Kindersitze mit Isofix: So sitzt Ihr Kind sicher

Kleiner Junge sitzt in Kindersitz auf der Rückbank
Gute Laune: Das Kind fühlt sich in seinem Isofix-Sitz sicher© Shutterstock/Nadiia Nasaduik

Der richtige Einbau des Kindersitzes garantiert eine sichere Fahrt für den Nachwuchs. Hier die wichtigsten Infos und Tipps zur Isofix-Sicherung von Kind und Kindersitz im Auto.

  • Isofix ist ein einfaches und stabiles Befestigungssystem

  • Isofix-Befestigungen sind Pflicht in fast allen neuen Pkw

  • Hosenträgergurt, Fangkörper oder Dreipunktgurt sichern das Kind im Sitz

Was ist Isofix?

Unter Isofix versteht man eine genormte feste Verbindung zwischen Kindersitz und Fahrzeug, die vor allem den sicheren Einbau des Sitzes deutlich erleichtert. Der Kindersitz wird dabei mit Isofix-Bügeln fest mit der Karosserie des Fahrzeugs verbunden. Die Isofix-Verankerungspunkte werden heute überwiegend auf den beiden äußeren Rücksitzen serienmäßig verbaut.

Isofix: Die Vor- oder Nachteile

Isofix-Kindersitze lassen sich oft etwas schneller einbauen als Modelle zur Gurtbefestigung, das gilt insbesondere für Babyschalen und Sitze für Kleinkinder. Sie lassen sich außerdem stabil mit dem Auto befestigen, und die Gefahr von Einbaufehlern ist geringer.

Sitze mit Isofix sind aber meist teurer und auch schwerer als Sitze zur Gurtbefestigung, und sie können nicht immer auf allen Sitzplätzen (z.B. dem Beifahrersitz) und auch nicht in allen Fahrzeugen (z.B. Oldtimern oder Campern) genutzt werden, wenn diese über keine Isofix-Verankerungen verfügen.

Kindersitze mit Isofix im Test

Zu allen 423 Kindersitz-Tests
Zu allen 423 Kindersitz-Tests

sehr gut

0,6 - 1,5

gut

1,6 - 2,5

befriedigend

2,6 - 3,5

ausreichend

3,6 - 4,5

mangelhaft

4,6 - 5,5

Hat mein Auto Isofix?

Kindersitz Befestigung Isofix
Das Isofix-Logo (im Bild mit i-Size) zeigt an: Hier kann der Kindersitz im Auto eingehakt werden© iStock.com/jpgfactory

Gemäß 2009/661/EG ist Isofix seit November 2014 in allen neuen Pkw mit mehr als einer Sitzreihe vorgeschrieben. Alle seit diesem Datum neu zugelassenen Pkw müssen auf mindestens zwei Sitzplätzen mit Isofix-Befestigungen (zwei untere Isofix-Bügel und ein Befestigungspunkt für einen Top-Tether) ausgestattet sein. Vorsicht: Für Zweisitzer, Nutzfahrzeuge und Wohnmobile, die auf Nutzfahrzeugen basieren, gilt diese Vorschrift nicht.

Wie wird Isofix im Auto befestigt?

Montage der Babyschale Isofix in einem Auto
Isofix-Einbau: Rastarme am Sitz umgreifen die Isofix-Bügel im Auto© ÖAMTC/Stephan Huger

Aktuelle Isofix-Verankerungen bestehen aus drei Befestigungspunkten: zwei Metallbügeln, die sich mit 270 mm Abstand nebeneinander in der Fuge zwischen Sitzfläche und Rückenlehne des Fahrzeugsitzes befinden, und einem Ankerpunkt für einen sogenannten Top-Tether-Gurt, der sich an der Rückseite des Fahrzeugsitzes, im Kofferraum, am Dach oder an der Hutablage des Fahrzeugs befinden kann und der meist mit einem Ankersymbol gekennzeichnet ist. Detaillierte Informationen finden sich in der Bedienungsanleitung des Autos.

Spezielle Rastarme am Kindersitz greifen mit Schnappverschlüssen um die Isofix-Bügel im Fahrzeug, die korrekte Montage wird durch grüne Indikatoren angezeigt. Fast alle Kindersitze mit integrierten Hosenträgergurten müssen zusätzlich entweder durch einen Stützfuß oder einen Top-Tether gesichert werden (siehe weiter unten).

Um den Kindersitz zu lösen, muss eine Entriegelungstaste betätigt und der Sitz nach vorn gezogen werden. Je nach Kindersitzmodell kann sich die Entriegelungstaste links und rechts an den Rastarmen oder auch an der Basis unter der Sitzschale befinden. Die genaue Position findet sich in der Bedienungsanleitung des Kindersitzes.

