Die besten Kindersitze für Kinder ab 3 Jahren im Test

Ein kleiner Junge sitzt in einem Kindersitz im Auto
Im Kindersitztest überprüft der ADAC zweimal pro Jahr auch die Sicherheit von Kindersitzen für Kinder ab 3 Jahrenn© iStock.com/monkeybusinessimages

Für Kinder ab 3 und 4 Jahren gibt es eine große Auswahl an Kindersitzen. Welche Sitze sind im aktuellen Kindersitztest 2023 die besten?

  • Die besten Sitze für Kinder ab 3 oder 4 Jahren

  • Tipps zum Kauf und Anschnallen

  • Nicht zu früh auf eine Sitzerhöhung wechseln

Der erste Kindersitz ist meist die Babyschale. Danach werden Kinder ab etwa einem Jahr in Kindersitzen mit integrierten Hosenträgergurten oder einem Fangkörper richtig gesichert.

In diesem Ratgeber geht es um Kindersitze für größere und ältere Kinder, für die noch die Kindersitzpflicht besteht. Diese Sitze – auch Sitzerhöhung genannt – haben kein eigenes Gurtsystem. Das Kind wird mit dem Dreipunktgurt des Fahrzeugs gesichert.

Wechsel auf neuen Kindersitz

Ein Kleinkind sitzt fröhlich in seinem Kindersitz
Kinder, die noch im Sitz mit Hosenträgergurten sitzen, sollten nicht zu früh auf einen größeren Sitz wechseln© stock.adobe.com

Wann ist der richtige Zeitpunkt, auf einen neuen Kindersitz zu wechseln? Generell gilt: Der Wechsel von einem integralen Kindersitz für Kleinkinder auf ein nächstgrößeres Modell sollte nicht zu früh erfolgen – idealerweise erst ab einem Alter von etwa 4 Jahren. Denn vorher ist die Hüfte von Kindern meistens noch zu klein, um sie mit dem Dreipunktgurt sicher anzuschnallen. Zudem sitzen sie oft unruhig und lockern dadurch den Fahrzeuggurt.

Ab wann genau ein Kind auf einer Sitzerhöhung im Auto mitfahren sollte, hängt auch vom verwendeten Modell ab. Ist die Sitzerhöhung nach der Kindersitznorm UN ECE Reg. 44 zertifiziert, gilt das auf dem Prüfsiegel angegebene Gewicht von 15 oder 22 Kilogramm. Manche Modelle dürfen dabei erst für Kinder über 125 Zentimeter Körpergröße verwendet werden.

Die aktuellste Norm UN ECE Reg. 129 richtet sich dagegen nicht nach dem Gewicht, sondern nach der Größe des Kindes – die entsprechende Angabe finden Sie meistens auf dem orangen Prüfsiegel auf der Unterseite des Kindersitzes.

Generell sollte Ihr Kind nicht zu früh auf dem nächstgrößeren Kindersitz sitzen. Denn ist die Sitzerhöhung noch zu groß für ein Kind ab 3 oder 4 Jahren, verläuft der Gurt nicht richtig und der Sitz verfehlt seine Schutzfunktion. Erst wenn Ihr Kind 100 Zentimeter groß ist, 15 Kilo wiegt, darf es auf einem nicht integralen Kindersitz sitzen. Viele Modelle können im Auto zusätzlich mit Isofix befestigt werden.

Idealerweise sollte erst auf einen größeren Kindersitz gewechselt werden, wenn:

  • der Hosenträgergurt des Sitzes oben an der Schulter des Kindes sitzt

  • die Schulter an die Kopfstütze anstößt

  • das Maximalgewicht überschritten ist

  • die Maximalgröße überschritten ist

Kleinere und leichtere Kinder müssen laut Gesetzgeber noch in integralen Kindersitzen angeschnallt werden, diese sind meistens bis zu einem Körpergewicht von 18 Kilogramm oder 105 Zentimeter Körpergröße zugelassen.

Beste Sitze für Kinder ab 3 Jahren

Die besten Kindersitze für Kinder ab 3 und 4 Jahren beim ADAC Kindersitztest im Jahr 2023 auf einen Blick. Diese Modelle schnitten dieses Jahr im Test am besten ab.

Produktfoto des Cybex Solution T i-fix
Cybex Solution T i-Fix: Zu empfehlen mit ADAC Urteil 2,0© Foto ADAC/Ralph Wagner

Cybex Solution T i-Fix: Dieser Sitz erhielt im aktuellsten Test das ADAC Urteil 2,0. Es ist ein guter Kindersitz für Kinder ab etwa 4 Jahren, der über eine zusätzliche Befestigung an den Isofix-Verankerungen (in dafür freigegebenen Fahrzeugen) verfügt. Die Verankerung an Isofix erhöht die Seitenstabilität und verhindert das Kippen des Sitzes bei einer Kurvenfahrt. Laut Hersteller soll der Kindersitz nicht länger als 9 Jahre verwendet werden. Zu kaufen ist er für 220 Euro.

