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Der ADAC

Mercedes GLC 220 d: So gut ist der Stuttgarter Edel-SUV

silberner Mercedes GLC faehrt auf Strasse
Mercedes GLC mit LED-Scheinwerfern, Schürzen und Chrompaket ∙ © Daimler

Den Mercedes GLC gibt es als Plug-in-Hybrid und als Verbrenner. Dabei wird der Diesel den Anforderungen der meisten Kunden wohl am ehesten gerecht. Der 220 d im ADAC Test.

  • Der komfortable SUV zeigt nur wenige Schwächen

  • Diesel-Emissionen sind vorbildlich gereinigt

  • Mit Extras wird der GLC extrem teuer

Der Mercedes GLC ist für Mercedes ein wichtiges Auto. Basierend auf der technischen Plattform der C-Klasse gehört der beliebte SUV zu den Modellen, die das Geld verdienen sollen, das der Konzern in Zeiten der Krise und des Umbruchs braucht.

Folgerichtig hat Mercedes der Baureihe ein Motorenprogramm spendiert, das seinesgleichen sucht. Es gibt den GLC nicht nur mit klassischen Verbrennungsmotoren, sondern auch in zwei Plug-in-Hybrid-Varianten mit Diesel- und Benziner-Beteiligung, dazu als Elektroauto (in Form des EQC). Vorübergehend wurde er auch mit Brennstoffzelle (F-Cell) und Wasserstoff als Energiequelle angeboten. Dieser Antriebsart wurde inzwischen aber wieder der Stecker gezogen.

Wie bei Mercedes üblich, kann man auch den GLC mit allem erdenklichen Komfort sowie etlichen Sicherheitsdetails ausstatten. Es soll möglichst jedes Kundenbedürfnis zufriedengestellt werden können. Das macht ihn aber sehr teuer in der Anschaffung.

Dieselkraft gepaart mit Allradantrieb

roter Mercedes GLC faehrt auf Strasse
Den GLC gibt es auch als AMG-Versionen ∙ © Mercedes

Bei allen Diskussionen um den Diesel – gegen einen kostengünstigen und kraftvollen Antrieb haben Autofahrer noch nie etwas gehabt. Und so werden sich sehr viele Kunden auch nach wie vor für einen Selbstzünder entscheiden. Zumindest, wenn er nachweislich saubere Abgase hat. Der ADAC hat sich beim Test für den zweitstärksten Diesel entschieden. Der 220 d mit 143 kW/194 PS kostet gut 3000 Euro mehr als der in etwa gleich starke Basisbenziner, ist dafür aber deutlich kräftiger im Durchzug bei niedrigen Drehzahlen sowie sparsamer im Verbrauch. Die Kraft wird bei allen Motorvarianten mittels 9-Gang-Automatik übertragen, und auch der Allradantrieb ist immer dabei.

Mercedes GLC 220 d: Sauber und komfortabel 

Sauber ist er, der Mercedes GLC 220 d. Selbst bei Volllast auf der Autobahn kommen kaum noch Stickoxide aus dem Auspuff. Gemessen wurden weniger als 20 Milligramm NOx pro Kilometer. Der gesetzliche Grenzwert für die RDE-Straßenmessungen liegt bei 120 Milligramm. Auch die Partikelemissionen sind dank des Dieselpartikelfilters sehr niedrig.

Im ADAC Ecotest gibt es dafür volle 50 Punkte in der Schadstoffbewertung. Trotzdem bekommt der Mercedes GLC 220 d am Ende nur drei Sterne in der Umweltbewertung. Grund: Der Kraftstoffverbrauch fällt mit 6,6 Litern Diesel pro 100 Kilometer relativ hoch aus. Ein Nachteil der SUV-Karosserie. Kleinere und leichtere Autos können in der Regel sparsamer bewegt werden.

Große Klasse ist der Mercedes GLC hinsichtlich seines Fahrkomforts. Vor allem dann, wenn wie im Testwagen eine Luftfederung installiert ist. Dazu kommen das niedrige Innenraumgeräusch, die passgenauen Sitze und die adaptive Lenkung, deren Kraftaufwand sich der Geschwindigkeit anpasst. Beim Rangieren angenehm leichtgängig, bei mittleren bis hohen Geschwindigkeiten mitteilsam genug über den jeweiligen Straßenzustand.

