Test Audi Q5: Ist der Diesel die Wahl der Vernunft?

Seit 2024 ist der aktuelle Audi Q5 zu haben: Als SUV und als schicker Sportback, in verschiedenen Motorisierungen. Ob der Diesel TDI oder der Plug‑in-Hybrid die bessere Wahl ist, klärt der ADAC Test.
Audi Q5 mit bis zu drei Displays im Innenraum
Viel Platz, hoher Fahrkomfort
Plug‑in-Hybrid mit hohem Verbrauch
Wie wichtig SUVs im Modellprogramm von Autoherstellern sind, sieht man sehr gut bei Audi. Insgesamt sechs Baureihen haben die Ingolstädter zum Thema zu bieten, vom kompakten Audi Q3 bis zum 4,99 Meter langen Audi Q8. Und bald soll ein noch größerer Audi Q9 folgen.
Mittendrin: die inzwischen dritte Generation des Audi Q5. Sie wurde 2024/25 in den Markt gebracht und hat Benzin- und Dieselmotoren unter der Haube. Allerdings mit einer neuen Mildhybrid-Technik namens MHEV plus. Zudem gibt es ihn auch als Plug‑in-Hybrid. Welchem Antrieb sollte man den Vorzug geben? TDI als Mildhybrid und der Plug‑in namens e-hybrid im Test.
Der Audi Q5 im Detail
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Die Mildhybrid-Technik des Q5
Der Mildhybrid-Antrieb des neuen Q5 besteht jeweils aus einem Akku, einem Riemenstartergenerator (RSG) und einem sogenannten Triebstranggenerator (TSG). Letzterer leistet bis zu 24 PS und sitzt direkt am Getriebe. Er erlaubt es dem Q5, in manchen Fahrsituationen elektrisch ohne Verbrennungsmotor zu fahren, und ermöglicht sogar das Rangieren in Parklücken ohne den klassischen Benzin- oder Diesel-Antrieb.
Während der TSG das Fahrzeug auch bewegen kann, übernimmt der Riemenstartergenerator die Aufgaben für das Segeln des Antriebs und die Start-Stopp-Automatik. Durch ihn lässt sich der Motor unbemerkt abschalten und wieder anlassen, was zusammen mit der Entkopplung vom Getriebe ein spritsparendes Gleiten auf der Autobahn ermöglicht.
Die Energie für die Elektro-Komponenten kommt von einem LFP-Akku mit 1,7 kWh Kapazität, der sich über die Energierückgewinnung speist.
Test: Audi Q5 TDI MHEV plus quattro

Zu spüren war von der aufwendigen MHEV-Technik beim Test des 150 kW/204 PS starken TDI wenig. Die Übergänge beim Fahren gestalten sich weitgehend reibungslos – von einem leisen Klacken im Antriebsstrang einmal abgesehen, das sich beim Heranrollen an eine Ampel einstellt. Das Anfahren oder Rangieren findet meist elektrisch statt, und auch das Segeln beim Geschwindigkeithalten war in einigen Fahrsituationen auszumachen.
Der getestete Diesel entwickelt bis zu 400 Nm Drehmoment, die bei voller Beschleunigung auf die Antriebsräder losgelassen werden. Da macht es Sinn, dass der Diesel serienmäßig mit Allradantrieb ausgestattet und damit in der Lage ist, einen Anhänger mit einem Gewicht von bis zu 2,4 Tonnen an den Haken zu nehmen. Ein sehr guter Wert für diese Fahrzeugklasse.
Aber auch sonst macht der Diesel seine Arbeit super. Das Triebwerk wirkt recht kräftig und ermöglicht gute Fahrleistungen (0–100 km/h in 7,4 Sekunden, Spitze 226 km/h), ist sehr durchzugsstark, dröhnt auch nicht und macht insgesamt einen souveränen Eindruck. In höheren Geschwindigkeitsbereichen nimmt der Vortrieb etwas ab, weil der E-Motor ab 140 km/h seine aktive Mithilfe am Antrieb einstellt.
Ergibt sich durch die aufwendige Mildhybrid-Technik ein Spareffekt? Kein allzu großer. Im ADAC Test konnten die Ingenieure einen Durchschnittsverbrauch von 6,1 Litern Diesel auf 100 Kilometer ermitteln. Für ein großes SUV ist das zumindest passabel.
Test: Q5 Sportback 2.0 TFSI e-hybrid

Umstieg in den Q5 als Sportback, Plug‑in-Hybrid mit dem Allradantrieb quattro und einer Systemleistung von 220 kW/299 PS. Das ist die "kleinere" der beiden verfügbaren Plug‑in-Versionen, es gibt noch eine Ausbaustufe mit 367 PS.
