Wallboxen im Test: Welche Ladestation ist die beste für Elektroautos?

14.8.2019

Was ist bei einer Wallbox für das Elektroauto zu beachten? Der ADAC hat 18 frei im Handel erhältliche Heim-Ladestationen getestet – und empfiehlt grundsätzlich ein System mit 11 kW Ladeleistung.

  • Elf der 18 getesteten Wallboxen wurden mit "sehr gut" oder "gut" bewertet
  • Testsieger ist die HEIDELBERG Wallbox Home Eco (Note 1,0)
  • Optimal ist eine 3-phasige 11-kW-Wallbox, mit der alle Elektroautos gut aufladbar sind 
  • Bei einer Störung sollte ein kompetenter Kundendienst verfügbar sein

Wer sich ein Elektroauto zulegt, braucht eine Ladestation für zu Hause – eine sogenannte Wallbox. Wallboxen sind meist beim Händler erhältlich, der das Elektroauto verkauft. Doch inzwischen gibt es auch viele Angebote auf dem freien Markt. Je nach Ladeleistung und Ausstattung kostet eine Wallbox zwischen 500 und 2500 Euro. Im Online-Handel sind einige Bausätze sogar schon um die 300 Euro erhältlich.

Hinzu kommen immer die Kosten für die Installation. Denn der Anschluss einer Wallbox ans Hausnetz ist absolut nichts für Hobbybastler und darf nach den gültigen Rechtsvorschriften nur von einer Elektrofachkraft ausgeführt werden.

Doch kann man den angebotenen Geräten vertrauen? Wir haben es ausprobiert und 18 Modelle – mit Ladeleistungen von 3,7 kW bis 22 kW – einem Systemvergleich unterzogen. Getestet wurden die Zuverlässigkeit beim Laden, die Einfachheit der Bedienung sowie die Sicherheit

 

Die Testergebnisse 2019 und 2018 im Detail

  • Filtern nach Testjahr

August 2019

Hersteller/Produkt max. Ladeleistung (ohne Wertung) Test-Preis inkl. Lief. und MwSt. in Euro Zusätzlicher Fehlerstromschutz nötig ADAC Urteil
Sicherheit
(Gewichtung 20%)
Zuverlässigkeit
(Gewichtung 40%)
Bedienung
(Gewichtung 40%)
11 kW 524,39 -
1,0
1
1,0
0,6
1,4
HEIDELBERG Wallbox Home Eco
11 kW 599,90 FI A
1,2
1
1,2
0,9
1,4
WEBASTO Pure
11 kW 846,99 -
1,4
1
1,4
0,6
1,4
ESL Walli Light pro
11 kW 856,99 FI B
1,6
1
1,6
0,7
1,4
MENNEKES Amtron Start C2
11 kW 835,99 FI B
1,9
1
1,6
2,4
1,7
WALLBOX CHARGERS Pulsar
11 kW 489,00 FI B
2,8
1
2,8
0,6
1,7
PERDOK ecoLOAD
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1 ADAC Urteil kann nicht besser sein als die Note im Kriterium Sicherheit
2 Hohe Zusatzkosten wegen fehlendem aber erforderlichem Gleichstromfehlerschutz (FI B)

