Honda e: Elektro-Mini aus Japan

27.2.2019

Mit dem Honda e zeigen die Japaner den so gut wie serienreifen Prototypen eines elektrischen Kleinwagens – ein Auto für den "urbanen Lebensstil" der Zukunft. Vier Türen, 3,92 Meter kurz und 200 Kilometer Reichweite. Erste Daten, Infos, Bilder

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Sieht knuffig aus: Das erste Elektroauto von Honda
  • Erstes batterieelektrisches Auto von Honda ist 2020 beim Händler
  • 200 Kilometer Reichweite genügen vollkommen für Stadt und Umland
  • 5000 Exemplare sind für Europa geplant

 

Kein Autohersteller kann sich auf die Dauer dem Thema Elektroauto verweigern. Auch diejenigen nicht, die bisher eher auf den Hybrid- und Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb gesetzt haben. Nun zeigt Honda den Prototyp eines batterieelektrischen Autos, das Ende 2019 in Produktion gehen soll. Als Konzeptstudie hatte das Modell schon vor zwei Jahren auf der IAA auf sich aufmerksam gemacht. Im Vergleich zum Frankfurter Appetithäppchen hat sich nun einiges verändert.

Viertürer: kurz und knuddelig

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Technik-Gimmicks: Versenkte Türgriffe, Kameras als Außenspiegel

Sah man am Main noch ein Zweitürer mit mittig angeschlagenen und recht breiten Zugängen, hat sich Honda zu einem knuddeligen Viertürer von 3,92 Metern Länge entschlossen. Die Silhouette des "e-Prototype" ist eckiger geworden, wohl auch wegen der Kopffreiheit für die Fond-Insassen. Geblieben ist das freundlich-kecke Gesicht mit den kreisrunden Scheinwerferaugen in LED-Technik.

Auffällig ist die große, unter einer Klappe auf der Fronthaube versteckte Öffnung für den Ladestecker. Ob es das bei Dunkelheit beleuchtete Honda-Logo im Grill in die Serienproduktion schafft, steht noch nicht fest. Hier bremsen deutsche Regularien den japanischen Ideenreichtum noch aus, denn ein mittiges weißes Licht ist bei uns derzeit nicht zulassen.

Erlaubt ist neuerdings der Verzicht auf klassische Seitenspiegel. Dort, wo diese normalerweise platziert sind, ragen kleine Zapfen aus dem Blech, die eine Kamera in sich tragen. Die Honda-Lösung ist deutlich dezenter als etwa die des Audi e-tron, dessen Kameragehäuse ähnlich weit aus der Karosse reicht wie ein normaler Spiegel. Beim kleinen Japaner ist der sogenannte virtuelle Rückblick serienmäßig, beim 80.000-Euro-Audi kostet er 1540 Euro extra.

Innenraum mit Technik-Finessen

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Innenleben: Riesiger Bildschirm, wenig Knöpfe

Die Farbmonitore an den beiden Ecken des wagenbreiten Armaturenbretts liefern ein gestochen scharfes Bild, die Kopfbewegung des Fahrers fällt einige Grad knapper aus als jahrelang gewohnt. Auch der Innenspiegel ist übrigens ein kleiner Bildschirm, der von einer Heckkamera gespeist wird.

Die Armaturen beherbergen mehrere Bildschirme, die in Summe zu einer extrem breiten Einheit verschmelzen. Die einzelnen Anzeigen können je nach Geschmack und Laune des Fahrers programmiert werden. Sie tragen zum Beispiel Tacho, Navigation, Entertainment und vor allem Infos über den elektrischen Antrieb. Die untere Begrenzung der Monitore bildet eine sanfte Stufe in Holz-Deko, in der vier klassische Knöpfe und ein Drehschalter untergebracht sind. Die Bedieneinheit der Klimaanlage funktioniert analog.

Aber wie weit kommt denn nun der japanische E-Mini? Honda spricht von mehr als 200 Kilometern nach neuer WLPT-Norm. Das ist deutlich weniger als bei anderen Neuerscheinungen, folgt aber der Logik, dass der noch Namenlose als reines Stadtfahrzeug konzipiert ist und wohl nur selten im Überlandverkehr genutzt wird. An einer starken Stromzapfsäule soll die Batterie in einer halben Stunde wieder auf 80 Prozent ihrer Leistung aufgeladen werden können. 

Technisch basiert das Fahrzeug auf einer neuen Plattform für Elektrofahrzeuge, teilt Honda mit. Das heißt, es werden über kurz oder lang weitere Elektro-Modelle folgen. Vom Band rollen soll der erste Elektro-Honda ab Ende des Jahres, auf die Straße wird er 2020 kommen. Zunächst sind 5000 Stück für ganz Europa geplant. Der Preis steht noch nicht fest, sollte aber im unteren Bereich für Elektroautos angesiedelt sein.

 

Text: Peter Maahn/SP-X. Fotos: PR.

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