VW T-Roc 1.5 eTSI im Test: Sehr gut – und ziemlich teuer

Der getestete VW T-Roc glänzt auf der ganzen Linie: Er bietet angemessen Platz, hohen Komfort, viel Sicherheit und eine Portion Fahrspaß. Beim Blick in die Preisliste kommen jedoch Irritationen auf. Ist das Kompakt-SUV nun ein Auto für Besserverdiener?
VW T-Roc 1.5 eTSI mit 110 kW/150 PS im Test
Rundum gelungenes Technik-Paket
Testwagenpreis: 42.460 Euro plus Extras
Ein VW, wie er sein soll: Einsteigen, losfahren, wohlfühlen. Genau dieses Erlebnis stellt sich unmittelbar auch beim neuen VW T-Roc ein. Es gibt sie also immer noch, die gute alte VW-Tugend. Ob das Wohlfühlerlebnis aber auch für alle Details des Autos gilt und ob die gebotene Technik preislich dem Portemonnaie von Otto Normalverdiener entspricht? Das soll der ADAC Test zeigen.
Zum Test beim ADAC angetreten ist das Topmodell des VW T-Roc, der 1.5 eTSI mit 110 kW/150 PS. Auch hinsichtlich der Ausstattung hatten die ADAC Ingenieure es mit der teuersten Version zu tun. Und so steht der 1.5 eTSI R-Line mit 42.460 Euro in der Preisliste. Der Testwagen kam mit einigen Extras sogar auf 48.390 Euro. Für ein kompaktes SUV, wohlgemerkt.
Fotos: VW T-Roc im Detail

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T-Roc deutlich größer als zuvor

"Alles eine Klasse besser", hatte VW zur Markteinführung des neuen Kompakt-SUVs behauptet. Diesen Anspruch kann der neue T-Roc tatsächlich einlösen, meinen die ADAC Ingenieure. Der T-Roc überzeugt auf ganzer Linie und leistet sich keine einzige ernsthafte Schwäche. Er ist geräumig, macht einen ordentlichen Qualitätseindruck, fährt sich prima und lässt sich sogar intuitiv bedienen.
Zunächst zu den Platzverhältnissen: Der T-Roc ist größer geworden. Das ist zwar absolut üblich bei neuen Modellen. An Länge hat der T-Roc aber bemerkenswerte 12,2 Zentimeter zugelegt, der Radstand hat sich um 2,8 Zentimeter vergrößert.
Das macht sich tatsächlich auch am Kofferraum bemerkbar, der nun gemessene 410 Liter fasst – 30 Liter mehr als im Vorgänger. Klappt man die Rücksitzlehnen um, entsteht eine weitgehend ebene Fläche mit einem Volumen von bis zu 1240 Litern. Eine tolle Sache ist die umklappbare Beifahrersitzlehne. Allerdings ist sie den mittleren Ausstattungslinien "Life" und "Style" vorbehalten. Bei "Trend" und "R-Line" müssen Käufer auf dieses Detail verzichten.
Auch die Transportmöglichkeiten des Kompakt-SUVs können sich sehen lassen: Im Falle des Testwagens darf man üppige 528 Kilogramm zuladen – das reicht locker für vier Erwachsene samt deren Gepäck. Auf dem Dach sind bis zu 75 Kilo auf der serienmäßigen Reling zulässig. Angesichts der Fahrzeugklasse ist auch die erlaubte Anhängelast von 1,5 Tonnen bemerkenswert gut.
Innenraum und Bedienung
Das Interieur ist solide gefertigt, die Materialien sind weitgehend wertig und fühlen sich auch so an. Das Armaturenbrett ist mit gepolstertem Stoff und weichem Kunstleder überzogen. Die Türverkleidungen vorn sind geschäumt. Die Türfächer haben Stoffeinlagen gegen Klappergeräusche. Säulenverkleidungen und die Sonnenblenden bestehen aus texturiertem Kunststoff.
Hier und da gibt es auch Zierelemente wie die Edelstahl-Fußstütze. Das macht alles einen prima Gesamteindruck. Kleiner Makel: Die Türen hinten haben den Kunstlederüberzug nur in der oberen Hälfte erhalten, darunter sind sie hart.
Hinsichtlich der Bedienung hat VW die Kritik an zu vielen Touch-Funktionalitäten ernst genommen und vermehrt wieder Tasten ins Interieur gebracht. Das 12,9 Zoll große Touchdisplay ist ergonomisch günstig gelegen, die Auflösung gut und die Bedienung geht ohne Kopfstände flüssig von der Hand.
Neben der Startseite lassen sich Favoriten in der oberen und unteren Bildschirmleiste platzieren, und auch das Schnellmenü kann je nach Bedarf gestaltet werden – das beschleunigt die Bedienung enorm. Optional gibt es die von ChatGPT unterstützte Sprachsteuerung IDA (Infotainment-Paket), die gute Dienste leistet. Die induktive Ladeschale fürs Smartphone wird gekühlt, sodass der Akku nicht heiß wird.
Ein Novum im T-Roc ist der praktische Dreh-Drück-Steller in der Mittelkonsole, mit dem entweder die Lautstärke reguliert oder – nach Drücken des Knopfes – das Fahrprogramm gewechselt werden kann. Neu ist auch das optionale Head-up-Display (Technik‐Paket), welches zahlreiche Inhalte übersichtlich in die Frontscheibe projiziert. Eine Augmented-Reality-Funktion wie bei den ID-Modellen gibt es allerdings nicht.
Der Fahrspaß mit dem T-Roc 1.5 eTSI

