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Der ADAC

Range Rover Evoque: Der kompakte Trendsetter im Test

silberner Range Rover Evoque faehrt auf Strasse
Vertraute Optik: Der neue Range Rover Evoque ∙ © Land Rover

Der neue Range Rover Evoque ist optisch kaum verändert, aber deutlich luxuriöser. Doch kann der kompakte SUV auch technisch überzeugen? Der ADAC Test klärt auf.

  • Neue Antriebe mit 48-Volt-Mild-Hybrid

  • Verlängerter Radstand für mehr Platz hinten

  • Preisliste beginnt ab 37.350 Euro

  • Im Test: Evoque D150 Automatik AWD

Wenn man bei einem komplett überarbeiteten Erfolgsmodell zwei Mal hinsehen muss, um es als Neuheit zu identifizieren, dann könnte es langweilig sein. Oder der Hersteller hat alles richtig gemacht – so wie Land Rover beim neuen Evoque. Die SUV-Stilikone, die für viele andere Premium-Konkurrenten im Segment zum Vorbild wurde, hat auch in der zweiten Generation sein markantes Bild behalten, zeigt aber durch den umgestalteten Innenraum einen ganz neuen Charakter. 

SUV-Coupé mit ausfahrbaren Türgriffen

Optisch wurde das Design-Prinzip mit der stark abfallenden Dachlinie bei gleichzeitig aufwärts strebender Gürtellinie nicht geändert. Neu sind extrem schmale Matrix-LED-Scheinwerfer vorn und dazu passende Heckleuchten mit dynamischen Blinkern sowie ausfahrbare Türgriffe, die bündig in der Karosserie verschwinden.

Ein zentrales optisches Element sind auch die großen Räder mit 20- oder 21-Zoll-Durchmesser, die zwischen 2500 und 3300 € Aufpreis kosten. Aus technischer Sicht ist das ein gewagtes Unterfangen, denn in der Regel leidet der Komfort des Fahrwerks darunter enorm.

Doch nicht beim Evoque, der mit 20-Zöllern beim ADAC zum Test antrat: Wellige Straßenbeläge und abgesenkte Kanaldeckel werden zufriedenstellend geschluckt. Und auch feine Unebenheiten absorbiert das Fahrwerk recht ordentlich.

Der SUV bietet eine Bodenfreiheit von 212 Millimetern sowie einen Böschungswinkel von 25 Grad vorn beziehungsweise 30,6 Grad hinten – das macht den kleinen Range Rover in Verbindung mit den zahlreichen Assistenzsystemen fürs Gelände durchaus geländetauglich.

An neuer Technik bringt der Evoque eine "durchsichtige" Motorhaube mit. Dank eines ausgeklügelten Kamerasystems sieht der Fahrer auf seinem Display den Bereich unter dem Vorderwagen, was bei schwierigen Geländepassagen genauso hilfreich sein soll wie beim Einparken in enge Lücken.

Klar gegliederter Innenraum

Passend zur dynamischen Karosserie dominieren auch im hochwertigen Innenraum jetzt glatte, übersichtliche Flächen und betont minimalistisch gehaltene Linien – erinnert irgendwie an einen Volvo, der sich nach England verirrt hat. Das digitale 12,3-Zoll-Fahrerdisplay stellt Geschwindigkeit und Drehzahl in Form von gut ablesbaren Rundinstrumenten darstellt. Als zentrales Bedienelement kommt ein 10-Zoll-Touchscreen in der Mitte des Armaturenbretts zum Einsatz. Das Display ist recht tief angeordnet, nicht zum Fahrer geneigt und zudem leicht nach hinten versetzt.

Bei der Betätigung der berührungssensitiven Flächen ist aber viel Aufmerksamkeit und damit eine lange Blickabwendung vom Verkehr erforderlich, damit die richtige Taste betätigt wird. Fahrzeugeinstellungen müssen teils am Multifunktionslenkrad und teils über den zentralen Monitor vorgenommen werden – hier muss man also lernen, wo man was findet. Es erfordert etwas Übung, ehe man zielsicher durch die Menüs navigiert.

