Das Aus für den Verbrenner: Wann wird welcher Hersteller elektrisch?

Front und Seitenansicht eines stehenden Fiat Centoventi
Auch Fiat wird zur Elektromarke: Studie Centoventi ∙ © Fiat

Aus Klimaschutzgründen setzen die Autohersteller zunehmend auf Elektroautos – und einige wollen schon bald gar keine Verbrennungsmotoren mehr anbieten. Ein Ausblick auf das künftige Modellangebot und die unterschiedlichen Strategien der Hersteller.

  • Anzahl von Elektromodellen wird stetig größer

  • Ausstieg aus dem Verbrenner zwischen 2030 und 2035

  • Hersteller planen mit sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten

Die Zahl lässt aufhorchen: Im laufenden Jahr 2021 wurden in Deutschland mehr Elektroautomodelle zugelassen als Diesel, vermeldete das Kraftfahrt-Bundesamt. Bis Ende Juli sind Schlüssel für 367.905 extern aufladbare Autos überreicht worden – 6754 mehr als für Dieselfahrzeuge. Knapp 23 Prozent aller Neuzulassungen waren reine E-Fahrzeuge und Plug-in-Hybride – zwei Jahre zuvor lag der Anteil noch bei mageren 4 Prozent.

Natürlich war und ist die Kaufprämie des Bundes ein wichtiger Grund, sich für einen Stromer zu entscheiden. Doch auch das Vertrauen in die Technik und den Ausbau des Ladenetzwerks steigt. Bei den zahlreichen neuen Elektroautos auf dem Markt stehen Interessenten vor der Qual der Wahl – zumal in den kommenden Jahren weitere vollelektrische Modelle um die Gunst der Käufer buhlen werden.

Angesichts der verschärften Klimadebatte, der Grenzwertdiskussion und dem politischen Ziel, ab 2035 keine Neufahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr zuzulassen, ist die Frage: Werden sich die Autohersteller von Motoren, die fossilen Kraftstoff verbrennen, komplett verabschieden? Und wenn ja: Wann wird das sein? Ein Überblick.

Ausführliche Informationen zu den aktuellen Modellen finden Sie in den im Text verlinkten Artikeln.

Audi | 2033 wird das Jahr des Übergangs

Ab 2026 bringt Audi nur noch neue Modelle auf den Weltmarkt, die elektrifiziert sind, verkündete CEO Markus Duesmann im Frühjahr 2021. In den Folgejahren bis 2033 lassen die Ingolstädter die Produktion der Verbrenner nach und nach auslaufen. Dafür wird Audi sein Angebot an vollelektrischen Modellen stark ausbauen: Bis 2025 sollen über 20 weitere E-Modelle ins Angebot aufgenommen werden – zusätzlich zu den heute schon verfügbaren Vollstromern. Jüngste Sprösslinge sind der Q4 e-tron und Q4 e-tron Sportback aus dem Kompaktsegment mit Reichweiten von bis zu 520 Kilometern. Welches rein elektrisch angetriebene Modell als nächstes folgt, darüber schweigt Audi noch.

BMW | Bis 2030 zur Hälfte elektrisch

BMW i3 an einer Ladesäule
BMW i3: technisch revolutionär, aber zu teuer ∙ © BMW

Mit dem i3 waren die Münchner einer der ersten Anbieter eines reinen Elektroautos. So richtig zündete der Renner aus Kohlefaser jedoch nicht – die Form, die Kosten, die Reichweite, vieles war schwierig für die Kundschaft. Doch immerhin wurden bis heute 165.000 Autos verkauft. Rund 10 Jahre dauerte es, bis das zweite rein elektrisch betriebene i-Fahrzeug folgte: der SUV iX3. Neu im Programm sind das Oberklasse-SUV BMW iX und der BMW i4, das erste E-Coupé der Bayern. 2023 soll in jeder Fahrzeugklasse mindestens eine elektrische Alternative zur Verfügung stehen. So will BMW bis 2030 schon etwa die Hälfte des weltweiten Absatzes mit vollelektrischen Fahrzeugen erzielen. Ein Datum für einen kompletten Verbrennerausstieg möchte BMW trotzdem nicht nennen, sondern flexibel auf Marktentwicklungen reagieren, wie es aus der Zentrale in München heißt.

