Euro NCAP Mai 2022: Nur vier Sterne für den neuen Opel Astra

Opel Vauxhall im Euro NCAP Crashtest
Vier Sicherheits-Sterne für den neuen Opel Astra© Euro NCAP

Die Crashtest-Organisation Euro NCAP testet und bewertet die aktive und passive Sicherheit neuer Fahrzeuge. Neu in der ausführlichen ADAC Bewertung: Der familienfreundliche VW T7 Multivan, die C-Klasse von Mercedes und der Opel Astra.

  • Euro-NCAP-Bewertung in vier Kategorien

  • Fünf Sterne für die Mercedes C-Klasse und den VW Bulli

  • "Nur" vier Sterne für den neuen Opel Astra

  • Viele weitere Modelle zum Download und als Video

Euro NCAP ist Verbraucherschutz

Positives Euro NCAP Logo in 3D
Geprüfte Sicherheit: Das Euro-NCAP-Logo © Euro NCAP

Seit nunmehr 25 Jahren fährt das Verbraucherschutzprogramm Euro NCAP (Abkürzung für European New Car Assessment Programme, deutsch: Europäisches Bewertungsprogramm für neue Automodelle) mit Beteiligung des ADAC Autos gegen die Wand und nimmt die verfügbaren Assistenzsysteme unter die Lupe. Das Resultat: ein kompletter Blick auf die Sicherheit neuer Fahrzeuge. Und damit ein toller Service für Autokäufer.

Weil sich die Technik ständig weiterentwickelt, wurden die Regeln 2020 im neuen Euro-NCAP-Testverfahren angepasst und verschärft. Geprüft wird in vier Kategorien, wo jeweils bestenfalls 100 Prozent erreicht werden können:

  • Insassenschutz

  • Kindersicherheit

  • Fußgängerschutz / ungeschützte Verkehrsteilnehmer

  • Aktive Sicherheit

Erreicht das Auto insgesamt eine 5-Sterne-Bewertung, steht das für eine hervorragende Gesamtnote beim Aufprallschutz und eine gute Ausstattung mit umfassender und praxisgerechter Unfallvermeidungstechnologie.

VW T7 Multivan: Fünf Sterne für den Familienvan

VW präsentiert den neuen Bulli: Der VW T7 knüpft auf neuer Plattform als Multivan in seiner Vielseitigkeit an den Vorgänger an. Platz bietet der T7 für mindestens 44.839 Euro im Überfluss. In Zahlen: 469 Liter Kofferraumvolumen bei voller Bestuhlung (bis zu sieben Einzelsitze), 1844 Liter bis hinter die zweite Sitzreihe und 3672 Liter bei dachhoher Nutzung hinter der ersten Sitzreihe. 

Insassenschutz: Die Fahrgastzelle bleibt im versetzten Frontal-Aufprall stabil. Der Schutz des Brustbereichs des Fahrers wird als gut eingestuft. Die Messungen an Knien und Unterschenkeln des Fahrers deuten auf ein gutes bis ausreichendes Schutzniveau hin.

Beim Crash auf die starre Barriere mit voller Überdeckung ist das Verletzungsrisiko für die Brust des Fahrers gering und für die des kleineren Insassen auf dem Rücksitz ebenfalls gering.

Im Seitencrashtest bietet der VW T7 Multivan den Insassen einen guten bis ausreichenden Schutz. Der T7 ist mit einem Zentralairbagsystem zwischen den Vordersitzen ausgestattet. Dies verhindert gut, dass die Köpfe der beiden vorderen Insassen gegeneinanderprallen.

Die Messwerte beim Pfahlanprall zeigen gute bis ausreichende Ergebnisse. Oberkörper und Becken werden gut geschützt. Die Tests an den Vordersitzen und deren Kopfstützen zeigen einen guten Schutz gegen Schleudertraumata im Falle eines Auffahrunfalls.

Kindersicherheit: Im versetzten Frontal-Aufprall werden der Kopf, der Hals und der Oberkörper der sechs- und zehnjährigen Kinderdummys gut geschützt. Auch im Seitencrash sind die Ergebnisse für beide Dummys gut, die volle Punktzahl wird erreicht.

Fußgängerschutz: Die Motorhaube bietet einen überwiegend guten bis ausreichenden Schutz für den Oberkörper eines Fußgängers. Der simulierte Anprall des Beckens an die Fahrzeugfront zeigt ein sehr geringes Verletzungsrisiko, über den Scheinwerfern ist es sehr hoch. Für die Beine eines Fußgängers ist der Schutz gut.

Das automatische Notbremssystem des VW T7 kann Fußgänger und Radfahrer erkennen. Das AEB-System reagiert am Tag und bei Nacht auf Fußgänger gut, bei querenden Radfahrern zeigt es geringe Schwächen. Ungenügend ist die Reaktion auf Fußgänger beim Abbiegen. Das Fahrzeug verfügt über kein Notbremssystem bei Rückwärtsfahrt.

