Mückenstich: Warum Sie auf keinen Fall kratzen sollten

• Lesezeit: 3 Min.

Von Anna Besson

Feedback

Eine Frau juckt sich am Arm nach einem Mückenstich
Auch wenn es juckt: Von einem Mückenstich sollte man die Finger lassen© iStock.com/globalmoments

Sommerzeit ist Mückenzeit. Neben lästigem Juckreiz kann ein Mückenstich auch weitere Auswirkungen haben. Mit welchen Symptomen Sie zum Arzt gehen sollten.

  • Gegen Jucken hilft Kälte oder Hitze

  • Warum Juckreiz in der Nacht besonders heftig ist

  • Bei stärkeren Reaktionen ärztlichen Rat einholen

Warum juckt ein Mückenstich?

Bei einem Mückenstich handelt es sich um eine Entzündungsreaktion, die sich mit einer rötlichen juckenden Erhebung äußert.

Der von der Mücke abgegebene Speichel löst eine Immunreaktion aus. Der Botenstoff Histamin wird freigesetzt und reizt die Nervenenden im umliegenden Gewebe. Das löst den Juckreiz aus. Wärme und Schweiß können die Haut lokal zusätzlich irritieren.

Mückenstich niemals aufkratzen

Auch wenn der Juckreiz oft groß ist: Bei einem Mückenstich sollten Sie auf keinen Fall kratzen. Durch das Kratzen entstehen kleine Verletzungen der Haut. Dadurch können Bakterien leichter eindringen und der Mückenstich kann sich entzünden.

Die Haut wird außerdem zusätzlich gereizt, was den Juckreiz häufig sogar verstärkt. Wer nicht kratzt, unterstützt die natürliche Heilung und senkt das Risiko für Infektionen.

Anzeichen für einen entzündeten Mückenstich können sein

  • zunehmende statt abnehmende Rötung

  • starke Schwellung

  • Schmerzen oder Druckempfindlichkeit

  • Überwärmung der Haut

  • Eiterbildung

  • Fieber oder allgemeines Krankheitsgefühl

Bei starken Beschwerden oder wenn sich die Rötung vergrößert, sollte eine Ärztin oder ein Arzt darauf schauen.

Warum juckt ein Mückenstich nachts stärker?

Experten vermuten, dass abends und nachts die Wahrnehmung anders ist. Tagsüber ist man eher abgelenkt. Dadurch liegt die Aufmerksamkeit weniger auf dem juckenden Mückenstich. Kommt der Körper abends zur Ruhe, nehmen Betroffene das Jucken bewusster wahr.

Was hilft bei juckenden Mückenstichen?

Meist heilen die Stiche innerhalb weniger Tage von alleine ab. Gegen den Juckreiz hilft Folgendes:

  • Mückenstich sauber halten, eventuell desinfizieren

  • Kühlen, entweder mit einem feuchten Waschlappen aus dem Kühlschrank, kalten Kompressen oder einem Kühlstift

  • Betroffene Stelle hoch lagern, zum Beispiel bei Stichen an Armen oder Beinen

  • Einnahme von Antihistaminika

  • Hitzeanwendung mit Applikatoren zur Behandlung von Mückenstichen

  • Nach ärztlicher Absprache leichte kortisonhaltige Salben auftragen

  • Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten

Warum hilft Hitze gegen einen Mückenstich?

Bei frischen Mückenstichen zerstören Hitze-Applikatoren bei etwa 50 Grad die Eiweiße im Speichel, welche die Mücke beim Stich in den Körper pumpt. Zudem lenkt der durch die Hitze ausgelöste kurze Schmerz vom Juckreiz ab.

Symptome einer Mückenstichallergie

Eine Mückenstichallergie (Skeeter-Syndrom) ist eine Überreaktion des Immunsystems auf einen Mückenstich. Sie kann größere Hautareale betreffen und wie eine Hautinfektion wirken.

In der Regel kommt es innerhalb von etwa zehn Stunden zu harten und schmerzhaften Schwellungen, die sich warm anfühlen. In der Regel ebben die Symptome innerhalb einiger Tage ab.

Bei einer starken allergischen Reaktion kann es zum anaphylaktischen Schock kommen. In diesem Fall handelt es sich um einen medizinischen Notfall (Telefon: 112).

Lebensrettende Daten: Der ADAC Notfallpass

Ein Notfallpass liefert den Rettungskräften im Ernstfall entscheidende Informationen. Im ADAC Notfallpass liegen alle Daten sicher verschlüsselt in der Wallet-App auf dem Smartphone. Er ist bereits in den Großteil der Rettungskette integriert und kann von den Rettungskräften ausgelesen werden.

Wann mit Mückenstich zum Arzt?

Wenn nach einem Mückenstich stärkere Beschwerden auftreten, sollten Sie zum Arzt:

  • Nesselsucht an verschiedenen Körperstellen

  • Schwellungen an Gesicht, Zunge, Mund, Hals oder Lymphknoten

  • Fieber

  • eitrige Geschwüre

  • Kreislaufbeschwerden

  • Atemnot

  • Schwindel

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.