Wozu es die stärkere Version braucht, erschließt sich insofern nicht, als auch der getestete e-hybrid mit 299 PS alles andere als untermotorisiert ist. Wird der Q5 gefordert, stürmt er vehement voran, vor allem wenn beide Antriebe zusammenarbeiten. Der Zwischenspurt von 60 auf 100 km/h ist dann in äußerst flotten 3,5 Sekunden erledigt. Geschieht diese Übung im reinen Elektromodus, lässt zwar der Elan merklich nach, was sich auch an den Messwerten zeigt: Der Zwischenspurt von 60 auf 100 km/h dauert mit 7,4 Sekunden mehr als doppelt so lange. Aber auch das ist immer noch flott genug.
Rein elektrisch fährt der Q5 140 km/h schnell, im Hybridmodus 250 km/h. In Sachen Leistungsentfaltung harmonieren beide Antriebe gut, die Laufkultur des Benziners so, dass keine Vibrationen zu vernehmen sind und es erst an der Drehzahlgrenze lauter wird. Kurz: Die Antriebsnote 1,4 hat sich der Plug‑in redlich verdient.
Ganz anders sieht es dagegen im Kapitel Umwelt aus. Bei der ADAC Verbrauchsmessung lag der Stromverbrauch bei 29,5 kWh/100 km im Elektromodus. Für einen aktuellen Plug‑in-Hybrid ist das ein sehr hoher Wert. Daraus ergibt sich eine elektrische Reichweite von 76 Kilometern, bis sich der Benziner zuschaltet.
In Kombination mit dem Verbrenner haben die ADAC Ingenieure einen Verbrauch von 14,5 kWh Strom und 4,2 Liter Super im Schnitt ermittelt. Und ist die Batterie leer gesaugt und man fährt im Hybridmodus weiter, ergibt sich ein Testverbrauch von 8,0 Litern auf 100 Kilometer. Auch das ist nach heutigem Stand der Technik kein guter Wert. Audi scheint sich eher auf eine hohe Leistung als auf Sparsamkeit fokussiert zu haben. Im Verbrauch-Kapitel zieht das die Note 4,7 nach sich. Zum Vergleich: Der Diesel hatte hier eine 2,8.
Geladen wird die Batterie mit maximal 11 kW, was eine Ladezeit von rund 3 Stunden zur Folge hat. Eine CCS-Schnelllademöglichkeit, wie sie etwa ein VW Tiguan oder selbst ein Audi A3 als Plug‑in-Hybrid an Bord haben, bietet der Audi nicht. Mal eben an einer Raststätte zwischenladen fällt somit aus.

Dass der Audi Q5 auch für den leichten bis mittelschweren Geländeeinsatz tauglich ist, gilt für alle Versionen, die einen Allradantrieb bieten. Der ist optional selbst für das Einstiegsmodell zu haben (2350 Euro extra). Am besten wühlt sich der Q5 mit dem Luftfahrwerk durch den Dreck. Im damit verfügbaren Offroadmodus erhöht sich die Bodenfreiheit um etwa 30 Millimeter. Diese Differenz entscheidet unter Umständen darüber, ob das Fahrzeug im Gelände aufsitzt oder nicht.
Eine Schaltstufe weiter im Menü befindet sich das Fahrprogramm Offroad Plus. Hier verteilt das schlaue System die Kraft besonders feinfühlig an die jeweiligen Räder, die in der Situation die beste Traktion aufweisen.
Federung und Fahrverhalten

Eindeutig zu den Pluspunkten des Audi Q5 zählen der Federungskomfort und das Fahrverhalten. Selbst das Serienfahrwerk ist prima abgestimmt, bietet eine hohe Fahrsicherheit und in allen Lebenslagen genügend Federungskomfort. Im Test war jeweils das optionale Luftfederfahrwerk an Bord, das noch einmal mehr Komfort bietet, den Q5 aber nicht zur Schiffschaukel macht und immer noch eine gewisse Verbindlichkeit zur Straße vermittelt. So soll es sein.
Das optionale Sportfahrwerk kann, muss aber nicht sein, wenn man bei der Konfiguration irgendwo sparen will. Und das will man wohl meistens, sonst bewegt man sich schnell in eine Preisregion Richtung 65.000 und mehr.
