Hyundai Bayon im ADAC Test: Wie gut ist das preisgünstige Mini-SUV?
Von Jochen Wieler

Der Hyundai Bayon hat fast die gleichen Abmessungen wie der Kona von Hyundai und tritt ebenfalls in der Klasse der Mini-SUV an. Da stellt sich die Frage, was er besser können soll. ADAC Test, Daten, Preise.
Bayon: Mini-SUV von Hyundai ab 23.900 Euro
ADAC Test: Bayon mit 100 PS
Viel Platz, gute Sitze, einfache Bedienung
Lückenfüller zwischen Polo und Golf

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Dass die koreanischen Autobauer schnell lernen, haben sie längst bewiesen. Relativ rasch hat sich die Marke vom belächelten Billiganbieter zum Trendsetter entwickelt. Das Mini-SUV Hyundai Bayon hingegen macht dieser Tage auf den ersten Blick nicht viel Sinn. Schließlich hat Hyundai mit dem Kona bereits einen Vertreter im Segment von VW T-Cross, Seat Arona und Opel Crossland zu bieten. Aber er passt. Nämlich genau in die Lücke zwischen VW Polo und VW Golf.
Mini-SUV mit viel Platz
Der Hyundai Bayon ist 4,18 Meter lang. Umso überraschender fällt sein Platzangebot aus. Vorn wie hinten sitzen bis zu 1,95 Meter große Personen angenehm. Die Sitze sind bequem. Beim Kofferraumvolumen überragt der Bayon mit nominell 411 Litern Fassungsvermögen den Kona sogar um 37 Liter. Nach ADAC Messmethode bleiben bei den Prüflingen noch 305 bis 1175 Liter übrig, beim Kona kamen die Ingenieure auf 225 bis 1070 Liter. Sprich: Beim praktischen Nutzwert steht der Bayon dem Kona in nichts nach – im Gegenteil.
Wer seine Augen im Innenraum schweifen lässt, blickt leider auf viel hartes Plastik, selbst der Dachhimmel ist eine Billigversion ohne schönen Stoffüberzug. Allerdings hat auch die Konkurrenz hier keine besseren Materialien zu bieten. Die Verarbeitung ist jedenfalls tadellos, nichts klappert oder scheppert auf schlechten Fahrbahnen.

Bedienbarkeit gut
In Sachen Bedienung macht es einem der Bayon mit praktischen Direktwahltasten unterhalb des großen Touchscreens und den separaten Schaltern für die Klimaanlage leicht. Zur Fahrerinformation bietet der Bayon eine Reihe von in dieser Fahrzeugklasse innovativen Funktionen. Dazu gehört eine optionale, vernetzte Routen-Navigation, die dank Cloud-Umgebung genauere Verkehrsprognosen und Ankunftszeiten liefert. Eine sogenannte Last-Mile-Navigation ermöglicht es dem Fahrer nach dem Parken, den Weg bis zum Zielort per Smartphone-Navigation fortzusetzen.
Die Fahr- und Infotainment-Funktionen sind über das digitale Cockpit mit 10,25-Zoll-Display und je nach Ausstattung über einen 8-Zoll-Farb-Touchscreen oder das 10,25-Zoll-Navigationssystem abruf- und bedienbar. Apple CarPlay und Android Auto garantieren die Integration aller gängigen Smartphones – in Kombination mit dem 8-Zoll-Farb-Touchscreen auch per Bluetooth. Zudem steht eine kabellose Ladefunktion für Smartphones zur Verfügung.
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Hyundai Bayon: So fährt sich das kleine SUV