Aktive Sicherheit: Ein automatisches Notbremssystem ist serienmäßig verbaut. Das AEB-System hat zur Erkennung und Reaktion auf vorausfahrende Fahrzeuge gute Ergebnisse erzielt. Unfälle konnten in den meisten Fällen vermieden werden.

Das Spurhaltesystem korrigiert gut die Lenkung des Fahrzeugs, wenn es von der Spur abweicht, und greift gut in einigen kritischeren Situationen ein.

Hier finden Sie die detaillierten Euro-NCAP-Ergebnisse des VW T7 Multivan
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Mercedes C-Klasse: Sehr gut in allen Bereichen

Man kann es kaum glauben: Rund 30 Jahre gibt es die Mercedes C-Klasse schon. Seit sie 1993 den Mercedes 190 ("Baby-Benz") abgelöst hat, wurden bereits vier Modellgenerationen auf die Straße gebracht. Und sie blieb als das volumenstärkste Modell von Mercedes-Benz auch in den letzten Jahren erfolgreich. Für einen Einstiegspreis von 41.942 Euro steht seit Herbst 2021 der aktuelle Mercedes C-Klasse bei den Händlern. Edler und sportlicher als zuvor, aber auch als innovativer Plug-in-Hybrid mit 100 Kilometern Reichweite – und ab sofort mit geprüfter 5-Sterne-Sicherheit.

Insassenschutz: Die Fahrgastzelle bleibt im versetzten Frontal-Aufprall stabil. Der Schutz des Brustbereichs des Fahrers wird als ausreichend eingestuft. Die Messungen an Knien und Unterschenkeln des Fahrers deuten auf ein ausreichendes Schutzniveau hin.

Beim Crash auf die starre Barriere mit voller Überdeckung ist das Verletzungsrisiko für die Brust des Fahrers sehr gering und für die des kleineren Insassen auf dem Rücksitz ebenfalls sehr gering.

Im Seitencrashtest bietet die C-Klasse den Insassen einen guten Schutz. Der Mercedes ist mit einem Zentralairbagsystem zwischen den Vordersitzen ausgestattet. Dies verhindert jedoch ungenügend, dass die Köpfe der beiden vorderen Insassen gegeneinanderprallen.

Die Messwerte beim Pfahlanprall zeigen gute Ergebnisse. Kopf, Oberkörper und Becken werden gut geschützt. Die Tests an den Vordersitzen und deren Kopfstützen zeigen einen guten Schutz gegen Schleudertraumata im Falle eines Auffahrunfalls.

Kindersicherheit: Im versetzten Frontal-Aufprall werden der Kopf, der Hals und der Oberkörper der sechs- und zehnjährigen Kinderdummys überwiegend gut geschützt. Im Seitencrash sind die Ergebnisse für beide Dummys weitgehend gut, der Kopf des zehnjährigen wird jedoch gering geschützt.

Fußgängerschutz: Die Motorhaube bietet einen überwiegend guten Schutz für den Oberkörper eines Fußgängers. Der simulierte Anprall des Beckens an die Fahrzeugfront zeigt überwiegend ein sehr hohes Verletzungsrisiko. Für die Beine eines Fußgängers ist der Schutz gut.

Das automatische Notbremssystem der C-Klasse kann Fußgänger und Radfahrer erkennen. Das AEB-System reagiert am Tag und bei Nacht auf Fußgänger überwiegend gut, bei querenden Radfahrern zeigt es keine Schwächen. Ungenügend ist die Reaktion auf Fußgänger beim Abbiegen. Das Fahrzeug verfügt über kein Notbremssystem bei Rückwärtsfahrt.

Aktive Sicherheit: Ein automatisches Notbremssystem ist serienmäßig verbaut. Das AEB-System hat zur Erkennung und Reaktion auf vorausfahrende Fahrzeuge gute Ergebnisse erzielt. Unfälle konnten in den meisten Fällen vermieden werden.

Das Spurhaltesystem korrigiert gut die Lenkung des Fahrzeugs, wenn es von der Spur abweicht, und greift gut in einigen kritischeren Situationen ein.

Bild: © Euro NCAP, Video: © ADAC e.V.
Hier finden Sie die detaillierten Euro NCAP-Ergebnisse der Mercedes C-Klasse
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Opel Astra: Schwächen bei den Assistenten

Schicker und moderner denn je: Der Opel Astra hat sich vom braven Kompaktwagen in einen echten Lifestyle-Hingucker verwandelt. Dass sich der neue Astra (ab 22.465 Euro) die technische Basis mit Modellen von Peugeot und Citroën teilt, kaschiert das völlig anders geformte Blechkleid gut. Die Front mit dem markanten Tagfahrlicht ähnelt jetzt der des Opel Mokka und auch der charakteristische Knick in der Heckklappe ist wiederzufinden. Und ein bisschen Opel Corsa findet sich auch wieder, speziell die C-Säule erinnert an den kleinen Opel.

