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Welche Kindersitzsysteme gibt es und wo liegen die Vor- und Nachteile (auch neue i-Size-Sitze)?

Es gibt die Kindersitzklassen 0, 0+, I, II, III, sie entsprechen den hier dargestellten Körpergewichtsklassen (entscheidend ist das Gewicht, nicht Alter und Körpergröße). 

Bisherige Norm ECE-R44: Es gibt aber alternativ ab 2014 auch Kindersitze nach einer neuen Norm (ECE-R129, i-Size), für die bestimmte Körpergrößen angegeben werden (siehe hierzu „Neue, alternative Norm ECE-R129, i-Size).

0+ Die so genannte Babyschale wird immer entgegen der Fahrtrichtung eingebaut und geht in der Regel bis 13 kg Körpergewicht (bei Gewichtsklasse 0 nur bis 10 kg). Kleinkinder sind mit diesen Systemen sehr sicher im Fahrzeug untergebracht. Deshalb sollte der Sitz erst dann gewechselt werden, wenn die Kopfoberkante des Kindes nicht mehr in der festen Schale liegt - also auf keinen Fall zu früh! 

I Die anschließende Gewichtsklasse I gilt für Kinder von 9 bis 18 kg Körpergewicht (bis ca. 4 Jahre). Angeboten werden Systeme mit Hosenträgergurt oder so genannte Fangkörpersysteme, bei denen das Kind durch ein Tischchen vor dem Bauch gesichert wird. Der Vorteil bei Fangkörpersystemen liegt darin, dass die Belastungen bei einem Frontunfall etwas geringer sind als bei Hosenträgersystemen. Diese wiederum bieten aber eine bessere Schlafposition, zudem schwitzen Kinder in Hosenträgersystemen nicht so stark. Einige Kindersitze mit Hosenträgergurten können auch rückwärtsgerichtet eingebaut werden (Reboardsitze). Der Einbau im Fahrzeug ist hierbei meist etwas aufwändiger, aber die Crashbelastungen liegen durch eine gleichmäßige Abstützung in der Kindersitzschale insbesondere bei einer Frontalkollision niedriger. Wichtig bei Systemen mit Hosenträgergurt: Die Gurte müssen immer möglichst straff am Körper des Kindes anliegen, damit keine Spitzenbelastungen durch „Gurtlose“ auftreten. Auch hier muss der Kindersitz so fest wie möglich im Fahrzeug fixiert sein. Bei Fangkörpersystemen muss immer darauf geachtet werden, dass der Fangkörper möglichst fest mit dem Gurt befestigt ist. Für alle vorwärts gerichteten Systeme gilt, diese nicht zu früh einzusetzen, da Kleinkinder in der Babyschale am sichersten untergebracht sind.

II und III In den nächsten Gewichtsklassen II (15-25 kg, ca. 3 ½ bis 7 Jahre) und III (22-36 kg, ca. 6–12 Jahre) gibt es vor allem so genannte Sitzerhöhungen mit Rücken- bzw. Schlafstützen. Die Kinder werden hier fast immer mit dem normalen Dreipunkt-Sicherheitsgurt gesichert. Es ist deshalb darauf zu achten, dass der Schultergurt immer mittig über die Schulter des Kindes verläuft und es beim Schlafen nicht aus dem Gurt fällt. Bei Bewegungen des Kindes muss der Schultergurt immer von der Gurt-Aufrollautomatik straffgezogen werden. Sinnvoll sind diese Systeme erst für Kinder ab ca. 4 Jahren, da erst dann die Schulter des Kindes stabiler ausgeprägt ist und die Kräfte vom Sicherheitsgurt aufgefangen werden können. Wichtig bei Sitzerhöhungen ist auch, dass der Beckengurt durch große Gurthaken geführt wird und dadurch beim Crash nicht in den Bauchbereich rutschen kann. Verwenden Sie Sitzerhöhungen nur mit Rückenstützen, die Sicherheit beim Seitencrash wird dadurch erhöht.

I, II und III Kindersitze mit dieser Kombination sind meist ein Kompromiss, da die Körperproportionen und die Bedürfnisse in diesem langen Altersbereich sehr unterschiedlich sind. Wichtig ist bei diesen Kindersitzen, dass in der Klasse I eine gute Schlafposition gewährleistet ist.

Ab Mitte 2013 wird es eine erweiterte ECE-Zulassung nur für Isofix-Kindersitze geben. Es können dann Isofix-Sitze entweder nach der bisherigen ECE-Zulassung (nach Gewichtsgrenzen) oder auch nach Körpergröße des Kindes zugelassen werden. Dies soll verhindern, dass Eltern die Kinder zu früh in den nächst größeren Kindersitz setzen. Da die neue Norm auch eine Kennzeichnung des Fahrzeuges fordert (Abstützbereich für den Stützfuß des Isofix-Kindersitzes) wird es noch einige Zeit dauern, bis die Rahmenbedingungen für neue Kindersitze erfüllt sind.

Neue, alternative Norm ECE-R129, i-Size: Seit Mitte 2013 gibt es eine erweiterte ECE-Zulassung nur für Isofix-Kindersitze, die in der ersten Phase die bisherigen Gewichtsklassen bis 18 kg abdeckt. Für diese Kindersitze wird aber ein bestimmter Bereich der Körpergröße angegeben. Die Kinder werden damit bis ca. 15 Monate ausschließlich rückwärtsgerichtet gesichert. Die Sitze dürfen verwendet werden, wenn ein Neufahrzeug entweder die neue vorgeschriebene Kennzeichnung „i-size“ aufweist, oder in einer Fahrzeugfreigabeliste am Kindersitz das jeweilige Modell aufgeführt ist. Der Vorteil dieser Kindersitze ist der rückwärtsgerichtete Transport bis ca. 15 Monate. Siehe auch unter Punkt 15: „Neue, alternative Zulassung…“. Dies soll verhindern, dass Eltern die Kinder zu früh in den nächst größeren Kindersitz setzen. Da die neue Norm auch eine Kennzeichnung des Fahrzeuges fordert (Abstützbereich für den Stützfuß des Isofix-Kindersitzes) wird es noch einige Zeit dauern, bis die Rahmenbedingungen für neue Kindersitze erfüllt sind. Diese neuen Systeme ersetzen aber keine übliche Babyschale.


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