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Der ADAC

Neu in 2021: Änderungen für Autofahrer und mehr Verbraucherschutz

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC/David Klein/Shutterstock

Höhere Spritkosten, strengere Abgasnormen, härtere Strafen für Gaffer, besserer Schutz bei Insolvenz des Reiseveranstalters – diese Neuerungen für 2021 sollten Autofahrer und Reisende kennen.

  • Höhere Abgaben auf Benzin und Diesel sollen Umstieg auf alternative Antriebe beschleunigen

  • Bei Unfällen: Wer Verstorbene fotografiert, wird härter bestraft

  • Reiserecht: Mehr Schutz bei Insolvenzen von Veranstaltern und Airlines

Ob beim Tanken, beim Autokauf, beim Bahnfahren, bei der Reiseplanung oder vor Ort im Urlaubsland – 2021 gibt es viele neue Verkehrsregeln, Vorschriften und Gesetze. Was Sie rund ums Auto und Reisen wissen sollten.

Verkehrsregeln und neue Gesetze

Benzin und Diesel werden teurer

Autofahrer müssen seit Januar höhere Preise für Sprit zahlen. Der Bundestag hat ein Gesetz für mehr Klimaschutz verabschiedet und damit eine Abgabe auf Benzin von zunächst ca. 7 und auf Diesel von ca. 8 Cent eingeführt. Erklärtes Ziel der Regierung ist es, fossile und damit klimaschädliche Kraftstoffe zu verteuern. Im Gegenzug steigt die Pendlerpauschale.

Höhere Kfz-Steuer für Spritschlucker

Ab 2021 wird für neue Autos mit hohem Spritverbrauch eine höhere Kfz-Steuer fällig. Für die meisten Autofahrer dürfte sich die Belastung allerdings in Grenzen halten. Ob Sie mehr bezahlen müssen, können Sie mit unserem Kfz-Steuer-Rechner herausfinden.

CO₂-Ausstoß

Steuer pro g CO₂/km (ab 95 g)

über 95 g/km bis zu 115 g/km

2 Euro

über 115 g/km bis zu 135 g/km

2,20 Euro

über 135 g/km bis zu 155 g/km

2,50 Euro

über 155 g/km bis zu 175 g/km

2,90 Euro

über 175 g/km bis zu 195 g/km

3,40 Euro

über 195 g/km

4 Euro

Neue Abgasnorm für Pkw

Zum 1. Januar 2021 müssen alle neu zugelassenen Pkw die Abgasnorm Euro 6d-ISC-FCM erfüllen. Was es damit auf sich hat, wo der Unterschied zu 6d-TEMP und 6d liegt und welche Modelle heute schon die 6d-Kriterien erfüllen, haben die ADAC Experten hier zusammengestellt.

E-Mobilität: Anspruch auf private Ladestation

Das Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz (WEMoG) ist seit 1.12.2020 in Kraft. Es räumt einige Hürden auf dem Weg zur eigenen Wallbox aus dem Weg – für Mieter und Eigentümer. Wirklich spürbar dürften seine Auswirkungen erst 2021 werden. Hier erfahren Sie, auf was Sie beim Einbau privater Ladestationen künftig zu achten ist.

Gesetzesänderung: Hohe Strafen für Gaffer

Gaffer behindern bei Unfällen die Rettungsarbeiten. Die Strafen sind hoch, jetzt wird auch das Fotografieren und Filmen von Toten sanktioniert – mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe. Das Gesetz ist am 1. Januar 2021 in Kraft getreten.

StVO-Novelle: Kompromiss in Sicht

Wegen eines Zitierfehlers ist die Bußgeldkatalogverordnung im Rahmen der Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) ungültig. Momentan gelten deshalb die alten Bußgeldsätze weiter. Länder und Bundesverkehrsministerium konnten sich bisher nicht auf einen Kompromiss für Bußgelder und Fahrverbote einigen. 2021 dürfte ein Kompromiss erreicht werden. Die Zeit ist allerdings knapp, im Herbst wird der Bundestag neu gewählt.

