Hotel "direkt am Strand" - Reisepreisminderung bei Badeverbot am  hoteleigenen Strand

14.01.20

„Direkt am Strand gelegen“: Wer ein so beschriebenes Hotel bucht, darf davon ausgehen, dass er unmittelbar beim Hotel im Meer baden kann. Besteht am Strand vor dem Hotel ein Badeverbot, kann ein Pauschalurlauber den Reisepreis nachträglich um zehn Prozent mindern. Das hat das Amtsgericht Hannover entschieden.

Baden Verboten Schild
Urlaubsenttäuschung Badeverbot (Foto: iStock.com/Gestur Gislason)

Hotel „direkt am Strand“ – Reisepreisminderung bei Badeverbot am hoteleigenen Strand

„Direkt am Strand gelegen“: Wer ein so beschriebenes Hotel bucht, darf davon ausgehen, dass er unmittelbar beim Hotel im Meer baden kann. Besteht am Strand vor dem Hotel ein Badeverbot, kann ein Pauschalurlauber den Reisepreis nachträglich um zehn Prozent mindern. Das hat das Amtsgericht Hannover entschieden.

Badeverbot wegen Naturschutzgebiet

Ein Reiseveranstalter hatte in seiner Reisebeschreibung ein Hotel mit „erste Strandlage“ und „direkt am Strand gelegen“ beworben. Ein Reisender buchte das Hotel im Rahmen einer Pauschalreise. Bei der Ankunft wurde ihm aber mitgeteilt, dass der hoteleigene Strand als Naturschutzgebiet ausgewiesen und das Schwimmen im Meer dort verboten ist. Am Strand waren entsprechende Verbotsschilder aufgestellt. Es führte auch kein Steg ins Meer, so dass der Reisende zum Baden etwa 800 m zum Nachbarhotel gehen musste. Er verlangte eine Minderung des Reisepreises und klagte gegen den Reiseveranstalter.

Reiseveranstalter muss Hotel zutreffend beschreiben

Die Richter sahen in dem fehlenden direkten Meerzugang einen Reisemangel. Sie hielten eine Preisminderung von zehn Prozent für angemessen. Mit der Beschreibung des Hotels als „direkt am Strand gelegen“ und „erste Strandlage“ wird dem Reisenden suggeriert, dass man unmittelbar am Hotel im Meer baden kann, so die Richter. Es macht einen erheblichen Unterschied, ob man direkt am Hotel ins Meer gehen kann oder ob man erst eine Strecke gehen oder einen Shuttlebus nehmen muss. Der Reiseveranstalter muss das Hotel in seinem Angebot zutreffend beschreiben, führten die Richter aus. Auf das Badeverbot wurde der Reisende gerade nicht hingewiesen. Der Reiseveranstalter muss sich daher an seiner Beschreibung festhalten lassen.

AG Hannover, Urteil vom 19.7.2019, Az.: 515 C 7331/19

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