Produktfoto des Cybex Solution G i-Fix
Bestnote 2023: Cybex Solution G i-Fix© ADAC/Ralph Wagner

Cybex Solution G i-Fix: Testsieger der Sitze für etwas größere Kinder wurde mit der Bestnote 1,7 der Cybex Solution G i-Fix mit integrierter Isofix-Befestigung für 220 Euro. Er ist sehr leicht zu bedienen, der Gurt verläuft optimal, die Polsterung ist bequem und das Verletzungsrisiko beim Front- und Seitencrash gering bis sehr gering. Ein kleiner Nachteil ist der erhöhte Platzbedarf: Biegsame Schulterstützen engen den Platz für einen Nachbarsitz ein.

Produktfoto des Nuna Aace LX
Ebenfalls gut: Nuna Aace LX© ADAC/Ralph Wagner

Nuna Aace LX: Guter Kindersitz (Note 1,9) für Kinder ab etwa 4 Jahren, der über eine zusätzliche Befestigungsmöglichkeit an den Isofix-Verankerungen (in dafür freigegebenen Fahrzeugen) verfügt. Dies erhöht die Seitenstabilität und verhindert das Kippen des Sitzes bei Kurvenfahrt. Kaufpreis: 249 Euro.

Produktfoto des Swandoo Charlie
Auch der Swandoo Charlie wird mit Isofix befestigt© ADAC/Ralph Wagner

Swandoo Charlie: Guter Kindersitz mit der Testnote 1,9 für 269 Euro, der über eine zusätzliche Befestigung an den Isofix-Verankerungen (in dafür freigegebenen Fahrzeugen) verfügt. Allerdings ist die Sitzfläche für größere Kinder etwas zu kurz.

Tabelle: Testergebnisse im Überblick

Vor dem Kauf eines Kindersitzes sollten sich Eltern umfassend über das Angebot informieren. Dabei helfen die Ergebnisse des Kindersitztests 2023 und auch die der Vorjahre. Die Ergebnisse seit 2020 sind direkt mit den aktuellen Ergebnissen vergleichbar, alle seit 2015 mit "sehr gut", "gut" und "befriedigend" bewerteten Sitze können immer noch empfohlen werden. Hier die Ergebnisse aller ADAC Tests für Kindersitze ab 3 Jahren beziehungsweise Sitzerhöhungen auf einen Blick.

Zu allen 423 Kindersitz-Tests

sehr gut

0,6 - 1,5

gut

1,6 - 2,5

befriedigend

2,6 - 3,5

ausreichend

3,6 - 4,5

mangelhaft

4,6 - 5,5

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Darauf müssen Sie beim Kauf achten

Ein Techniker schnallt einen Jungen in einen Kindersitz beim Kindersitztest des ÖAMTC
Vor dem Kauf: Einmal Probe sitzen und Anschnallen üben© ÖAMTC/Stephan Huger

Vor dem Kauf der Kindersitzerhöhung ist eine Einbauprobe notwendig: Prüfen Sie, ob der Sitz möglichst stramm und standsicher in Ihrem Auto eingebaut werden kann. Außerdem sollte er passend für die Körpergröße des Kindes und bequem sein.

  • Lassen Sie Ihr Kind deshalb unbedingt vor dem Kauf Probe sitzen. Achten Sie dabei vor allem auf den richtigen Gurtverlauf und die Höhe der Kopfstütze. Bei Bewegungen des Kindes muss der Schultergurt immer von der Gurt-Aufrollautomatik wieder straff gezogen werden.

  • Bei Sitzerhöhungen mit Rückenlehne kommt es teilweise vor, dass sich der Schultergurt in der Führung am Kindersitz verklemmt und nicht mehr selbstständig aufrollt, nachdem sich das Kind nach vorne gebeugt hat. Ist dies der Fall, sollte man einen Kindersitz ausprobieren, bei dem die obere Gurtführung besser zur Sitz- und Gurtgeometrie des Autos passt.

  • Um eine optimale Rückhaltung zu gewährleisten, ist darauf zu achten, dass Gurte möglichst geradlinig verlaufen und keine Falten werfen.

So schnallen Sie Ihr Kind richtig an

Crashtest zum Kindersitztest
Wichtigster Crash beim Kindersitztest: Der Frontalaufprall© ADAC/Ralph Wagner

Für maximale Sicherheit muss das Kind in der Sitzerhöhung mit Rückenlehne richtig angeschnallt und der Gurtverlauf an die Größe des Kindes angepasst werden. Dabei sollten Sie Folgendes beachten:

  • Kindersitzerhöhungen dürfen nur mit einem Dreipunktgurt verwendet werden.

  • Der Schultergurt muss mittig über der Schulter verlaufen.

  • Der Beckengurt wird in die untere Gurtführung – oft Führungshörner – geführt und liegt an den Hüftknochen oder gerade über den Oberschenkeln.

  • Sowohl Schulter- als auch Beckengurt müssen auf der Seite des Gurtschlosses durch das Führungshorn verlaufen. Nur für wenige Kindersitze ist vorgesehen, den Schultergurt über die Hörnchen zu führen. Bitte beachten Sie die Herstelleranleitung.

  • Es darf keine dicke Jacke zwischen Becken und Gurt liegen.

  • Eine zusätzliche Befestigung mit Isofix verbindet den Sitz mit dem Auto und erhöht die Stabilität.

Weitere Infos zu Kindersitzen

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Viele weitere Tipps rund um das Thema Kindersicherung finden Sie beim ADAC Kindersitzberater.

Fachliche Beratung: Andreas Ratzek, ADAC Technik Zentrum