Euro NCAP Juli 2022: Nur vier Sterne für den neuen BMW i4

Nur vier Sicherheits-Sterne für den neuen BMW i4
Nur vier Sicherheits-Sterne für den neuen BMW i4© Euro NCAP

Die Crashtest-Organisation Euro NCAP testet und bewertet die aktive und passive Sicherheit neuer Fahrzeuge. Neu in der ausführlichen ADAC Bewertung: Der neue Alfa Romeo Tonale, der elektrische BMW i4 und der Kleinstwagen-SUV Toyota Aygo X.

  • Euro-NCAP-Bewertung in vier Kategorien

  • Fünf Sterne für den Alfa Romeo Tonale

  • "Nur" vier Sterne für BMW i4 und Toyota Aygo X

  • Viele weitere Modelle zum Download und als Video

Euro NCAP ist Verbraucherschutz

Geprüfte Sicherheit: Das Euro-NCAP-Logo © Euro NCAP

Seit nunmehr 25 Jahren fährt das Verbraucherschutzprogramm Euro NCAP (Abkürzung für European New Car Assessment Programme, deutsch: Europäisches Bewertungsprogramm für neue Automodelle) mit Beteiligung des ADAC Autos gegen die Wand und nimmt die verfügbaren Assistenzsysteme unter die Lupe. Das Resultat: ein kompletter Blick auf die Sicherheit neuer Fahrzeuge. Und damit ein toller Service für Autokäufer.

Weil sich die Technik ständig weiterentwickelt, wurden die Regeln 2020 im neuen Euro-NCAP-Testverfahren angepasst und verschärft. Geprüft wird in vier Kategorien, wo jeweils bestenfalls 100 Prozent erreicht werden können:

  • Insassenschutz

  • Kindersicherheit

  • Fußgängerschutz / ungeschützte Verkehrsteilnehmer

  • Aktive Sicherheit

Erreicht das Auto insgesamt eine 5-Sterne-Bewertung, steht das für eine hervorragende Gesamtnote beim Aufprallschutz und eine gute Ausstattung mit umfassender und praxisgerechter Unfallvermeidungstechnologie.

Alfa Romeo Tonale: Fünf Sterne – der SUV überzeugt

Wenn Alfa Romeo ein neues Modell auf den Markt bringt, ist das für die Fans ein echtes Ereignis. So häufig kommt das schließlich nicht vor: Die Modellpalette bestand zuletzt nur noch aus Giulia und Stelvio. Doch nun rollt der neue Alfa Tonale zu den Händlern. Wieder ein SUV, eine halbe Nummer kleiner als der Stelvio und dazu noch sehr hübsch anzusehen. Und sehr sicher obendrein, wie die aktuelle Sicherheitsbewertung von Euro NCAP zeigt: Der Italiener bekommt volle fünf Sterne. Hier sind die Details:

Insassenschutz: Die Fahrgastzelle bleibt im versetzten Frontal-Aufprall stabil. Der Schutz des Brustbereichs des Fahrers wird als ausreichend eingestuft. Die Messungen an Knien und Unterschenkeln des Fahrers deuten auf ein gutes bis ausreichendes Schutzniveau hin.

Beim Crash auf die starre Barriere mit voller Überdeckung ist das Verletzungsrisiko für die Brust des Fahrers sehr gering und für die des kleineren weiblichen Insassen auf dem Rücksitz gering.

Im Seitencrashtest bietet der Alfa Romeo Tonale den Insassen einen guten Schutz. Der Tonale ist nicht mit einem Zentralairbagsystem zwischen den Vordersitzen ausgestattet, das ein Aneinanderprallen der Köpfe der beiden vorderen Insassen verhindern könnte.

Die Messwerte beim Pfahlanprall zeigen gute Ergebnisse. Kopf, Oberkörper und Becken werden gut geschützt. Die Tests an den Vordersitzen und deren Kopfstützen zeigen einen guten Schutz gegen Schleudertraumata im Falle eines Auffahrunfalls.