Höhere Pendlerpauschale

Die Entfernungspauschale wird 2021 ab dem 21. Kilometer auf 35 Cent pro Kilometer erhöht. Bisher beträgt die Pauschale 30 Cent pro Kilometer.

Neue Pkw mit digitalem Radio: DAB Plus ist jetzt Pflicht

Neue Pkw mit Erstzulassung ab 21. Dezember 2020 und serienmäßigem Radio müssen ab Werk DAB+ (Digital Audio Broadcast) empfangen können.

Ab 1. Januar: Erstzulassung nur noch für EURO-5-Motorräder

Nach dem 31.12.2020 können keine Fahrzeuge der Klasse L (überwiegend Motorräder) mehr zugelassen werden, die nach EURO 4 typgenehmigt wurden. Weil die Hersteller 2020 wegen Corona weniger Motorräder verkauft haben als erwartet und deshalb noch hohe Bestände haben, soll es Ausnahmegenehmigungen geben. Die können allerdings nur die Fahrzeughersteller beantragen.

Verbraucherrecht

Bahn: Keine Entschädigung bei Pandemie

Fahrgäste warten auf den Zug
Bei "außergewöhnlichen Umständen" wie Corona: Rückerstattung des Ticketpreises ja, Entschädigung nein ∙ Shutterstock/Anirut Thailand

Künftig entfällt bei Bahnfahrten der Anspruch auf Entschädigung, wenn so genannte außergewöhnliche Umstände (z.B. extremes Wetter, Pandemie) zum Zugausfall oder einer Verspätung führen. Es bleibt aber das Recht auf Rückerstattung des Fahrpreises, anderweitige Beförderung und Hilfeleistungen.

Bahnkunden haben in Zukunft außerdem das Recht, ihr Fahrrad mit in den Zug zu nehmen. Dementsprechend soll die Infrastruktur so ausgebaut werden, dass nach und nach ausreichend Plätze für Fahrräder vorhanden sind. Fahrgäste mit Behinderung oder eingeschränkter Mobilität bekommen ebenfalls mehr Rechte. Unterstützung beim Ein-, Um- und Aussteigen steht ihnen künftig nicht nur in Fernzügen, sondern auch in Regionalzügen zu. Die Neuregelungen treten voraussichtlich Anfang 2021 in Kraft.

Gemeinsam stark: Massenklagen werden einfacher

Gerichtliche Klagen von vielen Verbrauchern, die ein gemeinsames Ziel verfolgen, sollen einfacher werden. "Qualifizierte Einrichtungen" wie Verbraucherverbände (dazu gehört auch der ADAC) sollen künftig Ansprüche von größeren Gruppen gerichtlich geltend machen können. Anders als jetzt reicht dann ein Verfahren, um festzustellen, dass ein Anspruch besteht und ihn zeitgleich gerichtlich durchzusetzen. Die Umsetzung der Richtlinie wird 2021 auf nationaler Ebene beginnen, eine praktische Anwendung wird es voraussichtlich erst 2022 geben.

Reiserecht: Besserer Schutz bei Insolvenzen

Besserer Schutz von Reisenden bei Pleite des Reiseveranstalters oder der Airline: Derzeit wird eine Erhöhung der Haftungssummen für Pauschalreisen diskutiert, 2021 könnte sie beschlossen werden. Bei Flugreisen soll ein Insolvenzschutz eingeführt werden, damit Verbraucher bei einer Insolvenz der Airline nicht mehr auf den Kosten sitzen bleiben. Hier steht noch kein fester Termin.

Sachmängelhaftung: Mehr Rechte für Käufer

Jeder Händler muss 24 Monate Gewährleistung auf neue Waren und zwölf Monate auf gebrauchte einräumen. Verbraucher sollen hier künftig mehr Rechte bekommen, z.B. soll es verpflichtende Updates bei Waren mit digitalen Inhalten geben, u.a. bei Navigationsgeräten. Das sieht die europäische Warenhandelsrichtlinie vor, die 2021 auf nationaler Ebene umgesetzt werden soll. Der ADAC wird den Gesetzgebungsprozess im Sinne des Verbrauchers begleiten.

