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ADAC Ecotest 2019: Die saubersten Autos

Autokosten Sieger Ecotest 2019
Sauber: Erdgas- und Elektroautos wie VW Golf TGI, BMW i3 und Seat Arona TGI ∙ © Volkswagen, BMW, Seat [M]

Geht es nach den Selbstdarstellungen der Hersteller, sind alle ihre Fahrzeuge umweltfreundlich. Doch das stimmt nicht immer. Denn nach wie vor gibt es große Unterschiede beim CO₂-Ausstoß und den Schadstoffen, wie die Bilanz des ADAC Ecotest des Jahres 2019 zeigt. Hier ist die Bestenliste.

  • Elektro-, Hybrid- und Erdgasautos sind am saubersten

  • Nur 6 von 122 getesteten Fahrzeugen erhalten volle fünf Sterne im ADAC Ecotest

  • Große SUVs und sportliche Modelle schneiden am schlechtesten ab

Die Welt ist im Wandel, auch die der Autokäufer: Standen früher Image, Ausstattung und PS im Fokus, wird heute immer öfter auch die Umweltfreundlichkeit zum Thema. Das ist gut so: Ein sparsames Auto fährt nicht nur günstiger, es verursacht auch weniger klimaschädliches CO₂ – und eine gute Abgasreinigung vermindert die Schadstoffe, die für dicke Luft in viel befahrenen Städten sorgt.

Der ADAC misst mit dem Ecotest beide Emissions-Arten bei jedem Autotest schon seit vielen Jahren. Unterschiede zwischen Größe, Klasse und Antriebsform macht der Club nicht: Alle Testkandidaten werden nach dem gleichen Maßstab bewertet – auch unterschiedliche Antriebsarten wie Erdgas- und Flüssiggasautos, Fahrzeuge mit Brennstoffzelle oder Elektroautos.

Kleinere Elektroautos schneiden gut ab

Zwar kann die gesamte Ökobilanz bei einem Elektroauto inklusive seiner Produktion je nach Höhe des verwendeten Ökostromanteils variieren (siehe auch ADAC Klimabilanz), doch wenn es allein um den Betrieb geht, schneiden Elektroautos recht gut ab, wie die aktuelle Auswertung zeigt. Zumindest, wenn es sich um stromsparende, kleinere Modelle wie BMW i3, Kia e-Niro (jeweils fünf Sterne) und e-Soul oder das Tesla Model 3 (jeweils vier Sterne) handelt.

Das einzige größere Elektroauto im Test 2019 war der Audi e-tron 55 quattro: Er bringt es nur auf mäßige drei Sterne. Grund: Sein hoher Verbrauch von gemessenen 25,8 kWh auf 100 Kilometer (mit Ladeverlusten) zeugt von verschwenderischem Umgang mit Energie. Zum Vergleich: Der 1,2 Tonnen leichtere (!) BMW i3 kommt auf gerade einmal 17,9 kWh im Schnitt.

Bitte beachten Sie: Bei dieser Auswertung werden nur die 2019 getesteten Modelle dargestellt. Die in den Vorjahren getesteten Autos finden Sie unter ADAC Ecotest 2017 und ADAC Ecotest 2018.

ADAC Bestenlisten und Rankings auf einen Blick

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Hohe CO₂-Werte bei großen SUVs

Große und schwere SUVs sind es auch, die die Schlusslichter bilden. Ihnen wird ihr hoher Verbrauch und damit ihr CO₂-Ausstoß zum Verhängnis. 291 Gramm CO₂/km und 10,7 Liter bei einem 354 PS starken Porsche Macan S sind heute nicht mehr akzeptabel.

Kommt dann noch eine Abgasreinigung dazu, die nicht in allen Fahrsituationen gleich gut arbeitet, wie etwa auf der Autobahn beim Honda CR-V 1.5 Turbo oder beim Volvo XC90 D5 AWD, machen solche Dickschiffe keinen Stich in der ADAC Umweltbewertung. Letzterer wurde mittlerweile vom XC90 B5 abgelöst, der dank verbesserter Abgasreinigung erheblich sauberer ist und so zumindest drei Sterne im Ecotest bekommt.

Seat Arona TGI bekommt Top-Wertung

Bei kleinen SUVs kann das besser aussehen, wie Toyota RAV4 Hybrid, VW T-Cross 1.0 TSI und 1.6 TDI sowie Renault Captur TCe 150 und Dacia Duster dCi 115 mit ihrer soliden Vier-Sterne-Wertung beweisen. Der kleine Erdgas-SUV Seat Arona TGI bekommt sogar volle fünf Sterne.

Ohnehin befinden sich einige Erdgasmodelle auf den obersten Rängen – der Kraftstoff verbrennt sehr sauber und es entsteht vergleichsweise wenig CO₂. Leider setzen momentan nur der VW-Konzern und Fiat auf den umweltfreundlichen Kraftstoff.

Unter den Top 10 des Ecotest-Rankings befinden sich sechs Fünf-Sterne-Autos mit alternativen Antrieben. Doch nicht jeder alternative Antrieb ist automatisch ein Garant für saubere Mobilität. So gibt es gerade bei Plug-in-Hybriden wie VW Passat Variant GTE , BMW 745e und Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid mit ihrem hohem Stromverbrauch und teils mäßigen Schadstoffwerten noch Nachholbedarf. Das sagen einem die Hersteller natürlich nicht – wohl aber der ADAC Ecotest.

Hintergund: So funktioniert der ADAC Ecotest

Alle Autos im ADAC Ecotest werden auf einem eigenen Prüfstand gemessen. Damit können die Ergebnisse das ganze Jahr über zu 100 Prozent miteinander verglichen werden, weil die Rahmenbedingungen für alle Autos absolut identisch sind.

In praxisnahen Zyklen, die weit über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen, werden auf dem Prüfstand und auch unter realen Bedingungen auf der Straße der CO₂-Ausstoß und die gesetzlich limitierten Schadstoffe Kohlenmonoxid (CO), Stickoxid (NOx), Kohlenwasserstoff (HC) sowie Partikelmasse und -anzahl ermittelt. Dafür werden Punkte vergeben, die in eine leicht nachvollziehbare Sternewertung münden. Ein Auto mit fünf Sternen fährt am saubersten, eines mit einem oder zwei Sternen ist eine Dreckschleuder.

Anders als Gesetzgeber und Autohersteller sieht der ADAC Elektroautos nicht als "Null-Emissions-Fahrzeuge", sondern lastet ihnen die Abgase an, die bei der Stromerzeugung im Kraftwerk nach deutschem Energiemix entstehen. Aus Gründen der Vergleichbarkeit rechnet der ADAC auch bei Verbrennern jenen CO₂-Ausstoß mit ein, der zusätzlich zum Auspuff-Wert bei der Kraftstoffherstellung anfällt („Well-to-wheel“).

Hier finden Sie weitere Informationen zum ADAC Ecotest-Verfahren