Halterung in der Basis eines Kindersitzes
Mit einer Isofix-Basis kann der Sitz schneller eingebaut werden© ADAC/Test und Technik

Statt den Kindersitz durch die Bügel direkt mit dem Fahrzeug zu verbinden, kann auch eine Isofix-Basis genutzt werden. Dabei handelt es sich um eine mit Isofix befestigte Basisstation, auf die sich passende Kindersitze aufsetzen und einrasten lassen. Das ist vor allem bei Babyschalen üblich, in denen das Neugeborene auch außerhalb vom Auto getragen werden kann und die deshalb einen schnellen Ein- und Ausbau benötigen.

Relativ neu sind Sitzerhöhungen, die mit dem Fahrzeuggurt und zusätzlich mit sitzeigenen Gurtbändern, "Isofix Latch" genannt, mit den Isofix-Bügeln des Fahrzeugs verbunden werden. Sie ermöglichen ein leichtes seitliches Verschieben der Sitze. Separate Isofix-Gurtsysteme, die im Internet zur Nachrüstung von herkömmlichen Kindersitzen angeboten werden, sind jedoch nicht erlaubt.

Alle Kindersitze mit Isofix-Befestigung im ADAC Kindersitztest

Alle vom ADAC geprüften Kindersitze mit Isofix finden Sie auf der Übersichtsseite des ADAC Kindersitztests.

Hier können Sie mit der Filterfunktion Ihre Suche passend auf Ihren persönlichen Bedarf eingrenzen.

Isofix: Was sind Top-Tether oder Stützfuß?

Integrale Isofix-Kindersitze mit einer Universalzulassung (Prüfsiegel) brauchen zusätzlich zu den zwei Bügeln einen dritten Befestigungspunkt: Ein Top-Tether oder ein Stützfuß sorgt dafür, dass der Kindersitz bei einem Frontaufprall nicht übermäßig weit nach vorn gedreht werden kann. Deshalb haben alle Kindersitze mit integrierten Hosenträgergurten – mit Ausnahme von Britax Römer Duo Plus und Britax Römer Versafix – entweder einen Stützfuß oder einen Top-Tether. Diese müssen in jedem Fall verwendet und richtig eingestellt bzw. straffgezogen werden.

Top-Tether

Kindersitz Isofix
© ADAC e.V.

Der Top-Tether ist ein zusätzlicher Haltegurt oben am Kindersitz, der an entsprechender Stelle im hinteren Teil des Fahrzeugs angebracht wird. Meist befindet sich der Verankerungspunkt hinter der Rücksitzlehne oder im Kofferraum.

Stützfuß

Babysitz Isofix
© ADAC e.V.

Der Kindersitz kann auch mit einem Stützfuß ausgestattet sein, der auf dem Fahrzeugboden platziert wird. Teilweise gibt es in Fahrzeugen Staufächer im Fußraum, deshalb darf ein Sitz mit Stützfuß nur in den in der Typenliste aufgeführten Fahrzeugmodellen eingebaut werden. Der Kindersitzhersteller hat für diese Fahrzeuge geprüft, dass sich der Sitz sicher montieren lässt und dass der Fußraum für den Stützfuß geeignet ist. Kindersitze mit i-Size-Zulassung dürfen auf allen Fahrzeugsitzen mit i-Size-Zulassung genutzt werden.

Wichtig: Hosenträgergurte straff ziehen!

Crashtest mit einem falsch eingebauten Hosentraegergurt
Crashtest: Ist der integrierte Gurt zu lose, fliegt der Dummy nach vorn© ADAC/Test und Technik

Beim Anschnallen des Kindes ist in allen Fällen darauf zu achten, dass die integrierten Hosenträgergurte straff gezogen werden. Denn: Je enger die Gurte anliegen, desto geringer ist der Ruck bei der Rückhaltung und desto kleiner ist die Gefahr eines Anpralls am Vordersitz. Kindersitze haben meist keine Automatikgurte, deshalb muss der Hosenträgergurt beim Anschnallen am Zentralgurt straff gezogen werden. Der Beckengurt sollte möglichst unter die Jacke des Kindes gelegt werden.

Wird der Gurt beim Anschnallen nicht festgezogen, ist die Verletzungsgefahr fürs Kind viel höher. Wie gefährlich es ist, wenn das Kind mit den Armen aus dem Hosenträgergurt schlüpft, zeigt das oben stehende Bild: Der Dummy fliegt nahezu ungebremst nach vorn – ein Kind würde mit dem Kopf an den Vordersitz prallen.

