Solaranlage mit Speicher: Für wen sich das lohnt

3D Illustration zur Selbstversorgung mit Solarstrom im Einfamilienhaus
Der Solarstrom (DC-Strom) von der PV-Anlage wird über den Wechselrichter im Keller in Haushaltsstrom (AC-Strom) umgewandelt, der Überschuss fließt in den Batteriespeicher© iStock.com/Marc Osborne

Die Kombination aus Solaranlage und Speicher maximiert den Eigenverbrauch im Haushalt und macht deutlich unabhängiger vom Stromnetz. Das müssen Sie vor der Anschaffung beachten.

  • Wann ein Komplettpaket sinnvoll ist

  • Was PV-Anlagen mit Speichern im Jahr 2024 kosten

  • Wie man die Leistung und Kapazität bedarfsgerecht berechnet

Wer zu Hause möglichst viel Solarstrom selbst verbrauchen möchte, braucht zur Photovoltaik-Anlage (PV) einen Batteriespeicher. Mit einem Komplettpaket aus beiden Komponenten lässt sich der tagsüber erzeugte PV-Strom auch nutzen, wenn die Sonne nicht scheint – etwa für das Laden des E-Autos, die Waschmaschine oder die Wärmepumpe. Hier die wichtigsten Infos vor dem Kauf.

Wer ein Set mit Stromspeicher braucht

Ein Installateur schließt einen Solarstromspeicher an
Ein Solarstromspeicher lässt sich im Komplettpaket kaufen oder später nachrüsten © Zolar

Die Investitionskosten sind zwar höher als bei einer PV-Anlage ohne Speicher. Langfristig gesehen kann man mit einem Komplettset aber mehr Geld sparen. Denn wer selbst Solarstrom produzieren und für Stunden mit Bewölkung sowie nach Sonnenuntergang speichern kann, muss weniger Haushaltsstrom aus dem öffentlichen Netz beziehen. Tendenziell steigende Netzentgelte machen sinkende Preise für Haushaltsstrom künftig unwahrscheinlich. Außerdem fährt der Staat die Einspeisevergütung immer weiter zurück.

Gewinne kann man mit den Einnahmen durch eine PV-Anlage heute darum nicht mehr erzielen. Wirtschaftlich sinnvoller ist es, möglichst viel des erzeugten Solarstroms selbst zu verbrauchen.

Ein Komplettpaket benötigen Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer, die sich maximal unabhängig von den Energieversorgern und deren Preisen machen möchten. Die Kombination aus PV-Anlage und Speicher ermöglicht einen deutlich höheren Eigenverbrauch des Solarstroms vom Dach. Ihren Anteil am Jahresstromverbrauch können Sie dadurch im Schnitt zu 70 Prozent decken – bisweilen auch mehr. Ohne Batterie-Erweiterung der Solaranlage beträgt der Autarkiegrad oft nur 30 Prozent.

Durchschnittlicher Ertrag einer Solaranlage

Pro 1 kWp installierter Photovoltaik-Leistung kann in Deutschland im Durchschnitt ein jährlicher Ertrag von rund 1000 kWh Solarstrom erzeugt werden. Das variiert je nach geografischer Lage. Im Süden gibt es tendenziell mehr Sonnenstunden als im Norden. Eine Solaranlage generiert somit täglich 2,0 bis 3,3 kWh je kWp installierter Leistung, wobei im Sommer eher mehr Strom produziert wird und im Winter deutlich weniger.

Vor allem profitieren Haushalte, die viel Strom verbrauchen, etwa wegen einer Wärmepumpe oder Wallbox. Wer ein E-Auto hat, gewinnt mittels Speicher nicht nur Flexibilität beim Laden. Wird etwa anstatt Netzstrom zu 30 Cent/kWh günstiger Solarstrom zu 10 Cent/kWh geladen, reduzieren sich die Fahrtkosten von sechs auf zwei Euro pro 100 Kilometer. Doch je geringer der Energiebedarf im Haus und je kleiner die geplante PV-Anlage, umso weniger lohnt sich ein Speicher. Entscheidend ist hierbei auch die gesetzliche Vergütung für die Netzeinspeisung des überschüssigen Solarstroms.

