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Köln | 26.06.2019

Ford Puma: Konkurrenz für den VW T-Cross

Ford Puma stehend
Ford Puma: Typischer Ford-Grill und ovale Scheinwerfer

Der neue Ford Puma kommt Anfang 2020 auf den Markt und soll als Kleinwagen-SUV auf Fiesta-Basis dem VW T-Cross Paroli bieten. Das könnte gelingen. Preis: rund 21.000 Euro

  • Mit 4,19 Metern Länge genau zwischen Fiesta und Focus
  • Durchdachte Details: Abnehmbare Sitzbezüge, variabler, großer Kofferraum
  • 48-Volt-Hybridtechnik in Kombination mit sparsamen Dreizylinder-Benzinern

 

Ford Puma – das sagt Ihnen etwas? Falls Sie sich an das kleine Sportcoupé erinnern, das Ende der 1990er Jahre nach nur vier Jahren eingestellt wurde, liegen Sie richtig. Aber Sie können es auch gleich wieder vergessen – denn der neue Ford Puma, der Anfang 2020 auf den Markt kommt, hat damit nur den Namen gemein.

Natürlich ist das neue Modell ein SUV und will Peugeot 2008, Renault Captur, Hyundai Kona, Opel Crossland X und VW T-Cross nicht allein das lukrative Feld im begehrten SUV-Segment überlassen. Zwar gibt es schon den Ford EcoSport, doch während der noch recht hochbeinig und mit Ersatzrad an der Hecktür eher an einen Mini-Geländewagen erinnert, macht der Puma eher auf Lifestyle. Allradantrieb hat er nicht zu bieten.

Ford sieht den Puma daher auch eher als "SUV-inspirierten Crossover". Heißt: Der Puma ist ein etwas höherer Kleinwagen mit auffällig flotter Karosserie. Mit dem Design der aktuellen Ford-Modelle hat er nichts mehr zu tun. Hätte der Porsche Macan einen kleinen Bruder, sähe er dem Ford Puma – zumindest vorn – sehr ähnlich.

Der Puma ist 15 cm länger als der Fiesta

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Heck des Ford Puma stehend
Sportlich: Das nach hinten ansteigende Heck des Ford Puma

Der Puma basiert auf dem Fiesta, ist aber 15 Zentimeter länger. Zehn Zentimeter mehr Radstand und eine 60 mm breitere Spur hinterlassen einen deutlich stämmigeren Auftritt ohne zu wuchtig zu wirken. "Das Design ist sehr simpel und ohne große Linien oder Sicken", erklärt Chefdesigner Murat Güler, der besonders stolz auf das "freundliche Gesicht" ist. Aggressiv gestaltete Autos gebe es schließlich schon genug.

Innen findet sich dann doch der Fiesta wieder: Das Armaturenbrett wurde fast 1:1 übernommen und damit die logische Bedienung mit großem Touchscreen auf der Mittelkonsole sowie guter Smartphone-Anbindung mit Apple Car Play und Android Auto. Zusätzlich bekommt der Puma eine Station für induktives Smartphone-Laden und – mit Ausnahme der Basisversion Trend – hinter dem Lenkrad voll digitale Instrumente.

Angenehm: An Armaturenbrett und Türinnenverkleidungen vorn kommen softe Oberflächen zum Einsatz. Das fühlt sich nicht nur gut an, sondern grenzt den Puma auch positiv vom Hauptkonkurrenten VW T-Cross ab, der ausnahmslos mit Hartplastik aufwartet. Im Puma gibt es außerdem Haltegriffe am Dachhimmel vorn – die hat VW längst weggespart. Praktisch: Die Sitzbezüge lassen sich (als Extra) wie beim Renault Captur kinderleicht via Reißverschluss entfernen und in die Waschmaschine stecken.

Weil die Insassen im Puma drei Zentimeter höher sitzen als im Fiesta, klappt der Einstieg merklich müheloser und das Raumgefühl ist – von der kleinwagentypischen Innenraumbreite abgesehen – eine Klasse besser. Selbst hinten gibt es noch ausreichend Kniefreiheit.