Bildergalerie der Modelle mit Zukunft: Von Audi bis VW

Citroën | Die ganze Familie im Blick

Citroën hat seine E-Flotte mit derartig vielen ë ausgestattet, dass einem ganz schwindlig werden kann: Citroën ë-C4, Citroën ë-Berlingo, Citroën ë-Jumpy, Citroën ë-Spacetourer. Der SUV-artige ë-C4 aus der Kompaktklasse kommt besonders gut an: Im ersten Halbjahr 2021 bestellten rund 40 Prozent der C4-Kunden das batterieelektrische Modell. Aktuell erklärt die Marke DS – der Edelableger von Citroën –, dass ab 2024 ausschließlich rein elektrische Modelle auf den Markt gebracht werden, darunter ein DS 4.

Cupra | Elektrisch, aber vor allem sportlich

Mit dem Cupra Born bringt die Seat-Tochter ihr erstes E-Mobil zur Welt. Ganz den sportlichen Ambitionen geschuldet, ist der Born ein kleines Kraftpaket mit Sportfahrwerk, 20-Zoll-Rädern, bis zu 231 PS und maximal 540 Kilometern Reichweite. Seit September 2021 wird der Wagen in Zwickau produziert. Der Produktions-Standort in Spanien wird mit Elektromodellen nachziehen. Nächstes E-Modell wird der supersportliche Tavascan.

Daimler | E-Luxus von Mercedes-Benz, E-Flitzer von Smart

Front und Seitenansicht eines fahrenden Smart EQ Fortwo
Den Smart gibt es inzwischen nur noch elektrisch ∙ © Mercedes

EQA, EQB, EQC, EQS, EQV – Mercedes Benz hat seine große Elektrooffensive gestartet. Sie begann 2019, die Bandbreite reicht inzwischen von den kompakten bis mittelgroßen SUVs über die elektrifizierte Luxuslimousine EQS bis zum Van. Neuestes Modell ist die Businesslimousine EQE (Start noch 2021) und zwei große SUVs in den Dimensionen des GLE und GLS. Dazu kommen diverse Modelle in der Nutzfahrzeugsparte. Und Mercedes-Benz investiert weiter: In den kommenden Jahren steckt die Marke über 10 Milliarden Euro in den Ausbau der Elektroflotte und eine weitere Milliarde in die Batteriefertigung. Geplant sind mehr als zehn neue Elektrofahrzeuge. Schon 2022 sollen E-Fahrzeuge in allen Segmenten vertrieben werden. Der Daimler-Spross Smart trägt inzwischen sogar ausschließlich das EQ im Namen und verkündet: „We are all electric!“

Fiat | Ab 2030 reine Elektro-Marke

Die Ziele, die sich die zum Stellantis-Konzern gehörende Marke Fiat gesteckt hat, sind hoch: Fiat soll bis 2030 zur reinen E-Marke werden. Ein langer Weg angesichts der Tatsache, dass Fiat aktuell nur ein vollelektrisches Modell im Angebot hat: Den Fiat 500e, der auf den Stadtbetrieb ausgerichtet ist. Im ersten Halbjahr 2021 wurden 4610 Stück davon verkauft. Und auch das nächste reine E-Modell soll aus dem Kleinwagensegment kommen: Für 2023 planen die Italiener einen batteriebetriebenen Panda. Einen Ausblick auf dessen Optik dürfte die 2019 vorgestellte Studie „Centoventi“ bieten.

Ford | Abschied vorerst nur in Europa

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Noch allein auf weiter Flur: Ford Mustang Mach-E ∙ © Ford

Bald 100 Jahre ist der US-Autokonzern Ford nun alt, ein Pionier seiner Zeit. Der Innovationsfreude seines Gründers Henry hinkt der Konzern aktuell etwas hinterher. Aktuell bieten die Amerikaner nur den Mustang Mach-E an. Nutzfahrzeugkäufer dürfen sich im Frühjahr 2022 auf den vollelektrischen E-Transit freuen. Als weiteres Ziel nennt Ford, ab 2026 in allen Pkw-Baureihen in Europa mindestens eine Plug-in-Hybrid- oder eine batterieelektrische Variante anzubieten. Und Ford hat erklärt, sich bis 2030 in Europa vom Verbrennungsmotor zu verabschieden.

