Rettungsgasse richtig bilden

Rettungsgasse bereits bei Schrittgeschwindigkeit bilden! ∙ Durch Anklicken des Vorschaubildes mit dem Play-Button werden Sie auf die Internetseite von YouTube weitergeleitet. Für deren Inhalte und Datenverarbeitung ist der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich. ∙ Bild: © ADAC/Achim Otto

Bei Stau muss eine Rettungsgasse gebildet werden. Das gilt auch schon dann, wenn Fahrzeuge auf Autobahnen oder mehrspurigen Außerortsstraßen nur noch mit Schrittgeschwindigkeit fahren.

  • Rettungsgasse immer zwischen dem linken und den übrigen Fahrstreifen bilden

  • Der Standstreifen muss für Pannenfahrzeuge frei bleiben

  • Härtere Strafen: Hohe Bußgelder, Punkte, Fahrverbot

Autobahn: Was gilt bei zwei, drei oder vier Spuren?

Die Rettungsgasse muss nicht erst bei einem Stau gebildet werden, sondern auch schon dann, wenn der Verkehr anfängt zu stocken bzw. Schrittgeschwindigkeit gefahren wird. Das gilt sowohl bei zwei-, als auch bei drei- und vierspurigen Autobahnen. Wer auf dem linken Fahrstreifen unterwegs ist, weicht immer nach links aus. Wer auf einem der übrigen Fahrstreifen unterwegs ist, fährt nach rechts.
Bei Annäherung an einen Stau darf das Warnblinklicht kurzzeitig eingeschaltet werden, um andere vor dieser Gefahr zu warnen.

Rettungsgasse nicht gebildet: Was droht bei Verstößen?

Fahrer, die die erforderliche Rettungsgasse nicht bilden, drohen nach dem neuen Bußgeldkatalog 200 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot. Kommt es dadurch zu Behinderungen, werden aus den 200 Euro 240. Mit Gefährdung liegt die Buße schon bei 280 Euro, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot.

Darf ich den Standstreifen befahren?

Nein. Grundsätzlich muss der Standstreifen frei bleiben. Ausnahmen sind, wenn die Polizei zum Befahren auffordert oder wenn aus Platzgründen keinerlei Möglichkeit besteht, eine Rettungsgasse zu bilden, ohne den Standstreifen mitzubenutzen.

Darf ich in der Rettungsgasse nach vorne fahren?

Nein. Nur Polizei- und Hilfsfahrzeuge dürfen die Rettungsgasse befahren. Hilfsfahrzeuge sind z.B. Feuerwehr- und Krankenwägen sowie Arzt- und Abschleppfahrzeuge. Befährt jemand unberechtigt die Rettungsgasse drohen 240 Euro Bußgeld, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot. Geschieht dies zusätzlich mit einer Behinderung, sind es 280 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot; mit Gefährdung 300 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot. Kommt es zu einer Sachbeschädigung sind es 320 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot.

Gibt es Ausnahmeregelungen für Motorräder?

Nein. Grundsätzlich dürfen weder die Rettungsgasse noch der Standstreifen befahren werden. Eine Ausnahmeregelung für Kraftradfahrer besteht nicht.

Rettungsgasse: Wie sieht es in anderen Ländern aus? 

Vergleichbare Regeln zur Bildung einer Rettungsgasse gibt es neben Deutschland auch in der Schweiz, Slowenien, Ungarn und Tschechien. In Österreich ist die Bildung und das Freihalten einer Rettungsgasse im Verkehrsgesetz verankert.

Diese Regelungen zur Rettungsgasse gelten im Ausland.

Ausführliche Informationen zur Rettungsgasse finden Sie in unserer Broschüre
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Petra Zollner
Redakteurin
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