Das optionale Head-up-Display projiziert wichtige Informationen wie Geschwindigkeit, aktuellen Gang sowie Navigationshinweise direkt auf die Frontscheibe in das Sichtfeld des Fahrers. Der Wählhebel der fein schaltenden Neun-Gang- Automatik ist als Joystick ausgeführt und leicht zu bedienen.

Mehr Radstand für mehr Platz

Im Vergleich zum Vorgänger wurde der Evoque nicht länger. Weil er aber auf der neuen Stahl-Plattform von Jaguar Land Rover aufbaut, verlängerte sich der Radstand, was vor allem den Fondpassagieren zugute kommt: 20 Millimeter mehr Knieraum klingen nach nicht viel, sind aber deutlich spürbar. Der Einstieg nach hinten bleibt durch die abfallende Dachlinie und den schmalen Türausschnitt im Fußbereich beschwerlich. Zudem liegen die Schweller hoch und sind somit etwas umständlich zu überwinden.

Die coupé-hafte Karosserieform mit ihrer hohen Ladekante ist auch schuld daran, dass der Evoque kein wirklicher Lademeister wird: Unter der Kofferraumabdeckung fasst der Gepäckraum des Evoque lediglich vom ADAC gemessene 315 Liter. Entfernt man die Abdeckung und nutzt den Stauraum bis zum Dachhimmel, erweitert sich das Volumen auf 425 Liter. Immerhin fasst das Heck 1200 Liter, wenn die im Verhältnis 40:20:20 geteilte Rückbank umgeklappt wird.

Schon gefahren und bewertet

Vorne genießen Fahrer und Beifahrer auf gut geformten Sitzen ein sehr großzügiges Raumgefühl. Gegen Aufpreis (im Fahrassistent-Paket 1300 €) mit einer absoluten Neuerung in dieser Klasse: Dem "ClearSight Smart-View"-Innenrückspiegel, der sich auf Knopfdruck in einen hochauflösenden Bildschirm verwandelt. Er zeigt das Bild einer auf dem Dach montierten, nach hinten gerichteten Kamera mit einem großen 50-Grad-Sichtfeld. Prinzipiell prima – allerdings spiegelt sich je nach Sonnenstand der Kopf des Fahrers manchmal zusätzlich. 

Mild-Hybrid mit allen Motorvarianten

Die neue Plattform wurde für elektronische Antriebe konzipiert – und so nutzt erstmals auch der Evoque in allen Motorvarianten mit Automatik als 48-Volt-Hybrid einen Riemen-Starter-Generator. Die beim Bremsen oder Verzögern entstehende Energie leitet er an einen im Unterboden platzierten Akku und nutzt den gespeicherten Strom, um den Motor beim Beschleunigen zu unterstützen und so Sprit zu sparen.

Die Motorenpalette mit sechs Antrieben wurde vom Jaguar E-Pace übernommen: Drei Benziner von 200 PS (ab 43.600 €) bis 300 PS (52.400 €) und drei Diesel von 150 PS (37.350 €) bis 240 PS (48.400 €).

Der 150-PS-Diesel spricht träge an

Der vom ADAC getestete 150 PS-Motor liefert ein maximales Drehmoment von 380 Nm. Das knapp 2,0 Tonnen schwere SUV ist damit ausreichend motorisiert, aber man merkt ihm das hohe Gewicht deutlich an. Der Selbstzünder spricht bei niedrigen Drehzahlen eher träge an, hier könnte der riemengetriebene Startergenerator mit seinem Drehmoment von bis zu 140 Nm besser unterstützen. Erst oberhalb von 2000 Touren schiebt der sympathisch grummelnde Diesel nachdrücklich an. So lassen sich Überholmanöver doch noch zufriedenstellend abschließen – die Beschleunigung von 60 auf 100 km/ ist in 7,2 Sekunden erledigt.

Die Lenkung bietet ein ordentliches Lenkgefühl, kann aber nicht vollends überzeugen: So lassen sich Kurven zwar zielgenau anvisieren und präzise durchfahren, doch Raster- und Klebeeffekte schmälern den Lenkkomfort. Gerade bei höheren Geschwindigkeiten wären etwas mehr Rückstellmoment um die Mittellage und mehr Rückmeldung der Straße wünschenswert.

Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch im ADAC Ecotest beträgt mit Allradantrieb und Neun-Gang-Automatik 7,4 Liter auf 100 km – das ist auch für einen SUV recht viel. Trotz sehr niedrigem Schadstoffanteil erhält der Evoque D150 mit Allrad und Automatik so nur 43 Punkte und damit lediglich zwei von fünf Sternen im ADAC Ecotest.

Stichwort Umwelt: 2020 erweitert ein Plug-in-Hybrid die Evoque-Triebwerkspalette. Erstmals soll auch ein sparsamer Dreizylinder-Benziner für Vortrieb sorgen. Und wenn das standesgemäß gelingt, wäre der Evoque in dieser Fahrzeugklasse mal wieder Trendsetter. 

Der Range Rover Evoque im Video

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Das hat uns gefallen: Hohe Anhänge- und Stützlast, umfangreiche Assistenz- und Sicherheitssysteme, gute Platzverhältnisse vorn, Mild-Hybrid-Technik unterstützt beim Anfahren, sicheres Keyless-System  

Das hat uns nicht gefallen: Teuer in der Anschaffung, hohes Fahrzeuggewicht, unübersichtliche Karosserie, keine Haltegriffe im Innenraum, hoher Kraftstoffverbrauch

Hier können Sie den auführlichen Test zum Land Rover Range Rover Evoque D150 Automatik AWD herunterladen.
PDF, 754 KB
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Technische Daten (Herstellerangaben)Range Rover Evoque D150 Automatik AWD

Motor/Antrieb

4-Zylinder-Turbodiesel Mild-Hybrid, 1999 cm³, 110 kW/150 PS, 380 Nm bei 1750 U/min, perm. Allrad

Fahrleistungen

11,2 s auf 100 km/h, 196 km/h Spitze

Verbrauch (nach WLTP)

6,8 l Diesel/100 km, 149 g CO₂/km

Maße

L 4,37 / B 1,90 / H 1,65 m

Kofferraum

472 – 1156 l

Leergewicht / Zuladung

1891 / 599 kg

Anhängelast (ungebremst / gebremst)

750 / 2500 kg

Garantie

3 Jahre/100.000 km

Preis

ab 38.100 €

ADAC Messwerte (Auszug)Range Rover Evoque D150 Automatik AWD

Überholvorgang 60-100 km/h

7,2 s

Bremsweg aus 100 km/h

33,6 m

Wendekreis links/rechts

12,1/11,7 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

7,4 l Diesel/100 km , 233 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

**

Reichweite

875 km

Innengeräusch bei 130 km/h

66,5 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1980 / 510 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

315 / 700 / 1200 l

ADAC TestergebnisRange Rover Evoque D150 Automatik AWD

Karosserie/Kofferraum

2,7

Innenraum

2,6

Komfort

2,4

Motor/Antrieb

2,2

Fahreigenschaften

2,4

Sicherheit

2,1

Umwelt/Ecotest

3,9

Gesamtnote

2,7

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppel gewertet

Diese Motoren gibt es

MotorLeistungVerbrauchPreis

Si4 AWD Aut.

147 kW/200 PS

7,8 l Super/100 km, 178 g CO₂/km

43.600 €

Si4 AWD Aut.

184 kW/250 PS

7,8 l Super/100 km, 178 g CO₂/km

47.800 €

Si4 AWD Aut.

221 kW/300 PS

7,8 l Super/100 km, 178 g CO₂/km

52.400 €

Td4 FWD/AWD 6-Gang/Aut.

110 kW/150 PS

5,4/5,6 l Diesel/100 km, 143/149 g CO₂/km

37.350/42.500 €

Td4 AWD Aut.

132 kW/180 PS

5,8 l Diesel/100 km, 152 g CO₂/km

44.600 €

Td4 AWD Aut.

177 kW/240 PS

6,3 l Diesel/100 km, 165 g CO2/km

48.400 €

Range Rover Evoque Crashtest-Ergebnis: 5 Sterne

Der Range Rover Evoque erreicht volle 5 Sterne. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut.

Der Evoque ist mit einem umfassenden Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten und aktivem Spurhaltesystem serienmäßig ausgestattet. 

Hier finden Sie den ausführlichen Crashtest-Bericht des Range Rover Evoque.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

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