Designschutz: Günstigere Ersatzteile durch mehr Wettbewerb

Ab 2021 müssen sichtbare Ersatzteile fürs Auto, zum Beispiel Stoßstangen oder Kotflügel, nicht mehr vom Autohersteller geliefert werden, sondern können auch nachgebaut werden. Bislang galt für sie ein strenger Designschutz, also ein Nachbau-Verbot. Diese Neuregelung wird nach Einschätzung des ADAC, der sich seit langem für diese Gesetzesreform einsetzt, zu niedrigeren Preisen bei sichtbaren Autoersatzteilen wie Karosserieteilen, Scheinwerfern und Verglasungen führen.

Das entsprechende Gesetz soll spätestens Anfang 2021 in Kraft treten. Profitieren werden die Verbraucher allerdings erst in einigen Jahren. Denn es gilt nur für Ersatzteile, deren Design nach dem Inkrafttreten des Gesetzes für den Kopierschutz angemeldet wurde.

Mehr Lademöglichkeiten für E-Autos in Gebäuden

Mehr Möglichkeiten, E-Autos zu laden – das soll das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) ermöglichen. Wer zum Beispiel künftig ein Wohngebäude mit mindestens elf Parkplätzen neu erbaut oder aufwendig saniert, muss alle Stellplätze mit Leitungen für Elektrofahrzeuge ausstatten. Dadurch sollen E-Auto-Besitzer ihren Wagen auch zuhause laden können.

Neue Gesetze für den Einsatz von Drohnen

Betreiber von Drohnen müssen sich ab 2021 beim Luftfahrtbundesamt (LBA) online registrieren. Das gilt auch, wenn die Drohne nur im eigenen Garten fliegt.

Auslandsrecht: Neue Regeln in Europa

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC/David Klein/Shutterstock

Brexit bringt Änderungen für Reisende

Reisende müssen ab Oktober 2021 wohl einen Reisepass für die Einreise in GB vorlegen, der Personalausweis genügt dann wahrscheinlich nicht mehr. Was der Brexit sonst noch mit sich bringt, lesen Sie hier.

Spanien: Tempolimit innerorts sinkt

Auf innerörtlichen Straßen wird das generelle Tempolimit gesenkt. Die Regelungen treten erst Mitte 2021 in Kraft. Die Kommunen können sie aber schon vorher einführen – also ist Vorsicht geboten. Die Vorgaben im Einzelnen:

  • Auf Straßen mit einer einzigen Fahrspur für beide Fahrtrichtungen (Straßen ohne Fahrbahnmarkierung in der Mitte) und seitlichen Gehsteigen gilt ein Tempolimit von 20 km/h

  • Auf Straßen mit jeweils einer Fahrbahn für jede Fahrtrichtung gelten maximal 30 km/h

  • Auf Straßen mit zwei oder mehr Fahrspuren in jeder Fahrtrichtung beträgt das Tempolimit weiterhin 50 km/h

Künftig ist in Spanien auch das bloße Mitführen von Radarwarngeräten verboten (bisher wurde nur die Benutzung sanktioniert), Bußgeld: 500 Euro. Diese Regelung tritt ebenfalls erst Mitte 2021 in Kraft.

Frankreich: Winterreifenpflicht wird eingeführt

Ab dem 1.11.2021 gibt es eine generelle Winterreifenpflicht für Bergregionen in voraussichtlich 48 Departements, die genaue Festlegung der betroffenen Gebiete steht noch aus. Bislang gilt in Frankreich keine generelle Winterausrüstungspflicht, sie kann bei winterlichen Straßenverhältnissen regional kurzfristig angeordnet werden.

Tschechien: Einführung der digitalen Autobahnvignette

Die tschechische Autobahnvignette wird ab 2021 nur noch als digitale Vignette erhältlich sein. Die elektronische Vignette gibt es seit 1. Dezember im E-Shop* (auch in Englisch), an Verkaufsstellen oder in Selbstbedienungskiosken. Die Preise bleiben gleich. Für die Jahresvignette ändert sich jedoch der Berechnungszeitraum. Ab 2021 gilt sie für 365 Tage, unabhängig vom Kaufdatum.

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Petra Zollner
Redakteurin
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