Renault Mégane: Kompakter Golf-Gegner im Test

Renault Megane fahrend von der Seite
Seit der letzten Überarbeitung wirkt Mégane einen Tick markanter ∙ © Renault

Mit LED-Licht, mehr Assistenzsystemen und einem Plug-in-Hybrid hat Renault den Mégane auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. ADAC Test, Bilder, technische Daten

  • Überarbeitete Front- und Heckpartie

  • Jetzt auch mit Plug-in-Hybridantrieb

  • Im ADAC Test: Der Benziner TCe 140

Mit elektrifiziertem Antrieb, mehr Infotainment und sanfter Design-Politur ist der Renault Mégane vor Kurzem in seine zweite Lebenshälfte gestartet. Alle Varianten des Konkurrenten von VW Golf, Ford Focus, Mazda3 oder Opel Astra tragen jetzt LED-Scheinwerfer im Gesicht, dazu einen leicht überarbeiteten Stoßfänger und eine ebenso vorsichtig modifizierte Heckpartie.

Mehr Infotainment, mehr Assistenzsysteme

Cockpit des Renault Megane 2020
Analoge Anzeigen sind vom Armaturenbrett verschwunden ∙ © Renault

Die Franzosen haben dem Mégane im Rahmen des letzten Facelifts zum einen das aus dem Renault Clio bekannte Multimediasystem “Easy Link“ mit großem Tablet-Bildschirm für die Mittelkonsole implantiert, zum anderen den Autobahn- und Stau-Assistenten aus ihrem Flaggschiff Espace. Die Bedienung geht recht einfach von der Hand, wenn auch zahlreiche Einstellungen in den Tiefen des Systems versteckt liegen und der Touchscreen eine lange Blickabwendung vom Verkehrsgeschehen erfordert. Den Umgang im Alltag erschwert auch das Fehlen praktischer Schnellwahltasten für die gängigsten Funktionen und von Drehreglern für die Lautstärke beziehungsweise zum Scrollen und Zoomen.

Je nach gewählter Variante prangt vor dem Lenkrad des Mégane ein digitales Kombiinstrument mit einer Bildschirmdiagonale von zehn Zoll, das auch die Navi-Karte anzeigt. In der getesteten Version "R.S. Line" findet man viele Komfortfunktionen serienmäßig an Bord, die den Fahrer entlasten (beispielsweise Licht- und Regensensor sowie schlüsselloser Motorstart über Startknopf).

Darüber hinaus hat Renault die Ausstattungen und Antriebsoptionen neu sortiert. Für Freunde sportlichen Designs gibt es jetzt statt der bisherigen "GT Line" eine “R.S. Line“, unter anderem mit doppelten Auspuffendrohren, einem speziellen Frontspoiler und Sportsitzen.

Wer auch sportliche Fahrleistungen wünscht, kann wie gehabt zum “R.S.“-Modell mit dynamischer Allradlenkung greifen. Den Mégane-Athleten gibt es nur noch mit dem 221 kW/300 PS starken Antrieb der nach wie vor angebotenen "R.S. Trophy"-Version. Die bisherige Variante mit 205 kW/280 PS ist aus dem Programm gefallen.

Renault Mégane: 140-PS-Version im ADAC Test

Renault Megane stehend von der Seite
Der Plug-in-Hybrid kommt zunächst beim Kombi zum Einsatz ∙ © Renault

Außerdem stehen für den Mégane Benziner und Diesel mit einem Leistungsspektrum von 85 kW/115 PS bis 116 kW/158 PS zur Verfügung, teils nur mit 6-Gang-Handschalter, teils auch und teils grundsätzlich mit 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe. Der goldene Mitte im Motorenangebot markiert der 140 PS starke Vierzylinder-Benziner, der im Testwagen für ordentliche Fahrleistungen sorgt. Angesichts des geringen Hubraums von 1,3 Liter fällt das maximale Drehmoment mit 240 Nm recht hoch aus, dem Turbolader sei Dank.

So gehen Überholvorgänge auf der Landstraße flott von der Hand – von 60 auf 100 km/h benötigt man 5,4 Sekunden. Auch die Elastizitätswerte können sich durchaus sehen lassen, selbst im sechsten Gang beschleunigt der Downsizing-Verbrenner noch wacker. Die Spitze liegt laut Hersteller bei 205 km/h, der Sprint aus dem Stand auf 100 km/h ist mit 9,4 Sekunden angegeben.

Passabel: 6,4 Liter Testverbrauch

Der im ADAC Test gemessene Durchschnittsverbrauch liegt bei 6,4 Liter je 100 Kilometer, innerorts verbraucht das Kompaktmodell 6,4, außerorts sind es 5,7 und auf der Autobahn 7,5 Liter. Mit einer CO₂-Bilanz von 179 g/km kann der Mégane TCe 140 ein passables Ergebnis einfahren.

Im Schadstoffkapitel des ADAC Ecotest schneidet der Franzose sehr gut ab. Sämtliche Schadstoffe liegen laut den Messergebnissen auf einem erfreulich geringen Niveau, lediglich die Partikelanzahl ist in einzelnen Fahrzyklen leicht erhöht. Somit schafft der Mégane letztlich vier von fünf möglichen Ecotest-Sternen.