Kommen wir zum Fahrgefühl, das ob der Kraftentfaltung des Motors und des im Testwagen verbauten adaptiven Fahrwerks (DCC) zum Besten gehört, was man in der Klasse der Kompakt-SUVs finden kann.
Bei langsamem Tempo reagieren die 20 Zoll großen Niederquerschnittreifen allerdings empfindlich auf Fahrbahnkanten, was zu spürbaren Stößen im Innenraum führt. Trotz dieses Makels wird die Federung mit der guten Note 1,8 bewertet. Mit kleineren Winterreifen waren keine Komforteinbußen mehr spürbar.
Beim ADAC Ausweichtest liefert der T-Roc eine gute Vorstellung ab, er umkurvt die Pylonen mit passgenauem ESP-Einsatz und moderatem Untersteuern. Lenkt man den Wagen gefühlvoll mit dynamischer Ambition durch die Gassen, zeigt er durchaus fahrdynamisches Talent. Der Bremsweg aus Tempo 100 km/h fällt mit 34,6 Metern gut aus, wobei die Rückmeldung des Pedals etwas synthetisch ausfällt.
Die elektromechanische Servolenkung des T-Roc hat VW prima abgestimmt. Während im Stadtverkehr die erforderlichen Lenkkräfte niedrig sind, was das Rangieren erleichtert, wird die Unterstützung bei höheren Geschwindigkeiten zurückgenommen. Das wirkt sich positiv auf das Lenkgefühl aus.
Der 150-PS-Benziner schiebt das Wolfsburger SUV standesgemäß voran. 8,9 Sekunden gibt der Hersteller für den Standardsprint von 0 auf 100 km/h an, erst bei Tempo 212 km/h ist Schluss. Leider vorbei sind die Zeiten der Handschaltung. Den neuen T-Roc gibt es nur noch mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG).
Im Alltag schaltet das DSG sanft und vermeidet hohe Drehzahlen. Bei spontaner Lastanforderung braucht es aber etwas, bis die richtige Welle gefunden wird. Das ist freilich Meckern auf hohem Niveau. Zumal man bei Bedarf die Gänge mithilfe der Paddel hinter dem Lenkrad manuell wechseln kann.
Als Verbrauchswert hat der ADAC für den 1.5 eTSI, unter für alle Autos gleichen Bedingungen, 6,0 Liter pro 100 Kilometer ermittelt. Das ist kein wirklich erfreuliches, sondern nur ein befriedigendes Ergebnis. Der T-Roc hat zwar eine gute Aerodynamik, die große Stirnfläche von 2,4 Quadratmeter fordert aber einen Tribut. Dank des 50-Liter-Tanks kommt man mit dem T-Roc trotzdem 825 Kilometer weit. Das ist beachtlich.
Um Sprit zu sparen, werden bei geringer Lastanforderung zwei Zylinder abgeschaltet. Darüber hinaus "segelt" der VW oft komplett antriebslos, was zunächst etwas gewöhnungsbedürftig ist: Betätigt man nur ganz leicht bei entspannter Überlandfahrt das Gas und lässt es wieder los, wechselt der Antrieb vermehrt zwischen Segeln und Vortrieb.
Clevere Assistenzsysteme