Die ADAC Autotest-Ergebnisse beruhen auf akribischen Messungen: Mehr als 300 Prüfpunkte untersuchen die Testingenieure des ADAC Technikzentrums in Landsberg am Lech. Vom Platzangebot über die Sicherheit bis hin zum Verbrauch.
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Haben Sie dazu Fragen? Die technische Expertenhotline des ADAC ist unter der Telefonnummer 089 558 95 90 90 exklusiv für alle ADAC Mitglieder erreichbar.
Innen- und Kofferraum des Audi-SUVs

Im Innenraum findet sich fast alles, was Audi aktuell im Programm hat. Allen voran die große Displaylandschaft, bestehend aus einem 11,9 Zoll großen Kombiinstrument, einem 14,5 Zoll großen Infotainment-Bildschirm und einem optionalen 10,9 Zoll großen Beifahrerdisplay. In die komplexe Logik des Bedienmenüs mit rund 800 Funktionen muss man sich erst hineinfuchsen.
Die Komplexität kann erschlagend wirken, und manches ist auch nicht gut gelöst, wie etwa die Sensortasten für das Fahrlicht, die sich in der Fahrertür befinden. Um alles kennenzulernen und zu verstehen, reichen Probefahrten an einem Tag nicht aus.
Das Platzangebot und die Sitze des Q5 überzeugen. Sogar im Fond der coupéartigen Sportback-Version mit nach hinten abfallendem Dach sitzen Menschen bis zu 1,95 Meter Körpergröße bequem und ohne mit dem Kopf anzustoßen. Die Beinfreiheit reicht allerdings nur für 1,90 Meter große Passagiere. Im "normalen" Q5 hat man messbar und merklich mehr Bewegungsfreiheit im Fond. Hier kommen bis zu 2 Meter große Insassen bequem unter.
Ein Extralob gibt es für die verschiebbare Rückbank, mit der man die Platzverhältnisse für Personen und Gepäck je nach momentanem Bedarf variieren kann.
Auch beim Kofferraumvolumen müssen Freunde der schicken Sportback-Karosserie Abstriche machen. Nach ADAC Messung passen in den Sportback zwischen 345 Liter unter der Laderaumabdeckung und 1290 Liter bei umgeklappter Rückbank in den Kofferraum. Das praktischere Schwestermodell Q5 schluckt zwischen 475 und 1395 Liter.
Nicht durchgehend überzeugen können Teile der Innenraum-Materialien. Sowohl der Handknauf an der Tür als auch die Einfassungen der Türöffner bestehen aus Hartplastik. Das macht einen billigen Eindruck, zumal es an Stellen eingesetzt wird, wo die Benutzer unweigerlich hinlangen. Insgesamt fällt die Materialqualität aber noch gut aus.
Ausstattung: Vernetzt dank Google
Die Aufpreisliste des Audi Q5 ist buchstäblich ellenlang, enthält beispielsweise drei verschiedene "Technologie-Pakete", zwischen 3800 und 8300 Euro teuer.
Das Infotainmentsystem der Audi-Q5-Modelle nutzt ein Google-Betriebssystem. Inhalte werden mittels Over-the-Air-Updates aktualisiert. Für den passenden Soundtrack während der Fahrt sorgt optional ein Soundsystem von Bang & Olufsen mit 685 Watt Leistung und 16 Lautsprechern.
Smartphones lassen sich auf Wunsch mithilfe einer gekühlten induktiven Ladeschale in der Mittelkonsole mit 15 Watt aufladen. Wer Laptops oder andere technische Geräte aufladen möchte, findet im Fond USB-C-Ladeanschlüsse mit 60 Watt, optional sogar mit 100 Watt Leistungsabgabe.
Serienmäßig ist die Frontscheibe in Akustikverglasung ausgeführt. Um den Fahrkomfort noch weiter zu steigern, sind die vorderen Seitenscheiben auf Wunsch ebenfalls mit Akustikverglasung erhältlich.
Fazit: Diesel schlägt Plug‑in-Hybrid
Wer hätte das gedacht: Der vermeintlich aussterbende Dieselmotor ist verglichen mit dem Plug‑in-Hybrid im Falle des Q5 die bessere Wahl. Der Plug‑in-Hybrid stellt sich mit zu hohem Verbrauch selbst ein Bein. Im Portfolio des Q5 finden sich aber auch noch fünf weitere Motor-Alternativen, vom Einstiegsbenziner mit 204 PS bis zum SQ5 mit 367 PS starkem Sechzylinder. Zumindest Letzterer dürfte im Umwelt-Kapitel aber kaum besser abschneiden.
