Lohnt sich eine Wärmepumpe? Alles zu Kosten und Stromverbrauch 2026

• Lesezeit: 6 Min.

Von André Gieße

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Eine Wärmepumpe in einem Garten eines Familienhauses
Wärmepumpen gelten als Heizung der Zukunft, weil sie effizient und nachhaltig arbeiten© Shutterstock/Nancy Pauwels

Wärmepumpen gelten als effiziente und klimafreundliche Heiztechnik. Mit welchen Kosten bei der Anschaffung im Jahr 2026 zu rechnen ist und wie viel Strom das Gerät verbraucht.

  • Wärmepumpe liefert bis zu fünfmal so viel Wärme wie sie Strom benötigt

  • Investitionskosten höher, Betriebskosten niedriger als bei anderen Heizungen

  • Bis zu 70 Prozent staatliche KfW-Förderung sind für den Kauf und Einbau möglich

Was kostet eine Wärmepumpe?

Die digitale Anzeige einer Heizung
Die Kosten einer Wärmepumpe hängen von vielen externen Faktoren und dem eigenen Heizbedarf ab© iStock.com/Daniel Balakov

Aktuell (Stand Frühjahr 2026) liegen die Gesamtkosten für eine Wärmepumpe inklusive Installation im Einfamilienhaus meist zwischen 20.000 und 50.000 Euro. Kauf und Montage sind somit oft teurer als bei Heizsystemen, die mit Öl oder Gas laufen. Die Preise für Wärmepumpen variieren stark je nach Anbieter, gewünschter Leistung und baulichen Gegebenheiten. Die Art der Wärmequelle ist der größte Preistreiber: Luft-Wasser-Wärmepumpen sind deutlich günstiger als Erd- oder Grundwasserwärmepumpen.

Gesamte Kosten für eine Wärmepumpe mit Einbau im Einfamilienhaus

  • Gerät: für Luft-Wasser-Wärmepumpen ca. 9000 bis 16.000 Euro, Sole-Wasser-Wärmepumpe ca. 10.000 bis 18.000 Euro und Wasser-Wasser-Wärmepumpe ca. 12.000 bis 20.000 Euro

  • Montage und Material: Installation und Zubehör wie Leitungen, Förderpumpe, Filtertechnik, Wärmetauscher und Speicher kosten je nach Art der Wärmepumpe ca. 7000 bis 14.500 Euro

  • Erschließung der Wärmequelle: Bei Erdwärmepumpen kommen eine Sonden-Bohrung (ca. 9500 bis 11.500 Euro) oder Verlegung von Flächenkollektoren (5000 bis 7000 Euro) hinzu

  • Zusatzarbeiten im Altbau: Heizkörpertausch, ein hydraulischer Abgleich sowie neue Elektrik, Leitungen, Pumpen und Ventile können je nach Umfang circa 5000 bis 20.000 Euro kosten

  • Betriebskosten der Wärmepumpe: ca. 750 bis 1600 Euro pro Jahr, abhängig von Strompreis, Gebäudedämmung und Effizienz beziehungsweise Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe

Im Gegenzug sind die Wartungs- und Betriebskosten günstiger als bei anderen Heizungen. Mit einem hohen Wirkungsgrad bei der Energieumwandlung (Jahresarbeitszahl ab 3), einem speziellen Heizstromtarif (oft 20 bis 30 Cent/kWh) und dem Netzentgelt-Rabatt für Wärmepumpen, die der Netzbetreiber bei Überlastung steuern kann, fallen vergleichsweise geringe Energiekosten an. Der Staat verlangt auch keine CO₂-Steuer, weil das Gerät keine fossilen Brennstoffe verbraucht.

Arten von Wärmepumpen

Es gibt unterschiedliche Bauweisen von Wärmepumpen – je nachdem, aus welcher Quelle sie die Umweltwärme nehmen und in welches Medium sie diese übertragen. Hier die bekanntesten Arten.

  • Luftwärmepumpe, auch als Luft-Wasser-Wärmepumpe bekannt: Nutzt die Energie aus der Umgebungsluft.

