Mercedes EQC: Erste Daten und Details vom Elektro-SUV

27.9.2018

Der neue Mercedes EQC ist der erste rein elektrische Elektro-SUV von Daimler. Ab Frühjahr 2019 soll der Stuttgarter zu Preisen ab 70.000 Euro erhältlich sein. Plus: Technische Daten & Fotos

  • Daimler bringt im Frühjahr 2019 sein erstes eigens konstruiertes Elektroauto auf den Markt
  • Erste Testfahrten zeigen beeindruckende Leistungen: 408 PS, 765 Nm Drehmoment
  • Konkurrenten sind Tesla Model X, Jaguar i-Pace, Audi e-tron quattro und Porsche Taycan
     

Sind es das Erwachen der Konkurrenz oder die Probleme mit der Produktion des Modell 3, die Tesla-Chef Elon Musk Schlafschwierigkeiten bereiten? Eins ist jedenfalls sicher: Gemütlich wird es für den Messias der Elektromobilität in den nächsten Monaten nicht. Denn die etablierten Hersteller bringen jetzt Stück für Stück ihre Elektroautos auf den Markt.

Moderner, stylischer Innenraum

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Mercedes EQC Cockpit
Blauschimmer: Die Farbe soll Elektro-Avantgarde signalisieren

Der Jaguar i-Pace ist schon auf der Straße, Audi E-Tron und Porsche Taycan stehen in den Startlöchern und jetzt schickt Daimler seinen ersten Tesla-Fighter ins Rennen: den Mercedes EQC, der sich im Frühjahr 2019 zu Preisen jenseits der 70.000 Euro auf den Markt kommt.

Anders als etwa der Jaguar i-Pace ist der Mercedes EQC ein Auto, das von der Stammkundschaft vergleichsweise wenig Transferleistung erfordert: Von außen, weil er zwar mit einem Black-Pannell-Grill, blauem Strich in den LED-Scheinwerfern und blauen Speichen in den Felgen die "avantgardistischen Elektro-Ästhetik von Designchef Gorden Wagener zeigt, aber trotzdem verdammt nach GLC aussieht. Hinten hängt er allerdings zehn Zentimeter mehr und seine ebenso schräge wie schnörkellose Heckklappe trägt ein von Audi abgekupfertes Leuchtenband.

Und von innen, weil das 4,76 Meter lange SUV auch da ganz zeitgemäß bleibt: Es flinkert ein bisschen Kupfer oder Rose-Gold in den Konsolen, die Materialien wirken etwas technischer und die Lüfter sind moderner. Dazu kommt der freistehende Bildschirm hinter dem Lenkrad, der von der A-Klasse kommt, allerdings ein bisschen größer, brillanter und schlanker ist. Außerdem lässt er sich mit den Fingerspitzen bedienen und beherbergt die vielleicht beste Sprachsteuerung seit Siri & Co. Aber wer im GLC und der A-Klasse zurecht kommt, der macht sich auch schnell mit dem EQC vertraut.

Beeindruckende Fahrleistungen

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Silberner Mercedes EQC fahrend von hinten
Der Mercedes EQC fährt so komfortabel wie die S-Klasse

Vor allem aber ist das Fahren typisch Mercedes – extrem komfortabel und gediegen. Flüsterleise und wolkenweich fühlt sich der EQC bei den ersten Mitfahrten im Prototypen sogar eher nach S-Klasse an als nach einem SUV.

Denn der über zehn Zentner schwere Akku treibt zwar das Gewicht auf 2,5 Tonnen, drückt aber den Schwerpunkt schön tief nach unten. Und weil der Motor per se geräuschlos ist, haben die Ingenieure besonders gründlich auf Vibrationen und Störgeräusche geachtet. So hört man weder das typische Straßenbahngeräusch beim Beschleunigen, noch das Gefiepe draußen aus dem Lautsprecher, das der Gesetzgeber vielerorts vorschreibt.

