Test Toyota Corolla Cross: Effizient und überraschend flott

Der Toyota Corolla Cross fahrend von vorne
Der Corolla Cross ist ein SUV mit Toyota-typischer Hybridtechnik© Toyota

Eines der beliebtesten Modelle von Toyota gibt es nun in der aktuell populärsten Form: Der Toyota Corolla Cross ist das neueste SUV der Marke. Wie bei Toyota üblich, rollt er als Vollhybrid zu den Händlern. ADAC Test, Bilder, Preise

  • Leistungsstarkes Familienauto: 2,0-Liter-Hybrid mit knapp 200 PS

  • Weniger Schadstoffe und Verbrauch dank neuester Hybridtechnik

  • Preis: ab 35.490 Euro

Es ist schon erstaunlich: Da hat Toyota mit dem CH-R bereits ein SUV in der Kompaktklasse im Angebot, bringt es Ende 2019 unter anderem mit einem stärkeren Hybridmotor auf den neuesten Stand und macht sich nun selbst Konkurrenz. Der neue Corolla Cross ist neben dem CH-R das zweite Toyota-SUV in der Kompaktklasse und muss sich deshalb nicht nur von der externen, sondern auch von der hauseigenen Konkurrenz abgrenzen. Ob dies gelingt? Der ADAC hat es getestet.

Toyota Corolla Cross: Neben dem CH-R ist noch Platz

Der Toyota Corolla Cross fahrend frontal von vorne
Der Corolla Cross erfindet das SUV nicht neu, hinterlässt aber einen soliden Eindruck© Toyota

Der Corolla (der zwischenzeitlich auch mal Auris hieß) ist für den japanischen Autobauer ein Glücksfall. Traditionell ist er einer der meistverkauften Pkw weltweit und zählt auch in Deutschland zu einem der beliebtesten Modelle. Angesichts des immer noch anhaltenden SUV-Booms wirkt da die Idee, den Corolla zu einem SUV zu transformieren, beinahe zwangsläufig ­– Toyota setzt damit die Strategie fort, die 2021 zum Yaris Cross und zum Aygo X geführt hat. Im eigenen SUV-Sortiment soll sich der Neuankömmling zwischen CH-R und RAV4 einreihen.

Zu haben ist er einmal mit einem 1,8-Liter-Hybridmotor mit 103 kW/140 PS. Das getestete 2,0-Liter-Hybridaggregat spult dagegen mit 146 kW/197 PS etwas mehr Leistung als die Topversion des CH-R ab. In 7,5 Sekunden geht es damit von 0 auf 100 km/h. Für ein Auto, das auf Familien abzielt, ein sportlicher Wert. Der CH-R schafft es "nur" auf 135 kW/184 PS und 8,2 Sekunden Beschleunigungszeit. Mit 4,5 Metern ist der Corolla Cross aber nur unwesentlich länger als sein Kompaktlassen-Kumpan, rund zehn Zentimeter.

Insgesamt ist das Platzangebot aber merklich großzügiger: Das neue SUV bringt es auf vom ADAC gemessene 415 Liter Kofferraumvolumen und kann damit erheblich mehr aufnehmen als der CH-R mit seinen mageren 236 Litern. Der Corolla Cross ist damit die alltagstauglichere Option für Familien, die dank nochmals verbesserter Hybridtechnik auch noch sparsamer und schadstoffärmer unterwegs sein können als noch mit der älteren Technik des CH-R.

Sparsamer und agiler Hybrid-SUV

Der Toyota Corolla Cross seitlich stehend
Mit Allradantrieb fühlt sich das neue SUV auch abseits der Teerstraßen wohl© Toyota

Toyota setzt beim neuen Corolla Cross auf die fünfte Generation der ohnehin schon ausgetüftelten Hybrid-Technologie: Wie üblich treibt eine im Vergleich zu einem Plug-in-Hybrid eher klein dimensionierte Batterie einen Elektromotor an, der den Benziner unterstützt und auf kürzeren Strecken wie Tempo-30-Zonen auch mal ganz autark den Antrieb übernimmt. 83 kW/113 PS trägt der E-Motor zur Gesamtleistung bei, bei der alternativ erhältlichen Allradversion schaltet sich zusätzlich ein 30 kW/41 PS starker Elektromotor an den Hinterrädern dazu.

Bei der neuesten Überarbeitung der Hybridtechnik konnte Toyota nach eigenen Angaben das Gewicht der Batterien reduzieren und den Antrieb effizienter machen. Dadurch soll der Verbrauch mit 5,1 Litern (bzw. 5,4 Litern beim Allrad) auf 100 Kilometer recht niedrig ausfallen. Und auch die CO₂-Emissionen halten sich mit 116 Gramm (bzw. 122 Gramm) pro Kilometer in Grenzen. Im ADAC Test kommt der Kandidat diesen Werten ziemlich nahe: 5,4 Liter Super je 100 Kilometer und eine gute Abgasreinigung mit allerdings leicht erhöhtem Partikelausstoß ergeben letztlich die Note 1,9 in der Abteilung Verbrauch/Umwelt oder vier von fünf möglichen Ecotest-Sternen.