  • Grundwasserwärmepumpe, auch Wasser-Wasser-Wärmepumpe genannt: Nutzt die Energie aus dem Grundwasser.

  • Erdwärmepumpe, auch Solewärmepumpe oder Sole-Wasser-Wärmepumpe genannt: Nutzt die Energie aus dem Erdreich.

Wie hoch sind die Stromkosten einer Wärmepumpe?

Die Stromkosten fürs Heizen mit einer Wärmepumpe in einem Einfamilienhaus liegen 2026 meist zwischen 750 und 1600 Euro pro Jahr. Sie sind abhängig von der Art der Wärmepumpe, deren Jahresarbeitszahl (JAZ), dem Wärmebedarf und der Dämmung des Hauses sowie dem Strompreis. Luftwärmepumpen verbrauchen mehr Strom als Erd- und Wasserwärmepumpen. Mit einer eigenen PV-Anlage auf dem Haus oder einem Wärmepumpenstromtarif sind die Kosten oft geringer.

Durchschnittlicher Stromverbrauch einer Wärmepumpe

Der jährliche Stromverbrauch einer Wärmepumpe beträgt je nach Modell und Jahresarbeitszahl (JAZ) zwischen 27 und 42 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Bei einem normal gedämmten Haus mit einer Wohnfläche von 120 Quadratmetern entspricht das 3240 bis 5040 Kilowattstunden. Im unsanierten Altbau verbraucht eine Wärmepumpe im schlechtesten Fall doppelt so viel Strom.

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe hat im Vergleich zur Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe einen höheren Stromverbrauch. Die Erstgenannte erreicht in puncto Effizienz der Energieumwandlung eine JAZ von 3 bis 4, die anderen eine JAZ von 4 bis 5. Eine Wärmepumpe mit JAZ 4 verbraucht bei gleichem Wärmebedarf rund 20 Prozent weniger Strom als eine mit JAZ 3,2.

Wie viel Strom verbraucht eine moderne Wärmepumpe?

Im Vergleich zu Gasheizungen waren die Betriebskosten neuer Wärmepumpen laut eine Analyse von Verivox im Herbst 2025 rund 41 Prozent geringer. Ein typisches Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden mit Erdgas zu beheizen, kostete 2262 Euro (bei 11,3 ct/kWh). Eine effiziente Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 4 benötigte für die gleiche Heizleistung lediglich 5000 kWh an Strom. Das kostete 1337 Euro (bei 26,7 ct/kWh).

Welche Förderung gibt es 2026 für eine Wärmepumpe?

Ein Heizungsintallateur installiert die Wärmepumpe
Der Staat hilft mit Investitionszuschüssen und Krediten bei der Anschaffung und Installation einer Wärmepumpe© Shutterstock/Virrage Images

Für den Austausch der alten Heizung gegen eine Wärmepumpe können Hausbesitzer im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) einen Zuschuss von bis zu 70 Prozent bekommen. Bei dieser Heizungsförderung berücksichtigt die zuständige KfW-Bank derzeit Investitionskosten bis 30.000 Euro. Trotz Diskussionen innerhalb der Bundesregierung über Änderungen und Kürzungen läuft sie auch im Jahr 2026 erst einmal ohne Einschränkungen weiter.

Zusätzlich zur Basisförderung von 30 Prozent für die Anschaffung klimafreundlicher Heizungen gibt es im KfW-Programm 458 kombinierbare Bonusförderungen: etwa für Wärmepumpen, die das Erdreich oder Grundwasser als Wärmequelle oder natürliches Kältemittel einsetzen. Der maximale KfW-Zuschuss pro Wärmepumpe beim Höchstfördersatz beträgt 21.000 Euro.

Voraussetzung für die KfW-Förderung einer Wärmepumpe

  • Effizienz: Das Gesamtsystem muss eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 aufweisen.

  • Lautstärke: Seit 1. Januar 2026 werden Luft-Wasser-Wärmepumpen nur noch dann gefördert, wenn die Geräuschemissionen des Außengeräts mindestens 10 Dezibel (dB) unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte liegen. Bislang reichte ein Abstand von 5 dB. Je nach Leistung des Geräts gelten neue Maximalwerte zwischen 55 und 78 dB. Die strengeren Anforderungen gelten jedoch nur für Bestandsgebäude, nicht für Neubauten.