Insassenschutz: Die Fahrgastzelle bleibt im versetzten Frontal-Aufprall stabil. Der Schutz des Brustbereichs des Fahrers wird als gering eingestuft. Die Messungen an Knien und Unterschenkeln des Fahrers deuten auf ein gutes bis ausreichendes Schutzniveau hin.

Beim Crash auf die starre Barriere mit voller Überdeckung ist das Verletzungsrisiko für die Brust des Fahrers mittel und für die des kleineren Insassen auf dem Rücksitz ebenfalls mittel.

Im Seitencrashtest bietet der Astra den Insassen einen guten Schutz. Der Astra ist mit keinem Zentralairbagsystem zwischen den Vordersitzen ausgestattet. Dies könnte verhindern, dass die Köpfe der beiden vorderen Insassen gegeneinanderprallen.

Die Messwerte beim Pfahlanprall zeigen gute Ergebnisse. Kopf, Oberkörper und Becken werden gut geschützt. Die Tests an den Vordersitzen und deren Kopfstützen zeigen einen guten Schutz gegen Schleudertraumata im Falle eines Auffahrunfalls.

Kindersicherheit: Im versetzten Frontal-Aufprall werden Kopf und Hals des sechsjährigen und der Hals und der Oberkörper des zehnjährigen Kinderdummys nur gering bis ausreichend geschützt. Im Seitencrash kann der Astra überzeugen, die volle Punktzahl wird erreicht.

Fußgängerschutz: Die Motorhaube bietet einen ausreichenden bis guten Schutz für den Oberkörper eines Fußgängers. Der simulierte Anprall des Beckens eines Fußgängers zeigt überwiegend ein sehr geringes Verletzungsrisiko. Für die Beine eines Fußgängers ist der Schutz gut.

Das automatische Notbremssystem des Astra kann Fußgänger und Radfahrer erkennen. Das AEB-System reagiert am Tag und bei Nacht auf Fußgänger ausreichend, bei querenden Radfahrern zeigt es geringe Schwächen. Ungenügend ist die Reaktion auf Fußgänger beim Abbiegen. Das Fahrzeug verfügt über kein Notbremssystem bei Rückwärtsfahrt.

Aktive Sicherheit: Ein automatisches Notbremssystem ist serienmäßig verbaut. Das AEB-System hat zur Erkennung und Reaktion auf vorausfahrende Fahrzeuge ausreichende Ergebnisse erzielt. Unfälle konnten oft vermieden oder abgemildert werden.

Das Spurhaltesystem korrigiert gut die Lenkung des Fahrzeugs, wenn es von der Spur abweicht, und greift gut in einigen kritischeren Situationen ein.

Bild: © Euro NCAP, Video: © ADAC e.V.
Hier finden Sie die detaillierten Euro-NCAP-Ergebnisse des Opel Astra
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Weitere Infos zu den Euro-NCAP-Tests

Weitere und detaillierte Infos finden Sie auch auf der Euro-NCAP-Homepage*

Alle Crashtest-Ergebnisse, die der ADAC veröffentlicht hat, finden Sie auf der Seite ADAC Crashtest. Und die Videos dazu laufen auf dem ADAC Youtube-Kanal.*

Hier finden Sie die detaillierten Euro-NCAP-Ergebnisse der Modelle, die 2021/2022 neu getestet und vom ADAC im Video vorgestellt wurden: Audi A3, Audi Q4 e-tron, BMW 2er Coupé, BMW iX, Citroën C4, Cupra Formentor, Dacia Sandero, Dacia Spring, DS4, Fiat 500e, Ford Mustang Mach-E, Genesis G80, Genesis GV80, Honda e, Honda HR-V, Hyundai Bayon, Hyundai Tucson, Hyundai Ioniq 5, Kia Sorento, Opel Mokka, Polestar 2, Renault Kangoo, Renault Mégane E-Tech, Renault Zoe, Seat Leon, Škoda Enyaq, Subaru Outback, Toyota Mirai, Toyota Yaris Cross, VW Caddy, VW ID.4 und VW Taigo.

Es folgen noch einige aktuelle Ergebnisse im PDF-Format, die schon nach den neuen Euro-NCAP-Regeln 2020 getestet wurden: Honda Jazz, Mazda MX-30, Toyota Yaris und VW ID.3

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Technische Beratung: Burkhard Böttcher, ADAC Technikzentrum