Der neue VW Golf VIII: Erste Daten und Details 

28.8.2018

Größer, leichter und vernetzt: Ab Mitte 2019 läuft der neue VW Golf VIII vom Band und löst nach sieben Jahren das Vorgängermodell ab. Erste technische Daten, Bilder und der vermutliche Preis

VW Golf 8 2019 von vorne
So wird der neue VW Golf aussehen
  • Mehr Platz: Der neue Golf wird länger und breiter
  • Ohne Knöpfe und Schalter: Bedienung per Touchscreen
  • Weniger Modelle: Kein Dreitürer, Sportsvan und Cabrio

 

Eines ist schon mal sicher: Bei der äußeren Gestaltung des neuen Golf wird es keine Überraschungen geben. Denn Fehlschläge kann sich VW bei seinem Welt-Bestseller auf keinen Fall erlauben, weil der Golf immer noch für den Löwenanteil des VW-Umsatzes verantwortlich ist. In Deutschland entscheidet sich jeder dritte VW-Käufer für den Klassiker – und wehe, es würden sich die bisherigen Kunden vom Design erschreckt abwenden! Deshalb wird auch dieser Modellwechsel optisch moderat ausfallen. 

Einen Dreitürer wird es definitiv nicht mehr geben: Volkswagen will das Modellprogramm straffen, um die Produktionskosten zu senken. Deshalb legen die Wolfsburger vom Golf VIII auch keine Cabrioversion mehr auf. Die hatte sich beim Vorgänger ohnehin nur noch sehr schlecht verkauft – und wurde für VW zum Minusgeschäft. 

Schon bald nach dem Modellstart der Limousine soll aber der Kombi folgen, der trotz SUV-Boom immer noch sehr beliebt ist. Der Sportsvan wird ebenfalls gestrichen. Käufer, die bisher Fan der familientauglichen Golf-Variante waren, wird man ein SUV-Modell anbieten.

Testfahrten in der ganzen Welt

Zoom-In
VW Golf 8 2019 von hinten
Fortschritte im Detail: Länger, breiter, leichter, mehr Platz im VW Golf 8

Der Golf VIII soll etwas an Breite und Länge zulegen – dafür wird er optisch flacher und bekommt damit eine etwas dynamischere Statur. Das lässt sich an den Prototypen erkennen, die überall in der Welt unterwegs sind. Schließlich muss der Golf unter allen klimatischen Bedingungen funktionieren. Das Längenwachstum kommt den Platzverhältnissen zugute: Der Kofferraum wird nun rund 400 Liter Gepäck aufnehmen – das wären 20 Liter mehr, als der Golf VII bietet.

Die Golf VIII Limousine wird etwa 50 Kilogramm weniger wiegen. Beim Vorgänger waren es 100 Kilo, die die Ingenieure abspecken konnten. Das zeigt, wie schwierig es mittlerweile geworden ist, Gewicht zu reduzieren. Denn neue Modelle werden meistens nicht nur größer, sondern auch mit immer mehr Technik ausgestattet. Schließlich wollen Kunden das Maximum an Sicherheit und Komfort.

Im Innenraum des Golf VIII wird der Modellwechsel sehr viel deutlicher zu sehen sein als von außen. Klassische Armaturen mit vielen Knöpfen, Schaltern und Tastern gehören der Vergangenheit an – da sind sich aktuell die Interieur-Designer aller Hersteller einig.

Folgerichtig zieht auch in den Golf eine moderne Touchscreen-Bedienung mit optimierter Navigation und verbessertem Infotainment ein. Allerdings betont VW, dass man sich trotz Komplexität und Fülle von Bedienfunktionen leicht zurechtfinden kann. Eine Reihe von Funktionen wird der Fahrer auch per Sprachbefehl ausführen können – ohne sich an feste Kommandos halten zu müssen.

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Voll vernetzt mit dem Internet

Selbstverständlich wird der neue Golf mit dem Internet vernetzt sein. Das ist auch die Voraussetzung für die Einrichtung und Nutzung einer User-ID, mit der jeder Fahrer seine persönlichen Einstellungen konfigurieren kann. Die Möglichkeiten reichen von der Sitz- und Lenkradposition über die Menüeinstellungen am Bildschirm bis hin zu Musikbibliotheken und aktuellen Playlists. Alle Einstellungen werden in der Cloud abgespeichert. Wenn der Fahrer den Golf entriegelt, lädt das Auto seine Lieblingsmusik herunter und stellt alles so ein, wie er es haben will. 

