A erlaubt, was einer Ladeleistung von 4,6 kW entspricht. Dreiphasige Versionen haben 11 kW (3x16 A) oder bis zu 22 kW (3x32 A). Eine Ladeeinrichtung muss immer beim Netzbetreiber angemeldet werden, Wallboxen mit über 11 kW Ladeleistung sind zudem genehmigungspflichtig.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist, ob eine Wallbox eine Zugangssicherung wie einen
Schlüsselschalter oder einen RFID Kartenleser besitzt, so dass der Zugriff nur befugten Personen möglich ist. Außerdem haben einige Wallboxen alle erforderlichen Schutzeinrichtungen integriert, andere nur einen Teil, bei manchen muss der Elektriker einen separaten FI-B Gleichstromfehlerschutz einbauen. Das bedeutet unter Umständen Zusatzkosten bei der Installation.

Je nach Wallbox und Bordladegerät des Fahrzeuges fällt die Ladedauer kürzer
oder länger aus. In der folgenden Tabelle finden Sie einige Richtwerte, wie lange das Laden eines leeren 40-kWh-Akkus mit dem jeweiligen Anschluss und der jeweiligen Wallbox dauert.

SteckerAnschlussLeistungLadedauer

Haushaltssteckdose

"Schuko"

230 V, 10 A

2,3 kW

ca. 17 Std.

Wallbox

Typ 2

230 V, 16 A

3,7 kW

ca. 11 Std.

Wallbox

Typ 2

230 V, 20 A

4,6 kW

ca. 9 Std.

Wallbox

Typ 2

400 V, 3x16 A

11 kW

ca. 3,5 Std.

Wallbox

Typ 2

400 V, 3x32 A

22 kW

ca. 2 Std.

Ladedauer berechnet, unabhängig von Lademanagement und Akkutemperatur

Welche Stecker sind gebräuchlich?

Seit einigen Jahren ist der Typ-2-Stecker in Europa Standard. Wallboxen sind mit einer Ladebuchse oder einem angeschlagenen Ladekabel erhältlich, welches am komfortabelsten zu nutzen ist, da kein Kabel aus dem Kofferraum geholt werden muss. Ladekabel gibt es in verschiedenen Längen, Farben oder auch als Spiralkabel. Für ältere Elektroautos mit Typ-1-Stecker sollte es eine Version mit Ladebuchse sein, in die das entsprechende Adapterkabel von Typ1 auf Typ 2 eingesteckt werden kann.

Einfaches oder gesteuertes Laden?

Neben der ungesteuerten Wallbox, die einfach und sicher die nötige Ladeleistung bereitstellt, gibt es auch welche, auf die über Internet, Bluetooth oder WLAN zugegriffen werden kann und die einen erweiterten Funktionsumfang ermöglichen.

Diese intelligenten Wallboxen besitzen im Regelfall einen integrierten Stromzähler, wodurch dann Ladestatistiken zur Verfügung stehen. Ebenfalls können die Stromstärke verändert, die Ladezeiten programmiert und in günstige Tarifzeiten verlegt werden.

In Verbindung mit einem Hausenergiemanagement können manche intelligente Wallboxen auch den Überschuss einer Photovoltaikanlage ins Fahrzeug laden. Ein Display oder Controlpanel informiert bei einigen Modellen über den Ladevorgang.

Je mehr Funktionen vorhanden sind, umso größer aber auch das Risiko von Fehlbedienung. Für das einfache Laden ist im Normalfall eine günstige, ungesteuerte Wallbox völlig ausreichend.

Welche Wallbox passt zu welchem Auto?

Wallbox und das zu ladende Fahrzeug müssen zueinander passen. Das sollte man bei der Auswahl einer Wallbox immer bedenken. Ganz entscheidend ist das im E-Auto integrierte Bordladegerät. Je nach Hersteller und Modell sind die Bordladegeräte entweder einphasig, zwei- oder sogar dreiphasig ausgelegt. Eine dreiphasige Wallbox bringt zwar keinen Vorteil, wenn das Auto aufgrund des Bordladegerätes nur einphasig Strom aufnehmen kann. Sie kostet aber nur geringfügig mehr und ist zukunftsfähig, sollte das nächste E-Auto mehrere
Stromphasen nutzen können.

