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Wolfsburg | 14.11.2019

VW Golf 8: Womit der Bestseller überrascht

VW Golf 8 stehend
Außen wurde der Golf 8 nur dezent verändert

Ab Dezember 2019 steht die achte Generation des VW Golf bei den Händlern – mit einigen Überraschungen an Bord. Erste offizielle Infos, Daten, Motoren, Bilder.

  • Der Golf wird digitaler: Öffnen per Smartphone, Extras lassen sich online nachbestellen
  • Weniger Knöpfe und Schalter: Die Bedienung erfolgt weitgehend per Touchscreen
  • Motoren: Große Bandbreite; erstmals fünf Hybridversionen 

Aufregend? Das war ein VW Golf noch nie. Aber vielleicht gerade deshalb ist der Kompaktwagen, der einer ganzen Fahrzeugklasse seinen Namen gegeben hat, seit Jahrzehnten das meistverkaufte Auto Deutschlands.

Folgerichtig bleibt VW beim neuen Golf 8 bei seinem Erfolgsrezept und pflegt Kontinuität. Wie schon bei seinen Vorgängern wurde die Optik nur dezent verändert: Ein paar geschärfte Konturen, eine stärker ausgeformte Motorhaube und prägnantere Scheinwerfer – das war's auf den ersten Blick. Auch wenn laut VW kein einziges Blechteil vom Vorgänger stammt. Ein Golf bleibt eben ein Golf.

VW Golf 8 mit neuem Bediensystem

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VW Golf 8 Cockpit
VW Golf 8: Analoge Instrumente sucht man hier vergebens

Der Aha-Effekt kommt, sobald man die Tür öffnet: Innen ist alles anders als zuvor! Analoge Instrumente sind digitalen gewichen, Knöpfe weitgehend verschwunden. Hinter dem Lenkrad gibt es ein Display, das sich der Fahrer nach seinem Geschmack einrichten kann. Erstmalig werden Fahrinfos wie Geschwindigkeit, Tempolimit oder Navi-Hinweise via Head-up-Display (Aufpreis) in die Scheibe projiziert.

Ein 8,25 Zoll großer Bildschirm in der Mitte des Armaturenbretts (10 Zoll gegen Aufpreis) steuert als Kommandozentrale vom Radio bis zu den Grundeinstellungen und Assistenzsystemen so ziemlich alles. Nur ein kleines Tastenfeld für "Licht und Sicht" links vom Lenkrad und eines in der Mittelkonsole bleiben.

Das ist mutig – doch die Umgewöhnung fällt nicht allzu schwer, wie wir bei einer ersten Sitzprobe feststellen konnten. Die Menüs sind klar strukturiert, teilweise bebildert und weitgehend intuitiv zu bedienen.

Für die Heizung gibt es noch feste "Slider" am Fuß des Bildschirms: Einfach mit dem Finger nach links oder rechts wischen und es wird kälter oder wärmer. Und im zusätzlichen Heizungsmenü auf dem Touchscreen kann man nicht nur die üblichen Standards einrichten (z.B. die Luft auf den Oberkörper oder die Scheibe leiten), es gibt jetzt auch "smarte" Funktionen wie z.B. "Hände wärmen" – dann springt die Lenkradheizung an und es strömt warme Luft aus den Düsen.

Doch der Golf kann noch mehr. Er öffnet und startet auf Wunsch per Smartphone statt mit Schlüssel (zunächst nur mit Samsung-Handys). Und vieles kann per Sprache bedient werden – ohne dass der Fahrer Befehle auswendig lernen muss. Das System versteht frei gesprochene Sätze, und wer zu Hause Alexa nutzt, kann seinen Amazon-Sprachassistenten zusätzlich mit dem Golf verknüpfen.

 Bildergalerie: Klicken oder tippen Sie auf das Bild für eine größere Darstellung und mehr Informationen. 

 

Car2X: Der Golf spricht mit anderen Autos

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VW Golf 8 in Gelb seitliche Studioaufnahme
Mit 4,28 Metern fast genauso lang wie der Vorgänger

Legt sich der Fahrer ein VW-Benutzerprofil an, werden Sitzeinstellungen, Radiosender oder Temperatur in der Cloud gespeichert. Persönliche Präferenzen übertragen sich so automatisch auf andere Fahrzeuge, etwa auf einen gemieteten (neuen) Golf im Urlaub. Es reicht, seine Kennung einzugeben. Schon passt der Sitz, und die Lieblings-Playlist erklingt.

Manche Extras lassen sich sogar nachträglich und ganz simpel über den Bordbildschirm kaufen bzw. freischalten. Wer zum Beispiel kein Navi geordert hat, dann aber doch eines braucht, rüstet den Golf einfach online nach. Das klappt auch mit dem Abstandsradar ACC (dessen Hardware immer verbaut ist) oder der Ambientebeleuchtung. In die Werkstatt muss dafür keiner mehr.

