Hautausschlag nach dem Urlaub richtig einordnen

• Lesezeit: 4 Min.

Von Anna Besson

Feedback

Eine Frau kratzt sich an einem Ausschlag an den Beinen
Unliebsames Souvenir: Für Hautprobleme nach dem Urlaub kann es unterschiedliche Gründe geben© iStock.com/Vivian1623

Sonne, Meer und Strand: Gerade im Urlaub reagiert die Haut häufig mit Ausschlägen. Was dahinterstecken kann – und wann Sie zum Arzt gehen sollten.

  • Meist stecken Entzündungen und Infektionen dahinter

  • Symptome auch noch Wochen nach Reise möglich

  • Anhaltende Beschwerden ärztlich untersuchen lassen

Ursachen für Hautausschlag nach dem Urlaub

Hautprobleme (Dermatosen) können unabhängig vom Reiseziel auftreten und vielfältige Ursachen haben. Manche sind Folge einer bakteriellen oder viralen Infektion durch Mückenstiche, zum Beispiel als Begleitsymptom von Denguefieber, oder durch schlechte hygienische Verhältnisse. Andere werden durch ungewohnte Temperaturen oder Luftfeuchtigkeit begünstigt. Weitere Ursachen können sein:

  • Kontakt mit Chemikalien, Tieren oder Pflanzenteilen

  • UV-Strahlung, etwa in Verbindung mit fetthaltiger Körperpflege oder bei Sonnenbrand

  • Veränderte Ernährung

  • Stress, zum Beispiel ausgelöst durch Jetlag oder Schlafmangel

Wann treten die Hautprobleme auf?

Je nach Ursache machen sich Hautausschläge bereits im Urlaub bemerkbar. Da zwischen einer Infektion und den ersten Beschwerden wenige Tage bis mehrere Wochen liegen können, treten sie häufig auch erst nach der Reise auf. Fallen die Hautveränderungen erst nach dem Urlaub auf, sollten Sie bei der Untersuchung in der Arztpraxis auf die zurückliegende Reise hinweisen.

Tipp: Hautveränderungen dokumentieren

Notieren Sie sich Form, Größe, Farbe und Dauer des Hautausschlags. Überlegen Sie, ob Sie etwas Ungewohntes gegessen, ein Kosmetikprodukt ausprobiert oder ein neues Kleidungsstück ungewaschen angezogen haben. Das kann bei der Ursachenforschung hilfreich sein.

Welche Hautprobleme sind nach dem Urlaub häufig?

Dermatitis

Bei einer Dermatitis handelt es sich um eine Entzündung der Haut, die nicht von einer Infektion ausgelöst wird. Üblicherweise rötet sie sich, brennt und juckt, wenn die Haut mit Reizstoffen in Berührung gekommen ist. Dazu zählen Allergene wie Nickel, Chrom und andere Metalle, aber auch Chlor- und Salzwasser, Konservierungsstoffe in Kosmetika und Pflegeprodukten oder Parfum sowie Körperflüssigkeiten von Ameisen oder Käfern.

Auch Zusatzstoffe können starke Hautreaktionen auslösen. Das gilt insbesondere für schwarzes Henna, dem Farbstoffe beigemischt werden, um Urlaubstattoos dunkler und haltbarer zu machen. Die Folgen reichen von schmerzhaften Entzündungen bis hin zu Narben. Problematisch: Die auslösenden Stoffe kommen auch in Textilien oder Schaumstoffen vor und können später erneut Hautreaktionen hervorrufen.

Mallorca-Akne

Die Mallorca-Akne ist eine besondere Form der Sonnenallergie. Bei Menschen mit eher fettiger Haut können dabei die Poren durch überschüssigen Hauttalg verstopfen. In Kombination mit UV-Strahlung entzünden sich die Haarfollikel und es kommt zu akneartigen Hauterscheinungen. Fetthaltige Sonnencreme oder Sonnenöl in Kombination mit UV-Strahlung können ähnliche Beschwerden hervorrufen.

Krätze

Diese Infektionskrankheit wird von einer bestimmten Milbenart ausgelöst. Die Ansteckung mit den Erregern der Krätze erfolgt über längeren Körperkontakt. Eine Infektion äußert sich zunächst mit feinen dunklen Linien auf der Haut. Sie entstehen, da die Milben feine Gänge durch die Haut graben. Später zeigen sich kleine Knötchen, Pusteln und Bläschen. Die betroffenen Hautstellen können jucken. Aufgekratzte Stellen können sich entzünden. Die Infektion muss medikamentös behandelt werden.

Bilharziose

In manchen tropischen Seen leben Pärchenegel, eine Saugwurmart der Gattung Schistosoma. Diese geben Zerkarien, ein infektiöses Entwicklungsstadium des Egels, in das Wasser ab. Sie lösen die Erkrankung Bilharziose aus, die sich über die Haut sowie das Lymph- und Blutsystem im Körper ausbreitet. Eine seltene Form der Erkrankung äußert sich in rot-braunen, erhabenen Hautverfärbungen, die innerhalb von 3 Wochen bis 30 Jahren auftreten können. Die Parasiten werden mit einem Wurmmittel bekämpft.

Medical App

Telemedizinische Beratung exklusiv für alle Mitglieder. Ganz einfach über die ADAC Medical App.

Google Play Store

Leishmaniose

Menschen erkranken an Leishmaniose, wenn sie von einer mit Leishmanien infizierten Sandmücke gestochen wurden. Die Erkrankung tritt in verschiedenen Formen auf – eine davon zeigt sich mit Hautveränderungen. Nach der Infektion können Monate vergehen, bis sich schmerzlose kleine Knötchen oder Papeln entwickeln. Diese können jucken und sich im Laufe der Zeit zu offenen Geschwüren verändern.

Lepra

Lepra zeigt sich durch stark pigmentierte Hautstellen, die leicht schuppen. Unbehandelt entwickeln sich offene Geschwüre, die nur schlecht heilen. Die Beschwerden können einige Monate bis Jahre nach Reisen in den westpazifischen Raum, nach Afrika, Südostasien oder Amerika auftreten.

Hautausschlag nach dem Urlaub: Was tun?

Wenn eine Hautstelle juckt, brennt oder schmerzt, sollten Sie nicht kratzen. Kühlen Sie die Stelle oder tragen Sie eine beruhigende Lotion auf. Ist die Haut bereits aufgekratzt, sollten Sie den Bereich desinfizieren, um Folgeinfektionen vorzubeugen.

Oft bildet sich der Hautausschlag von selbst zurück, sobald die auslösenden Faktoren fehlen. Verstärken sich die Probleme oder kommen weitere Symptome wie Fieber hinzu, sollten Sie zur näheren Abklärung zum Arzt.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.