Bekannt ist die User-ID schon vom VW-Flaggschiff Touareg, in dem das System als erstes eingeführt wurde. Die User-ID ist nicht nur praktisch, wenn das Auto von verschiedenen Personen in der Familie oder der Firma gefahren wird. Sie soll auch länderübergreifend funktionieren, zum Beispiel wenn man im Ausland einen Golf als Mietwagen bekommt.

Endlich gibt es auch ein Head-up-Display, das dem Fahrer aktuell relevante Informationen wie das Tempo oder den nächsten Navigationshinweis direkt ins Sichtfeld in die Windschutzscheibe spiegelt. Wahrscheinlich setzt VW bei der Navigation auch auf Augmented Reality, wo Richtungshinweise in kamerabasierte Echtbilder integriert sind.

Wichtig auf dem Weg zum autonomen Fahren sind die immer weiter entwickelten Assistenzsysteme. Und auch in diesem Punkt wird der Golf auf der Höhe der Zeit sein. So soll der Golf VIII zumindest im Laufe seiner Bauzeit (wahrscheinlich bis 2025) selbstständige Spurwechsel- und Überholvorgänge auf der Autobahn beherrschen. Gut möglich, dass er zur Fusionierung aller Sensordaten auf ein zentrales Steuergerät zurückgreift, wie es Audi entwickelt und vorgestellt hat.

Der neue Golf ist schon für die sogenannte Car-to-X-Technologie vorbereitet. Das heißt: Er kommuniziert – wo es möglich ist – mit Ampeln an Kreuzungen oder mit anderen Fahrzeugen, die entsprechend ausgerüstet sind. Das Bundesland Niedersachsen will 2019 beginnen, die erforderliche Technik und Infrastruktur aufzubauen.

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Elektrifizierte Motoren und Erdgas 

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VW Golf 8 2019 Erdgasmotor
1.5 TGI mit 130 PS: Erdgasmotor im neuen VW Golf

Bei der Motorisierung setzt VW zum Modellstart vor allem auf den 1.5 TSI-Benziner (130 oder 150 PS) mit variablem Turbo-Lader und auf Zylinderabschaltung mit Segelfunktion. Auf Dieselseite wird es wohl einen 2.0 TDI geben, ebenfalls in zwei Leistungsstufen. Immer an Bord ist dann eine doppelte Abgasreinigung, also NOx-Speicher- und SCR-Kat.

Um aber die ambitionierten C02-Flottengrenzwerte einzuhalten, braucht es dringend auch die Elektrifizierung mit Hybrid-Elementen sowie einen Erdgasantrieb. Das Erdgasmodell 1.5 TGI (130 PS) ist aber nicht mehr mit zwei Tanks bivalent für zusätzlichen Benzinbetrieb ausgelegt, sondern wird aus Gründen der Kraftstoff-Effizienz ausschließlich Erdgas verbrennen. Nur zur Sicherheit ist noch ein kleiner Not-Benzintank mit 12 Litern an Bord.

Der e-Golf mit Elektroantrieb wird dagegen Geschichte sein: Alle rein batterieelektrischen Fahrzeuge firmieren ab 2020 unter dem I.D.-Label. Für den Golf wird deshalb stark an der Hybridisierung gearbeitet, um die Verbrauchswerte zu senken. Der Plug-in-Hybrid GT-E soll wohl 70 Kilometer weit rein elektrisch fahren können. 

Ein Mildhybrid mit 48-Volt-Generator entlastet den Vierzylinderbenziner bei niedrigen Drehzahlen mit 50 bis 100 zusätzlichen Newtonmetern und hilft dadurch tatkräftig, die Tankrechnung zu senken. Nebenbei bringt das System – das wissen wir aus anderen Modellen des VW-Konzerns – deutlich mehr Fahrspaß.

Für Sparfüchse gibt es als Basisbenziner einen 1.0-Liter-Dreizylinder mit 95 PS. Mit diesem Motor wird der Golf beim Einstiegspreis sogar unter 20.000 Euro liegen. Und durch die bessere Serienausstattung und den leichten Raumgewinn könnte das Preis-Leistungsverhältnis damit sogar besser sein als beim aktuellen Modell.

Text: Wolfgang Rudschies. Illustrationen: Christian Schulte. Foto: PR.

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