Menü
Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Versicherungen & Finanzen
Mitgliedschaft
Services
Der ADAC

Jaguar E-Pace: Das kann der britische Kompakt-SUV

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Mit dem nur 4,40 Meter langen Kompakt-SUV E-Pace will die Marke Jaguar neue Kunden erschließen. Ob das gelingt? Der Konkurrent des Audi Q3 und BMW X1 im ADAC Test. Preis: ab 35.979,50 Euro. Plus: Crashtest-Ergebnisse

  • Kompakter SUV mit noblem Anspruch

  • 180-PS-Diesel: Testverbrauch 7,1 Liter/100 km

  • Federung sportlich statt komfortabel

Auch Jaguar reitet voll auf der SUV-Welle. Neben dem größeren F-Pace und dem elektrischen I-Pace gibt es auch den kompakten E-Pace. Ein logischer Schritt, schließlich müssen die Briten Modellen wie BMW X1Audi Q3 und Volvo XC40 Paroli bieten. Sie setzen auf eine Klientel, die für einen Premium-Hersteller besonders wichtig ist: Kunden, die bisher einen Ford Kuga oder Nissan Qashqai gefahren sind, sich nun etwas gönnen wollen und zum ersten Mal zu einer nobleren Marke greifen.

Alle Diesel mit SCR-Kat und AdBlue-Einspritzung

Das nötige Kleingeld vorausgesetzt. Zwar klingt der Einstiegspreis von 35.979,50 Euro nicht überteuert, doch dann muss man sich mit dem Basisdiesel mit 150 PS, Frontantrieb, Schaltgetriebe und Stoffsitzen begnügen. Soll der Wagen aber standesgemäß ausgestattet, besser motorisiert sein und automatisch schalten, muss man eher mit mehr als 50.000 Euro kalkulieren. Die getestete Version E-Pace S (180 PS Diesel, Allrad) kommt auf gut 45.000 Euro Basispreis. Derzeit gibt es drei Diesel (150, 180, 240 PS) und drei Benziner (200, 249 und 300 PS). Lobenswert: Alle Diesel werden mit SCR-Kat und AdBlue-Einspritzung ausgeliefert, um die umstrittenen Stickoxidemissionen wirksam zu reduzieren. Eine elektrifizierte Version des E-Pace soll noch kommen.

Der kompakte SUV ist kein Leichtgewicht

Zum ADAC Test stand dem ADAC der 180-PS-Diesel mit Schaltgetriebe zur Verfügung. Damit ist der E-Pace an sich ausreichend motorisiert. Allerdings spricht der Motor bei niedrigen Dreh- zahlen eher träge an, um dann oberhalb von 2000 Umdrehungen umso nachdrücklicher anzuschieben. In Kombination mit dem lang übersetzten Sechsgang-Schaltgetriebe ergibt sich ein durchwachsenes Bild; während der Überholvorgang mit einer Beschleunigung von 60 auf 100 km/h in etwas über sechs Sekunden zügig erledigt wird, fehlt dem E-Pace im sechsten Gang bei niedrigen Drehzahlen die Puste für eine angemessene Beschleunigung. 60 auf 100 km/h dauern sehr lange 27,4 Sekunden im höchsten Gang, im fünften klappt das dann in etwa 14 Sekunden.

Grund: Das für einen kompakten SUV sehr hohe Leergewicht macht sich hier bemerkbar. Auch beim Verbrauch übrigens. 7,1 Liter im ADAC Ecotest sind nicht sonderlich sparsam. Das geht mittlerweile besser. Gut dagegen: Die Schadstoffanteile im Abgas fallen niedrig aus.

Das Sechsganggetriebe ist insgesamt zufriedenstellend geführt, es zeigt sich etwas störrisch und kratzig beim Schalten. Daran ist wohl auch der etwas ungünstige Winkel verantwortlich, in dem der Fahrer die Schaltung betätigen muss, da der Schalthebel vergleichsweise hoch angeordnet ist; die Schaltwege sind aber zumindest schön kurz.

Das Fahrwerk wurde auf Agilität ausgelegt und nicht etwa auf einen sehr hohen Federungskomfort: So kommen Fahrbahnstöße teilweise doch überraschend deutlich zu den Insassen durch. Für einen SUV fährt sich der E-Pace aber erfreulich agil – auch wenn das ESP manchem ein wenig zu spät eingreifen dürfte.

Gute Smartphone-Anbindung und WLAN-Hotspot

Als technische Basis des bei Magna Steyr in Graz gebauten E-Pace dient die Plattform des Range Rover Evoque. Dadurch hat der Jaguar auch den Allradantrieb des Bruders geerbt, bietet aber nicht dessen spezielle Allradfahrprogramme. Nur eine Bergabfahrhilfe für steiles Gelände ist an Bord. Die jüngeren Kunden, die Jaguar anpeilt, legen aber ohnehin eher Wert auf andere Dinge: Eine gute Smartphone-Anbindung etwa, über die sich bestimmte Apps (Spotify etc.) auf dem Bildschirm nutzen lassen, USB-Buchsen (fünf an der Zahl) zum Laden von externen Geräten und ein WLAN-Hotspot, über den jeder Mitfahrer mit Tablet oder Smartphone ins Internet gehen kann.

