VW T-Roc 1.5 eTSI im Test: Tolles Auto – leider teuer

• Lesezeit: 8 Min.

Von Wolfgang Rudschies, Andreas Huber

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Frontansicht eines VW T-Roc
Der VW T-Roc 1.5 eTSI kann im Test überzeugen. Im Bild die sportive R-Line-Ausstattung© ADAC/Wolfgang Rudschies

Der VW T-Roc hat kaum einen Makel: Er bietet angemessen Platz, hohen Komfort, viel Sicherheit und mit 150 PS sogar eine Portion Fahrspaß. Billig kommt der Spaß aber nicht. VW T-Roc eTSI mit zwei Benzinmotoren im Test.

  • VW T-Roc 1.5 eTSI mit 116 und 150 PS im Test

  • Gute Serienausstattung

  • Mehr Tasten, weniger Touchscreen

Ein VW, wie er sein soll: Einsteigen, losfahren, wohlfühlen. Genau dieses Erlebnis stellt sich auch beim neuen VW T-Roc ein. Es gibt sie also immer noch, die gute alte VW-Tugend. Ob das Wohlfühlerlebnis aber auch für alle Details des Autos gilt und ob es preislich dem Portemonnaie von Otto Normalverdiener entspricht? Das soll der ADAC Test zeigen.

Zum Test beim ADAC angetreten sind beide Motorversionen: Der T-Roc 1.5 eTSI mit 116 PS und mit 150 PS. Mehr Auswahl gibt es nicht. Zwar klingt der Grundpreis von knapp 34.000 Euro für den T-Roc passabel, doch mit sinnvollen Extras wie Navigationssystem oder beheizten Sitzen ist schnell die 40.000-Euro-Marke überschritten. Das getestete Topmodell des VW T-Roc, der 1.5 eTSI mit 110 kW/150 PS, rollte zudem in der R-Line-Ausstattung auf den Hof. Mit einigen Extras versehen, werden so aus 42.460 Euro Listenpreis 48.390 Euro.

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Fotos: VW T-Roc im Detail

T-Roc deutlich größer als zuvor

Seitenansicht eines stehenden VW T-Roc
Gewachsen: Der neue T-Roc ist 4,37 Meter lang und hat einen Radstand von 2,63 Metern© ADAC/Wolfgang Rudschies

"Alles eine Klasse besser", hatte VW zur Markteinführung des neuen Kompakt-SUVs behauptet. Diesen Anspruch kann der neue T-Roc tatsächlich einlösen. Der T-Roc überzeugt auf ganzer Linie und leistet sich keine einzige ernsthafte Schwäche. Er ist geräumig, macht einen ordentlichen Qualitätseindruck, fährt sich prima und lässt sich sogar intuitiv bedienen.

Zunächst zu den Platzverhältnissen: Der T-Roc ist im Vergleich zum Vorgänger größer geworden. Das ist zwar absolut üblich bei neuen Modellen. An Länge hat der T-Roc aber bemerkenswerte 12,2 Zentimeter zugelegt, der Radstand hat sich um 2,8 Zentimeter vergrößert.

Das macht sich tatsächlich auch am Kofferraum bemerkbar, der nun gemessene 410 Liter fasst – 30 Liter mehr als im Vorgänger. Klappt man die Rücksitzlehnen um, entsteht eine weitgehend ebene Fläche mit einem Volumen von bis zu 1240 Litern. Eine tolle Sache ist die umklappbare Beifahrersitzlehne. Allerdings ist sie den mittleren Ausstattungslinien "Life" und "Style" vorbehalten. Bei "Trend" und "R-Line" müssen Käufer auf dieses Detail verzichten.

Auch die Transportmöglichkeiten des Kompakt-SUVs können sich sehen lassen: Im Falle der 150-PS-Version darf man 528 Kilogramm zuladen, bei der 116-PS-Variante sind es 564 Kilogramm – das reicht locker für vier Erwachsene samt deren Gepäck. Auf dem Dach sind bis zu 75 Kilo auf der serienmäßigen Reling zulässig. Angesichts der Fahrzeugklasse ist auch die erlaubte Anhängelast von 1,5 Tonnen bemerkenswert gut.

