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Ford Puma ST: Wilder SUV mit drei Zylindern

Ford Puma ST fahrend von vorne
Muskulöser Auftritt: Der Puma ST auf Fiesta-Basis ∙ © Ford

Mit dem Puma bietet Ford seit 2019 ein Kleinwagen-SUV auf Fiesta-Basis. Jetzt erhält der Puma ST einen bärenstarken Antrieb mit 200 PS. Testfahrt, technischen Daten, Preis.

  • Neuer Dreizylinder mit 200 PS

  • Straff abgestimmtes Fahrwerk

  • Direkte Lenkung, enge Sitze

  • Preis: ab 30.121 Euro

Wenn Ford für seine Bestseller Fiesta, Focus, Mondeo oder Kuga das jeweilige ST-Modell auflegt – ST steht für "Sports Technologie" –, dann wissen die Kunden, was sie erwartet: Ein straßentauglicher Sportwagen, dem man seine Leistung nicht auf den ersten Blick ansieht.

Beim Fiesta-Ableger Puma in der ST-Version (ab 30.121 Euro) ist es nicht anders. Doch hier bekommt das sportliche Coupé endlich die Leistung und Agilität spendiert, die sein Name verspricht – plus ein paar nette Details.

Nur leichte optische Unterschiede

Ford Puma ST fahrend von hinten
Markante Heckpartie mit Dachspoiler und Doppelrohr-Auspuff ∙ © Ford

Äußerlich unterscheidet sich der ST vom normalen Puma nur leicht. Eine veränderte Frontschürze mit Wabengitter und größeren Lufteinlässen sowie ein kleiner Spoiler weisen auf den 4,23 Meter langen Sport-SUV hin, erhöhen den Abtrieb aber auch um 80 Prozent. An der Seite fallen die in Wagenfarbe lackierten Radläufe, eine dunklere Zierleiste, die 19-Zoll-Räder und die um rund einen Zentimeter tiefergelegte Karosserie auf.

Am Heck runden ein Dachspoiler und zwei Endrohre den äußeren sportlichen Gesamtauftritt des ST ab. Nettes Gimmick bei Dunkelheit: Die anklappbaren Außenspiegel projizieren beim Entriegeln ein helles ST-Logo auf den Boden.

Und schon die Begrüßung macht Lust auf die Fahrt: Auf dem serienmäßigen 12,3 Zoll großen Digitalcockpit leuchtet beim Öffnen der Tür ein eleganter Puma – immer für einen flotten Sprung bereit. Modern und übersichtlich präsentiert sich das digitale und individualisierbare Cockpit, ändert je nach Modi die Grafik.

200 PS im neuen Ford Puma ST

Cockpit eines Ford Puma ST
Volldigitales Cockpit mit übersichtlichem Zentral-Display ∙ © Ford

Beim neuen Puma ST arbeitet wie auch im Fiesta ST ein aufgeladener 1,5-Liter-Dreizylinder-Motor mit 147 kW/200 PS bei 6000 U/min und einem maximalen Drehmoment von 320 Newtonmeter. Das klingt nicht nur gut, sondern funktioniert auch bestens. Schon im Leerlauf brabbelt der Puma ST kernig und sportlicher als seine Serienbrüder. Der erste Gang lässt sich über den schönen Schalthebel mit Alu-Knopf präzise einlegen. Mit etwas Gas brummt der Puma direkt los, schiebt sich schnell in den Ladebereich des Turbos und drückt nach vorne.

Besonders eilige Piloten können über die Sport-Taste am Lenkrad direkt den Sport-Modus wählen. Daneben gibt es noch die Modi "Normal", "Eco" (gut für entspanntes Fahren) und "Rennstrecke". Beim Letzteren deaktiviert Ford die Traktionskontrolle, das ESP arbeitet zurückhaltender. Im Performance-Paket hilft eine Launch-Control beim Schnellstart.

