Polestar 2: So kommt der Elektro-Volvo aus China

29.4.2019

Volvos Elektromarke Polestar macht 2020 dem Tesla Model 3 Konkurrenz. Die Limousine Polestar 2 soll 500 Kilometer Reichweite haben und zwischen 39.900 und 59.900 Euro kosten. Daten, Bilder, Fakten, Reichweite. 

Elektroauto Polestar 2 von schräg vorne
Polestar 2: Neues Elektroauto in der Mittelklasse
  • Mit 78 kWh-Batterie soll das Elektroauto bis zu 500 Kilometer schaffen
  • Leistung satt: 300 kW/408 PS sorgen für sehr sportliche Fahrleistungen
  • Bestellbar ist der Polestar 2 ausschließlich online

 

Dass ein Hersteller explizit einen Haupt-Konkurrenten nennt, ist ungewöhnlich. Doch die neue Marke Polestar als Ableger des Volvo-Mutterkonzerns Geely weiß, mit wem sie sich messen will: Mit dem Tesla Model 3. Folglich ist das zweite Modell der Marke, der Polestar 2, größenmäßig in der Mittelklasse angesiedelt. Das Platzangebot dürfte daher mit einem BMW 3er oder einer Mercedes C-Klasse zu vergleichen sein. Optisch könnte der Polestar auch als neuer Saab durchgehen.

Und ganz nach dem Vorbild Tesla Model 3 soll die Stufenhecklimousine am Anfang erst in den teuersten Versionen zu haben sein. Die Produktion startet in China zwar 2020, doch bis 2021 werden erst einmal die "Launch Modelle" für happige 59.900 Euro angeboten. Danach soll auch eine Version ab 39.900 Euro in den Preislisten stehen – wahrscheinlich mit kleinerer Batterie.

78-kWh-Batterie, 500 Kilometer Reichweite

Nicht wenig Geld, selbst wenn Polestar von einer Reichweite von 500 Kilometern nach dem realitätsnahen WLTP-Zyklus spricht. Als Kraftquelle dient eine Batterie im Unterboden. Sie kann 78 kWh Energie speichern und besteht aus 27 einzelnen Modulen. Über verschiedene Roamingpartner wird dem Polestar-Käufer Zugang zu einer Vielzahl von Ladesäulen ermöglicht.

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Der Elektroantrieb des allradgetriebenen Polestar 2 entwickelt satte 300 kW/408 PS und soll für eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in unter fünf Sekunden gut sein. Drehmoment: 660 Nm. Gegen Aufpreis ist ein Sportpaket mit 20-Zoll-Rädern, Brembo-Bremsen und Sportfahrwerk erhältlich.

Polestar 2: Das erste Auto mit Android-Betriebssystem

Zoom-In
Elektroauto Polestar 2 von hinten
Von hinten sieht der Polestar 2 den Volvo-Brüdern ähnlich

Der Polestar 2 ist eines der ersten Fahrzeuge, in das ein Android-Betriebsystem für das Infotainment eingebaut ist. Somit dürfte nicht nur eine perfekte Smartphoneanbindung garantiert sein, man bekommt über den 11-Zoll-Bildschirm im Auto auch Zugang zu Google Assistant (Sprachbedienung), Google Maps und zum App-Store Google Play.

Das Smartphone ersetzt den Autoschlüssel und kann das Auto öffnen und starten. Ein veganes Interieur soll bei den Kunden genauso punkten wie rahmenlose Außenspiegel oder ein in das Panoramadach gespiegeltes Markenlogo.

Als Startländer nennt der Hersteller China, USA, Kanada, Belgien, Deutschland, die Niederlande, Norwegen, Schweden und Großbritannien – der Elektrowagen kommt also sofort nach Produktionsbeginn auf die wichtigsten Märkte. Bestellen lässt sich der Polestar 2 übrigens nur via Internet; auf ein teures Händlernetz will die Marke offenbar verzichten.

Nach der Präsentation auf dem Genfer Autosalon im März 2019 plant Polestar mit dem Fahrzeug im Laufe des Jahres eine Roadshow und zeigt das Fahrzeug in verschiedenen Städten. Dann sollen auch "Polestar-Spaces" entstehen, wo man das Auto probefahren kann. Ganz ohne Kundenkontakt klappt ein Autoverkauf also doch nicht.

 

Text: Jochen Wieler. Fotos: Stefan Isaksson/Polestar.

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