Diesel und Benziner im Kostenvergleich: Was ist günstiger?

Die häufigste Frage beim Neuwagenkauf lautet: Diesel oder Benziner?
Die häufigste Frage beim Neuwagenkauf lautet: Diesel oder Benziner?© iStock.com/Nastasic

Diesel oder Benziner? Vor dieser Kaufentscheidung sollten Vor- und Nachteile, Anschaffungs- und Betriebskosten verglichen werden: Mehr als 1000 Modelle im Vergleich.

  • Anschaffung eines Diesels wegen aufwendigerer Abgastechnik meist teurer

  • Bei Benzinern bislang höhere Spritpreise, aber niedrigere Kfz-Steuer

  • Bei jedem Modell individuell checken, was sich eher rechnet

Diesel und Benziner im Kostenvergleich

Der ADAC hat die Kosten von mehr als 1000 Neuwagenmodellen berechnet und jeweils zwei vergleichbare Benzin- und Dieselmodelle gegenübergestellt. Bei den Modellpaarungen fällt es somit leichter, die richtige Kaufentscheidung zu treffen. Die Ergebnisse aufgeschlüsselt nach jährlicher Kilometerleistung zeigt der ADAC Kostenvergleich.

Die Gewissheit, dass Diesel als Treibstoff immer weniger kostet als Benzin, gilt seit dem Ukraine-Krieg nicht mehr. Momentan (Stand Mai 2022) ist es sogar so, dass der Preis für Diesel höher liegt als der von Benzin. Ob es in ein paar Monaten noch genauso sein wird, lässt sich momentan nicht vorhersagen. Wird der Sprit noch teurer? Oder wieder billiger? Auch das ist schwer abzuschätzen.

Der ADAC hat in seinen Berechnungen daher die durchschnittlichen Kraftstoffpreise der letzten drei Monate (Januar bis April 2022) als Grundlage genommen und für Diesel 1,80 Euro, für Super 1,87 Euro und für SuperPlus 1,96 Euro angesetzt. Im Kostenvergleich über fünf Jahre sind unter anderem auch der voraussichtliche Wertverlust, der Aufwand für Inspektionen sowie Kosten für den Reifenersatz und die Versicherung berücksichtigt. Hier finden Sie alle Annahmen, die den Berechnungen zugrunde liegen.

Klicken Sie auf diesen Link für die Ergebnisse (PDF):

Unterschiede innerhalb von Fahrzeugklassen

Wer sich schon auf eine bestimmte Fahrzeugklasse festgelegt hat und innerhalb dieser eine Entscheidungshilfe sucht, findet sie in diesen kompakten Auflistungen als PDF:

Diesel oder Benziner? Das hängt vom Modell ab

Wichtigstes Ergebnis des Kostenvergleichs: Es gibt keine allgemeine Regel, mit welcher Motorisierung man am günstigsten fährt. Vielmehr kommt es auf das gewünschte Modell, die jährliche Fahrleistung, die Anschaffungs- und laufenden Kosten sowie den Wertverlust an. Letzterer ist trotz hoher Kraftstoffpreise immer noch der Haupt-Kostentreiber.

Welche Auswirkungen Änderungen beim Spritpreis haben, lässt sich mit dieser Faustregel einschätzen: Sowohl für Benziner als auch für Diesel schlägt sich eine Verteuerung um 10 Cent pro Liter bei einem Verbrauch von 5 Liter pro 100 Kilometer mit genau 0,5 Cent je Kilometer nieder. Bei einem Fahrzeug mit 7,5 Liter Verbrauch sind es also Mehrkosten von 75 Cent auf 100 Kilometer.

Die folgenden Beispiele verdeutlichen, dass im Kostenvergleich teils der Benziner vorne liegt, teils der Diesel und manchmal beide Varianten ähnliche Kosten verursachen. Der ADAC hat dabei eine jährliche Fahrleistung von 15.000 Kilometern zugrunde gelegt. Im vollständigen Kostenvergleich in den PDFs finden Sie auch die Werte für 10.000, 20.000 und 30.000 gefahrene Kilometer pro Jahr.

Vorteil für den Benziner: Beispiele

Beim BMW X3 30i/30d hat die Benziner-Variante niedrigere Kosten als der Diesel © BMW

Manchmal ist das Ergebnis eindeutig, etwa beim BMW X3. Beim Diesel-getriebenen xDrive30d Steptronic muss man mit Gesamtkosten von 95,6 Cent pro Kilometer rechnen. Beim xDrive30i Steptronic mit Benzinmotor sind es 91,8 Cent. In der unten stehenden Tabelle finden Sie vier weitere Modell-Paarungen, darunter Autos von VW und Mercedes, mit Vorteil für den Benziner.