Der Toyota Corolla Cross im Detail

Ausgewogenes Fahrverhalten, heulender Motor

Der neue Hybridantrieb ist gelungen. Der starke Motor sorgt für ein kraftvolles Gefühl beim Beschleunigen und bei hohen Geschwindigkeiten. Dank des E-Motors, der etwa beim Anfahren ganz ohne den Benziner auskommt, reagiert das SUV schnell und fährt bei niedrigen Drehzahlen recht leise. Die Messergebnisse zeugen vom Potential des Antriebs. Der Zwischensprint von 60 auf 100 km/h ist in 4,6 Sekunden abgehandelt.

Fast noch wichtiger ist, wie der Corolla von 15 bis 30 km/h anschiebt, denn in diesem Bereich fädelt man nach dem Abbiegen in den fließenden Verkehr ein: In deutlich unter einer Sekunde ist diese Disziplin erledigt.

Das einzige Manko – und auch das ist typisch für einen Toyota-Hybrid: Das automatische Getriebe senkt die Drehzahlen bei starkem Druck aufs Gas oft erst nach quälend langer Zeit. Der Motor heult deshalb häufig laut auf, was gerade bei Überholmanövern unnatürlich und störend wirkt. Insgesamt gelingt dem neuen Toyota aber eine gerade für ein Familienauto sportliche und dynamische Performance, die man dem Corolla Cross aufgrund des doch recht unscheinbaren Äußeren gar nicht zutrauen würde.

Der Corolla ist auch als Cross fahraktiv und sicher. Den ADAC Ausweichtest besteht er mit einem leicht drängenden Heck, das zur Not vom ESP bedarfsgerecht eingefangen wird.

Mit der Bremse lässt sich sachte eingreifen, will man ganz zum Stehen kommen, wirkt der Druckpunkt aber öfter unentschieden. 37,6 Meter Bremsweg aus 100 km/h sind heutzutage allerdings kein guter Wert mehr.

Unauffällige SUV-Optik

Der Toyota Corolla Cross fahrend von vorne
Optisch wirkt der neue Corolla Cross eher gediegen© Toyota

Denn gerade von außen wird schnell der Unterschied zum C-HR deutlich. Während dieser schnittig und angriffslustig aussieht, präsentiert sich der Corolla Cross in einem sehr konventionellen SUV-Look. Das mag uninspiriert wirken, hat aber im Vergleich zu der zerklüfteten Karosserie des CH-R Vorteile, was man an Kofferraumvolumen und Sitzkomfort merkt. Innen präsentiert sich der Corolla Cross dafür umso moderner. Einmal eingestiegen trifft man auf einen 10,5 Zoll großen Touchscreen, der sehr schnell auf Eingaben reagiert, und auf dem man etwa die Navigation dank simpler Menüführung leicht einstellen kann.

Kabellos verwendbares Apple Carplay ist außerdem ein praktisches Detail: So kann man etwa Musik oder das Handy-Telefonbuch auf den Autobildschirm übertragen und von dort aus steuern. Für Android-Betriebssysteme ist diese Funktion auch verfügbar, allerdings nur mit Kabel.

Das Leder von Lenkrad und Sitzen sorgt für keine außergewöhnlichen Designmomente, wirkt durch die gute Verarbeitung aber hochwertig. Gerade beim Sitzen auf der Rückbank merkt man das großzügige Platzangebot. Sind die Vordersitze für 1,85 Meter große Menschen eingestellt, reicht der Fußraum dahinter für an die zwei Meter große Passagiere. Auch nach oben hin bietet der Cross entsprechend viel Platz. Für zwei Personen nebeneinander ist die Innenbreite völlig ausreichend, für drei Erwachsene wird es arg eng. Und hier liegt der größte Vorteil im Vergleich zum CH-R mit seinen eingeschränkten Platzverhältnissen im Fond und den kleinen Fensterflächen, durch die man sich regelrecht eingebaut fühlt.

Der Toyota Corolla Cross Hybrid im Video:

Motorjournalist Lars Hönkhaus unterwegs im Toyota Corolla Cross ∙ Bild: © News to do GmbH, Video: © ADAC e.V.