Was eine PV-Anlage mit Speicher kostet

Ein Mann installiert eine Solaranlage auf einem Dach
Die meisten installierten Solaranlagen haben zwischen 5 und 12 kWp an Leistung© imago images/U. J. Alexander

Der Gesamtpreis für ein Komplettpaket aus PV-Anlage, Solarstromspeicher, Wechselrichter und allen für den Betrieb notwendigen Bauteilen und Kabeln variiert je nach Hersteller, Leistung und Ausstattung. Er umfasst Anschaffungs- und Montagekosten und liegt für ein typisches Einfamilienhaus mit 5 bis 12 Kilowatt-Peak (kWp) auf dem Dach im Jahr 2024 zwischen rund 12.000 und 24.000 Euro netto. Ohne einen PV-Speicher kostet eine Solaranlage inklusive Wechselrichter, Befestigungs- und Installationsmaterial sowie der Montage etwa 7000 bis 17.000 Euro netto.

PV-Anlage und Solarstromspeicher sind steuerfrei

PV-Anlagen unter 30 kWp, die seit 1. Januar 2023 geliefert und installiert worden sind, sind von der Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent befreit. Das gilt auch für die Lieferung und Montage beziehungsweise Nachrüstung von Batteriespeichern sowie anderer für den Betrieb der privaten Solaranlage wesentlichen Komponenten.

Je höher die Leistung der PV-Anlage und Kapazität des Stromspeichers ist, desto günstiger sind die durchschnittlichen Anschaffungskosten pro Kilowatt-Peak (kWp) beziehungsweise Kilowattstunde (kWh). Zwischen 1400 und 2200 Euro pro kWp sind bei der PV-Anlage ein grober Richtwert. Mit Solarspeicher kostet das Komplettset inklusive Montage im Schnitt 2200 bis 3000 Euro je kWp. Bei separaten Speichern kann man mit 400 bis 800 Euro pro kWh an Speichervolumen rechnen.

Weiterer Vorteil des Komplettsets: Die Monteure müssen nur einmal kommen. Das ist in der Regel günstiger, als zunächst die PV-Anlage installieren und später einen Speicher nachrüsten zu lassen.

Preisbeispiele für PV-Anlagen mit und ohne Speicher


Kosten PV-Anlage ohne Speicher

Kosten PV-Anlage mit Speicher

Leistung PV-Anlage: 4 kWp

8724 Euro

13.925 Euro

Leistung PV-Anlage: 8,5 kWp

13.121 Euro

18.322 Euro

Leistung PV-Anlage: 10 kWp

14.232 Euro

19.433 Euro

Leistung PV-Anlage: 13 kWp

17.536 Euro

22.737 Euro

Leistung PV-Anlage: 25 kWp

26.369 Euro

31.570 Euro

Quelle: zolar; diese Nettopreise enthalten die Installation, alle notwendigen Komponenten sowie ein Rundum-Schutzpaket mit Versicherung und Garantien

Der ADAC bietet in Kooperation mit dem Partnerunternehmen zolar auch PV-Anlagen mit Speichern an – inklusive Komplett-Service von der Planung bis zum Aufbau. Der ADAC Solar-Rechner verrät Ihnen mit wenigen Klicks, wie sehr sich Sonnenstrom für Sie rechnet. Danach kann man direkt ein individuelles Angebot erstellen lassen. Vorteil als ADAC Mitglied: Es gibt ein Solarmodul gratis.

Bei manchen in Online-Shops angebotenen Komplettsets ist die Montage nicht inbegriffen. Vor der Bestellung sollte man deshalb prüfen, ob sich der Preis nur auf die Lieferung des Materials bezieht, und welche Folgekosten entstehen können. Apropos: Die Betriebs- und Wartungskosten betragen jährlich ungefähr ein bis zwei Prozent des Kaufpreises. Dazu gehören unter anderem die Beiträge für eine passende Versicherung und Gebühren für einen smarten Stromzähler. Mindestens alle vier bis fünf Jahre sollten Fachleute checken, ob PV-Anlage und Speicher einwandfrei funktionieren.