November 2018

Hersteller/Produkt max. Ladeleistung (ohne Wertung) Test-Preis inkl. Lief. und MwSt. in Euro Zusätzlicher Fehlerstromschutz nötig ADAC Urteil
Sicherheit
(Gewichtung 20%)
Zuverlässigkeit
(Gewichtung 40%)
Bedienung
(Gewichtung 40%)
11 kW 864,58 -
1,0
1
1,0
0,6
1,3
ABL eM H1
4,6 761,86 FI A
1,3
1
1,3
0,6
1,3
KEBA KeContact P30
22 kW 1903,13 -
1,4
1
1,0
0,6
2,3
MENNEKES AMTRON Xtra 22 C2
11 kW 707,04 FI B
1,6
1
1,6
0,6
1,3
INNOGY eBox
3,7 kW 499,00 FI A
1,7
1
1,7
0,6
1,4
WALLBE Eco 2.0
11 kW 964,67 FI B
1,8
1
1,8
0,6
1,6
SCHNEIDER ELECTRIC EVlink
7,4 kW (unzulässig) 385,76 FI B
4,5
1
4,5
0,6
1,2
EV ONESTOP WallPod
3,7 kW 622,79 FI B
4,5
1
4,5
0,6
1,9
VESTEL EVC02-AC3
22 kW 1285,37 FI B
4,5
1
1,7
3,8
2,1
WALLBOX CHARGERS Commander
22 kW 1378,00 FI B
5,0
1
5,0
0,6
3,1
ALFEN ICU Eve Mini
11 kW 399,00 FI B
5,5
1
5,5
0,6
1,2
ANNIES-CARPARTS Simple EVSE
11 kW 302,80 FI B
5,5
1
5,5
0,6
1,1
FRANZ RÖCKER SIMPLY EVSE Bausatz
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1 ADAC Urteil kann nicht besser sein als die Note im Kriterium Sicherheit
2 Hohe Zusatzkosten wegen fehlendem aber erforderlichem Gleichstromfehlerschutz (FI B)

0,6 bis 1,5
sehr gut
1,6 bis 2,5
gut
2,6 bis 3,5
befriedigend
3,6 bis 4,5
ausreichend
ab 4,6
mangelhaft

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Wichtige Tipps für Verbraucher

Zoom-In
Infografik von Wallbox
Das sollte eine Ladestation enthalten. *
  • Die Installation einer Wallbox ist zwingend die Aufgabe einer Elektrofachkraft!
  • Zu empfehlen ist eine 3-phasige 11 kW-Wallbox. Diese kann Elektroautos 1-phasig, 2-phasig und 3-phasig "netzdienlich" laden, das heißt so, dass Überlastungen des Stromnetzes vermieden werden. Sie benötigt deshalb keine Genehmigung durch den Netzbetreiber.
  • Weniger ist mehr! Nicht benötigte Ausstattungen können die Bedienung erschweren.
  • Hilfreich ist ein fest an der Wallbox angebrachtes Ladekabel. Dies erhöht den Komfort und das serienmäßige Ladekabel ist im Kofferraum immer dabei.
  • Im Falle einer Störung oder eines Defekts sollte ein kompetenter Kundendienst schnell verfügbar sein.
  • Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge mit Bemessungsleistungen > 3,6 kW müssen beim Netzbetreiber angemeldet werden.
  • Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge, deren Summen-Bemessungsleistung 12 kW je Kundenanlage überschreitet, benötigen die vorherige Beurteilung und Zustimmung des Netzbetreibers.
  • Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge mit einer Bemessungsleistung > 12 kW müssen eine Möglichkeit zur Steuerung/Regelung (z.B. in 10 %-Schritten), eine intelligente zeitliche Steuerung oder Regeleinrichtungen zur Netzintegration über eine Unterbrechbarkeit durch den Netzbetreiber aufweisen.
  • Der Anschlussnehmer muss dem Netzbetreiber für jede anmeldepflichtige Ladeeinrichtung für Elektrofahrzeuge das ausgefüllte "Datenblatt für Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge" zur Verfügung stellen.
  • Die Erfüllung der Anforderungen für Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge muss mittels Konformitätserklärung nachgewiesen werden.

Viele weitere Informationen rund um das Thema "Elektroautos zu Hause laden" finden Sie in unseren Wallbox: Fragen und Antworten.


* Die Infografik zeigt keinen FI-B, sondern einen elektronischen Schutzschalter, der die Funktion eines FI-B übernimmt. 

Tipp Icon

Seit April 2019: Konformitätserklärung erforderlich!

Verbraucher sollten auf eine Konformitätserklärung des Herstellers achten, die seit dem 26. April 2019 für die verpflichtende Anmeldung der Wallbox beim Netzbetreiber benötigt wird. Idealerweise sollte diese beiliegen.

