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Ford Transit und Tourneo Hybrid: Transporter und Bus werden elektrisch

Front des Ford Transit fahrend
Ford Transit Tourneo mit überarbeiteter Front ∙ Ford

Mit dem Transit hat Ford einen Dauerbrenner im Programm. Der erfolgreiche Kasten wird als Kleinbus und Transporter angeboten. Die kleineren Versionen Transit Custom und Tourneo Custom gibt es auch als Plug-in-Hybrid. Testfahrt, Daten, Bilder.

  • Transit und Tourneo: Moderne Motoren, hohe Variabilität

  • Mildhybrid mit 48-Volt-Technik in Kombination mit Dieselmotor

  • Plug-in-Hybrid für gut 40 Kilometer rein elektrisches Fahren

In der Nutzfahrzeug-Welt zählen vor allem Ladevolumen, Praktikabilität, Garantie, Unterhaltskosten – und mittlerweile natürlich auch Umweltfreundlichkeit. Denn wenn immer mehr Lieferdienste in den Städten unterwegs sind, wird die Luft nicht unbedingt besser. Da liegt es nahe, dass man den Lieferverkehr über kurz oder lang elektrifiziert. Ford bietet daher Transit und Tourneo auch mit Hybridtechnik an, die kleineren "Custom"-Modelle sogar als Plug-in-Hybrid.

48-Volt-Mildhybrid für Transit mit 130- und 170-PS-Diesel

Ford Transit Kastenwagen Seitenansicht stehend
Den Ford Transit gibt es in mehr als 450 Varianten. Hier als Transporter mit langem Radstand ∙ Ford

Die 48-Volt-Mildhybridisierung ist für die handgeschalteten, front- und heckgetriebenen Diesel-Modelle mit 96 kW/130 PS und 125 kW/170 PS verfügbar. Für rund 700 Euro Aufpreis (netto) ersetzt ein Riemenstarter-Generator den Anlasser und eine kleine 48-Volt-Zusatzbatterie hält Einzug. Damit lässt sich zwar nicht elektrisch fahren, doch beim Bremsen und Rollen kann zumindest Energie zurückgewonnen werden.
Der so erzeugte Strom versorgt allerdings lediglich das Bordnetz, das System kann nicht den Verbrennungsmotor beim Beschleunigen mit einer "Boost-Funktion“ unterstützen, so dass Ford nur von mageren drei Prozent Kraftstoff-Ersparnis spricht. Schade, denn ein 48-Volt-System hätte an sich mehr Sparpotential. Bleibt als Vorteil, dass der Riemenstarter für eine geschmeidigere Start-Stopp-Funktion sorgt und der Verbrenner schon beim Hinrollen an die Ampel abschaltet.

Der Plug-in-Hybrid fährt 43 Kilometer rein elektrisch

Während sich der große Transit mit dem 48-Volt-Hybrid-System zufriedengeben muss, sind die kleineren Custom-Modelle aus der VW-Bulli-Liga auch als Plug-in-Hybrid erhältlich. Sie können also extern aufgeladen werden und sollen im realitätsnahen WLTP-Zyklus 43 Kilometer rein elektrisch fahren können. Das klingt nach wenig, doch manchem Handwerker, der nur in der Innenstadt unterwegs ist, kann das reichen ohne tagsüber nachzuladen.

Heckansicht des Ford Transit an der Ladesaeule
An einer öffentlichen Ladesäule lädt die Batterie in 2 Stunden 45 Minuten auf ∙ Ford

Ist die Energie der 13,6 kWh-Batterie aufgebraucht, springt der Dreizylinder-Benziner mit 1,0 Liter Hubraum an, den Ford unter anderem in Fiesta, Focus und Puma verbaut. Ungewöhnlich ist jedoch, dass er im Custom nur als Range Extender dient und ausschließlich Strom herstellt. Gefahren wird also immer elektrisch. Mit einem eigenartigen Effekt: Gibt man wenig Gas, brummelt der Dreizylinder bei niedriger und konstanter Drehzahl zufrieden vor sich hin. Bei stärkerem Druck auf das rechte Pedal schnellt die Drehzahl jedoch nach oben, weil der Motor mehr Strom herstellen muss. Das ist deutlich zu hören und ähnlich wie bei einem Toyota-Hybrid stellt sich das typische Gummibandgefühl beim Beschleunigen ein: Die Drehzahl des Motors bleibt konstant hoch, während das Auto mit dem gleichmäßigen Vortrieb des Elektromotors Fahrt aufnimmt.

Der Plug-in-Hybrid fährt maximal 120 km/h

Der Elektromotor selbst ist mit 93 kW/126 PS relativ schwach, tritt aber dank seiner 355 Newtonmeter bei Stadttempo erstaunlich kräftig an. Danach geht ihm allerdings die Puste aus und die Beschleunigung wirkt eher gemächlich. Bei 120 km/h ist ohnehin Schluss – für flotte Autobahnfahrten ist der Plug-in-Hybrid also nicht gedacht. Den Durchschnittsverbrauch gibt Ford mit 3,1 bis 3,6 Litern Super auf 100 Kilometer an – plus 17,6 kWh Strom. Wie bei jedem Plug-in-Hybrid variiert der Verbrauch sehr stark, weil er davon abhängt, wie das Fahrzeug genutzt wird. Wer immer brav auflädt, wird kaum Benzin verbrauchen. Und wer ausschließlich im Range-Extender-Modus fährt, kann nur wenig bis keinen Kraftstoff sparen.