Video: Fehler beim Kindersitz-Einbau

ADAC Experte Christoph Pauly erklärt die häufigsten Fehler bei der Kindersitzmontage ∙ Bild/Video: © ADAC e.V.

Was tun, wenn kein Isofix vorhanden ist?

Einige Isofix-Sitze dürfen auch mit ihrer ebenfalls vorhandenen normalen Gurtbefestigung in Fahrzeuge eingebaut werden. In einem Fahrzeug ohne Isofix-Bügel kann der Kindersitz mit dem gewöhnlichen Dreipunktgurt eingebaut werden. Ansonsten sollte immer die Isofix-Variante bevorzugt werden.

Kann man Isofix nachrüsten?

Für einige wenige ältere Fahrzeugmodelle wie etwa den Volvo S40/V50 ab Baujahr 2004 gibt es originale Isofix-Nachrüstsätze vom Fahrzeughersteller, die von einer Fachwerkstatt montiert werden können. Universale Nachrüstlösungen, die z.B. im Internet angeboten werden, sind nicht zugelassen und sogar gefährlich, weil der Kindersitz damit nur an der Lehne des Fahrzeugsitzes und nicht an der Karosserie des Fahrzeugs befestigt wird. Die Lehne ist für diese zusätzliche Belastung nicht ausgelegt, sie kann sich bei einem Unfall verbiegen, umklappen oder sogar abreißen.

Isofix und i-Size

Alle Sitzplätze im Auto, die mit einem i-Size-Symbol gekennzeichnet sind, müssen mit Isofix-Verankerungen ausgestattet sein. Alle mit i-Size-Symbol gekennzeichneten Kindersitze können hier montiert werden. Bei Isofix-Kindersitzen ohne i-Size-Zulassung muss dagegen anhand der dem Fahrzeugsitz beiliegenden Typliste geprüft werden, ob der Kindersitz verwendet werden darf.

Weitere Informationen zur Zulassung von Kindersitzen finden Sie im Artikel Kindersitz-Prüfnorm: i-Size und ECE-R 44.

Die Gurtsysteme der Kindersitze

Im ADAC Kindersitztest werden die unterschiedlichsten Gurtsysteme getestet© ADAC/Ralph Wagner

Für das Anschnallen des Kindes im Sitz stehen verschiedene Systeme zur Verfügung: Hosenträgergurte, Fangkörper und der Dreipunktgurt. Bei Kindersitzen mit eigenem Hosenträgergurt wird zwischen einem Drei- und Fünfpunktgurt unterschieden. Babyschalen haben meist einen Dreipunkt-Hosenträgergurt (Y-Gurt), dieser verläuft über die Schultern und wird zwischen den Beinen festgeschnallt.

Für Kleinkinder werden Kindersitze mit Fünfpunkt-Hosenträgergurt angeboten, er verläuft noch zusätzlich rechts und links um die Hüfte und wird über dem Bauch befestigt. Wichtig bei Systemen mit Hosenträgergurt: Die Gurte müssen immer möglichst eng am Körper des Kindes anliegen und der Körpergröße angepasst werden (Schulterhöhe). Der ADAC empfiehlt, dicke Jacken auszuziehen und das korrekt gesicherte Kind mit einer Decke zuzudecken, damit der Gurt optimal anliegt.

Tipps und Infos rund ums Fahrzeug. Kostenlos vom ADAC

Ein Kindersitz mit Fangkörper (Tischchen) wird immer in Fahrtrichtung und meist in Verbindung mit dem Dreipunktgurt des Fahrzeugs befestigt. Er darf in der entsprechenden Gewichtsklasse bzw. Größe des Kindes (siehe Bedienungsanleitung und Prüfsiegel) niemals ohne Tischchen verwendet werden. Der Vorteil bei Fangkörpersystemen liegt darin, dass die Nackenbelastungen bei einem Frontunfall etwas geringer sind als bei Hosenträgersystemen.

Allerdings sollten rückwärtsgerichtete Kindersitze mit Hosenträgergurten vorwärtsgerichteten Kindersitzen bis zu einem Alter von circa zwei Jahren immer vorgezogen werden. Hier lesen Sie alle Infos zu Reboardern.

Bei Sitzerhöhungen werden Kinder fast immer mit dem normalen Dreipunkt-Sicherheitsgurt des Fahrzeugs gesichert. Bitte achten Sie darauf, dass der Schultergurt mittig über die Schulter des Kindes verläuft und es beim Schlafen nicht aus dem Gurt fällt. Bei Bewegungen des Kindes muss der Schultergurt immer von der Gurt-Aufrollautomatik wieder straff gezogen werden.

Fachliche Beratung: Andreas Ratzek, ADAC Technik Zentrum