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Paris | 05.07.2019

Renault Captur: Erste Infos über den neuen Mini-SUV

Renault Captur von schräg vorne
Ab Herbst 2019 steht die neue Generation des Captur beim Händler

Die zweite Generation des Renault Captur geht im Herbst an den Start. Der neue Mini-SUV auf Clio-Basis ist um elf Zentimeter gewachsen und sieht deutlich bulliger aus. Erste Infos, Bilder und technische Daten.

  • Nach dem Renault Clio ist jetzt der höhergelegte Bruder Captur runderneuert worden
  • Hauptkonkurrenten sind Kia Stonic, VW T-Cross, Hyundai Kona und Seat Ateca
  • Ab 2020 erweitert ein Plug-in-Hybrid die Motorenpalette

Mit jeweils mehr als 18.000 verkauften Einheiten sind Renault Clio und Captur in Deutschland die Bestseller-Modelle des französischen Autobauers. Gemeinsam machen die Technik-Geschwister über ein Drittel des Umsatzes aus, wobei der Mini-SUV zuletzt die Nase sogar knapp vorne hatte.

Der Mini-SUV wächst auf 4,23 Meter

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Kofferraum vom Renault Captur
Großes Ladevolumen dank umklappbarer Rücksitzlehnen

Damit das Erfolgsduo nichts an Beliebtheit einbüßt, hat Renault zu einer Rundum-Erneuerung ausgeholt: Erst kürzlich wurde der neue Renault Clio präsentiert, jetzt folgt die Hochbein-Version. Beim Händler steht der neue Captur, der mit einer höheren, SUV-igeren Front, auffälligen, C-förmigen Scheinwerfern und ähnlich gestalteten Rückleuchten um einiges bulliger auftritt als bisher, ab Herbst. Die Preise sind derzeit noch nicht bekannt, aktuell startet der SUV bei 16.500 Euro.

Zwar bleibt der Captur, der zu einhundert Prozent neu entwickelt wurde, dem Klein-SUV-Segment treu und tritt weiterhin gegen Seat Arona, Hyundai Kona, VW T-Cross oder Mazda CX-3 an, doch wächst der Franzose um stolze elf Zentimeter auf jetzt 4,23 Meter Länge.

Deutlich geringer fällt das Plus beim Radstand aus, der nur um zwei Zentimeter zulegt – dementsprechend bleiben auch die Innenraummaße weitgehend auf dem bisherigen Niveau.

Merklich zugelegt hat der Kofferraum, er schluckt zukünftig 536 statt bisher 455 Liter. Das Stauvolumen lässt sich über die um 16 Zentimeter verschiebbare Rückbank feinjustieren, und unter dem höhenverstellbaren Ladeboden kann man auch noch etwas unterbringen. Größer geworden sind auch die Sitze, die zudem besser konturiert sind und deutlich mehr Komfort auf der Langstrecke bieten sollen.

Renault Captur: Anleihen am Clio-Cockpit

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Cockpit vom Renault Captur
Touchscreen im Hochformat und freischwebende Mittelkonsole

Für ein wohnlicheres Ambiente sorgt das komplett neue Cockpit, das sich am Clio orientiert und von einem großen, hochkant montierten Touchscreen dominiert wird; zumindest in der Top-Version macht sich dort ein 9,3-Zoll-Display breit. Die Basis startet mit einem 7-Zoll-System, das ohne Navigationsfunktion kommt, dafür aber schon nahtlos mit Apple- und Android-Smartphones zusammenarbeitet.

Ein weiterer Hingucker im Innenraum: Die freischwebende Mittelkonsole, die Platz schafft für zusätzlichen Stauraum. Den futuristischen Ausleger gibt es allerdings nur zusammen mit dem elektronischen Automatikwählhebel für das Doppelkupplungsgetriebe.

Der Siebengang-Doppelkuppler ist beim 114 kW/155 PS starken Top-Benziner Serie, die 96-kW/130-PS-Version des 1,3-Liter-Vierzylinders ist optional damit ausrüstbar; ab Werk verwendet Renault ein manuelles Sechsgang-Getriebe.

Sogar mit nur fünf Gängen fährt der neue Ein-Liter-Dreizylinder vor, der es im Captur auf 100 Turbo-PS (74 kW) bringt und gegenüber dem bisherigen Basis-Aggregat zehn PS und 20 Newtonmeter (jetzt 160 Nm) mehr leistet; er kann optional auch mit Flüssiggas (LPG) betrieben werden.

Auf die schwächeren Saug-Versionen des Dreizylinders, die im Clio erhältlich sind, verzichtet Renault bei seinem Mini-SUV. Keinesfalls verzichten wollen die Franzosen dagegen auf Diesel-Antriebe: Der 1,5-Liter-Vierzylinder ist wahlweise mit 70 kW/95 PS oder 85 kW/115 PS erhältlich; die stärkere Version kann ebenfalls mit Doppelkupplungs-Getriebe geordert werden.
Ford Puma stehend

Ford Puma: Konkurrenz für den Renault Captur

Der neue Ford Puma kommt Anfang 2020 auf den Markt und soll als Kleinwagen-SUV auf Fiesta-Basis Renault Captur und VW T-Cross Paroli bieten. Das könnte gelingen. Preis: rund 21.000 Euro

Infos, technische Daten, Preise

 

Der Plug-in-Hybrid kommt 2020

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Renault Captur von hinten
Die neue Generation des Captur wirkt deutlich bulliger

Wie sein Technik-Spender Clio, profitiert auch der Captur von der neuen CMF-B-Plattform. Die bietet zwar immer noch keinen Allradantrieb für das SUV, ist dafür aber leichter und erlaubt mit ihrer verbesserten Elektronik-Architektur auch den Einsatz neuer, meistens aufpreispflichtiger Assistenzsysteme: Abstands-Tempomat mit Stauassistent, Tempolimit-Erkennung, Spurhalte-Assistent, Notbremsfunktion, 360-Grad-Kamera, Einpark-Assistent oder Querverkehrswarner sind im Klein-SUV-Segment längst keine Selbstverständlichkeit.

In Sachen Elektrik rüstet Renault auch beim Antrieb auf: Ab 2020 steht der Captur auch als Plug-in-Hybrid zur Verfügung. Der kombiniert einen 67 kW/90 PS starken 1,6-Liter-Benziner mit einem 53-kW-E-Motor und einem zusätzlichen, integrierten Starter-Generator (ISG), der direkt an der Kurbelwelle angreift.

Die Systemleistung soll bei 118 kW/160 PS liegen, die rein elektrische Reichweite beziffert Renault auf im Normmittel 45 Kilometer, im City-Betrieb soll der Doppelherz-Captur sogar 65 Kilometer schaffen. Die elektrische Höchstgeschwindigkeit liegt bei 135 km/h. Der Stromspeicher hat eine Kapazität von 9,8 Kilowattstunden, dürfte sich also einer 3,6-kW-Ladestation in weniger als drei Stunden aufladen lassen.

 

Text: Michael Gebhardt./SP-X. Fotos: Renault Deutschland.

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