Seitenansicht des Ford Transit fahrend
Der Plug-in-Hybrid wird immer elektrisch angetrieben. Der Benziner dient nur als "Notstromaggregat" ∙ Ford

Neben einem rein elektrischen Fahrmodus und dem automatischen Betrieb, der den Verbrenner immer dann zuschaltet, wenn es der Technik sinnvoll erscheint, kann der Plug-in-Motor auch nur den aktuellen Batterieladestand erhalten oder den Akku beim Fahren aufladen. Letzteres ist nicht effizient, aber vielleicht bald nötig, wenn bestimmte Umweltzonen in Städten nur noch rein elektrisch befahren werden dürften. Für diesen Fall bietet Ford ein Geofencing-Modul an: Es erkennt anhand der GPS-Daten, wenn das Auto in eine Verbrenner-Verbotszone einfährt, und wechselt automatisch in den Elektro-Modus.

Gut: Weil die Batterie platzsparend im Unterboden sitzt, bleibt es beim Transporter Transit Custom (ab 52.795 Euro ohne Mehrwertsteuer) sowie bei der Bus-Version Tourneo Custom mit bis zu acht Sitzplätzen (ab 71.900 Euro mit Mehrwertsteuer) beim gewohnten Stauraum bzw. beim Platzangebot der konventionell angetriebenen Modelle. An einer Haushaltssteckdose soll sich die Antriebsbatterie in gut vier Stunden und an einer Ladesäule mit Typ-2-Stecker in zweidreiviertel Stunden aufladen lassen.

Der Ford Transit wurde 80 Kilo leichter

Mit dem letzten Facelift hat Ford seine Transporter ein wenig mehr in Richtung Pkw gerückt. In Sachen Design orientiert sich der Zweitonnen-Transit (ab 29.600 Euro netto) mit neuem Kühlergrill, dynamischen Scheinwerfern und einer überarbeiteten Frontschürze an seinem kleineren Bruder Transit Custom, von dem er auch das neue Sync 3-Infotainmentsystem mit größerem Touchscreen, die Smartphone-Integration und Sprachbedienung übernimmt.

Cockpit des Ford Transit
Mit Touchscreen, Smartphone-Integration und Sprachbedienung fast wie im Pkw ∙ Ford

Im Zuge der Auffrischung ist der Transit auch leichter geworden. Eine Trennwand aus Verbundmaterial spart beispielsweise viereinhalb Kilogramm ein, ein leichterer Tank sechs, neue Räder reduzieren die Masse um fünfeinhalb Kilogramm und die heckgetriebenen Modelle bekommen eine fast 15 Kilogramm leichtere Achse. Insgesamt beträgt die Gewichtsersparnis bis zu 80 Kilogramm, was vor allem der Zuladung (+ 75 Kilo), aber auch dem Verbrauch zu Gute kommt.

Der Zweiliter-Diesel mit 77 kW/105 PS, 96 kW/130 PS und 125 kW/170 PS ist um sieben Prozent sparsamer geworden. Neu hinzu kommt außerdem eine stärkere, nicht elektrifizierte Version, die sich mit 135 kW/185 PS und 415 Newtonmetern mächtig ins Zeug legt und auch mit ordentlicher Zuladung kein Problem hat, den Kastenwagen flott zu bewegen.

Im Bereich der Nützlinge mit rund zwei Tonnen Nutzlast will Ford 2022 den rein elektrischen E-Transit mit Heckantrieb auf den Markt bringen, mit neu konstruierter Hinterachse und im Boden installierten Lithium-Ionen-Akkus mit einer Kapazität von 67 kWh. Die sollen für eine kombinierte Reichweite von bis zu 350 Kilometern sorgen. Der Elektromotor liefert 198 kW/269 PS und ein Drehmoment von 430 Nm. Damit wird er laut Ford der europaweit leistungsstärkste Vertreter im Bewerber-Umfeld.

Technische Daten (Herstellerangaben)

Ford Transit (L2H2) 2.0 TDCi Mild-Hybrid

Ford Transit/Tourneo Custom PEHV

Motor/Antrieb

Vierzylinder-Mildhybrid-Turbodiesel, 2.0 l, 96 kW/130 PS, 360 Nm

Elektromotor mit 93 kW/126 PS, 355 Nm, Range-Extender: 1.0 l Dreizylinder

Fahrleistungen

k. A.

0-100 km/h: k. A., 120 km/h Spitze

Verbrauch (nach NEFZ*)

6,0 – 6,3 l Diesel/100 km, 158 – 165 g CO₂/km

3,1 – 3,6 l Super/100 km, 70 – 80 g CO₂/km

Batteriekapazität

-

13,6 kWh

Maße

L 5,53 / B 2,06 / H 2,53 m

L 4,97 / B 1,99 / H 2,00 m

Ladevolumen

9,3 m³

6,0 m³ bzw. 8 Sitzplätze

Zuladung

432 - 1402 kg

566 - 1130 kg

Preis

ab 31.990 € (netto)

ab 52.795 € (Transit Custom netto), 71.900 (Tourneo Custom brutto)

*WLTP-Werte fallen höher aus; nach ihnen richtet sich die Kfz-Steuer

Übersicht: Als Alternative gibt es mittlerweile auch einige vollelektrische Transporter.

Text mit Material von SP-X und mid.