Arthrose: Was das ist und warum Bewegung dabei wichtig ist

Ein älterer Mann hält sich sein schmerzendes Knie
Das Kniegelenk ist bei Arthrose häufig betroffen© iStock.com/PIKSEL

Arthrose ist eine schmerzhafte Gelenkerkrankung. Betroffene können den Verlauf aber durch Gewichtsreduktion und Bewegung positiv beeinflussen.

  • Häufige Erkrankung im Alter

  • Gelenkschonende körperliche Aktivität kann Beschwerden lindern

  • Viele Behandlungsmaßnahmen möglich

Arthrose ist weltweit die häufigste Gelenkerkrankung. Umgangssprachlich bezeichnet man sie oft auch als Gelenkverschleiß. Hierzulande sind bei den über 65-Jährigen etwa die Hälfte der Frauen und ca. ein Drittel der Männer betroffen. Neben Lebensalter und Geschlecht fördern Übergewicht, genetische Veranlagung sowie Nährstoffmangel das Risiko, an Arthrose zu erkranken. Auch Verletzungen, Fehlbelastungen oder Fehlstellungen der Gelenke können zu Gelenkverschleiß führen.

Was ist Arthrose?

Eine Arthrose entsteht meist über einen längeren Zeitraum, in dem die Knorpelschicht dünner und rauer wird. Je nachdem, wie stark die Erkrankung fortgeschritten ist, können die Gelenkknochen unter Umständen bereits direkt aneinanderreiben.

Damit der Gelenkknorpel gesund bleibt, muss das Gelenk bewegt werden. So kann die Gelenkflüssigkeit, die sich im Gelenkspalt zwischen zwei Knochenenden befindet, den Knorpel mit notwendigen Nährstoffen versorgen. Wird das Gelenk nicht ausreichend bewegt, kann der Knorpelstoffwechsel gestört werden. Dadurch wird die oberflächliche Knorpelschicht vermehrt abgebaut. Unter Belastung ist die Knorpelschicht anfälliger – es können Risse und Schäden entstehen. Dieser Prozess verläuft meist über einige Jahre.

Unterschied von Arthrose und Arthritis

Bei einer Arthritis handelt es sich um eine entzündliche Gelenkerkrankung, bei der eines oder mehrere Gelenke betroffen sein können. Es gibt unterschiedliche Ursachen für Arthritis. Häufig geht sie auf Störungen des Immunsystems zurück. Auch Infektionskrankheiten sowie Stoffwechselerkrankungen wie Gicht können eine Arthritis verursachen. Kommt es infolge einer Arthrose zu einer Entzündung des betroffenen Gelenks, bezeichnet man das als aktivierte Arthrose.

Eine Arthrose kann überall an den Gelenken auftreten. Am häufigsten kommt es aber zu Arthrose an Knie, Hüfte, Fingern und Wirbelgelenken. Auch Schulter oder Fuß können betroffen sein.

Wie merkt man Arthrose?

Das Hauptsymptom sind Gelenkschmerzen und die damit einhergehenden Mobilitätseinschränkungen. Die Schmerzen zeigen sich zu Beginn nur unter Belastung, bei einer Kniearthrose beispielsweise beim Treppensteigen oder Springen. Diese Schmerzen können im Lauf der Zeit zunehmen und später, wenn die Arthrose weiter fortgeschritten ist, auch dauerhaft bestehen.

Typisch ist der sogenannte Anlaufschmerz. Dabei berichten Betroffene von anfänglichen Schmerzen bei Bewegung, die dann nach und nach weniger werden. Zu Beginn einer Arthrose können sich auch vorübergehende Symptome zeigen wie

  • Bewegungseinschränkungen

  • Ermüdungserscheinungen

  • Steifigkeitsgefühl

Ist die Arthrose in einem fortgeschrittenen Zustand, kann die Erkrankung in Schüben auftreten. Hier zeigen sich akute Schmerzen, wenn es zur Entzündung des Gelenks durch die Arthrose kommt (aktivierte Arthrose). Weitere Beschwerden, die in der akuten Phase am betroffenen Gelenk auftreten können:

  • Rötung

  • Schwellung

  • Überwärmung

  • Bewegungseinschränkung

Der Schmerz kann auch dauerhaft und selbst bei geringer Bewegung auftreten. Weitere Gelenkstrukturen wie Muskeln, Sehnen oder Bänder können in Mitleidenschaft gezogen werden, das Gelenk kann instabil werden, sich verformen oder anschwellen. Unter Umständen sind Gelenkgeräusche (Krepitationen) möglich.