Honda | Besser spät als nie

Die Japaner haben sich lange geziert, ein rein batteriegetriebenes Fahrzeug auf den Markt zu bringen. Um so mutiger waren sie 2020 mit dem Honda-e – einem Kleinwagen in Retrodesign, der sich fast wie ein Go-Kart bewegen lässt. Das nächste E-Modell lässt dagegen bis 2024 auf sich warten, und der komplette Verbrennerausstieg soll nach heutigen Planungen wohl erst im Jahr 2040 stattfinden.

Hyundai | Auf Erfolgskurs mit Elektroautos

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Spitzentechnik in der Mittelklasse: Ioniq 5 ∙ © Hyundai

Drei Elektromodelle hat die südkoreanische Marke Hyundai aktuell im Angebot. Mit einem Facelift und neuer Batterietechnik wurde der Ioniq Elektro 2020 ins Rennen geschickt. In diesem Jahr wurden auch 14.008 Elektro-Kona verkauft. Das erste ausschließlich als Elektroauto konzipierte Modell kommt von der Submarke Ioniq: der Ioniq 5. Seine neue Plattform soll in Zukunft weitere Modelle tragen. Heute schon hat der Kunde die Wahl zwischen mehreren elektrischen Antrieben und Batterien. Die 800-Volt-Technologie sorgt dabei für besonders schnelle Ladevorgänge. In der Schublade liegen indes die Modelle Ioniq 6 und 7. Den definitiven Abschied vom Verbrenner haben die innovativen Koreaner bisher aber noch nicht verkündet.

Jaguar | Ab 2025 nur noch elektrisch

Schon 2018 feierte Jaguar seinen i-Pace, den ersten E-SUV der Raubkatzenmarke mit Allradantrieb, 400 PS, 90-kWh-Lithium-Ionen-Batterie und einer Reichweite von 470 Kilometern. Bis heute wurden zahlreiche Verbesserungen umgesetzt, unter anderem eine höhere Ladegeschwindigkeit. Für die Zukunft kündigte Jaguar an, ab 2025 nur noch Elektroautos zu bauen.

Kia | Bis 2026 elf weitere E-Modelle

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Elektrischer Vorreiter bei Kia: der e-Soul ∙ © Kia

Kia aus Südkorea stellt seine Modellpalette beherzt auf Elektroantrieb um. Neben zahlreichen Hybridmodellen stehen auch drei reinrassige E-Autos im Schaufenster der Autohändler. Vorreiter ist der Kia e-Soul, der ursprünglich als Benzin- und Diesel-Soul 2009 das Licht der Welt erblickte. Auch beim Kompakt-SUV Niro gibt es inzwischen eine reine Elektrovariante, den e-Niro. Das neueste rein elektrische Fahrzeug aus dem Hause Kia hört auf den Namen EV6. Es basiert auf derselben Plattform wie der Ioniq 5 der Schwestermarke Hyundai. Für die Zukunft erhofft sich Kia, dass bis zum Jahr 2030 rund 40 Prozent des Umsatzes auf umweltfreundliche Fahrzeuge entfallen. 1,6 Millionen solcher Autos sollen dann verkauft werden, wovon 880.000 reine E-Fahrzeuge sein sollen. Dafür wird das Produktportfolio bis 2026 um 11 E-Modelle erweitert werden.

Mazda | Kommt langsam auf die Überholspur

MX-30 nennt Mazdas sein erstes batterieelektrisches Fahrzeug. Maximal 265 Kilometer Reichweite sind nicht üppig, aber für den Alltagspendler völlig ausreichend, argumentieren die Japaner. Das Unternehmen geht davon aus, dass bis 2030 ein Viertel aller Mazda-Produkte über einen vollelektrischen Antrieb verfügen und alle anderen Modelle teilelektrifiziert sein werden. Außerdem sieht Mazda global ein großes CO₂-Einsparpotenzial durch die verstärkte Nutzung klimaneutraler synthetischer Kraftstoffe

Die Elektrostrategien der Autobauer im Überblick

MG | Zwei Elektro-SUVs folgt 2022 der erste E-Kombi

Die britische Kultmarke MG haben wohl nur Insider auf der Elektrorechnung. Doch bei den inzwischen zum chinesischen SAIC-Konzern gehörenden Briten ging im Februar 2021 ihr erstes vollelektrisches Modell an den Start: der ZS EV. MG nennt ihn City-SUV und hat ihn nach eigenen Aussagen auf „urbane Lebensräume abgestimmt“. Im Herbst 2021 feiert der MG Marvel R Electric seine Markteinführung, ein deutlich größeres und reichweitenstärkerer Lifestyle-SUV, der mit Zwei- und Vierradantrieb erhältlich ist. Dass man es ernst meint mit der Elektrifizierung, zeigt die Ankündigung, schon 2022 das nächste E-Auto auf die Straße zu bringen: den MG5 Electric, den weltweit ersten vollelektrischen Kombi.