So fährt sich der Basis-Puma

Es muss ja nicht unbedingt der ST sein: Auch der "normale" Ford Puma zeigt Qualitäten, die Tester überzeugen konnten. Wo die Unterschiede zum ST sind und wie sich die Basisvariante fährt, lesen Sie im Fahrbericht zum Ford Puma.

Von 0 auf 100 km/h sprintet der Ford in 6,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 220 km/h. Schon ab 2500 Umdrehungen liegt das volle Drehmoment von 320 Newtonmeter an, die Schaltanzeige im Cockpit mahnt daher zum frühen Hochschalten. Optional bietet Ford ein mechanisches Sperrdifferenzial, das die Traktion an der Vorderachse optimiert.

Mit der Kraft kommt der Kleinwagen bei normaler Fahrt gut zurecht, Antriebseinflüsse spüren Piloten im lederbezogenen Sportlenkrad kaum. Nur wer mit Vollgas beschleunigt und die Gänge durch die Sechsgang-Box reißt, spürt die Vibrationen des Dreizylinders und die Kraft an den Antriebswellen.

Exakte Lenkung, straffes Fahrwerk

Ford Puma ST Rueckbank
Kein Widerspruch: Ein Sportwagen mit ausreichend Platz im Fond ∙ © Ford

Freude kommt in der ersten Kurve auf. Ford hat die Lenkung um rund 25 Prozent direkter und straffer als beim normalen Modell ausgelegt, die Verbundlenkerhinterachse um 50 Prozent. So lässt sich der ST exakt durch wechselnde Kurven dirigieren, ja nahezu wedeln. Die Karosserie schwenkt kaum mit und folgt präzise dem Kurvenverlauf. Für eine sichere Verzögerung sorgen nun größere Bremsscheiben, die das Auto gefühlvoll abbremsen.

Sehr straff ist dagegen das Fahrwerk abgestimmt – aber das kennt man ja von den ST-Modellen. Mit den 225/40er-Reifen auf den 19-Zoll-Rädern sind kleinste Unebenheiten im Fahrbahnbelag direkt spürbar. Dieser unmittelbare Kontakt bereitet auf kurvigen Landstraßen viel Freude, auf einer längeren Autobahnfahrt könnte es zartfühlende Autofahrer auf Dauer etwas nerven.

Ebenso sportlich halten die Recaro-Sportsitze die beiden vorderen Passagiere auf ihrem Platz. Die eng geschnitten Sitze mit dem feinen, rutschsicheren Miko-Dinamica-Bezug müssen beim Einsteigen erst mal bezwungen werden, bieten aber sicheren Halt und sind tatsächlich bequem. An kalten Tagen wärmt eine Sitzheizung die vorderen Passagiere. Schön: die grauen Ziernähte an Sitzen, Schaltknaufmanschette und Fußmatten.

Den WLTP-Verbrauch von 6,8 Liter auf 100 Kilometer verpassten wir nach ein paar Hundert Kilometern mit 8,4 Litern im Schnitt. Dabei waren aber auch ein paar schnellere Etappen auf einer Autobahn ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Bei zurückhaltender Fahrweise spart der ST mehr, denn dann schaltet sich ein Zylinder ab, sodass der Motor nur noch als Zweizylinder fährt.

Ford Puma ST: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben) Ford Puma ST

Motor/Antrieb

Dreizylinder-Turbobenziner mit Zylinderabschaltung, 1497 cm³, 147 kW/200 PS, 320 Nm bei 2500 – 3500 U/min

Fahrleistungen

6,7 auf 100 km/h, 220 km/h Spitze

Verbrauch (WLTP)

6,8 l Super/100 km, 155 g CO₂/km

Maße

L 4,23 / B 1,81 / H 1,53 m

Kofferraum

456 – 1216 l

Leergewicht / Zuladung

1358 / 452 kg

Anhängelast (ungebremst / gebremst)

750 / 675 kg

Garantie

2 Jahre

Preis

ab 30.121 €

Text: Fabian Hoberg, Thomas Kroher