Rettungsgasse richtig bilden

Rettungsgasse bereits bei Schrittgeschwindigkeit bilden! ∙ Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC/Achim Otto

„Bei Stau Rettungsgasse“ ist den meisten bekannt. Was viele aber nicht wissen ist, dass sie die Rettungsgasse dann schon bilden müssen, wenn Fahrzeuge auf Autobahnen oder mehrspurigen Außerortsstraßen nur noch mit Schrittgeschwindigkeit fahren.

  • Bei einem Stau sind alle verpflichtet, die Rettungsgasse freizumachen

  • Rettungsgasse immer zwischen dem linken und den übrigen Fahrstreifen bilden

  • Der Standstreifen muss frei bleiben

  • Härtere Strafen bei Nichtbilden

Wie bilde ich die Rettungsgasse?

Fahren Sie auf dem linken Fahrstreifen, so weichen Sie nach links aus. Sind Sie auf einem der übrigen Fahrstreifen unterwegs, so fahren Sie nach rechts. Bei Annäherung an einen Stau darf das Warnblinklicht eingeschaltet werden, um andere vor dieser Gefahr zu warnen.

Was droht bei Nichtbilden der Rettungsgasse?

200 Euro, 2 Punkte in der Verkehrssünderkartei in Flensburg und 1 Monat Fahrverbot droht nach dem neuen Bußgeldkatalog, der für Verstöße ab 9.11.2021 gilt, demjenigen, der eine erforderliche Rettungsgasse nicht bildet. Geschieht dies mit einer Behinderung kommen zusätzlich zu 2 Punkten und 1 Monat Fahrverbot 240 Euro hinzu. Mit Gefährdung liegt die Buße schon bei 280 Euro, 2 Punkten und 1 Monat Fahrverbot. Geht das Nichtbilden der Rettungsgasse mit einer Sachbeschädigung einher, sind es ganze 320 Euro, 2 Punkte und 1 Monat Fahrverbot.

Darf ich den Standstreifen befahren?

Nein. Grundsätzlich muss der Standstreifen frei bleiben, auch weil er baulich gar nicht zum Befahren angelegt ist.

Eine Ausnahme gilt aber bspw. , wenn die Polizei zum Befahren auffordert oder wenn aus Platzgründen keinerlei Möglichkeit besteht, eine Rettungsgasse zu bilden, ohne den Standstreifen mitzubenutzen.

Darf ich in der Rettungsgasse nach vorne fahren?

Nein. Nur Polizei- und Hilfsfahrzeuge dürfen die Rettungsgasse befahren. Hilfsfahrzeuge sind z.B. Feuerwehr- und Krankenwägen sowie Arzt- und Abschleppfahrzeuge.
Neu ist, dass das unberechtigte Befahren der Rettungsgasse nicht mehr nur als unberechtigtes Rechtsüberholen geahndet wird. Befährt jemand unberechtigt die Rettungsgasse, drohen 240 Euro, 2 Punkte und 1 Monat Fahrverbot. Geschieht dies zusätzlich mit einer Behinderung, sind es 280 Euro, 2 Punkte und 1 Monat Fahrverbot; mit Gefährdung 300 Euro, 2 Punkte und 1 Monat Fahrverbot. Kommt es zu einer Sachbeschädigung sind es 320 Euro, 2 Punkte und 1 Monat Fahrverbot.

Wie verhalte ich mich im Bereich einer Baustelle mit Fahrbahnverengung?

Versuchen Sie dort, möglichst weit links bzw. rechts zu fahren. Bei engen Fahrstreifen kann es im Einzelfall zusätzlich erforderlich sein, den Mittelstreifen auf der linken Seite bzw. die Standspur auf der rechten Seite mit zu benutzen.

Gibt es Ausnahmeregelungen für Motorräder?

Nein. Grundsätzlich dürfen weder die Rettungsgasse noch der Standstreifen befahren werden. Eine Ausnahmeregelung für Kraftradfahrer besteht nicht.

Muss ich auch im Ausland eine Rettungsgasse bilden? 

Vergleichbare Regeln zur Bildung einer Rettungsgasse gibt es neben Deutschland auch in der Schweiz, Slowenien, Ungarn und Tschechien. In Österreich ist die Bildung und das Freihalten einer Rettungsgasse im Verkehrsgesetz verankert.

Diese Regelungen zur Rettungsgasse gelten im Ausland.

Ausführliche Informationen zur Rettungsgasse finden Sie in unserer Broschüre
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Rettungsgassen-Aufkleber für Ihr Fahrzeug

Rettungsgasse bilden; Aufkleber
Rettungsgassen-Aufkleber für Ihr Fahrzeug ∙ © ADAC e.V.

Wir engagieren uns seit Jahren dafür, Mitglieder und Öffentlichkeit über das Thema Rettungsgasse zu informieren. Mit landesweiten Aktivitäten möchten wir das Thema weiter vorantreiben. So wurde unter anderem ein Aufkleber für Pkw (30 cm x 5 cm) produziert. Mit diesem Aufkleber auf Ihrem Fahrzeug informieren Sie andere Verkehrsteilnehmer darüber, wie die Rettungsgasse zu bilden ist. Im Notfall ist die Gasse schon gebildet und die Einsatzkräfte können ungehindert zum Unfallort gelangen. Helfen Sie mit, denn jede Minute zählt.

Die Aufkleber erhalten Sie kostenlos bei Ihrem Regionalclub.