Als erstes Auto überhaupt ist der Golf mit der Außenwelt ("Car2X") vernetzt. Im Umkreis von 800 Metern tauscht er sich mit anderen Fahrzeugen in Millisekunden via WLAN aus und warnt vor Unfällen, Pannen oder einem Stauende. Nähert sich ein Krankenwagen, hat der Golf auch das auf dem Schirm, noch ehe das Martinshorn zu hören ist.

Weil sich die Autobauer auf einen einheitlichen Standard geeinigt haben, können sich künftige Modelle herstellerübergreifend austauschen. Doch eine entsprechende Marktdurchdringung dürfte noch einige Jahre dauern.

VW ID3 fahrend

VW ID.3: So gut ist der Stromer!

Der VW ID.3 ist das erste komplett neu konstruierte Elektroauto von Volkswagen. Er kommt 2020 auf den Markt. 

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Platzverhältnisse wie beim Vorgänger

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VW Golf 8 in Gelb Sitzprobe unseres Redakteurs
Wie schon beim Golf 7 sind die Sitze sehr bequem

Gut: Dem um sich greifenden Größenwachstum aktueller Modelle beugt sich der Golf nicht. Es bleibt bei den kompakten und überschaubaren Maßen, die in etwa dem des Golf 7 entsprechen.

Die Länge ist von 4,26 auf 4,28 Meter um nur zwei Zentimeter gewachsen, die Breite bleibt bei 1,79 Metern und die Höhe ist um drei Zentimeter geschrumpft auf 1,46 Meter.

Weil auch der Radstand in etwa gleich geblieben ist (2,64 m), ändert sich an den Platzverhältnissen im Innenraum nichts. Sie fallen nach wie vor ordentlich aus, auch auf den hinteren Plätzen. Die Sitze sind wieder bequem und gut konturiert.

LED-Scheinwerfer sind im neuen Golf serienmäßig verbaut, gegen Aufpreis stehen LED-Matrixscheinwerfer zur Verfügung. Dass Android Auto und Apple Car Play für eine perfekte Smartphone-Integration an Bord sind, versteht sich heute schon von selbst. Dass Apple-Geräte auch drahtlos über den Bordbildschirm bedient werden können, noch nicht. 

Alternative Antriebe: Erdgas und Hybrid

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VW Golf 8 in Gelb frontal im Studio
Auch in der Heckansicht ist der Kompaktwagen gleich als Golf zu erkennen

Beim Antrieb ist der neue Golf als Massenauto breit aufgestellt und bietet neben konventionellen Benzinern und Dieseln mit Leistungen zwischen 90 und 150 PS wieder ein Erdgasmodell (130 PS), erstmals zwei Plug-in-Hybride mit 204 und 245 PS Systemleistung (elektrische Reichweite ca. 70 Kilometer) und drei Mild-Hybride, bei denen der Benziner von einem Startergenerator mit 48-Volt-Technik elektrisch unterstützt wird. Letztere gibt es nur in Kombination mit DSG-Getriebe. Spritersparnis: ca. zehn Prozent.

Bei den Dieseln spricht VW von "den saubersten und effizientesten Verbrennungsmotoren der Welt." Beide Selbstzünder haben 2,0 Liter Hubraum und werden von einem zweifachen SCR-Katsystem gereinigt, sollen daher besonders wenig Stickoxide (NOx) ausstoßen und einen "signifikant optimierten Wirkungsgrad" aufweisen – also noch sparsamer sein als bisher.

Das müssen die Motoren bei kommenden ADAC Tests aber erst noch beweisen.

In Planung sind weitere Versionen wie die sportlichen Modelle GTI, GTD und eine R-Version sowie Allradvarianten 4Motion. Der Kombi Variant soll Anfang 2020 vorgestellt werden, einen Nachfolger des Sportsvan auf Basis des Golf 8 dürfte es allerdings nicht mehr geben. Der Mercedes B-Klasse-Konkurrent wird in der bekannten Form noch ein paar Jahre weitergebaut. Auf ein Golf Cabrio darf man wohl ebenfalls nicht hoffen, für Frischluftfans hat VW zumindest das VW T-Roc Cabrio im Programm.


Die Motoren des neuen Golf

Antriebsart Versionen
Benziner

1.0 TSI, 90 PS
1.0 TSI, 110 PS
1.5 TSI, 130 PS
1.5 TSI, 150 PS
geplant: GTI, R-Version

Diesel 2.0 TDI, 115 PS
2.0 TDI, 150 PS
geplant: GTD
Mild-Hybrid (48 V) 1.0 eTSI, 110 PS
1.5 eTSI, 130 PS
1.5 eTSI, 150 PS
Plug-in-Hybrid eHybrid, 204 PS
GTE, 245 PS
Erdgas 1.5 TGI, 130 PS

 

Preise nennt VW noch nicht, doch von rund 20.000 Euro für die Basis ist auszugehen. Den Elektro-Golf gibt es nicht mehr – dafür ist ab 2020 der voll elektrische VW ID.3 zuständig.

Text: Jochen Wieler. Fotos: Volkswagen/Florian Lehmann.

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de