Sindbis-Fieber: Erster Fall in Deutschland bestätigt

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Von Tanja Echter

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Eine Mücke beim stechen
Mückenstich mit Folgen: Das Sindbis-Virus kann unangenehme Krankheitssymptome hervorrufen© iStock.com/iiievgeniy

Erstmals ist bei einem Menschen in Deutschland eine hierzulande erworbene Infektion mit dem Sindbis-Fieber nachgewiesen worden. Übertragen wird es durch infizierte Stechmücken.

  • Beschwerden ähneln Chikungunya-Erkrankung

  • Typisch sind starke Gelenkschmerzen

  • Keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung bekannt

Sindbis-Fieber in Deutschland

Wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilt, handelt es sich bei dem ersten Fall von Sindbis-Fieber in Deutschland um einen Mann aus Baden-Württemberg. Laut RKI erkrankte er bereits am 12. Juli. Da er in einer Region lebt, in der die Asiatische Tigermücke vorkommt, vermuteten die Ärzte zunächst eine Chikungunya-Infektion. Weitere Untersuchungen ergaben, dass es sich um das Sindbis-Virus handelt.

Der Betroffene war vor der Infektion nicht verreist, er muss sie daher in Deutschland erworben haben. Hinweise auf einen größeren Ausbruch gibt es derzeit nicht.

Für die Experten kommt der aktuelle Fall von Sindbis-Fieber in Deutschland nicht überraschend. Laut RKI wurde das Virus zwischen 2011 und 2016 mehrfach in heimischen Stechmücken und bei Wildvögeln nachgewiesen. Außerdem fand man Antikörper bei Blutspendern aus der Umgebung von Weinheim im nördlichen Baden-Württemberg.

Was ist das Sindbis-Fieber?

Das Sindbis-Virus (SINV) gehört zur Gruppe der Alphaviren und wird vor allem durch Stechmücken übertragen. Hauptsächlich zirkuliert es unter Mücken und Wildvögeln. Der Mensch gilt als sogenannter Fehlwirt, kann sich aber anstecken, wenn er von einer infizierten Mücke gestochen wird. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind nicht bekannt.

Das Sindbis-Fieber kommt weltweit vor, insbesondere in Afrika, Australien und Asien. In Skandinavien ist es schon länger bekannt und wird dort auch als Ockelbo-Krankheit (Schweden) oder Pogosta-Krankheit (Finnland) bezeichnet.

Welche Symptome verursacht Sindbis-Fieber?

Die Symptome ähneln denen einer Erkrankung mit dem Chikungungya-Fieber, das ebenfalls von Stechmücken übertragen wird. Typisch sind Fieber, ein juckender Hautausschlag sowie starke Gelenkschmerzen.

Der Verlauf einer Sindbis-Infektion ist meist mild, die Gelenkbeschwerden können jedoch über viele Wochen anhalten. Die Erkrankung muss selten klinisch behandelt werden und gilt nicht als lebensbedrohlich.

Das RKI empfiehlt, bei Symptomen wie Fieber, Ausschlag und schmerzenden Gelenken während der Mückensaison auch an eine Infektion mit dem Sindbis-Fieber zu denken. Die ärztliche Diagnose erfolgt über den Nachweis von Antikörpern in einem Bluttest.

Wie wird Sindbis-Fieber behandelt?

Gegen das Sindbis-Virus gibt es derzeit keine spezifische Therapie oder Impfung. Die Symptome können mit entzündungshemmenden und schmerzstillenden Medikamenten gelindert werden. Betroffene sollten sich in Ruhe auskurieren und auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.

Wie kann man sich vor Sindbis-Fieber schützen?

Da Stechmücken die Überträger des Sindbis-Virus sind, hilft konsequenter Mückenschutz als Vorbeugungsmaßnahme:

  • Lange, helle Kleidung tragen

  • Mückenschutzmittel verwenden

  • Moskitonetze an Fenstern und Türen anbringen

  • stehende Wasseransammlungen (z.B. in Gießkannen und Pflanzkästen) vermeiden, um Brutstätten zu vermeiden

Diese Tipps schützen nicht nur vor Sindbis-Fieber, sondern auch vor anderen von Mücken übertragenen Erkrankungen.

Mit Material von dpa.