Entzug der Fahrerlaubnis: Wann der Führerschein weg ist

Mann trinkt Bier beim Autofahren
Alkohol am Steuer: Hier droht der Entzug der Fahrerlaubnis ∙ © iStock.com/GregorBister

Alkohol oder Drogen am Steuer, illegale Straßenrennen: Wann die Fahrerlaubnis entzogen wird und wie Sie den Führerschein wiederbekommen.

  • Entziehung der Fahrerlaubnis bei Alkohol und Drogen

  • Wann Betroffene zur MPU müssen

  • Wie und wann man die Fahrerlaubnis neu beantragen kann

Nach Straftaten im Straßenverkehr kann die Fahrerlaubnis entzogen werden. Anders als bei vorübergehenden Fahrverboten gibt es den Führerschein hier nicht nach Ablauf einer Frist automatisch zurück. Wie lange Betroffene nicht fahren dürfen, ob man die Sperrfrist verkürzen kann, und wann man zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) muss: die häufigsten Fragen und Antworten.

Sind Entzug der Fahrerlaubnis und Führerscheinentzug dasselbe?

Beide Begriffe werden häufig in einen Topf geworfen. Rechtlich spricht man aber nicht von Führerscheinentzug, sondern vom Entzug der Fahrerlaubnis. Das bedeutet, dass nach einer Straftat die Berechtigung, ein Kraftfahrzeug zu führen, erlischt. Sie muss nach Ablauf einer Sperrfrist neu beantragt werden. Außerdem droht eine hohe Geldstrafe und Punkte in Flensburg. Bei der Neubeantragung kann zusätzlich eine MPU verlangt werden.

Etwas ganz anderes sind zeitlich befristete Fahrverbote. Der Führerschein muss in dieser Zeit abgegeben werden. Der Betroffene bekommt ihn aber nach Ablauf des Fahrverbots ohne weitere Auflagen wieder zugesendet.

Welche Gründe gibt es für den Entzug der Fahrerlaubnis?

Die Entziehung der Fahrerlaubnis durch ein Gericht wird in § 69 Strafgesetzbuch geregelt. Konkrete Gründe sind:

  • Alkohol

  • Drogen

  • illegale Autorennen

  • Unfallflucht, obwohl der Täter weiß, dass ein Mensch getötet oder erheblich verletzt wurde oder hoher Sachschaden entstanden ist

  • Wer den Straßenverkehr gefährdet, also grob verkehrswidrig und rücksichtslos fährt und dabei Leib und Leben anderer gefährdet (§ 315 c StGB)

  • Auch wer sich im Straßenverkehr wiederholt aggressiv verhält, andere nötigt und dabei gefährdet, muss mit der Entziehung der Fahrerlaubnis rechnen.

Neben einem Gericht kann auch die örtliche Fahrerlaubnisbehörde die Fahrerlaubnis entziehen, wenn der Verkehrsteilnehmer nicht zum Führen eines Kraftfahrzeugs geeignet ist. Das ist unter anderem der Fall, wenn jemand immer wieder im Straßenverkehr auffällig ist und damit sein Punktekonto in Flensburg auffüllt. Das trifft auch Radfahrer, die mit mehr als 1,6 Promille unterwegs sind.

Was ist die Sperrfrist, und wie lang ist sie maximal?

Die Sperre wird vom Strafgericht je nach Einzelfall verhängt und legt fest, wann eine neue Fahrerlaubnis frühestens erteilt werden darf. Die Sperrfrist beträgt sechs Monate und kann bis zu fünf Jahre dauern.

Kann man die Sperrfrist verkürzen?

Ja. Spezielle Programme, Nachschulungen, Fahreignungsseminare und Therapien können dabei helfen. Hier kommt es aber stark auf das konkrete Vergehen bzw. den Grund für den Entzug der Fahrerlaubnis an. Ob und was hier Sinn macht, sollte man im Vorfeld mit seinem Anwalt besprechen.

Wie und wann bekommt man die Fahrerlaubnis zurück?

Die Fahrerlaubnis muss neu beantragt werden, man bekommt sie nicht automatisch zurück. Wann Sie den Antrag auf Wiedererteilung bei Ihrer Fahrerlaubnisbehörde stellen sollten, hängt unter anderem davon ab, ob man eine MPU absolvieren muss. Erkundigen Sie sich daher in jedem Fall rechtzeitig, am besten schon während des Strafverfahrens, ob das in ihrem Fall erforderlich ist.

Wenn keine MPU angeordnet wird: Damit Sie Ihre Fahrerlaubnis rechtzeitig zum Ablauf der Sperrfrist zurückbekommt, sollten Sie ca. sechs bis acht Wochen vorher den Antrag auf Wiedererteilung stellen.

Wann muss man eine MPU machen?

Das hängt im Einzelfall von den Entziehungsgründen ab. Die MPU wird vor allem verlangt, wenn die Fahrerlaubnis wegen Alkohol am Steuer oder Drogen in Flensburg entzogen wurde. Hier finden Sie weitere Infos zur MPU.

Gibt es eine Verjährungsfrist?

Eine Verjährung gibt es beim Entzug der Fahrerlaubnis nicht, jedoch eine Tilgungsfrist für die in diesem Zusammenhang eingetragenen Punkte. Sie beträgt zehn Jahre.

Welche Kosten fallen beim Entzug der Fahrerlaubnis an?

Auf die Betroffenen kommen erhebliche Kosten zu. Denn mit der Strafe und den Gerichtskosten allein ist es nicht getan. Dazu kommen je nach Einzelfall Kosten für den Anwalt, die MPU, die Vorbereitung darauf bzw. eventuelle Maßnahmen wie Seminare, Therapien, Schulungen.

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