Mini | Ab 2030 vollelektrisch

Front und Seitenansicht eines stehenden MINI Cooper SE
Viel Spaß, aber wenig Reichweite: Mini SE ∙ © Mini

Knapp 24.000 rein elektrische Mini Cooper SE konnte BMW im ersten Halbjahr 2021 an die Frau und den Mann bringen – das sind rund 15 Prozent aller verkauften Minis. Und auch der 2017 als Plug-in-Hybrid vorgestellte und produzierte Mini Cooper SE Countryman All4 soll laut BMW einen reinen Elektroantrieb als Nachfolger bekommen. Ab 2030 will der Mutterkonzern die Marke Mini zur ausschließlich vollelektrischen Marke machen.

Nissan | Der Elektropionier schwächelt

Auch Nissan gehört zu den Pionieren der Elektromobilität. Allerdings ist das Angebot an E-Autos bis heute sehr überschaubar. 2010 gingen die Japaner mit dem vollelektrischen Leaf an den Start. Mehr als zehn Jahre später kommt das Crossover-Coupé Ariya, das Allradantrieb und bis zu 500 Kilometer Reichweite bietet. Schon auf dem Hof steht der wahlweise 5- oder 7-sitzige Minivan e-NV200 Evalia.

Opel | In Europa ab 2028 elektrisch

Opel hat früher als andere Hersteller mit der Elektrifizierung der Modellpalette begonnen. 2011 mit dem innovativen Ampera mit Range Extender, 2017 mit dem rein batterieelektrischen Ampera. Heute deckt Opel mit dem Corsa-e, dem Zafira-e und dem Vivaro-e – also vom Pkw bis zum leichten Nutzfahrzeug – wichtige Segmente ab. Opels Elektrooffensive ist inzwischen Teil der Gesamtstrategie des Stellantis-Konzerns. Das Welt-Unternehmen beabsichtigt, Marktführer bei emissionsarmen Fahrzeugen (LEV) zu werden. Zur Emotionalisierung der Marke Opel soll der legendäre Manta ein Comeback als reines Elektroauto feiern. 2023 kommt der elektrische Astra. Zudem planen die Rüsselsheimer, in den weltgrößten Automobilmarkt China als rein elektrische Marke einzusteigen. Ab 2028 setzt Opel auch in Europa komplett auf batterieelektrische Fahrzeuge.

Peugeot | Bis 2024 alle Modelle auch als E-Variante

Front und Seitenansicht eines fahrenden Peugeot e2008
Offensive aus Frankreich: Peugeot e-2008 ∙ © Peugeot

Mit der Neuauflage des Peugeot 208 kam im Juni 2019 auch der Peugeot e-208 auf die Bestellliste der Franzosen und läutete das rein elektrische Zeitalter der Löwenmarke ein – und das zum zweiten Mal. Das erste Läuten wollte 2010 noch niemand so richtig hören, als die Franzosen als erster europäischer Hersteller ein reines Elektroauto auf den Markt brachten: den Peugeot iOn, der eigentlich ein Mitsubishi war. Doch die Zeit war noch nicht reif, das Platzangebot zu klein und die Reichweite von 130 Kilometern zu gering. Nun setzt Peugeot mit voller Kraft auf die Elektrifizierung. Nach dem e-208 kam der Peugeot e-2008, ein knuffiger SUV mit großzügigem Raumangebot. Schon im Juli 2020 waren 23 Prozent der verkauften 2008er E-Modelle, unterstützt freilich von der Innovationsprämie von 9000 Euro, die die Mehrkosten des e-2008 fast komplett amortisiert. Bis zum Jahr 2024 soll jedes Modell auch als Vollelektroauto angeboten werden.