Wo es Förderung für PV mit Speicher gibt

Die Anschaffungskosten rund um die PV-Anlage müssen Privathaushalte nicht allein tragen. Es gibt Fördermöglichkeiten. So finanziert die KfW-Bank unter anderem die Anschaffung und Installation von Batteriespeichern mit einem zinsvergünstigten Kredit. Hier finden Sie weitere Informationen über regionale PV-Förderprogramme von Ländern und Kommunen.

Wann sich das Komplettpaket rechnet

Ein Speicher für die PV-Anlage ist nur sinnvoll, wenn genug überschüssiger Solarstrom im Haus anfällt. Je mehr selbst produzierte Sonnenenergie man verbrauchen kann und je teurer der Strom aus dem öffentlichen Netz ist, umso eher lohnt sich die Investition. Wichtig ist auch, dass beide Komponenten zum eigenen Verbrauch passen und ihre Größen aufeinander abgestimmt sind.

Ein finanzieller Faktor, den man vor der Kaufentscheidung einkalkulieren sollte, ist die aktuelle Einspeisevergütung. Die staatliche Förderung gibt es 20 Jahre lang garantiert für überschüssigen Solarstrom, den man ins öffentliche Netz einspeist. Sie beträgt derzeit 8,11 oder 7,03 Cent pro kWh – je nachdem, ob man Paneele mit insgesamt bis zu 10 kWp oder mehr auf dem Dach installiert.

Rechenbeispiel zur Einspeisevergütung

Über die gesamte Laufzeit einer kleinen PV-Anlage (ohne Stromspeicher) kostet eine Kilowattstunde erzeugter Solarstrom etwa 10 Cent. Bei einer Einspeisevergütung von 8,1 Cent bleibt noch ein Verlust von 1,9 Cent je kWh, die man als Überschuss ins Netz einspeist. Der Strom vom örtlichen Energieversorger kostet derzeit oft etwa 30 Cent je kWh. Wer die Sonnenenergie vom Dach selbst nutzt, spart also 20 Cent pro kWh.

Für eine PV-Anlage mit Solarstromspeicher liegt die Amortisationszeit meist zwischen zehn und 15 Jahren. Bei einer Solaranlage ohne Speicher kann sie ein bis zwei Jahre kürzer sein, weil die Kosten am Anfang niedriger sind. Beides sind allerdings nur Durchschnittswerte. Wann sich die Anschaffung rentiert und man mit eigenem Solarstrom tatsächlich Geld spart, hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Anschaffungskosten und laufende Kosten

  • Förderung von Bund, Land oder Kommune

  • Prognostizierter jährlicher Ertrag der PV-Anlage

  • Prognostizierter jährlicher Eigenverbrauch

  • Jährlicher Stromverbrauch im Haushalt

  • Preis für Haushaltsstrom aus dem Netz

  • Standort und Laufzeit des Systems

Die Kosten des Gesamtprojekts kann man beeinflussen, bauliche Bedingungen hingegen kaum: Voraussetzungen für einen hohen Jahresertrag der PV-Anlage sind die richtige Dachausrichtung und -neigung für eine optimale Sonneneinstrahlung. Erste Informationen über die Ertragsleistung Ihres Hauses können Sie im kommunalen Solaratlas einholen. Eine genaue Auskunft, auch hinsichtlich der statischen Voraussetzungen, können entsprechende Experten bei einem Vor-Ort-Termin geben.

