Handy am Steuer: Blitzer überwachen das Verbot auf der A60

Mit dem neuen Schild "Überwachung Handyverbot" werden Autofahrende auf die Kontrollen hingewiesen
Mit dem neuen Schild "Überwachung Handyverbot" werden Autofahrende auf die Kontrollen hingewiesen© dpa/Thomas Frey

Ein Smartphone am Steuer lenkt vom Straßenverkehr ab. Im Ernstfall kann das tödlich enden. Um das Handyverbot besser zu kontrollieren, läuft in Rheinland-Pfalz derzeit ein Pilotprojekt.

  • Hochauflösende Kameras filmen Autofahrende

  • Überwachung aktuell im Raum Mainz

  • Neues Schild informiert Verkehrsteilnehmer

Die Nutzung des Handys oder Tablets – ohne Freisprechanlage – ist für Autofahrerinnen und Autofahrer verboten. Für die Polizei war es bisher allerdings schwierig, die Verstöße zu ahnden. Das soll sich jetzt ändern.

Handy im Auto: Überwachung mit Kameras

Für das Pilotprojekt in Rheinland-Pfalz wurden Kameras oberhalb der Fahrbahn – zum Beispiel auf Autobahnbrücken – angebracht. Sie sind schräg nach unten gerichtet, so dass sie durch die Frontscheibe in das Auto hinein fotografieren. Die hochauflösenden Kameras sind mobil einsetzbar und funktionieren zu jeder Tageszeit und bei jedem Wetter.

Das so genannte Monocam-System achtet auf Mobiltelefone im Bereich des Fahrenden und auf dessen entsprechende Handhaltung. Werden beide Kriterien erfüllt, löst die Kamera aus. Anschließend bewerten geschulte Polizisten die Bilder, denn nicht alle Aufnahmen sind eindeutig.

Handy-Blitzer: Aktuelle Kontrollen rund um Mainz

Nach einer ersten Testphase im Raum Trier (Juni bis August) läuft nun die zweite Phase im Raum Mainz. Betroffen ist die A60 in Höhe der Anschlussstelle Mainz-Finthen. Autofahrende werden per neu entwickeltem Piktogramm auf die Überwachung hingewiesen. Auf dem Schild steht "Überwachung Handyverbot". Ergänzt wird es durch die Abbildung einer Kamera.

2023: Ausweitung auf ganz Rheinland-Pfalz?

Nach Abschluss des Projekts sollen die Ergebnisse bewertet werden. Falls sich die Kontrollen bewähren, will Rheinland-Pfalz ab 2023 die neue Technologie flächendeckend einsetzen.

Auch andere Bundesländer beobachten den Versuch aufmerksam. Daher ist es gut möglich, dass die Handy-Überwachung schon bald bundesweit stattfindet. In den Niederlanden ist der neuartige Blitzer bereits regulär in Betrieb.

Handy am Steuer: Grund für zahlreiche Unfälle

Wer sein Smartphone oder andere elektronische Geräte am Steuer nutzt, gefährdet sich und andere. Das Telefonieren oder Verschicken von Nachrichten gilt mittlerweile als eine der wesentlichen Unfallursachen. Erklärtes Ziel des Pilotprojektes ist es, mit mehr Kontrolle die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Wer mit dem Mobiltelefon am Steuer erwischt wird, muss ein Bußgeld von 100 Euro bezahlen und kassiert einen Punkt in Flensburg.

Mit Material von dpa

Regina Ammel
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