Innenraum und Bedienung

Das Interieur ist solide gefertigt, die Materialien sind weitgehend wertig und fühlen sich auch so an. Das Armaturenbrett ist mit gepolstertem Stoff und weichem Kunstleder überzogen. Die Türverkleidungen vorn sind geschäumt. Die Türfächer haben Stoffeinlagen gegen Klappergeräusche. Säulenverkleidungen und die Sonnenblenden bestehen aus texturiertem Kunststoff.

Hier und da gibt es auch Zierelemente wie die Edelstahl-Fußstütze (R-Line). Das macht alles einen prima Gesamteindruck. Kleiner Makel: Die Türen hinten haben den Kunstlederüberzug nur in der oberen Hälfte erhalten, darunter sind sie hart.

Hinsichtlich der Bedienung hat VW die Kritik an zu vielen Touch-Funktionalitäten ernst genommen und vermehrt wieder Tasten ins Interieur gebracht. Das 12,9 Zoll große Touchdisplay ist ergonomisch günstig gelegen, die Auflösung gut und die Bedienung geht ohne Kopfstände flüssig von der Hand.

Neben der Startseite lassen sich Favoriten in der oberen und unteren Bildschirmleiste platzieren, und auch das Schnellmenü kann je nach Bedarf gestaltet werden – das beschleunigt die Bedienung enorm. Optional gibt es die von ChatGPT unterstützte Sprachsteuerung IDA (Infotainment-Paket), die gute Dienste leistet. Die induktive Ladeschale fürs Smartphone wird gekühlt, sodass der Akku nicht heiß wird.

Ein Novum im T-Roc ist der praktische Dreh-Drück-Steller in der Mittelkonsole, mit dem entweder die Lautstärke reguliert oder – nach Drücken des Knopfes – das Fahrprogramm gewechselt werden kann. Neu ist auch das optionale Head-up-Display (Technik‐Paket), welches zahlreiche Inhalte übersichtlich in die Frontscheibe projiziert. Eine Augmented-Reality-Funktion wie bei den ID-Modellen gibt es allerdings nicht.

Der Fahrspaß mit dem T-Roc 1.5 eTSI

Seitenansicht eines stehenden VW T-Roc
Fährt sich prima souverän: T-Roc 1.5 eTSI Mildhybrid mit 150 PS© ADAC/Wolfgang Rudschies

Der 150-PS-Benziner schiebt das Wolfsburger SUV energisch voran. 8,9 Sekunden gibt der Hersteller für den Standardsprint von 0 auf 100 km/h an, erst bei Tempo 212 km/h ist Schluss. Vorbei sind die Zeiten der Handschaltung: Den neuen T-Roc gibt es nur noch mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG).

Im Alltag schaltet das DSG sanft und vermeidet hohe Drehzahlen. Bei spontaner Lastanforderung braucht es aber etwas, bis die richtige Welle gefunden wird. Das ist freilich Meckern auf hohem Niveau. Zumal man bei Bedarf die Gänge mithilfe der Paddel hinter dem Lenkrad manuell wechseln kann.

Insgesamt gilt: Die Kraftentfaltung des 150-PS-Motors und das im Testwagen verbaute adaptive Fahrwerk (DCC) gehören zum Besten, was man in der Klasse der Kompakt-SUVs finden kann. Bei langsamem Tempo reagieren die 20 Zoll großen Niederquerschnittreifen des Testwagens allerdings empfindlich auf Fahrbahnkanten, was zu spürbaren Stößen im Innenraum führt. Mit kleineren Winterreifen waren keine Komforteinbußen mehr spürbar.

Die 116-PS-Version hatte kein adaptives Fahrwerk an Bord, für den getesteten "Life" ist diese Option nicht verfügbar. Doch auch der T-Roc mit konventioneller Federung macht seine Sache gut. Im Alltag ist man ebenfalls recht komfortabel unterwegs, sowohl auf der Langstrecke als auch in der Stadt. Aber auch hier gilt: Je kleiner die Räder, desto komfortabler die Federung.