Wie lässt sich Arthrose behandeln?

Da eine Heilung des Gelenkverschleißes bisher nicht möglich ist, geht es bei der Behandlung von Arthrose in erster Linie um die Linderung der Schmerzen und den Erhalt der Gelenkfunktion. Dafür stehen unterschiedliche Therapiemaßnahmen zur Verfügung.

Ein Hauptelement stellt die Schmerzbehandlung dar, bei der Ärztinnen und Ärzte je nach vorliegender Schmerzintensität Schmerzmittel verordnen. In der Regel werden Schmerzmedikamente in Form von Tabletten verschrieben, für Arthrose am Knie- oder Handgelenk kommt aber auch die Anwendung als Salbe in Betracht.

Bei einer aktivierten Arthrose kommen unter Umständen auch entzündungshemmende Injektionen (zum Beispiel mit Kortison) in das betroffene Gelenk in Frage. Kühlen und das Ruhigstellen des Gelenks können in dieser entzündlichen Phase Abhilfe schaffen.

Je nach Ausmaß der vorliegenden Arthrose setzen Ärztinnen und Ärzte auch weitere Therapiemaßnahmen ein:

  • Empfehlung zur Körpergewichtsreduktion, z.B. wenn das Knie- oder Hüftgelenk betroffen ist und Übergewicht besteht

  • Regelmäßige, gelenkschonende Bewegung, gegebenenfalls durch Physiotherapie, z.B. Bewegungstherapie (auch im Wasser), Gehschule oder spezielles Krafttraining

  • Ergotherapie, z.B. bei Arthrose an Finger- oder Handgelenken zur Anleitung gelenkschonender Bewegungsabläufe

  • Physikalische Maßnahmen wie Kälte- und Wärmeanwendungen, Massagen, Elektrotherapie oder Akupunktur

  • Schienen, Orthesen oder Gehstöcke, die das betroffene Gelenk entlasten sollen

Reichen diese Behandlungsmaßnahmen nicht mehr aus, kann man operative Möglichkeiten in Erwägung ziehen. Diese hängen vom Schweregrad der Arthrose ab und davon, welches Gelenk betroffen ist. So können beispielsweise mittels einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) verschiedene operative Verfahren durchgeführt werden. Sie sollen die Schmerzen lindern und die Funktion des Gelenks verbessern.

Daneben gibt es eine Reihe weiterer Operationsmöglichkeiten, die auch einen Gelenkersatz umfassen können. Letztere sind vor allem bei Knie- oder Hüftarthrose eine Option. Dabei wird das Gelenk entweder komplett oder teilweise durch ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk ersetzt.

Wie sich eine Arthrose entwickelt, ist ganz individuell. Je früher mit einer entsprechenden Behandlung begonnen wird, desto eher können das Voranschreiten der Erkrankung verlangsamt und die Beschwerden gelindert werden.

Was verbessert Arthrose?

Ein älteres Paar bei der Aquagymnastik
Wassersport wie Aqua-Fitness bietet sich bei Arthrose an© Shutterstock/Kzenon

Wer eine Arthrose hat oder vorbeugen möchte, kann selbst aktiv werden. Ist zum Beispiel ein durch das Körpergewicht belastetes Gelenk, wie Knie, Hüfte oder Wirbelsäule betroffen, ist eine Gewichtsabnahme ratsam. Für einen entscheidenden Effekt wird eine Reduktion von mindestens fünf Prozent empfohlen.

Um möglichst mobil zu bleiben, bieten sich verschiedene Sportarten an:

  • Schwimmen

  • Radfahren

  • Spaziergänge oder (leichte) Wanderungen

  • Nordic Walking

Durch körperliches Training werden nicht nur Muskeln aufgebaut und Fett verbrannt, sondern auch Botenstoffe, die Entzündungen auslösen und fördern können, gehemmt.

Ernährung bei Arthrose

Ein älteres Paar kauft Obst
Viel frisches Obst und Gemüse gehört zur Ernährung bei Arthrose dazu© Shutterstock/NDAB Creativity

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass bestimmte Ernährungsfaktoren einen positiven Einfluss in Bezug auf die Vorbeugung und die Behandlung von Knie- und Hüftarthrose haben. Dazu zählen Ernährungsmaßnahmen, die das Gewicht reduzieren, entzündungshemmend wirken und eine antioxidative Wirkung zeigen – also Zellen vor schädlichen Substanzen (freien Radikalen) schützen.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.