Kindersicherheit: Im versetzten Frontal-Aufprall werden der Kopf, der Hals und der Oberkörper des sechsjährigen und des zehnjährigen Kinderdummys gut bis ausreichend geschützt. Im Seitencrash ist das Verletzungsrisiko für den sechsjährigen und den zehnjährigen Dummy sehr gering, die volle Punktzahl wird erreicht.

Fußgängerschutz: Bei den Tests mit ungeschützten Verkehrsteilnehmern kann der Alfa Romeo Tonale nicht überzeugen. Die Motorhaube bietet einen guten bis ausreichenden Schutz für den Oberkörper eines Fußgängers. Der simulierte Anprall des Beckens an die Fahrzeugfront zeigt ein sehr hohes Verletzungsrisiko. Für die Beine eines Fußgängers ist der Schutz gut.

Das automatische Notbremssystem des Alfa Romeo Tonale kann Fußgänger und Radfahrer erkennen. Das AEB-System reagiert am Tag und bei Nacht auf Fußgänger gut, auch bei Radfahrern zeigt es keine Schwächen. Gut ist die Reaktion auf Fußgänger beim Abbiegen. Das Fahrzeug verfügt über kein Notbremssystem bei Rückwärtsfahrt.

Aktive Sicherheit: Die Tests der Sicherheits-Assistenten beim Alfa Romeo Tonale liefern gute Ergebnisse. Ein automatisches Notbremssystem ist serienmäßig verbaut. Das AEB-System hat zur Erkennung und Reaktion auf vorausfahrende Fahrzeuge meist gute Ergebnisse erzielt. Unfälle konnten in den meisten Testfällen vermieden werden.

Das Spurhaltesystem korrigiert gut die Lenkung des Fahrzeugs, wenn es von der Spur abweicht, und greift gut in einigen kritischeren Situationen ein.

Hier sehen Sie das Crashtest-Video zum Alfa Romeo Tonale ∙ Bild: © Euro NCAP, Video: © ADAC e.V.
Hier finden Sie die detaillierten Euro-NCAP-Ergebnisse des Alfa Romeo Tonale
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BMW i4: Nur vier Sterne – zu sparsam mit Assistenz

Mit dem i4 hat BMW einen voll elektrischen Ableger des BMW 4e auf die Räder gestellt. Das schnittige Elektroauto glänzt mit hervorragenden Fahrleistungen und seinem reichweitenstarken Antrieb. Offenbar steht aber die Leistung des 340 PS starken Coupés im Vordergrund, wie die Sicherheitsbewertung von Euro NCAP beweist. Bei der serienmäßigen Sicherheits-Ausstattung zeigt sich der BMW nachlässig und verfehlt 5 Sterne wegen schwacher Notfall-Assistenten. Das passt weder zum innovativen Image noch zum Preisniveau des i4. Ab 60.000 Euro ist der i4 zu haben, liegt bei der Sicherheit aber auf dem Niveau des halb so teuren Opel Astra.

Insassenschutz: Die Fahrgastzelle bleibt im versetzten Frontal-Aufprall stabil. Der Schutz des Brustbereichs des Fahrers wird als ausreichend eingestuft. Die Messungen an Knien und Unterschenkeln des Fahrers deuten auf ein gutes Schutzniveau hin.

Beim Crash auf die starre Barriere mit voller Überdeckung ist das Verletzungsrisiko für die Brust des Fahrers und für die des kleineren weiblichen Insassen auf dem Rücksitz gering.

Im Seitencrashtest bietet der BMW i4 den Insassen einen guten Schutz. Der i4 ist nicht mit einem Zentralairbagsystem zwischen den Vordersitzen ausgestattet, das ein Aneinanderprallen der Köpfe der beiden vorderen Insassen verhindern könnte.

Die Messwerte beim Pfahlanprall zeigen gute Ergebnisse. Kopf, Oberkörper und Becken werden gut geschützt. Die Tests an den Vordersitzen und deren Kopfstützen zeigen einen guten Schutz gegen Schleudertraumata im Falle eines Auffahrunfalls.

