Flugpreise müssen transparent sein

17.12.2019

Vermittler von Flugreisen müssen ihre Preise transparent und nachvollziehbar darstellen. Es verstößt gegen EU-Recht, wenn in den Flugpreis ein Rabatt eingerechnet ist, der nur bei der Bezahlung mit einer wenig verbreiteten Kreditkarte gilt und der daher nur sehr wenigen Kunden nutzt. Das entschied das Oberlandesgericht Dresden.

Frau hält Kreditkarte am Laptop in der Hand
Flugpreise müssen für den Kunden transparent und nachvollziehbar sein (Foto: iStock.com/filadendron)

Flugpreis darf nicht nur bei Zahlung mit bestimmter Kreditkarte gelten

Ein Vermittler von Flugreisen bot einen Flug von Berlin nach Mallorca und zurück für 45,26 Euro pro Person an. Unter diesem Angebotspreis stand kleingedruckt der Hinweis, dass der Preis nur bei der Bezahlung mit der "fluege.de-Mastercard-Gold" gilt. Bei Zahlung mit dieser (seltenen) Kreditkarte bekamen die Kunden einen Rabatt in Höhe der Servicegebühr in Höhe von 14,99 Euro. Kunden, die auf andere Weise zahlten, war der Flugpreis um 14,99 Euro teurer. Der tatsächliche Gesamtpreis des Fluges war erst gegen Ende des Buchungsvorgangs zu erkennen. Ein Verbraucherverband klagte gegen diese Art der Werbung für scheinbar besonders günstige Flugpreise.

Servicegebühr muss im Gesamtpreis enthalten sein

Das OLG Dresden gab dem Verbraucherverband Recht. Der Flugvermittler hat mit seiner Werbepraxis gegen die in der EU-Verordnung 1008/2008 festgelegten Regeln zur Preistransparenz bei Flugbuchungen verstoßen, so die Richter. Nach diesen Vorschriften müssen Anbieter den Endpreis für den Flug schon am Anfang der Buchung nennen. Dieser muss alle Steuern, Gebühren und sonstige Kosten enthalten, die vorhersehbar und unvermeidbar sind. 

Preis muss schon zu Beginn der Buchung erkennbar sein

Die Servicegebühr von 14,99 Euro war für die meisten Kunden unvermeidbar, weil die nur sehr wenige Kunden eine "fluege.de-Mastercard-Gold" haben. Daher hätten die 14,99 Euro in den Endpreis eingerechnet werden müssen, führten die Richter aus. Außerdem muss der Preis schon zu Beginn der Buchung (ohne den Rabatt für die spezielle Kreditkarte) ausgewiesen werden. Für die meisten Kunden ist ein effektiver und schneller Preisvergleich ansonsten nicht möglich.

OLG Dresden, Urteil vom 29.10.2019, Az.: 14 U 754/19

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Text: Juristische Zentrale