Leistungsverluste einer PV-Anlage und Kapazitätseinbußen eines Speichers nach mehreren Jahren Laufzeit lassen sich schwierig prognostizieren. Darum sollte man nicht nur an die Zeit denken, bis die Erträge alle Ausgaben decken. Wer möglichst lange von der Anschaffung einer Solaranlage mit Speicher profitieren möchte, sollte in qualitativ hochwertige Komponenten investieren, die eine längere Lebensdauer und bessere Performance bieten. Ein Preis-Leistungs-Vergleich ist ratsam.

Wie groß die Komponenten sein sollten

Vorderansicht des Photovoltaik-Panels und der Batterieanlage, die an der beige-weißen Wand lehnt
Die Kapazität des Solarstromspeichers sollte zur Leistung der PV-Module passen© Shutterstock/NOWRA photography

Maßgeblich für jegliche Planung ist die verfügbare Fläche für die PV-Anlage, beispielsweise auf dem Dach eines Eigenheims. Ein typisches Solarmodul benötigt gut 2 Quadratmeter Platz und hat eine maximale Leistung von 350 bis 450 Watt-Peak (Wp). Für einen möglichst hohen Eigenverbrauch sollte eine PV-Anlage mindestens den jährlichen Strombedarf des Haushalts produzieren. Zum Beispiel erreichen zehn Module mit je 400 Wp eine Höchstleistung von 4 kWp und erzeugen unter besten Bedingungen rund 4000 kWh im Jahr. Das entspricht etwa dem Energiebedarf einer vierköpfigen Familie und braucht zirka 20 Quadratmeter an Fläche.

Beispiele für belegbare Dachfläche und Ertrag in Süddeutschland

Belegbare Dachfläche

Maximale Leistung PV-Anlage

Ø Stromerzeugung pro Jahr (kWh)

Kosten PV-Anlage (ohne Speicher)

20 m²

4,5 kWp

4544 kWh

8724 Euro

40 m²

8,5 kWp

8679 kWh

13.121 Euro

60 m²

13 kWp

13.019 kWh

17.536 Euro

(c) zolar; belegbare Dachfläche bedeutet, dass dort tatsächlich Solarmodule montieren können, also keine Fenster, Schornsteine o.ä. vorhanden sind

In Verbindung mit einem Speicher für den Solarstrom, der nicht direkt tagsüber verbraucht wird, empfiehlt sich meistens eine größere PV-Anlage. Am besten lässt man sich dazu individuell beraten.

Als Speicherkapazität sind 1 bis 1,5 kWh pro kWp installierter Leistung der PV-Anlage eine grobe Faustformel. Der Speicher sollte zu dem durchschnittlichen Tagesverbrauch passen und groß genug sein, um das Haus einen Abend und eine Nacht lang mit überschüssigem Solarstrom zu versorgen. Ist er überdimensioniert, verursacht das nicht nur unnötige Kosten, sondern er wird auch seltener vollgeladen und entladen. Die schlechte Auslastung der Batterien kann die Lebensdauer verkürzen.

Leistung des Wechselrichters

Der Wechselrichter, der den erzeugten Strom von den Modulen für das Hausnetz umwandelt und in den Speicher einspeist, sollte zur Leistung der PV-Anlage passen.

Zur genauen Bedarfsabschätzung des Speichervolumens ist es auch wichtig zu wissen, zu welchen Tageszeiten der meiste Strom im Haus verbraucht wird und wie hoch der gewünschte Autarkiegrad ist. Für eine erste Überschlagsrechnung muss man den Jahresverbrauch durch 365 Tage teilen. Das Ergebnis wird mit dem Faktor 0,5 multipliziert, wenn der Solarstrom vor allem morgens und abends genutzt wird, oder mit dem Faktor 0,33, wenn er hauptsächlich tagsüber verbraucht wird.

Beispiel: Beträgt der Jahresverbrauch im Haushalt 4000 kWh und ist relativ gleichmäßig über den Tag verteilt, bedeutet das: 4000 : 365 x 0,33 = 3,6. Ein Batteriespeicher mit gut 4 kWh Kapazität ist hier also ausreichend. Bei der dazugehörigen PV-Anlage wären rund 4 kWp Leistung das Minimum.