Polestar | Die feine Elektromarke von Volvo

Was als Autotuner der Firma Volvo begann, hat sich zur eigenständigen Marke entwickelt: Polestar. Seiner Mutter Volvo sind die rein elektrischen Modelle wie aus dem Gesicht geschnitten. War der 2017 vorgestellte Sportwagen Polestar 1 noch ein Plug-in-Hybrid-Modell und schmückte sich mit dem Zusatz „Limited Edition“ – nur 1500 Stück wurden hergestellt –, ist der Polestar 2 seit 2020 das erste vollelektrische Auto. Mit dem Polestar 3 soll 2022 der erste E-SUV auf den Markt kommen. Die ferne Zukunft trägt den Namen Polestar Precept – ein schnittiges, viersitziges Conceptcar, das optisch und technisch so überzeugte, dass das schwedische Management beschloss, das Modell in den kommenden Jahren in Serie gehen zu lassen.

Porsche | 911 weiterhin mit Verbrenner

Porsche 911 Turbo fahrend auf einer Rennstrecke
Der Porsche 911 wird nicht zum E-Auto, soll stattdessen mit E-Fuels in die Zukunft brummen ∙ © Porsche

Taycan heißt der bisher einzige vollelektrische Porsche. 2020 wurden knapp über 20.000 in drei Modellversionen ausgeliefert: Taycan Turbo S, Taycan Turbo und Taycan 4S. Unter dem Namenszusatz Cross Turimo gibt es ihn auch als Kombiversion mit mehr Bodenfreiheit. 2023 soll der SUV Macan mit vollelektrischem Antrieb zur Verfügung stehen. Bis 2030 ist geplant, dass 80 Prozent der Neufahrzeuge einen E-Motor haben, entweder als reines Elektromodell oder Plug-in-Hybrid. Die verbleibenden Verbrenner – sowohl im Porsche 911 als auch jene in den Plug-in-Hybriden – sollen Ende des Jahrzehnts perspektivisch mit regenerativ erzeugten E-Fuels betrieben werden können.

Renault | Elektroautos für das urbane Publikum

der Renault Twingo Electric  bei der Fahrt
Reines Stadtauto: Renault Twingo electric ∙ © Renault

Renault verweist auf über 350.000 verkaufte E-Fahrzeuge seit 2011. Erfolgsmodell ist der Kleinwagen Zoe, der 2020 eine Modernisierung erfuhr. Sogar noch etwas früher schickte Renault den Twizy auf die Straße, einen 1,20 Meter breiten und 2,30 Meter langen Zweisitzer. Und auch der neueste Vollelektrische ist als Wagen für die Stadt konzipiert, der Twingo Electric mit bis zu 270 Kilometern Reichweite. Im Nutzfahrzeugbereich geht Renault mit dem Citylieferwagen Kangoo Z.E. und dem E-Transporter Master Z.E. an den Start. Bis 2025 sollen mindestens sieben weitere rein elektrische Fahrzeuge hinzukommen, unter anderem 2023 der neue Renault 5, der Mégane Electric und ein batterieelektrischer R4.

Seat | Noch lange ohne E-Angebot

Wer aktuell auf der Homepage von Seat nach einem Elektroauto sucht, wird mit dem Slogan „Zukunft ist jetzt“ begrüßt und auf Hybridmodelle verwiesen. Ein reiner E-Seat steht aktuell nicht auf der Bestellliste. Der Seat Mii, der noch 2019 einen vollelektrischen Vortrieb ermöglichte, ist genauso wie sein Volkswagen-Zwilling e-up! aktuell nicht bestellbar. Für die Zukunft spricht Seat von einem „ambitionierten Elektrifizierungsplan“. Für 2025 sind dafür kleine Elektro-Seats in Arbeit.

Škoda | Kein konkretes Ausstiegsdatum geplant

Der Skoda Enyaq fährt auf einer Strasse, von der Seite aufgenommen
Aktuell einziges E-Modell von Skoda: der Enyaq ∙ © Skoda

Škoda hat sein erstes Elektroauto 2012 auf den Markt gebracht: den Citigo. Der Kleinwagen stand immer im Schatten des deutlich beliebteren e-up und natürlich des e-Golf aus dem VW-Mutterkonzern. Inzwischen sind die beiden – wie der baugleiche Seat Mii – Geschichte. Aktuell ist nur der Skoda Enyaq als Elektromodell im Programm. Zukünftig baut Škoda auf die weitere Hybridisierung und Elektrifizierung von Modellen, glaubt aber, dass effiziente Verbrennungsmotoren in den kommenden Jahren noch eine wichtige Rolle spielen werden. Ein Ausstiegsdatum für Verbrenner will Škoda daher nicht konkret benennen. Und trotzdem: In der EU werden die BEVs je nach Marktsituation und Marktentwicklung einen Anteil von immerhin 50 bis 70 Prozent bis zum Jahr 2030 ausmachen, so Škoda.