  • Klimaschutz: Die Heizungsanlage muss auf erneuerbare Energiequellen setzen. Reine Gas- oder Hybridwärmepumpen mit fossiler Unterstützung werden nicht mehr gefördert.

Wann rechnet sich eine Wärmepumpe?

Abhängig von der Höhe der Förderung und der Art der Wärmepumpe amortisieren sich die Anschaffungskosten meistens innerhalb von 7 bis 15 Jahren. In Kombination mit einer PV-Anlage rechnet sich eine Wärmepumpe schneller, weil ein Teil des Stroms selbst erzeugt wird und weniger für Strom vom Energieversorger bezahlt werden muss.

Die Amortisationszeit hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Investitionskosten

  • Fördergelder

  • Wirkungsgrad und Effizienz der Wärmepumpe

  • Individueller Wärmebedarf

  • Strompreis

Mit diesen Faktoren lässt sich die Amortisationsrate berechnen. Man teilt die Investitionskosten abzüglich der Fördersumme durch die Differenz der Heizkosten vor und nach dem Austausch: Investition / (alte Jahresheizkostenneue Jahresheizkosten) = Amortisationszeit in Jahren.

Wofür steht die Jahresarbeitszahl (JAZ) bei Wärmepumpen?

Ein Heizungsintallateur überprüft die Heizung
Bei der Anschaffung einer Wärmepumpe sollte man auf die Energieeffizienz achten, weil sie maßgeblich für die laufenden Kosten ist© Shutterstock/Skylines

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt das Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom über ein Jahr an. Ab einer JAZ von 3 sind elektrische Wärmepumpen wirtschaftlich und sparen in der Gesamtbilanz CO₂ ein. Damit ist garantiert, dass sie eine Kilowattstunde Strom in das Dreifache an Wärmeenergie umwandeln.

Moderne Wärmepumpen erreichen Wirkungsgrade bis zu 500 Prozent. Fossil betriebene Heizungen haben nur Wirkungsgrade von 80 bis 90 Prozent. Wärmepumpen können also drei- bis viermal energieeffizienter als Öl- und Gasheizungen sein.

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Was sagt der COP über eine Wärmepumpe aus?

COP steht für Coefficient of Performance: Die Kennzahl gibt den momentanen Wirkungsgrad der Wärmepumpe unter bestimmten Betriebsbedingungen an. Er beschreibt das Verhältnis von erzeugter Wärme zu aufgewendeter elektrischer Energie. Zum Beispiel bedeutet COP 4, dass die Wärmepumpe 4 kWh Wärme aus 1 kWh Strom erzeugt. Ein höherer COP-Wert bedeutet eine höhere Effizienz und geringere Betriebskosten.

Fazit: Lohnt sich eine Wärmepumpe?

Wärmepumpen sind zwar teuer in der Anschaffung, haben aber eine deutliche höhere Effizienz und geringere Betriebskosten als andere Heizungen. Um die Klimaziele zu erreichen, fördert der Staat die Wärmewende in Wohngebäuden. Anders als bei fossilen Energieträgern wie Öl und Gas müssen Sie sich auch keine Sorgen über steigende Kosten aufgrund der CO₂-Bepreisung machen. Mit Ökostrom oder einer PV-Anlage auf dem Dach läuft eine Wärmepumpe nahezu klimaneutral.

Sowohl Neubauten als auch Altbauten können mit Wärmepumpen beheizt werden. Wichtig ist, dass das Haus gut gedämmt ist und es eine ausreichend große Heizfläche gibt. Bei der Gerätewahl sollten Sie auf einen hohen Wirkungsgrad achten, die Jahresarbeitszahl gibt dazu Aufschluss. Die Amortisationszeit einer Wärmepumpe – also der Zeitraum, bis sich die Investition durch eingesparte Heizkosten refinanziert hat – liegt typischerweise zwischen 7 und 15 Jahren.