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Kindersitz-Normen i-Size und UN ECE Reg. 44

Kind sitzt lachend und angeschnallt im Kindersitz
Nur mit gültigem Prüfsiegel ist ein Kindersitz in Europa für die Nutzung im Fahrzeug zugelassen ∙ © iStock.com/pixdeluxe

Drei Kindersitz-Normen sind derzeit zugelassen: i-Size (UN ECE Reg. 129), UN ECE Reg. 44/04 und 44/03. Doch was ist bei der Auswahl des richtigen Kindersitzes wichtig? Größe, Gewicht oder Alter?

  • i-Size, die neuste Zulassungs-Norm UN ECE Reg. 129, richtet sich nach der Größe des Kindes

  • Die alten Normen UN ECE Reg. 44/03 und 44/04 sind weiterhin gültig

  • Die Kindersitz-Norm allein entscheidet nicht über die Sicherheit

  • Sitze nach UN ECE Reg. 44/01 und 44/02 dürfen nicht mehr eingesetzt werden

Das Gesetz schreibt vor, dass Kinder bis 12 Jahre bzw. bis zu einer Größe von 150 cm im Auto gesichert werden müssen – das heißt, es gilt Kindersitzpflicht. Doch welcher Sitz ist der richtige für Ihr Kind? Welche gesetzlichen Vorgaben muss ein Sitz erfüllen, was ist zugelassen? Hier die Übersicht zu behalten, ist nicht einfach, aber sehr wichtig – denn nur der passende und richtig montierte Kindersitz kann Ihr Kind bei einem Unfall schützen.

Diese Kindersitz-Normen sind zugelassen

Kindersitz Prüfsiegel
Beispiel für ein Prüfsiegel: i-Size (UN ECE Reg. 129) mit Größenangabe ∙ © ADAC

Derzeit sind drei Kindersitz-Normen parallel zugelassen – sie lassen sich an dem am Kindersitz angebrachten Prüfsiegel erkennen:

  • i-Size / UN ECE Reg. 129

  • UN ECE Reg. 44/04

  • UN ECE Reg. 44/03

Die alte Norm UN ECE Reg. 44 teilt die Kindersitze in fest definierte Gewichtsklassen ein, die aktuellste Norm i-Size (UN ECE Reg. 129) orientiert sich an der Größe des Kindes.

Erläuterung einer Prüfplakette nach UN ECE Reg. 44/04

© ADAC

i-Size-Norm ist gleich UN ECE Reg. 129

Die aktuellste Norm i-Size richtet sich nach der Körpergröße des Kindes. Ausschlaggebend ist die Angabe des Herstellers, der den Größenbereich für seine Kindersitze selbst festlegen kann.

Unabhängig von ihrer Größe dürfen Kinder in diesen Kindersitzen bis zu einem Alter von 15 Monaten nicht in Fahrtrichtung transportiert werden. Nur rückwärtsgerichtete Sitze und Babywannen, die quer zur Fahrtrichtung eingebaut werden, sind zulässig. Der ADAC empfiehlt, Kinder bis zu einem Alter von zwei Jahren nur gegen die Fahrtrichtung mitreisen zu lassen.

UN ECE Reg. 129 wurde in drei Phasen veröffentlicht:

  1. Integrale (mit sitzeigenem Gurt) ISOFIX-Kindersitze (bisherige Klassen 0, 0+ und I): Seit 2013 aktiv

  2. Nicht-integrale Kindersitze (bisherige Klassen II und III): Seit 2017 aktiv

  3. Alle anderen Kindersitze (z. B. zur Befestigung mit dem Fahrzeuggurt): Seit 2019 aktiv

Kindersitzklassen nach UN ECE Reg. 44/04

Die Kindersitze nach Norm UN ECE Reg. 44 sind nach unterschiedlichen Körpergewichtsklassen unterteilt. Während die Gewichtsangaben bindend sind, gelten die Altersbereiche lediglich als Hinweise.

KlasseGewichtAltersbereich (ca.)Kindersitzart
Klasse 0bis 10 kgbis 1 JahrBabyschale, quer- oder rückwärtsgerichtet
Klasse 0+bis 13 kgbis 1,5 JahreBabyschale, rückwärtsgerichtet
Klasse I9 bis 18 kg1,5 Jahre bis 4 JahreKindersitz vorwärts oder Reboarder rückwärts
Klasse II15 bis 25 kgbis 7 JahreSitzerhöhung mit/ohne Rückenstütze, vorwärts, oder Reboarder rückwärts
Klasse III22 bis 36 kg7 bis 12 JahreSitzerhöhung mit/ohne Rückenstütze, vorwärts

ADAC Kindersitz-Test 2019

Im aktuellen Test wurden 31 verschiedene Kindersitze in puncto Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und Schadstoffgehalt geprüft.

Kindersitze im Test: Alle Daten und Ergebnisse

Unterschiede: UN ECE Reg. 44 und i-Size (UN ECE Reg. 129)

UN ECE Reg. 44/03, UN ECE Reg. 44/04i-Size (UN ECE Reg. 129)
Gültig seit 1995 (UN ECE Reg. 44/03) bzw. seit 2005 (UN ECE Reg. 44/04)Gültig seit 2013, 2017, 2019
Einteilung nach Gewicht(fest definierte Gewichtsklassen 0 bis III)Einteilung nach Größe(vom Kindersitzhersteller selbst festgelegt)
Vorwärtsfahren ab 9 kg (wird erst ab 2 Jahren empfohlen)Vorwärtsfahren erst ab 15 Monaten (wird erst ab 2 Jahren empfohlen)
Kein SeitenaufpralltestMüssen Seitenaufpralltest bestehen

Hinweise und Empfehlungen

Alle drei Normen UN ECE Reg. 44/03, UN ECE Reg. 44/04 und i-Size (UN ECE Reg. 129) sind derzeit parallel gültig, Sie können also die Kindersitze der alten Norm weiterhin nutzen. Richten Sie sich nach den Testergebnissen des ADAC Kindersitztests.

Grundsätzlich sollten Sie immer das Handbuch des Fahrzeugs und die Anleitung des Kindersitzes genau lesen und außerdem Folgendes beachten: 

  • Nicht zu früh in den nächstgrößeren Kindersitz wechseln

  • Kinder bis 2 Jahre sind im rückwärtsgerichteten Kindersitz (Reboarder) besser geschützt

  • Eine Sitzerhöhung mit Rückenstütze bietet bei einem Seitencrash mehr Schutz

Kindersicherung in anderen Ländern

Im europäischen Ausland gibt es keine Probleme, wenn Kinder so wie in Deutschland üblich gesichert werden. Es gelten nur teilweise etwas unterschiedliche Bestimmungen (z.B. max. Größe). In Italien gelten besondere Vorschriften, wenn italienische Autos benutzt werden.

Die Zulassungsrichtlinien für Kindersitze in den USA oder Australien sind jedoch unterschiedlich. Deshalb gibt es auch keine einheitliche Kennzeichnung. Wir empfehlen, z.B. bei einem Wohnungswechsel oder einer Reise, die dort zugelassenen Kindersitze zu verwenden, da es sonst Probleme bei Kontrollen oder mit Versicherungen geben kann. Bei Reisen mit Mietfahrzeugen sollte immer der passende Kindersitz mit angemietet werden.

Viele weitere Tipps rund um das Thema Kindersicherung finden Sie beim ADAC Kindersitzberater.