München | 16.10.2019

ACM City: Elektroauto mit Wechselakku

ACM City E Mobil
Der ACM Prototyp: Ein Elektromobil mit vielen guten Ideen

Das ACM City Elektromobil könnte das ideale Gefährt für die Stadt werden: klein, praktisch – und dank Wechselakkus rund um die Uhr einsetzbar.

  • Forschungsprojekt: Stadtauto mit Elektroantrieb in Leichtbauweise
  • Akkus im Unterboden zum Herausnehmen/Tausch an der Wechselstation 
  • Konzipiert für den Einsatz im Carsharing, im Gewerbe und im Dienstleistungssektor

 

Was ist das ideale Auto für die Stadt? Was muss es können? Wie muss es konstruiert sein? Diesen Fragen ist ein Konsortium aus Wirtschaft, Forschung und Beratungsinstitutionen intensiv nachgegangen. Das Ergebnis ist der "ACM City" – ein Leichtmobil mit elektrischem Antrieb. Nach sieben Jahren des Nachdenkens und Entwickelns wurde es nun vorgestellt.

Wechselakkus im Fahrzeugboden

Zoom-In
Heck des ACM City EMobil stehend
In Erprobung: Mit wulstigen Kunststoffteilen als Schutz vor Parkremplern

Putzig sieht das Auto aus, ein bisschen wie ein verlängerter Smart. Wulstige Anbauteile aus nachgiebigem Kunststoff signalisieren eine gewisse Wehrhaftigkeit. Die Botschaft dahinter: Mit diesem Gefährt kannst Du Autoscooter fahren, ohne einen nennenswerten Schaden anzurichten.

Lenkrad und Fahrerplatz sind in der Mitte des Fahrzeugs angeordnet. Dahinter, in Reihe zwei, befindet sich – je nach Auslegung und Bedarf – entweder ein großer Laderaum oder eine Zweiersitzbank für Passagiere.

Der Clou des Fahrzeugs wird erst sichtbar, wenn man die Schubladen unter dem Fahrzeug aufzieht: Hier sind links und rechts je vier Akkublöcke untergebracht. Um einen Akkublock herauszunehmen, ergreift man eine Schlaufe und hebt sie raus aus der Schublade. Das funktioniert, ohne irgendwelche Schrauben oder Befestigungen zu lösen. Plug and play: rausnehmen, reinstecken, fertig. Kontaktverbindung inklusive.

Jeder der acht Akkublöcke hat eine Energiekapazität von etwa 2 kWh, macht für den Antrieb in Summe 16 kWh. Sind alle Blöcke zu 100 Prozent geladen, soll die Energie für etwa 160 Kilometer Fahrstrecke in der Stadt reichen. Neigt sich der Energiegehalt zu seinem Ende, sucht der Fahrer eine Akkutausch- und Ladestation auf und wechselt die Akkupakete einfach aus.

City-Stromer für den 24-Stunden-Einsatz

Zoom-In
ACM City Emobil Akkuwechsel
Plug and play: rausnehmen, reinstecken, weiterfahren

Sind Tauschstationen in der Stadt vorhanden, kann das Auto theoretisch rund um die Uhr im Einsatz sein. Im Carsharing-Personentransport, als gewerbliches Lieferfahrzeug, als Taxi, im Pflegedienst oder für den Einkauf. Für alle diese Einsatzgebiete ist der ACM City prädestiniert. Am wenigsten vermutlich für den Einzelnen im Privatbesitz – dem dürfte der Gedanke des Prestige-Objektes entgegenstehen.

Zu kaufen gibt es das Auto allerdings noch lange nicht. Das Auto ist aus einem Forschungsprojekt hervorgegangen, gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Nun werden Investoren gesucht, die das Konzept in Serie fertigen und anbieten. Georg Tinnefeld, Projektkoordinator bei Greencity Experience in München erklärt: "Das Interesse von Investoren ist durchaus vorhanden, das haben wir bei der öffentlichen Demonstration deutlich gespürt. In trockenen Tüchern ist aber natürlich noch nichts."

Als nächstes Projektziel steht die praktische Erprobung an. Zu diesem Zweck wurden mehrere Fahrzeuge als Einzelstücke aufgebaut und zugelassen. Auch die Akkutauschstation muss sich noch in der Praxis beweisen. Mit den anschließend gewonnenen Erfahrungen werden möglicherweise noch Veränderungen im Konzept und/oder an der Technik vorgenommen.

Das ACM City Elektromobil im Detail

Bildergalerie: Klicken oder tippen Sie auf das Bild für eine größere Darstellung und mehr Informationen. 

 

Text: Wolfgang Rudschies. Fotos: ACM City, Wolfgang Rudschies (1).

Kontakt zur Redaktion:  redaktion@adac.de