Sobald man aufs Fahrpedal tritt, ist es mit der Gediegenheit allerdings vorbei. Dann wird EQ plötzlich zur Konkurrenz von AMG: Wozu hat der Wagen schließlich zwei E-Motoren, die zusammen 300 kW leisten und ihre 765 Nm schon mit dem ersten Wimpernschlag auf den Asphalt bringen?

Bei einem Sprintwert von 5,1 Sekunden tut sich deshalb an er Ampel selbst ein C 63 schwer damit, den Anschluss zu halten. Selbst wenn er nur ein paar Augenblicke später doch noch vorbeizieht. Denn mit Rücksicht auf die Reichweite hat Mercedes das Spitzentempo auf 180 km/h begrenzt.

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Schon gefahren und bewertet

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Elektrischer Allradantrieb

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Grafik Mercedes EQC Antrieb
Die 80-kW-Batterie soll für 450 km Reichweite sorgen

Dafür prahlen sie mit einem stolzen Aktionsradius: Bei 80 kWh Akkukapazität käme der EQC nach der alten, "harmlosen" NEFZ-Norm mehr als 450 Kilometer weit, und die Ingenieure tun alles dafür, dass die Praxis der Theorie nicht allzu weit hinterherhinkt: Man kann deshalb nicht nur das Laden, sondern auch die Klimatisierung programmieren, die Navigation berücksichtigt den Energieverbrauch, und der Tempomat schaut soweit voraus, dass der EQC so effizient wie möglich fährt. Außerdem gibt es ein halbes Dutzend verschiedene Fahrprogramme und eine mehrstufige Rekuperationsregelung mit den Schaltwippen am Lenkrad.

Beim Antrieb betreten die Schwaben mit dem EQC Neuland. Doch sonst ist der elektrische Erstling aus Stuttgart vergleichsweise konventionell gestrickt. Das Design ist relativ bodenständig, vom GLC werden sogar die wuchtige Mittelkonsole sowie hinten der Tunnel im Fußraum übernommen. Damit hat man viele Platzvorteile, die ein Elektroauto normalerweise bietet, verschenkt.

Dafür gibt es vor allem zwei Gründe: Zum einen will Mercedes in der Produktion flexibel bleiben, um auf die schwer abzuschätzende Marktentwicklung zu reagieren und die Kosten niedrig zu halten. Deshalb ist der EQ C so konstruiert, dass er in den Fabriken in Bremen und Peking über das gleiche Band laufen kann wie die C-Klasse oder der GLC. Nur für die Batteriemontage braucht er eine eigene Station.

Und zum anderen wissen die Schwaben offenbar, dass die Mercedes-Kunden nicht zu den risikobereitesten und avantgardistischsten zählen. "Die wollen wir schließlich mit auf die Reise in die Zukunft nehmen", sagt Baureihenleiter Michael Kelz.

Darauf müssen die Interessenten allerdings noch ein wenig warten. Denn selbst wenn Daimler-Chef Dieter Zetsche vor fast 500 Gästen aus bald 50 Ländern bei der Premiere in Stockholm publikumswirksam den Schalter umgelegt hat, dauert es noch einmal ein gutes halbes Jahr, bis die elektrische Revolution bei Mercedes endlich Fahrt aufnimmt. 

Technische Daten Mercedes EQC
Motor 2 Asynchron-Elektromotoren, 300 kW/408 PS, Allradantrieb
Fahrleistungen Spitze 180 km/h (abgeregelt), 0 – 100 km/h in 5,1 s, 450 km Reichweite (NEFZ), 765 Nm Drehmoment
Verbrauch                     22,2 kWh/100 km, CO2-Ausstoß: 0 g/km
Maße                     L 4,76 / B 2,09 (mit Spiegeln) / H 1,62 m
Batterie
Lithium-Ionen, 80 kWh
 Preis über 70.000 €

 

Text: Thomas Geiger. Fotos: PR.

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