Teilweise bieten E-Auto-Hersteller Bordladegeräte mit höheren Ladeleistungen gegen Aufpreis an. Diese Optionen sind im Sinne der flexibleren Nutzung und des besseren Wiederverkaufs-wertes genauso zu empfehlen, wie der Gleichstrom-Schnellladeanschluss, der auch nicht immer serienmäßig ist.

Was kostet eine Wallbox?

Die Preisspannen reichen von etwa 500 bis etwa 2000 € (ohne Installation). Was die Wahl des richtigen Modells schwierig macht: Es gibt zum Teil große Unterschiede, sogar bei Modellen auf gleichem Preisniveau. Die Vor- und Nachteile im Detail können nur durch spezielle Untersuchungen aufgedeckt werden. Der ADAC hat deshalb diverse Wallboxen getestet.

Ein guter Kompromiss – und daher die ADAC-Empfehlung – ist eine 11-kW-Wallbox. Sie kann sowohl einphasig, als auch zwei- und dreiphasig laden und reicht für eine Ladung über Nacht auch bei größeren Batterien in der Regel aus. Zumal der Akku ja so gut wie nie komplett leer gefahren wird. 

Kann ich eine Wallbox selbst installieren?

Nein, das ist nicht zulässig. Das muss stets ein Fachbetrieb übernehmen. Der Elektroinstallateur haftet dann auch für den fachgerechten Einbau und führt die Anmeldung der Ladeeinrichtung beim Netzbetreiber durch.

Weitere Infos zur Elektromobilität

Sicher laden: Der große ADAC Wallbox-Test

Elektroautos im Dauertest: So lang hält die Batterie

Kein Strom in der Tiefgarage: Was Städter am Kauf von Elektroautos hindert

Gibt es Zuschüsse zum Einbau von Wallboxen?

Ja, unter anderem von der Förderbank KfW sowie von verschiedenen Bundesländern, Gemeinden und Stromanbietern. Hier finden Sie eine Liste der aktuellen Förderungen von Elektroautos und Wallboxen.

Sind Wallboxen auch bei Mehrfamilienhäusern erlaubt?

Grundsätzlich ja. Allerdings müssen bei der Installation einige Herausforderungen bewältigt werden. So sind viele Hausanschlüsse nicht auf die erhöhte Stromnachfrage durch Elektroautos ausgelegt. Jedoch gibt es technische Lösungen in Form von Lastmanagement.
Ein Vorab-Check durch einen Elektroinstallateur ist immer ratsam.

Das weitaus größere Problem ist die Gesetzeslage: In Deutschland muss bei Mehrfamilienhäusern die Eigentümergemeinschaft dem Einbau von Wallboxen zustimmen – und zwar einzelnen Gerichtsbeschlüssen zufolge einstimmig. Ein einziger Elektro-Gegner in der Eigentümergemeinschaft kann deshalb die Strom-Aufrüstung für alle ausbremsen. Wenn Sie eine Wallbox installieren möchten, sollten Sie als Wohnungseigentümer deshalb das Gespräch mit Ihren Miteigentümern suchen.

Es empfiehlt sich, vor der jährlichen Eigentümerversammlung ein kurzes erklärendes Schreiben zu verteilen. Hilfreich ist die Bitte, sich bei auftretenden Fragen an Sie zu wenden. So können Sie weitere Interessenten gewinnen und eventuelle Unklarheiten schon vor der Versammlung ausräumen. Der Beschluss zugunsten der Wallbox muss einstimmig ausfallen. Nicht anwesende Miteigentümer müssten Sie also im Nachhinein anschreiben und um deren Unterschrift bitten. Wenn Sie Mieter sind, sprechen Sie Ihren Vermieter an.

Eine Änderung des WEG-Rechtes ist in Vorbereitung, nach der ein Wohnungseigentümer
und Mieter einen grundsätzlichen Anspruch auf eine Lademöglichkeit für ein
Elektroauto bekommen soll. Im Herbst 2020 sollte das neue WEG Recht installiert sein.