Wer will, kann sogar den klassischen Schlüssel durch ein "Wearable“ ersetzen, das aussieht wie ein Fitnessarmband und ums Handgelenk gelegt wird. Warum sich bei all der Technik das Smartphone nicht induktiv laden lässt, bleibt rätselhaft – das kann mittlerweile selbst ein VW Polo.

Die üblichen Funktionen des Alltags lassen sich leicht bedienen. Die meisten Schalter sind recht groß und klar beschriftet sowie im Blickfeld des Fahrers. Eine Ausnahme machen allerdings die Tasten links unten am Armaturenbrett. Der Startknopf wird vom Lenkradkranz je nach Fahrerstatur teilweise verdeckt.

Jaguar/Land Rover: Mit indischer Mutter

Jaguar Land Rover (JLR) mit Sitz in Coventry gehört zum indischen Tata-Konzern und spürt wie viele Mitbewerber die schwierige Lage in der Autoindustrie. 2017 verkauften die Engländer 621.109 Fahrzeuge. Auf das Konto von Jaguar gingen dabei 178.601 Stück. Im Geschäftsjahr 2019/2020 setzte JLR noch insgesamt 508.659 Fahrzeuge ab.

Genügend Platz – auch hinten

Obwohl der E-Pace nur 4,40 Meter lang ist – und somit einen Opel Astra nur um drei Zentimeter übertrifft –, herrschen keine beengten Platzverhältnisse. Kopf- und Beinfreiheit fallen hinten für Personen bis 1,90 Meter Größe überraschend gut aus. Der Kofferraum ist mit einem Fassungsvermögen von gemessenen 330 bis 1215 Liter zwar nicht annähernd so üppig wie von Jaguar versprochen (577 bis 1234 Liter), doch für die Fahrzeuggröße ist das noch ok. Zumal sich das gut zugeschnittene Gepäckabteil gut nutzen lässt. So fehlt es Jaguars günstigstem Modell auch nicht an praktischem Nutzwert.

Ist der E-Pace also der Jaguar fürs Volk? Nach Jaguar-Maßstäben auf jeden Fall, denn der E-Pace ist in Deutschland das meistverkaufte Modell der Briten. Jeder dritte Jaguar-Kunde nimmt einen E-Pace.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum Jaguar E-Pace S D180 AWD als PDF herunterladen
PDF, 725 KB
PDF ansehen

Technische Daten Jaguar E-Pace

Technische Daten (Herstellerangaben)Jaguar E-Pace S D180 AWD

Motor

4-Zylinder-Turbodiesel, 1999 cm³, 132 kW/180 PS, 430 Nm bei 1750 U/min

Fahrleistungen

9,9 s auf 100 km/h, 207 km/h Spitze

Verbrauch (nach WLTP)

7,2 l Diesel auf 100 km, 189 g CO₂/km

Maße

L 4,40 / B 1,98 / H 1,65 m

Kofferraum

577 – 1234 l

Preis

45.191,26 €, Baureihe ab 35.979,50 €

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

Überholvorgang 60-100 km/h

6,2 s

Bremsweg aus 100 km/h

36,5 m

Wendekreis

11,8 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

7,1 l Diesel/100 km , 225 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

***

Reichweite

785 km

Innengeräusch bei 130 km/h

67,1 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1895 / 505 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

330 / 735 / 1215 l

ADAC Testergebnis

ADAC TestergebnisGesamtnote: 2,7

Karosserie/Kofferraum

2,7

Innenraum

2,2

Komfort

2,6

Motor/Antrieb

2,8

Fahreigenschaften

2,8

Sicherheit

2,2

Umwelt/Ecotest

3,5

Das hat uns gefallen: Gutes Platzangebot vorn. Gute Serienausstattung. Zusätzlich viele Ausstattungen aus höheren Klassen lieferbar. Fußgängerschutzairbag Serie. Sicheres Keyless-System

Das hat uns nicht gefallen: Einige Ausstattungen für Handschalter nicht lieferbar. Hoher Verbrauch. Straffe Fahrwerksabstimmung. Sehr hohes Gewicht

5 Sterne im Euro-NCAP-Crashtest

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Euro NCAP

Der Jaguar E-Pace erreicht volle 5 Sterne. Er ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern vorne und hinten ausgestattet. Vorne sind zusätzlich Seitenairbags verbaut. Der Insassenschutz ist gut, das Verletzungsrisiko ist für Erwachsene und Kinder überwiegend gering bis sehr gering. Allerdings ist der Oberkörper des Fahrers im Offsetcrash einem mittleren Verletzungsrisiko ausgesetzt, die Belastungen auf das linke Schienbein sind hoch.

Hinten sind Isofix-Halter montiert mit i-Size-Kennzeichnung. Der Frontairbag auf der Beifahrerseite ist deaktivierbar, Isofix-Anbindungen sind für den Beifahrersitz nicht erhältlich. Der E-Pace ist mit einem einfachen Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten serienmäßig ausgestattet.

Hier finden Sie viele weitere Fahrberichte und Autotests.