Bildergalerie: Klicken oder tippen Sie auf das Bild für eine größere Darstellung und mehr Informationen. 

 

Durchdachte Details im Kofferraum

Anders als beim Konkurrenten VW T-Cross ist die Rückbank nicht verschiebbar. Laut dem leitenden Ingenieur für den Ford Puma, Norbert Steffens, sei das verzichtbar, weil ganz nach vorn geschoben bei dieser Fahrzeuggröße ohnehin keiner mehr sitzen könne. "Wer viel zu transportieren hat, klappt normalerweise gleich um." Stattdessen habe man versucht, gute Platzverhältnisse hinten und einen großen Kofferraum hinzubekommen. Der fasst insgesamt stolze 456 Liter, alle Hohlräume mit eingerechnet.

Um die Ausgestaltung des Kofferraums hat man sich viele Gedanken gemacht: Die biegsame Kofferraumabdeckung ist an der Scheibe befestigt und geht beim Öffnen automatisch mit nach oben, steht also beim Beladen nicht im Weg. Weil es dann keine Halterungen im Kofferraum braucht, hat der Puma eine extra große Ladeöffnung von einem Meter Breite.

Der variable Ladeboden kann mit nur einer Hand in der Höhe verstellt oder platzsparend stehend hinter der Rückbank abgelegt werden. Dann gibt er einen 80 Liter großen, rechteckigen Kasten unter dem Ladeboden frei, der mit 76 Zentimetern Breite, 75 Zentimetern Länge und 30 Zentimetern Tiefe ziemlich viel wegstecken kann – und ganz nebenbei auch die Ladehöhe immens vergrößert.

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Der Puma kommt auch als Mild-Hybrid

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Seiten ansicht des Ford Puma stehend
Die Perspektive täuscht: Der Puma wirkt nicht ganz so wuchtig

So lassen sich darin z.B. eine hohe Topfpflanze oder sogar zwei Golfbags nebeneinander stehend transportieren, ohne dass die langen Schläger mit der Heckklappe in Berührung kommen. Und wer vom Wandern kommt, kann dort schmutzige Schuhe aufbewahren. Die Mulde ist aus Thermoplast, verträgt Nässe und ist auswaschbar. Ein Stöpsel im Ladeboden lässt das Wasser einfach auf die Straße laufen.

Wer allerdings ein Ersatzrad ordert, hat nichts von dem praktischen Zusatz-Fach. Und bei den Pumas mit 48-Volt-Technik fällt es 30 Liter kleiner aus, weil sich dann dort die Hybridbatterie breitmacht. Zum Verkaufsstart Anfang 2020 werden ausschließlich 1,0-Liter-Ecoboost-Benziner mit drei Zylindern angeboten, ein halbes Jahr später kommt ein Diesel mit 125 PS und SCR-Kat samt AdBlue-Einspritzung.

Die Leistungsstufen der Benziner: 125 und 155 PS, letzterer ist serienmäßig mit 48-Volt-Mild-Hybridtechnik ausgerüstet, beim kleineren Benziner wird die Technik gegen Aufpreis (ca. 900 Euro) zu haben sein. Rein elektrisch fahren kann der Puma damit nicht, doch der Elektromotor steht dem Benziner besonders beim Anfahren oder im niedrigen Drehzahlbereich zur Seite und hilft, den Verbrauch zu reduzieren. Bis zu 50 Nm Drehmoment lassen sich bereitstellen und so das Turboloch im unteren Drehzahlbereich ausgleichen. Ob das wirklich gelingt, werden wir beim ersten Fahrtermin Ende 2019 sehen.

Fazit

So hinterlässt der neue Puma bei unserem ersten Zusammentreffen einen recht soliden Eindruck. Wenn dann noch die Preise nur leicht über einem vergleichbaren Fiesta liegen, wie Ford versprochen hat, sollte einem Erfolg nichts im Wege stehen. Mit einem Grundpreis für die 125-PS-Version von rund 21.000 Euro ist also zu rechnen.

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Text: Jochen Wieler. Fotos: Ford Werke AG/Aleksander Perkovic.

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