Assistenzsysteme im Auto werden immer wichtiger. Zum Umfang an aktiver Sicherheitstechnik (z.B. Spurhalter, Einparkhilfe und Notbremsassistenten) hat VW dem T-Roc zwei neue Assistenzsysteme spendiert, und aufseiten des Komforts gibt es ebenfalls zwei neue Technik-Komponenten. Im Einzelnen:
Eine weiterentwickelte Version des optionalen Travel Assist, der assistierte Autobahnspurwechsel ermöglicht sowie (bei einem Fahrerausfall) einen automatischen Nothalt auf der Standspur durchführen kann
Parken per Smartphone (optional): Mit der Remote-Funktion kann der neue T-Roc per Smartphone ein- und ausgeparkt werden, zum Beispiel aus einer zu engen Garage oder einer engen Parklücke
Vollautomatisches Ein- und Ausparken (optional): Per Memory-Funktion lernt bzw. speichert der T-Roc die letzten 50 Meter Weg zu einem häufig genutzten Parkplatz – zu Hause oder auch beim Arbeitgeber – und parkt fortan selbstständig
ein Warnsystem, das die Insassen vor dem Öffnen der Türen bewahren kann, wenn sich Autos oder Fahrräder von hinten nähern
Das im Testwagen verbaute Lichtpaket "IQ.Light" samt LED-Matrix-Scheinwerfern leuchtet die Fahrbahn schön breit und homogen aus. Auf kurvigen Landstraßen entsteht der Eindruck, dass VW dem T-Roc ein "echtes" Kurvenlicht spendiert hätte, bei dem die Scheinwerferelemente mechanisch geschwenkt würden.
Fazit: Rundes Gesamtpaket

Der getestete VW T-Roc 1.5 eTSI (150 PS) in "R-Line"-Ausstattung hat die Ingenieure rundum überzeugen können. Verdienter Lohn ist die gute Techniknote 2,1. Wer sich für das Auto entscheidet, macht absolut nichts falsch.
Angesichts des hohen Testwagenpreises stellt sich jedoch die Frage, ob man ausstattungsseitig nicht lieber ein paar Abstriche machen sollte. Die Grundversion "Life" mit 150 PS und DSG kostet mit 36.755 Euro deutlich weniger – auch wenn das für ein Auto der Kompaktklasse immer noch viel Geld ist. Beim "R-Line" für über 48.000 Euro kann man nun wahrlich nicht mehr von einem für Normalverdiener bezahlbaren Wagen sprechen.
Das hat uns gefallen: gute Fahrleistungen, sehr gute optionale LED-Matrix-Scheinwerfer, gutes Platzangebot für Insassen und Gepäck, überdurchschnittlich guter Federungskomfort mit optionalem DCC, ausgewogene Fahreigenschaften, sehr gute aktive Sicherheit
Das hat uns nicht gefallen: leicht erhöhter Verbrauch, hoher Fahrzeugpreis
VW T-Roc 1.5 eTSI: Daten & Preise
Technische Daten (Herstellerangaben) | VW T-Roc 1.5 eTSI R-Line DSG (ab 11/25) |
|---|---|
Motorart | Otto (Mild-Hybrid) |
Hubraum (Verbrennungsmotor) | 1.498 ccm |
Leistung maximal in kW (Systemleistung) | 110 |
Leistung maximal in PS (Systemleistung) | 150 |
Drehmoment (Systemleistung) | 250 Nm |
Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor) | 5.000 U/min |
Antriebsart | Vorderrad |
Beschleunigung 0-100km/h | 8,9 s |
Höchstgeschwindigkeit | 212 km/h |
CO2-Wert kombiniert (WLTP) | 128 g/km |
Verbrauch kombiniert (WLTP) | 5,6 l/100 km |
Kofferraumvolumen normal | 475 l |
Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank | 1.350 l |
Leergewicht (EU) | 1.474 kg |
Zuladung | 506 kg |
Anhängelast ungebremst | 730 kg |
Anhängelast gebremst 12% | 1.500 kg |
Garantie (Fahrzeug) | 2 Jahre |
Länge x Breite x Höhe | 4.373 mm x 1.828 mm x 1.573 mm |
Grundpreis | 42.460 Euro |
Hier finden Sie sämtliche Daten und Preise zu allen Versionen des VW T-Roc
ADAC Messwerte
| ADAC Messwerte (Auszug) | VW T-Roc 1.5 eTSI (110 kW) R-Line DSG |
|---|---|
Überholvorgang 60–100 km/h | 5,0 s |
Bremsweg aus 100 km/h | 34,6 m |
Wendekreis | 11,0 m |
ADAC Testverbrauch | 6,0 l/100 km |
Reichweite | 829 km |
Innengeräusch bei 130 km/h | 66,2 dB(A) |
Leergewicht / Zuladung | 1452 / 528 kg |
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch | 410 / 810 / 1240 l |
Fahrzeugbreite inklusive Außenspiegel | 2,05 m |
ADAC Testergebnis
ADAC Testergebnis | VW T-Roc 1.5 eTSI R-Line DSG (ab 11/25) |
|---|---|
Karosserie | 2,5 |
Innenraum | 2,3 |
Komfort | 1,9 |
Antrieb | 1,9 |
Fahreigenschaften | 2,1 |
Sicherheit | 1,6 |
Umwelt | 2,6 |
Gesamtnote | 2,1 |
sehr gut
0,6 - 1,5
gut
1,6 - 2,5
befriedigend
2,6 - 3,5
ausreichend
3,6 - 4,5
mangelhaft
4,6 - 5,5
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