Kein Motorbrummen, keine Vibrationen

Motor eines Mercedes GLC
Die neuen Motoren arbeiten deutlich effizienter ∙ © Mercedes

Der Zweiliter-Diesel mit 194 PS und maximal 400 Nm Drehmoment ist aktuell die Allzweckwaffe von Mercedes und ein Erfolgsgarant für gute Fahrleistungen. Er beschleunigt den Mittelklasse-SUV nachdrücklich, wenngleich nicht überbordend, weil knapp zwei Tonnen Leergewicht doch ein wenig aufs Temperament drücken. Dazu hat Mercedes ihm gute Manieren beigebracht. Motorbrummen oder Vibrationen sind so gut wie nie zu spüren. Schade nur, dass sich Wandlerautomatik und Motor oft erst sortieren müssen, bis die volle Kraft zur Verfügung steht.

Bequem Platz für vier Personen

Ein wichtiges Kapitel bei der Entscheidung von Autokäufern ist natürlich das Platzangebot. Und auch hier leistet sich der Mercedes GLC keine Schwäche. Die Sitze vorne lassen sich
für über zwei Meter große Menschen weit genug zurückschieben. Die Kopffreiheit würde sogar für 2,2 Meter Körpergröße ausreichen. Reichlich Platz steht auch auf der Rückbank zur
Verfügung. Nur für drei Erwachsene würde es etwas eng werden.

Nicht ganz so tadellos steht der GLC in Sachen Kofferraumabteil dar. Das fasst bei normaler Beladung nämlich nur 350 Liter. Immerhin stehen unter dem Ladeboden noch 130 Liter Stauraum zur Verfügung. Die Ladekante befindet sich 72 Zentimeter über der Straße und damit zur Beladung mit Getränkekisten oder schweren Koffern etwas hoch. Dafür gelingt das Ein- und Aussteigen auf die Vordersitze nahezu mühelos.

Bedienung: Viele Funktionen

Cockpit eines Mercedes GLC
Neu ist der Touchscreen mit natürlicher Sprachsteuerung ∙ © Mercedes

Mit dem letzten Facelift hat auch das Infotainmentsystem MBUX in den GLC Einzug gehalten. Bei diesem Bediensystem hat der Fahrer die Wahl, ob er Befehle über die beiden Touchflächen am Lenkrad, das Touchpad auf der Mittelkonsole, die Touchfunktion des Infotainmentsystems selbst oder über die Sprachsteuerung eingibt, wobei man mit letzterer nicht alle Funktionen ansteuern kann. Der Funktionsumfang ist gewaltig, die Bedienung zunächst auch verwirrend. Hat man sich aber mit den Eingabemethoden und den Menüstrukturen erst einmal angefreundet, kann man damit gut zurecht kommen.

Ist der Grundpreis von gut 49.000 Euro für den GLC 220 d schon nicht ohne, muss man bei der Höhe des Testwagen-Preises noch mehr schlucken. Mit Extras wie einem Lichtpaket, der Luftfederung, dem Spur- und Spurwechselassistenten sowie einigen Annehmlichkeiten mehr kostet der brav motorisierte GLC 75.619 Euro.

Hier können Sie den ausführlichen Test des Mercedes GLC 220 d als PDF herunterladen
PDF, 875 KB
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Mercedes GLC: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)Mercedes GLC 220 d 4Matic 9G-Tronic

Motor/Antrieb

Vierzylinder-Turbodiesel, 1950 cm³, 143 kW/194 PS, 400 Nm bei 1600 U/min

Fahrleistungen

7,9 s auf 100 km/h, 215 km/h Spitze

Verbrauch (nach WLTP)

6,2 l Diesel/100 km, 162 g CO₂/km

Maße

L 4,66 / B 1,89 / H 1,64 m

Kofferraum

505 – 1600 l

Leergewicht / Zuladung

1835 / 665 kg

Anhängelast (ungebremst / gebremst)

750 / 2500 kg

Garantie allgemein / Rost

2 Jahre / 30 Jahre

Preis

ab 49.224,60 €

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)Mercedes GLC 220 d 4Matic 9G-Tronic

Überholvorgang 60-100 km/h

5,5 s

Bremsweg aus 100 km/h

35,3 m

Wendekreis

11,8 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

6,6 l Diesel/100 km / 210 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

***

Reichweite

755 km

Innengeräusch bei 130 km/h

66,4 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1920 / 580 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

350 / 725 / 1335 l

ADAC Testergebnis

ADAC TestergebnisMercedes GLC 220 d 4Matic 9G-Tronic

Karosserie/Kofferraum

2,4

Innenraum

2,1

Komfort

1,9

Motor/Antrieb

1,7

Fahreigenschaften

2,2

Sicherheit

1,3

Umwelt/Ecotest

2,9

Gesamtnote

2,1

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppel gewertet

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