Reicht der 116-PS-Motor aus? Mit 48-Volt-Technik gesegnet, unterstützt ein kleiner E-Motor beim Beschleunigen, was sich eigentlich nur beim Anfahren bemerkbar macht. Untermotorisiert ist der T-Roc mit dem Basisantrieb zwar nicht, man darf aber keine allzu flotten Fahrleistungen erwarten. 10,6 Sekunden braucht der VW von 0 auf 100 km/h. Das geht noch in Ordnung, auf der Autobahn wird es aber zäh. Wer dort häufig unterwegs ist, sollte also besser zur stärkeren Variante greifen.

Gute Noten beim ADAC Ausweichtest

Beim ADAC Ausweichtest liefert der T-Roc eine gute Vorstellung ab, er umkurvt die Pylonen mit passgenauem ESP-Einsatz und moderatem Untersteuern. Lenkt man den Wagen gefühlvoll mit dynamischer Ambition durch die Gassen, zeigt er durchaus fahrdynamisches Talent. Der Bremsweg aus Tempo 100 km/h fällt mit 34,6 Metern (150-PS-Version) und 33,6 Metern (116 PS) gut aus, wobei sich die Rückmeldung des Pedals etwas synthetisch anfühlt.

Die elektromechanische Servolenkung des T-Roc hat VW prima abgestimmt. Während im Stadtverkehr die erforderlichen Lenkkräfte niedrig sind, was das Rangieren erleichtert, wird die Unterstützung bei höheren Geschwindigkeiten zurückgenommen. Das wirkt sich positiv auf das Lenkgefühl aus.

Als Verbrauchswert hat der ADAC für den 150-PS-Antrieb 6,0 Liter pro 100 Kilometer ermittelt, für den 116-PS-Motor mit 5,9 Liter kaum weniger. Ein nur ein befriedigendes Ergebnis. Der T-Roc hat zwar eine gute Aerodynamik, die große Stirnfläche von 2,4 Quadratmeter fordert aber einen Tribut. Dank des 50-Liter-Tanks kommt man mit dem T-Roc trotzdem mehr als 800 Kilometer weit. Das ist beachtlich.

Um Sprit zu sparen, werden bei geringer Lastanforderung beim 150-PS-Motor zwei Zylinder abgeschaltet, was nur in wenigen Fahrsituationen gelingt. Darüber hinaus "segelt" der VW oft komplett antriebslos, was zunächst etwas gewöhnungsbedürftig ist: Betätigt man nur ganz leicht bei entspannter Überlandfahrt das Gas und lässt es wieder los, wechselt der Antrieb vermehrt zwischen Segeln und Vortrieb.

ADAC Autotest: Das steckt hinter den Ergebnissen

Die ADAC Autotest-Ergebnisse beruhen auf akribischen Messungen: Mehr als 300 Prüfpunkte untersuchen die Testingenieure des ADAC Technikzentrums in Landsberg am Lech. Vom Platzangebot über die Sicherheit bis hin zum Verbrauch.

Haben Sie dazu Fragen? Die technische Expertenhotline des ADAC ist unter der Telefonnummer 089 558 95 90 90 exklusiv für alle ADAC Mitglieder erreichbar.

Clevere Assistenzsysteme an Bord des T-Roc

Heckansicht eines stehenden VW T-Roc
Alles drin: Vom Abbiegeassistenten bis zur Querverkehrserkennung beim Rückwärtsfahren© ADAC/Wolfgang Rudschies

Zum Umfang an aktiver Sicherheitstechnik (z.B. Spurhalter, Einparkhilfe und Notbremsassistenten) hat VW dem T-Roc zwei neue Assistenzsysteme spendiert, und aufseiten des Komforts gibt es ebenfalls zwei neue Technik-Komponenten. Im Einzelnen sind das Folgende.