Reichlich Platz vorne, hinten wird es eng

Renault Megane 2020 Facelift Heck
Renault Mégane Facelift: LED-Leuchten gibt es jetzt in Serie ∙ © Renault

An den Fahreigenschaften des Mégane gibt es kaum etwas auszusetzen. Die Stabilität auf der Autobahn ist gut, die Lenkung stellt nach einem Lenkimpuls spontan in die Mittellage zurück und erlaubt stressfreies Fahren. Der Geradeauslauf ist zufriedenstellend, die Empfindlichkeit auf Spurrinnen nicht störend ausgeprägt. Bei einem plötzlichen Ausweichmanöver, wie es im ADAC Ausweichtest simuliert wird, zeigt der Renault ein sicher beherrschbares Fahrverhalten.

Der Fünftürer bietet in der ersten Reihe ein großzügiges Platzangebot, die Sitze können für knapp 1,95 Meter große Menschen weit genug zurückgeschoben werden. Die Kopffreiheit würde sogar für 2,05 Meter Körpergröße reichen. Hinten geht es deutlich beengter zu. Sind die vorderen Plätze für Personen mit einer Größe von 1,85 Meter eingestellt, reicht die Beinfreiheit für 1,80 Meter große Fond-Passagiere. Für zwei Personen ist die Innenbreite in der zweiten Reihe mehr als ausreichend, bei drei Personen nebeneinander ist man jedoch stark eingeengt – das ist allenfalls für Kurzstrecken zumutbar.

Unter der Kofferraumabdeckung fasst das Ladeabteil gemessene 325 Liter, bis zum Dach sind es 415 Liter – das reicht für acht Getränkekisten. Klappt man die Rückbank um und beschränkt sich auf den Platz bis zur Fensterunterkante (aus Sicherheitsgründen empfohlen), lassen sich bis zu 680 Liter verstauen. Dachhoch passen bis zu 1135 Liter rein.

Mégane-Preise ab 22.100 Euro

Die Preisliste für den Mégane startet bei 22.100 Euro. Dafür gibt es TCe 115 Life mit 85 kW/115 PS. Der vergleichbare Grandtour kostet 23.200 Euro. Der E-Tech Plug-in 160 im Grandtour (siehe unten) ist ab 34.990 Euro zu haben, die Innovationspräme kann noch abgezogen werden.

Die oberste Preislage markiert der mindestens 45.000 Euro teure "R.S. Trophy" mit Doppelkupplungsgetriebe. LED-Scheinwerfer sind jetzt im Mégane Bestandteil der Serienausstattung. Die sparsamen Leuchten finden sich aktuell bei fast allen neuen oder überarbeiteten Modellen aller Hersteller, da sie als “Öko-Innovation“ wichtige Bonuspunkte bei der Berechnung der CO₂-Flottenbilanz bringen.

Lesen Sie hier den ausführlichen Test des Renault Mégane TCe 140 als PDF
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Renault Mégane TCe 140: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)

Renault Mégane TCe 140 R.S. Line

Motor/Antrieb

4-Zylinder-Turbobenziner, 1332 cm³, 103 kW/140 PS, 240 Nm bei 1600 U/min

Fahrleistungen

9,4 s auf 100 km/h, 205 km/h Spitze

Verbrauch (NEFZ)

5,4 l Super/100 km, 123 g CO₂/km

Maße

L 4,36 / B 1,81 / H 1,44 m

Kofferraum

402 – 1247 l

Leergewicht / Zuladung

1289 / 495 kg

Anhängelast (ungebremst / gebremst)

640 / 1650 kg

Garantie

2 Jahre

Preis

ab 29.100 €

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

Renault Mégane TCe 140 R.S. Line

Überholvorgang 60 – 100 km/h

5,4 s

Bremsweg aus 100 km/h

34,6 m

Wendekreis l / r

11,6 / 11,2 m

Verbrauch/CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

6,4 l Super/100 km, 179 g CO₂/km (Well-to-Wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

****

Reichweite

730 km

Innengeräusch bei 130 km/h

67,0 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1314 / 483 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

325 / 680 / 1135 l

ADAC Testergebnis

ADAC Testergebnis

Renault Mégane TCe 140 R.S. Line

Karosserie/Kofferraum

2,9

Innenraum

2,6

Komfort

2,6

Motor/Antrieb

2,3

Fahreigenschaften

2,2

Sicherheit

2,5

Umwelt/Ecotest

2,4

Gesamtnote

2,5

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppel gewertet

Erstmals als Plug-in-Hybrid

Ein wichtiger Schritt für die Mégane-Baureihe ist der erstmals angebotene Plug-in-Hybridantrieb aus einem 1,6-Liter-Benziner und zwei Elektromotoren namens E-Tech. Er leistet 118 kW/158 PS und kommt im Stadtverkehr dank seiner Batterie-Kapazität von 9,8 kWh und dank der von Renault versprochenen hohen Rekuperationsleistung laut WLTP-Prüfzyklus rein elektrisch bis zu 65 Kilometer weit. Danach fährt er im "normalen" Hybridmodus zusammen mit dem Verbrenner weiter.

In der Praxis sollten rund 50 Kilometer lokal emissionsfrei zu schaffen sein, die "elektrische" Höchstgeschwindigkeit liegt bei 135 km/h. Zunächst kam der Kombi “Grandtour“ in den Genuss des Antriebs, ab Mitte 2021 ist dann auch der kompakte Fünftürer dran.

Sehen Sie hier das Youtube-Video zum ADAC Test des 2019er Mégane R.S. Trophy

ADAC Test des 2019er Renault Mégane R.S. Trophy ∙ Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Renault

Rudolf Huber mit Material von SP-X

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