Umfangreiche Serienausstattung

Der Toyota Corolla Cross von hinten fahrend
Hinten soll eine Rückfahrkamera für mehr Sicherheit sorgen© Toyota

Der größere Nutzwert will mit Preisen ab 39.650 Euro für die 2,0-Liter-Version (Team Deutschland) mit Vorderradantrieb aber erst einmal bezahlt werden. Der Corolla Cross ist deutlich teurer als beispielsweise der Kompakt-SUV-Konkurrent VW T-Cross und rangiert etwa gleich auf mit dem Ford Kuga. Den gibt es allerdings auch als Plug-in-Hybrid. Dafür kommt Toyotas jüngster Neuzugang serienmäßig mit vielen Assistenzsystemen: Unter anderem mit Rückfahrkamera, Auffahrassistenz, adaptiver Geschwindigkeitsregelung, Einparkhilfe und Verkehrsschilderkennung. Letztere scannt die Umgebung allerdings oft recht unzuverlässig.

Praktisch: Die Herstellergarantie kann sich auf bis zu zehn Jahre verlängern, wenn das Auto jährlich bei der Vertragswerkstatt gewartet wird. Zudem wird das Bordsystem via Over-the-Air Updates auf dem aktuellen Stand gehalten.

Toyota hofft mit der SUV-Version des Kompaktwagens Corolla also auf eine Fortsetzung der Corolla-Erfolgsgeschichte. Der ADAC Test legt nahe, dass dies gelingen kann. Das dürfte maßgeblich auch davon abhängen, ob Toyotas Strategie, den Elektro-Trend nur mit einem Hybrid zu bedienen, genügend Kunden auf Dauer überzeugen kann. Man kann den Corolla Cross durchaus empfehlen. Ob es nicht auch der normale Corolla als Kombi mit praktischerem Kofferraum für weniger Geld sein kann, muss jeder für sich entscheiden

Corolla Cross H2: Konzept mit Wasserstoff

Prototyp des Toyota Corolla H2 Concept
Noch dreht der Wasserstoff-Prototyp in Japan seine Runden, ob er in Serie kommt, ist noch fraglich© Toyota

Toyota arbeitet auch an einer Version des Corolla Cross mit Wasserstoff-Antrieb. Anders als bei anderen Modellen mit Brennstoffzelle, bei denen der Wasserstoff über eine Brennstoffzelle einen Elektromotor betreibt, verbrennt bei Toyota ein 1,6-Liter-Turbomotor Wasserstoff statt Benzin. Laut dem japanischen Hersteller soll so der Umstieg auf Wasserstoff künftig günstiger und reibungsloser ablaufen können.

Derzeit wird der Prototyp getestet, dass das Wasserstoff-Modell aber einmal in Serie produziert wird, ist eher unwahrscheinlich. Beim japanischen Langstreckenpokal absolvierte ein wasserstoffbetriebener GR Corolla H2 aber schon eine ganze Saison.

Es ist also eher davon auszugehen, dass Toyota mit dem Prototyp einen ersten Testlauf für neue Antriebsvarianten starten will. Beim Thema Wasserstoff via Brennstoffzelle ist Toyota jedenfalls schon lange Vorreiter mit dem Toyota Mirai.

Toyota Corolla Cross: Technische Daten, Preis

Technische Daten (Herstellerangaben)

Toyota Corolla Cross 2.0 Hybrid Team Deutschland (ab 10/22)

Motorart

Voll-Hybrid

Hubraum (Verbrennungsmotor)

1.987 ccm

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

145

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

197

Drehmoment (Systemleistung)

n.b.

Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor)

6.000 U/min

Antriebsart

Vorderrad

Beschleunigung 0-100km/h

7,7 s

Höchstgeschwindigkeit

180 km/h

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

114 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

5,1 l/100 km

Kofferraumvolumen normal

414 l

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

1.333 l

Leergewicht (EU)

1.515 kg

Zuladung

455 kg

Anhängelast ungebremst

750 kg

Anhängelast gebremst 12%

750 kg

Garantie (Fahrzeug)

3 Jahre oder 100.000 km

Länge x Breite x Höhe

4.460 mm x 1.825 mm x 1.620 mm

Grundpreis

40.390 Euro

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

Toyota Corolla Cross 2.0 Hybrid Team Deutschland

Überholvorgang 60 – 100 km/h

4,6 s

Bremsweg aus 100 km/h

37,6 m

Wendekreis

11,1 m

Verbrauch/CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

5,4 l Super/100 km, 147 g CO₂/km (Well-to-Wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

****

Reichweite

795 km

Innengeräusch bei 130 km/h

69,6 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1456 / 514 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

415 / 830 / 1385 l

ADAC Testurteil

ADAC Testergebnis

Toyota Corolla Cross 2.0 Hybrid Team Deutschland (ab 10/22)

Karosserie/Kofferraum

2,9

Innenraum

2,4

Komfort

2,9

Motor/Antrieb

1,7

Fahreigenschaften

2,8

Sicherheit

1,5

Umwelt/EcoTest

1,9

Gesamtnote

2,2
Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

sehr gut

0,6 - 1,5

gut

1,6 - 2,5

befriedigend

2,6 - 3,5

ausreichend

3,6 - 4,5

mangelhaft

4,6 - 5,5

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