Kindersicherheit: Im versetzten Frontal-Aufprall werden der Kopf, der Hals und der Oberkörper des 6jährigen und des 10jährigen Kinderdummys gut geschützt. Im Seitencrash ist das Verletzungsrisiko für den 6jährigen und den 10jährigen Dummy ebenfalls sehr gering, auch hier wird die volle Punktzahl erreicht.

Fußgängerschutz: Bei den Tests mit ungeschützten Verkehrsteilnehmern kann der BMW i4 nicht ganz überzeugen. Die aktive Motorhaube bietet einen guten bis ausreichenden Schutz für den Oberkörper eines Fußgängers. Der simulierte Anprall des Beckens an die Fahrzeugfront zeigt ein sehr hohes Verletzungsrisiko. Für die Beine eines Fußgängers ist der Schutz gut.

Das automatische Notbremssystem des BMW i4 kann Fußgänger und Radfahrer erkennen. Das AEB-System reagiert am Tag und bei Nacht auf Fußgänger gut, bei Radfahrern zeigt es Schwächen. Ungenügend ist die Reaktion auf Fußgänger beim Abbiegen. Das Fahrzeug verfügt über kein Notbremssystem bei Rückwärtsfahrt.

Aktive Sicherheit: Die Tests der Sicherheits-Assistenten beim BMW i4 liefern keine guten Ergebnisse. Ein automatisches Notbremssystem ist serienmäßig verbaut. Das AEB-System hat zur Erkennung und Reaktion auf vorausfahrende Fahrzeuge ausreichende Ergebnisse erzielt. Unfälle konnten in den vielen Fällen vermieden werden.

Das Spurhaltesystem korrigiert gut die Lenkung des Fahrzeugs, wenn es von der Spur abweicht, und greift jedoch nur schwach in einigen kritischeren Situationen ein.

Sehen Sie hier das Crashtest-Video zum BMW i4 ∙ Bild: © Euro NCAP, Video: © ADAC e.V.
Hier finden Sie die detaillierten Euro-NCAP-Ergebnisse des BMW i4
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Toyota Aygo X: Vier Sterne für den Kleinstwagen

Dass der SUV-Boom nun sogar schon die Kleinstwagenklasse erreicht hat, zeigt der neue Toyota Aygo X. Er löst den "normalen" Aygo ab und kombiniert die Vorteile eines kleinen, parkfreundlichen Fahrzeugs mit der leicht erhöhten Sitzposition eines SUV. Heraus kommt ein wendiges Stadtauto mit gerade einmal 3,70 Meter Länge. Damit lässt er einen gehörigen Respektabstand zum Kleinwagen Yaris mit 3,94 Metern Länge und dessen SUV-Pendant Yaris Cross, der auf 4,18 Meter kommt. Und wie sieht es mit der Sicherheit bei rund 16.000 Euro Basispreis aus? Hier sind die Ergebnisse.

Insassenschutz: Beim Insassenschutz für Erwachsene überzeugt der Toyota Aygo X nicht ganz. Die Fahrgastzelle bleibt im versetzten Frontal-Aufprall stabil. Der Schutz des Brustbereichs des Fahrers wird als schwach eingestuft. Die Messungen an Knien und Unterschenkeln des Fahrers deuten auf ein ausreichendes bis geringes Schutzniveau hin.

Beim Crash auf die starre Barriere mit voller Überdeckung ist das Verletzungsrisiko für die Brust des Fahrers mittel und für die des kleineren weiblichen Insassen auf dem Rücksitz gering.

Im Seitencrashtest bietet der Toyota Aygo X den Insassen einen guten Schutz. Der Aygo X ist nicht mit einem Zentralairbagsystem zwischen den Vordersitzen ausgestattet. Ein Aneinanderprallen der Köpfe der beiden vorderen Insassen könnte damit verhindert werden.