Das hat uns gefallen: gute Fahrleistungen, umfangreiche Komfort- und Sicherheitsausstattung, guter Fahrkomfort (mit optionaler Luftfederung)
Das hat uns nicht gefallen: hoher Verbrauch beim Plug‑in-Hybrid, kein Schnellladeanschluss (beim Plug‑in-Hybrid), hohe Ladekante, teils unergonomische Bedienung, hoher Preis
Audi Q5 TDI & e-hybrid: Daten und Preise
Technische Daten (Herstellerangaben) | Audi Q5 2.0 TDI MHEV plus quattro S tronic (ab 07/25) | Audi Q5 Sportback 2.0 TFSI e-hybrid quattro S tronic (ab 06/25) |
|---|---|---|
Motorart | Diesel (Mild-Hybrid) | PlugIn-Hybrid |
Hubraum (Verbrennungsmotor) | 1.968 ccm | 1.984 ccm |
Leistung maximal in kW (Systemleistung) | 150 | 220 |
Leistung maximal in PS (Systemleistung) | 204 | 299 |
Drehmoment (Systemleistung) | 400 Nm | 450 Nm |
Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor) | 3.800 U/min | 5.000 U/min |
Antriebsart | Allrad | Allrad |
Beschleunigung 0-100km/h | 7,4 s | 6,2 s |
Höchstgeschwindigkeit | 226 km/h | 250 km/h |
Reichweite WLTP (elektrisch) | - | 100 km |
CO2-Wert kombiniert (WLTP) | 157 g/km | 56 g/km |
Verbrauch kombiniert (WLTP) | 6,0 l/100 km | 2,5 l/100 km |
Stromverbrauch kombiniert (WLTP) | - | 15,5 kWh/100 km |
Batteriekapazität (Brutto) in kWh | 1,7 | 25,9 |
Batteriekapazität (Netto) in kWh | - | 20,7 |
Ladeleistung (kW) | - | AC:2,3-11,0 |
Kofferraumvolumen normal | 520 l | 433 l |
Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank | 1.473 l | 1.300 l |
Leergewicht (EU) | 2.030 kg | 2.225 kg |
Zuladung | 565 kg | 510 kg |
Anhängelast ungebremst | 750 kg | 750 kg |
Anhängelast gebremst 12% | 2.400 kg | 2.000 kg |
Garantie (Fahrzeug) | 2 Jahre | 2 Jahre |
Länge x Breite x Höhe | 4.717 mm x 1.900 mm x 1.647 mm | 4.717 mm x 1.900 mm x 1.656 mm |
Grundpreis | 58.900 Euro | 67.700 Euro |
Im ADAC Autokatalog finden Sie alle Daten und Preise inklusive der Version Sportback.
ADAC Messwerte
| ADAC Messwerte (Auszug) | Audi Q5 2.0 TDI MHEV plus quattro S tronic | Audi Q5 Sportback 2.0 TFSI e-hybrid quattro S tronic |
|---|---|---|
Überholvorgang 60 – 100 km/h | 4,8 s | 3,5 s |
Bremsweg aus 100 km/h | 36,4 m | 34,1 m |
Wendekreis | 12,2 m | 12,4 m |
ADAC Testverbrauch | 6,1 l Diesel/100 km | 14,5 kWh + 4,2 l Super/100 km |
Reichweite | 1073 km | 765 km |
Innengeräusch bei 130 km/h | 64,2 dB(A) | 64,6 dB(A) |
Leergewicht / Zuladung | 2062 / 533 kg | 2206 / 529 kg |
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch | 475 / 875 / 1395 l | 345 / 775 / 1290 l |
Fahrzeugbreite inkl. Außenspiegel | 2,16 m | 2,16 m |
ADAC Testergebnis
ADAC Testergebnis | Audi Q5 2.0 TDI MHEV plus quattro S tronic (ab 07/25) | Audi Q5 Sportback 2.0 TFSI e-hybrid quattro S tronic (ab 06/25) |
|---|---|---|
Karosserie | 2,1 | 2,4 |
Innenraum | 2,0 | 2,2 |
Komfort | 2,0 | 1,8 |
Antrieb | 1,8 | 1,4 |
Fahreigenschaften | 2,5 | 2,2 |
Sicherheit | 1,9 | 1,8 |
Umwelt | 2,8 | 4,4 |
Gesamtnote | 2,1 | 2,3 |
sehr gut
0,6 - 1,5
gut
1,6 - 2,5
befriedigend
2,6 - 3,5
ausreichend
3,6 - 4,5
mangelhaft
4,6 - 5,5
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