  • Eine weiterentwickelte Version des optionalen Travel Assist, der assistierte Autobahnspurwechsel ermöglicht sowie (bei einem Fahrerausfall) einen automatischen Nothalt auf der Standspur durchführen kann

  • Parken per Smartphone (optional): Mit der Remote-Funktion kann der neue T-Roc per Smartphone ein- und ausgeparkt werden, zum Beispiel aus einer zu engen Garage oder einer engen Parklücke

  • Vollautomatisches Ein- und Ausparken (optional): Per Memory-Funktion lernt bzw. speichert der T-Roc die letzten 50 Meter Weg zu einem häufig genutzten Parkplatz – zu Hause oder auch beim Arbeitgeber – und parkt fortan selbstständig

  • ein Warnsystem, das die Insassen vor dem Öffnen der Türen bewahren kann, wenn sich Autos oder Fahrräder von hinten nähern

Das im Testwagen verbaute Lichtpaket "IQ.Light" samt LED-Matrix-Scheinwerfern leuchtet die Fahrbahn schön breit und homogen aus. Auf kurvigen Landstraßen entsteht der Eindruck, dass VW dem T-Roc ein "echtes" Kurvenlicht spendiert hätte, bei dem die Scheinwerferelemente mechanisch geschwenkt würden.

Fazit: Rundes Gesamtpaket

Frontdetail eines VW T-Roc
Im Testwagen "R-Line" steckten rund 12.000 Euro an Zusatzausstattung© ADAC/Wolfgang Rudschies

Der VW T-Roc konnte die ADAC Ingenieure überzeugen. Mit dem T-Roc macht man nichts falsch, er leistet sich so gut wie keine Schwächen. Warum der T-Roc mit 150-PS-Motor am Ende etwas besser abschneidet als die 116-PS-Variante, liegt zum einen am flotteren Antrieb und zum anderen am höheren Fahrkomfort. Das adaptive Fahrwerk des Testwagens hebt den T-Roc auf ein noch höheres Komfortniveau als ohnehin schon.

  • Das hat uns gefallen: gute Fahrleistungen (bei 150-PS-Motor), sehr gute optionale LED-Matrix-Scheinwerfer, gutes Platzangebot für Insassen und Gepäck, überdurchschnittlich guter Federungskomfort mit optionalem DCC, ausgewogene Fahreigenschaften, sehr gute aktive Sicherheit

  • Das hat uns nicht gefallen: leicht erhöhter Verbrauch, hoher Fahrzeugpreis, träger 116-PS-Motor

VW T-Roc 1.5 eTSI: Daten & Preise

Technische Daten (Herstellerangaben)

VW T-Roc 1.5 eTSI Life DSG (ab 11/25)

VW T-Roc 1.5 eTSI R-Line DSG (ab 11/25)

Motorart

Otto (Mild-Hybrid)
Otto (Mild-Hybrid)

Hubraum (Verbrennungsmotor)

1.498 ccm
1.498 ccm

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

85
110

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

116
150

Drehmoment (Systemleistung)

220 Nm
250 Nm

Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor)

5.000 U/min
5.000 U/min

Antriebsart

Vorderrad
Vorderrad

Beschleunigung 0-100km/h

10,6 s
8,9 s

Höchstgeschwindigkeit

196 km/h
212 km/h

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

126 g/km
128 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

5,5 l/100 km
5,6 l/100 km

Kofferraumvolumen normal

475 l
475 l

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

1.350 l
1.350 l

Leergewicht (EU)

1.465 kg
1.474 kg

Zuladung

515 kg
506 kg

Anhängelast ungebremst

720 kg
730 kg

Anhängelast gebremst 12%

1.300 kg
1.500 kg

Garantie (Fahrzeug)

2 Jahre
2 Jahre

Länge x Breite x Höhe

4.373 mm x 1.828 mm x 1.573 mm
4.373 mm x 1.828 mm x 1.573 mm

Grundpreis

34.395 Euro
42.895 Euro

Hier finden Sie sämtliche Daten und Preise zu allen Versionen des VW T-Roc

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)VW T-Roc 1.5 eTSI (85 kW) Life DSGVW T-Roc 1.5 eTSI (110 kW) R-Line DSG

Überholvorgang 60–100 km/h

6,5 s

5,0 s

Bremsweg aus 100 km/h

33,6 m

34,6 m

Wendekreis

10,9 m

11,0 m

ADAC Testverbrauch

5,9 l/100 km

6,0 l/100 km

Reichweite

845 km

829 km

Innengeräusch bei 130 km/h

66,6 dB(A)

66,2 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1416 / 564 kg

1452 / 528 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

410 / 810 / 1240 l

410 / 810 / 1240 l

Fahrzeugbreite inklusive Außenspiegel

2,05 m

2,05 m

ADAC Testergebnis

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