Die Messwerte beim Pfahlanprall zeigen gute Ergebnisse. Kopf, Oberkörper und Becken werden gut geschützt. Die Tests an den Vordersitzen und deren Kopfstützen zeigen einen guten Schutz gegen Schleudertraumata im Falle eines Auffahrunfalls.

Kindersicherheit: Im versetzten Frontal-Aufprall werden der Kopf, der Hals und der Oberkörper des 6jährigen und des 10jährigen Kinderdummys gut bis ausreichend geschützt. Im Seitencrash verzeichnen Kopf und Oberkörper des 10jährigen Dummys ein hohes bis sehr hohes Verletzungsrisiko. Die Ergebnisse für den 6jährigen Dummy sind gut.

Fußgängerschutz: ei den Tests mit ungeschützten Verkehrsteilnehmern kann der Toyota Aygo X nicht ganz überzeugen. Die Motorhaube bietet einen guten bis ausreichenden Schutz für den Oberkörper eines Fußgängers. Der simulierte Anprall des Beckens an die Fahrzeugfront zeigt ein sehr hohes Verletzungsrisiko. Für die Beine eines Fußgängers ist der Schutz gut.

Das automatische Notbremssystem des Toyota Aygo X kann Fußgänger und Radfahrer erkennen. Das AEB-System reagiert am Tag und bei Nacht auf Fußgänger gut, bei Radfahrern zeigt es geringe Schwächen. Gut ist die Reaktion auf Fußgänger beim Abbiegen.

Das Fahrzeug verfügt über kein Notbremssystem bei Rückwärtsfahrt.

Aktive Sicherheit: Die Tests der Sicherheits-Assistenten beim Toyota Aygo X liefern gute Ergebnisse. Ein automatisches Notbremssystem ist serienmäßig verbaut. Das AEB-System hat zur Erkennung und Reaktion auf vorausfahrende Fahrzeuge gute Ergebnisse erzielt. Unfälle konnten in den meisten Fällen vermieden werden.

Das Spurhaltesystem korrigiert gut die Lenkung des Fahrzeugs, wenn es von der Spur abweicht, und greift gut in einigen kritischeren Situationen ein.

Hier sehen Sie das Euro NCAP Crashtest-Video zum Toyota Aygo X ∙ Bild: © Euro NCAP, Video: © ADAC e.V.
Hier finden Sie die detaillierten Euro-NCAP-Ergebnisse für den Toyota Aygo X
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Weitere Infos zu den Euro-NCAP-Tests

Weitere und detaillierte Infos finden Sie auch auf der Euro-NCAP-Homepage*

Alle Crashtest-Ergebnisse, die der ADAC veröffentlicht hat, finden Sie auf der Seite ADAC Crashtest. Und die Videos dazu laufen auf dem ADAC Youtube-Kanal.*

Hier finden Sie die detaillierten Euro-NCAP-Ergebnisse der Modelle, die 2021/2022 neu getestet und vom ADAC im Video vorgestellt wurden: Audi A3, Audi Q4 e-tron, BMW 2er Coupé, BMW iX, Citroën C4, Cupra Formentor, Dacia Sandero, Dacia Spring, DS4, Fiat 500e, Ford Mustang Mach-E, Genesis G80, Genesis GV80, Honda e, Honda HR-V, Hyundai Bayon, Hyundai Tucson, Hyundai Ioniq 5, Kia Sorento, Mercedes C-Klasse, Opel Astra, Opel Mokka, Polestar 2, Renault Kangoo, Renault Mégane E-Tech, Renault Zoe, Seat Leon, Škoda Enyaq, Subaru Outback, Toyota Mirai, Toyota Yaris Cross, VW Caddy, VW ID.4, VW T7 und VW Taigo.

Es folgen noch einige aktuelle Ergebnisse im PDF-Format, die schon nach den neuen Euro-NCAP-Regeln 2020 getestet wurden: Honda Jazz, Mazda MX-30, Toyota Yaris und VW ID.3

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Technische Beratung: Burkhard Böttcher, ADAC Technikzentrum