Modell

Benziner-Variante

Kosten in Cent/km

Diesel-Variante

Kosten in Cent/km

VW Golf

1.5 TSI 96 kW Life

53,9

2.0 TDI 85 kW Life

58,6

VW Tiguan

1.5 TSI 96 kW

54,5

2.0 TDI 90 kW

57,4

Mercedes E-Klasse

200 Avantgarde 9G-TRONIC

92,7

220 d Avantgarde 9G-TRONIC

94,8

BMW X3

xDrive30i Steptronic

91,8

xDrive30d Steptronic

95,6

Vorteil für den Diesel: Beispiele

Dacia Duster: Blue dCi 115 vs. TCe 130 GPF © Dacia

In anderen Fällen hat der Diesel mehr oder weniger deutliche Kostenvorteile. Im Beispiel Dacia Duster kommt die Dieselvariante Duster Blue dCi 115 Comfort 2WD mit 41,4 Cent pro Kilometer billiger als der Benziner TCe 130 GPF Comfort 2WD mit 42,9 Cent. In der Tabelle finden Sie weitere Beispiele.

Modell

Benziner-Variante

Kosten in Cent/km

Diesel-Variante

Kosten in Cent/km

Dacia Duster

TCe 130 GPF Comfort 2WD

42,9

Blue dCi 115 Comfort 2WD

41,4

Mercedes GLA

250 8G-DCT

79,1

220 d 8G-DCT

77,0

Audi Q5

45 TFSI quattro S tronic

91,0

40 TDI quattro S tronic

86,6

VW Passat

Alltrack 2.0 TSI OPF 4MOTION DSG

87,8

Alltrack 2.0 TDI SCR 4MOTION DSG

81,4

Jaguar E-Pace

P200 AWD Automatik

80,1

D165 AWD Automatik

74,1

Diesel und Benziner gleichauf: Beispiele

Opel Crossland: Benziner und Diesel liegen im Kostenvergleich gleichauf © Opel

Es kann aber auch sein, dass der Kostenunterschied gering ausfällt, wie beim Beispiel Opel Crossland. Hier kostet ein gefahrener Kilometer mit der Diesel-Variante 49,1 Cent, mit dem Benziner 49,4 Cent. In der Tabelle finden Sie weitere Modell-Paare, bei denen der Kostenunterschied gering ist.

Modell

Benziner-Variante

Kosten in Cent/km

Diesel-Variante

Kosten in Cent/km

Ford Focus Turnier

1.0 Ecoboost Cool&Connect (92 kW)

53,8

1.5 EcoBlue Cool&Connect (88 kW)

53,7

Hyundai Santa Fe

1.6 T-GDI Hybrid Select 2 WD Automatik

75,5

2.2 CRDi Select 2WD DCT

75,5

VW Golf

GTI DSG

66,7

GTD DSG

66,8

Opel Crossland

1.2 DI Turbo Edition

49,4

1.5 Diesel Edition

49,1

Die Vor- und Nachteile auf einen Blick


Benziner

Diesel

Neuwagenpreis

geringer

meist höher

Kfz-Steuer

geringer

höher

Versicherungsprämien

geringer

meist höher

Inspektionen bzw. Ölwechsel

seltener

bei älteren Autos häufiger

Spritpreise

bislang höher

bislang niedriger

Verbrauch

höher

niedriger

CO₂-Ausstoß

höher

niedriger

Welche Pkw sind die sparsamsten?

Wer besonders spritsparend fahren will, für den könnte die ADAC Aufstellung der sparsamsten Diesel- und Benziner-Modelle interessant sein. Doch Vorsicht: Ein niedriger Verbrauch alleine sagt nichts aus über die wirklichen Kosten – die Gesamtkosten samt Wertverlust sind entscheidend. Auch das hat der ADAC berechnet. Hier geht es zu den Links:

Und welche Elektroautos rechnen sich im Vergleich zum Benziner oder Diesel? Auch hier hat der ADAC nachgerechnet:

Hier finden Sie weitere Kostenaufstellungen und hier viele Neuvorstellungen, Fahr- und Testberichte.

Helmuth Meyer
Helmuth Meyer
Redakteur
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Jochen Wieler
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