Mückenschutz: Welches Mückenmittel ist für wen geeignet?

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Von Brit Neuhaus

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Mutter und Tochter in der Apotheke kaufen Mückenschutz in einer Apotheke
Bei der Auswahl eines geeigneten Mückenschutzmittels kommt es aufs Detail an© Shutterstock/BearFotos

Zum Schutz gegen Mücken stehen hochwirksame Mittel zur Verfügung. Allerdings eignet sich nicht jedes Präparat für jeden Menschen und jeden Zweck gleichermaßen gut.

  • Unterschiedliche Wirkdauer beachten

  • Nebenwirkungen berücksichtigen

  • Besonderheiten bei Schwangeren, Stillenden und Kindern

Welchen Wirkstoff gegen Mücken empfehlen Experten?

Mücken können gefährliche Krankheiten wie Malaria, Dengue- oder Chikungunyafieber übertragen. Deshalb ist besonders bei Reisen in tropische Länder ein geeigneter Mückenschutz wichtig.

Neben allgemeinen Maßnahmen wie Moskitonetzen und körperbedeckender Kleidung bieten Mückenschutzmittel (Repellentien) zusätzliche Sicherheit.

Experten empfehlen vor allem die bewährten Wirkstoffe DEET und Icaridin (auch unter dem Namen Picaridin bekannt).

DEET für lang anhaltenden Schutz

DEET gilt neben Icaridin als der effektivste Wirkstoff gegen Mücken. Im Handel sind Präparate mit unterschiedlichen Wirkstoffkonzentrationen von 20 bis 50 Prozent verfügbar. Je höher die Dosis, desto länger hält die Schutzwirkung an und desto seltener muss nachgesprüht werden.

  • 20 Prozent DEET: Wirkdauer bis zu 3 Stunden

  • 30 Prozent DEET: Wirkdauer bis zu 8 Stunden

  • 50 Prozent DEET: Wirkdauer bis zu 10 Stunden

Welche Nachteile hat DEET?

Im Gegensatz zu Icaridin wird DEET über die Haut in den Körper aufgenommen. Manche Menschen können Nebenwirkungen spüren, insbesondere bei hochdosierten Präparaten (50 Prozent DEET) und wenn das Mittel länger angewandt wird.

Am häufigsten sind Hautreaktionen wie Rötungen, Schwellungen und Missempfindungen (z.B. Kribbeln, Prickeln oder Brennen). Deutlich seltener kommt es zu Schlafstörungen, Gemütsschwankungen oder Krampfanfällen.

Bestimmte Hautpflegeprodukte wie Sonnencreme mit UV-Filter oder harnstoff- und alkoholhaltige Cremes können die Nebenwirkungen verstärken.

Für wen ist DEET nicht geeignet?

In Deutschland wird DEET für Kinder unter 3 Jahren nicht empfohlen, hochdosierte Präparate mit 50 Prozent DEET frühestens ab 6 Jahren.

Schwangeren und stillenden Frauen wird von der Anwendung ebenfalls abgeraten. Sprechen Sie vor einer Reise in die Tropen am besten mit einem Reisemediziner oder einer Reisemedizinerin.

Abweichende internationale Empfehlungen

Anders als in Deutschland reglementieren Tropenmediziner und -medizinerinnen in England, Kanada oder den USA die Anwendung weniger streng und empfehlen DEET (30 Prozent) für den Aufenthalt in Risikogebieten bereits für Kinder ab 2 oder 6 Monaten. Auch das Auswärtige Amt stuft DEET unter bestimmten Einschränkungen als für Schwangere, Stillende und Säuglinge geeignet ein.

Wie wird DEET richtig aufgetragen?

DEET darf nicht in Kontakt mit den Augen oder Schleimhäuten kommen und nicht eingeatmet werden. Vermeiden Sie den Kontakt mit verletzten oder gereizten Hautstellen.

Beachten Sie, dass DEET Kunststoffe angreifen kann. Das kann mitunter zu Schäden an Brillen, Armbanduhren, Handys, synthetischer Kleidung und anderen Gegenständen führen.

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Mückenschutz mit Icaridin

Eine hochwirksame Alternative zu DEET bietet der Wirkstoff Icaridin. Er steht in verschiedenen Konzentrationen von 10 bis 30 Prozent zur Verfügung. Gegen tropische Mückenarten bieten jedoch nur Präparate mit mindestens 20 Prozent Schutz.

Wie lange wirkt Icaridin?

Die Schutzwirkung von DEET hält konzentrationsabhängig etwa 4 bis 8 Stunden an, ist also etwas kürzer als die von DEET. Sie sollten daher regelmäßig nachsprühen.

Für wen ist Icaridin geeignet?

Icaridin ist für Kinder ab 2 Jahren geeignet und kann somit schon früher eingesetzt werden als DEET. Icaridin wird in wesentlich geringerem Maße von der Haut aufgenommen und gilt deshalb als besser verträglich. Auch Schwangere und Stillende dürfen den Wirkstoff anwenden.

Wichtige Anwendungshinweise für Icaridin

Icaridin sollte nicht in Kontakt mit Augen und Schleimhäuten kommen und nicht eingeatmet werden. Bei Verletzungen oder Hautreizungen darf es ebenso wenig angewendet werden wie DEET. Im Gegensatz zu DEET greift Icaridin keine Oberflächen und Kunststoffe an.

PMD und EBAAP statt Icaridin und DEET?

PMD, auch als Citriodiol bekannt, ist ein Bestandteil von Eukalyptusöl. Das in Mückenschutzmitteln enthaltene PMD wird allerdings synthetisch hergestellt. Seine Schutzwirkung gegen Mücken ist schwächer und kürzer als die von DEET, es ist aber bereits für Kinder ab 1 Jahr geeignet. Wie DEET und Icaridin darf es bei Hautreizungen nicht angewendet werden und nicht mit den Augen oder Schleimhäuten in Kontakt kommen.

EBAAP (Ethylbutylacetylaminopropionat) verfügt im Vergleich zu DEET, Icaridin und PMD über die geringste Wirksamkeit und ist nicht für Mückenschutz in den Tropen geeignet. Es hat jedoch den Vorteil, dass es neben Mücken auch andere stechende Insekten wie Bienen und Wespen fernhält.

Wichtig: Mückenschutz nach Fernreise fortsetzen

Ein ausreichender Mückenschutz ist nicht nur während einer Reise in Risikogebiete in Afrika, Asien und Lateinamerika wichtig. Reiserückkehrende sollten den Mückenschutz zu Hause noch für einige Zeit fortsetzen, laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit für etwa 2 Wochen.

Der Grund: Bei aller Vorsicht kann es während des Urlaubs dennoch zu einer durch Mücken übertragenen Infektion wie Malaria, Dengue-, Chikungunya- oder Gelbfieber gekommen sein. Das wiederum stellt eine Gefahr für die einheimische Bevölkerung dar. Denn aufgrund des Klimawandels breiten sich Mückenarten, die gefährliche Erreger übertragen können, auch in Europa immer weiter aus.

Wird eine infizierte Person von einer solchen Mücke gestochen, kann diese die Erkrankung beim nächsten Stich auf andere Menschen übertragen. Langfristig könnte das dazu führen, dass gefährliche Erreger sich immer weiter ausbreiten.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.