So haben wir getestet

Merkmale, Lieferumfang, Montage und Betrieb

Betrachtet wurden Verpackung, beiliegende Zubehörteile, Montagehilfen, Werkzeuge, Prüfzertifikate, Warnhinweise, Installationsanleitungen und Betriebsanleitungen.

Bei der Montage wurde bewertet, wie einfach die Wallbox montiert werden konnte.

Die Bedienungsprüfung der Wallboxen umfasste:

  • Zugangsberechtigung (falls vorhanden)
  • Ladekabel "Stecken"
  • Ladung "Starten"
  • Anzeigen und Statusmeldungen
  • Ladungen "Stoppen" und "Kabel entnehmen".


Zudem wurden folgende Auswirkungen auf den Ladevorgang untersucht:

  • Stromausfall
  • Fehlbedienung
  • Betätigungen an Fahrzeug und Wallbox

Weiterhin wurde der jeweils der Ruhestrom im Standby gemessen und bewertet.

Sicherheitsprüfungen

Schwerpunkte der Sicherheitsprüfungen waren folgende Fragestellungen:

  • Ladekommunikation mit dem Fahrzeug
  • Ordnungsgemäße Funktion integrierter Schutzeinrichtungen
  • Korrekte Vorgabe erforderlicher externer Schutzeinrichtungen


Diese Prüfungen wurden in Anlehnung an DIN VDE 0100 wie folgt durchgeführt:

  • Inbetriebsetzung der Ladeinfrastruktur nach Herstellervorgaben
  • Test der Ladeinfrastruktur mittels Fahrzeug-Simulatorbox einschließlich Fehlersimulation durch Fahrzeugstatusvorgabe A, B, C, D und E
  • Test Fehlerstromschutzeinrichtung, falls integriert


Zu unterscheiden sind die Testmuster hierbei nach der Herstellervorgabe, welche Schutzfunktionen in der elektrischen Hausinstallation vorzusehen sind:

  • Kein Wechselstromfehlerschutz und kein Gleichstromfehlerschutz vorgegeben: Hier müssen beide Schutzfunktionen in der Wallbox integriert sein und vorschriftsmäßig funktionieren. Es wurden Auslösezeiten und Auslösewerte sowohl für AC-, als auch für DC-Fehler ermittelt und bewertet 
  • Nur Wechselstromfehlerschutz vorgegeben: Hier muss ein Gleichstromfehler- schutz in der Wallbox integriert sein und vorschriftsmäßig funktionieren. Es wurden Auslösezeiten und Auslösewerte nur für DC-Fehler ermittelt und bewertet
  • Gleich- und Wechselstromfehlerschutz vorgegeben: Hier ist keinerlei Fehlerstromschutz in der Wallbox integriert und entsprechend erfolgte auch keine Überprüfung

Zuverlässigkeitstest

Bei der Zuverlässigkeitsprüfung wurde getestet, ob jede Wallbox neun verschiedene Elektrofahrzeuge problemlos lädt. Dazu wurde mit jedem Fahrzeug an jeder Wallbox sechsmal ein Ladevorgang gestartet und getestet, ob dieser erfolgreich beginnt und binnen fünf Minuten nicht unterbrochen wird.

Dieser Test erfolgte mit folgenden Elektroautos:

  • Hyundai IONIQ (Bj. 2018)
  • Nissan Leaf I (2012)
  • Nissan Leaf II (2018)
  • Renault ZOE II (2018)
  • VW e-Golf (2018)
  • BMW i3 (2014)
  • Opel Ampera-e (2017)
  • Renault ZOE I (2015)
  • TESLA Model S 75 (2014)

Ladekabel, Prüf- und Messtechnik

Für die Sicherheitsprüfungen wurden folgende Testgeräte verwendet:

  • MENNEKES Fahrzeug-Simulatorbox (320011)
  • GOSSEN METRAWATT MXTRA

Für die Ruhestrommessung wurde folgendes Messgerät verwendet:

  • CHRIST CLM 1000 Professional +