Im Test tritt der Hyundai mit einem Einliter-Dreizylinder-Turbobenziner an, der 100 PS leistet und ein maximales Drehmoment von bis zu 200 Nm erzeugt. Damit ist der Bayon für seine Fahrzeugklasse angemessen motorisiert. In der Stadt wirkt der Wagen zügig, auf der Autobahn geht dem Motor dagegen schnell die Puste aus. Der Verbrauch liegt im ADAC Test bei 6,6 Liter pro 100 Kilometer. Dieser Kraftstoffkonsum ist angesichts der Fahrzeugklasse kein Ruhmesblatt.
Das Fahrwerk des Bayon ist in der Summe ausgewogen abgestimmt, es federt die Unzulänglichkeiten der Straßen ordentlich weg und reicht nur harte Kanten spürbar bis zu den Insassen durch. Auf der Autobahn ist man dafür, dass man in einem Kleinwagen sitzt, recht entspannt unterwegs, eine gewisse Unruhe durch leichtes Karosseriezittern fährt allerdings immer mit. Die Lenkung reagiert auf Lenkbefehle recht ordentlich, sie bietet aber nur eine mäßige Rückmeldung und ein eher synthetisches Lenkgefühl.
Preis und Fazit: Der Bayon ist günstiger als der Kona
Der Bayon startet im Konfigurator ab 23.900 Euro. Damit ist er günstiger als ein Kona und somit eine sinnvolle Alternative im eigenen Modellprogramm. Für das getestete Prime-Modell werden aber 30.100 Euro fällig.
Was im Test gefallen hat: gutes Platzangebot vorn, sehr umfangreiche Serienausstattung, lange Garantielaufzeit
Was im Test nicht gefallen hat: unzuverlässiger Einklemmschutz der Fenster, einfache Materialien im Innenraum, Beifahrersitz nicht in der Höhe einstellbar, überdurchschnittlich hoher Verbrauch
Hyundai Bayon: Technische Daten, Preis
Technische Daten (Herstellerangaben) | Hyundai Bayon 1.0 T-GDI Prime DCT (06/24 - 11/25) |
|---|---|
Motorart | Otto |
Hubraum (Verbrennungsmotor) | 998 ccm |
Leistung maximal in kW (Systemleistung) | 74 |
Leistung maximal in PS (Systemleistung) | 100 |
Drehmoment (Systemleistung) | 200 Nm |
Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor) | 6.000 U/min |
Antriebsart | Vorderrad |
Beschleunigung 0-100km/h | 12,4 s |
Höchstgeschwindigkeit | 176 km/h |
CO2-Wert kombiniert (WLTP) | 124 g/km |
Verbrauch kombiniert (WLTP) | 5,5 l/100 km |
Leergewicht (EU) | 1.195 kg |
Zuladung | 465 kg |
Anhängelast ungebremst | 450 kg |
Anhängelast gebremst 12% | 910 kg |
Garantie (Fahrzeug) | 5 Jahre |
Länge x Breite x Höhe | 4.180 mm x 1.775 mm x 1.500 mm |
Grundpreis | 30.100 Euro |
ADAC Messwerte
| ADAC Messwerte (Auszug) | Hyundai Bayon 1.0 T-GDI Prime DCT |
|---|---|
Überholvorgang 60 – 100 km/h | 7,5 s |
Bremsweg aus 100 km/h | 35,6 m |
Wendekreis | 11,1 m |
Verbrauch/CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest | 6,6 l Super/100 km, 151g CO₂/km (Well-to-Wheel) |
Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne) | **** |
Reichweite | 605km |
Innengeräusch bei 130 km/h | 67,9 dB(A) |
Leergewicht / Zuladung | 1220/440 kg |
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch | 405/720/1175l |
ADAC Testergebnis
ADAC Testergebnis | Hyundai Bayon 1.0 T-GDI Prime DCT (06/24 - 11/25) |
|---|---|
Karosserie/Kofferraum | 3,1 |
Innenraum | 2,6 |
Komfort | 3,1 |
Motor/Antrieb | 2,7 |
Fahreigenschaften | 2,6 |
Sicherheit | 2,0 |
Umwelt/EcoTest | 2,4 |
Gesamtnote | 2,6 |
sehr gut
0,6 - 1,5
gut
1,6 - 2,5
befriedigend
2,6 - 3,5
ausreichend
3,6 - 4,5
mangelhaft
4,6 - 5,5
Was sind eigentlich Mini-SUVs und wo haben Sie Vorteile? Alles Wissenswerte
Text: Jochen Wieler mit Material von SP-X