Tesla | Verbrenner war nie eine Option

Ein Verbrennungsmotor als Antrieb war für Tesla von Anfang an keine Option. Elon Musks Firma startete 2008 in den USA mit einem vollelektrischen exotischen Roadster als Versuchskaninchen. Heute sind vier Modelle auf Europas Straßen vertreten: Das Model S, das Model X, das Model 3 und ganz frisch auch das Model Y. Geradezu futuristisch mutet das vielleicht bald fünfte Model an: ein Pick-up namens Cybertruck, der Ende 2021 in Produktion gehen soll. Und dann wäre da noch der neue Roadster für das Jahr 2022.

Toyota | E-Mobilität erst ab 2022

„Eine neue Ära beginnt“, schreibt Toyota auf seiner Homepage und verweist auf seine Submarke bZ, was so viel bedeutet wie „beyond zero“. Diese neue emissionsfreie Ära bei Toyota beginnt jedoch erst Mitte 2022, wenn als Erstes der SUV Toyota bZ4X mit Allradantrieb zum Verkauf stehen wird. Sechs weitere Modelle sind geplant. Bis dahin stehen als rein elektrische Fahrzeuge nur der Mirai mit Brennstoffzellentechnologie und der Van Proace Verso Electric (baugleich mit dem Citroën ë-Spacetourer) in verschiedenen Ausführungen zur Verfügung. Dazu kommen natürlich jede Menge Fahrzeuge mit Hybridantrieb.

Volkswagen | 75 neue E-Modelle bis 2029

Front und Seitenansicht eines fahrenden VW ID Buzz
Wird mit Freude erwartet: der vollelektrische VW Bus (Foto: Studie) ∙ © Volkswagen

Welcher VW-Manager träumt nicht davon, ein neues Volksauto à la Käfer oder Golf in großen Mengen auf den Markt zu bringen – natürlich im E-Bereich. Der ID.3 ist angetreten, diesem Anspruch gerecht zu werden. Schnell folgte der kompakte E-SUV ID.4, der im Herbst 2021 mit dem ID.4 GTX eine neue Motorisierung erhält. Ab 2026 möchte Volkswagen nur noch E-Autos entwickeln, bis 2030 will man den Anteil der reinen E-Volkswagen in Europa auf mindestens 70 Prozent des Absatzes steigern. Dazu steht im Aufgabenheft des Gesamtkonzerns, bis 2029 die enorme Anzahl von 75 reinen E-Modellen auf den Markt zu bringen! Den Anfang der VW-Neulinge machen 2022 das sportliche SUV-Coupe ID.5 und im selben Jahr der ID.BUZZ, die elektrische Wiederauferstehung des VW-Busses. 2025 steht schließlich ein kleiner elektrischer Volkswagen für das Einstiegssegment auf dem Plan. Für 2026 arbeitet VW an einer E-Limousine mit dem Projektnamen Trinity. Sie soll neue Maßstäbe in den Bereichen Reichweite, Ladegeschwindigkeit, automatisierte Fahrfunktionen und Digitalisierung setzen. Der Abschied vom Verbrenner erfolgt zwischen 2033 und 2035, so der Vorstand.

Volvo | Startschuss in die elektrische Zukunft

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Volvo bietet XC40 und C40 in Elektroversion ∙ © Volvo

"Wir möchten bis 2040 klimaneutral sein“, erklärt Volvo und verweist darauf, dass es bereits heute Plug-in-Hybride oder Mildhybride in allen Baureihen gibt. Auf einen reinen Stromer mussten Volvo-Fans aber lange warten. Anfang 2021 kam der XC40 Recharge Pure Electric auf den Markt, nun folgt der C40 Recharge Pure Electric, ein Derivat mit schrägem Coupé-Heck. Die beiden Modelle sind aber nur der Startschuss in eine elektrifizierte Zukunft: Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollen fünf weitere vollelektrische Fahrzeuge folgen und den Anspruch der Kultmarke auf den nachhaltigen Automarkt untermauern.

Der Standpunkt des ADAC

Der ADAC setzt sich dafür ein, Elektromobilität voranzubringen und Antriebsalternativen technologieneutral zu unterstützen. Es gilt, die individuelle Mobilität zu sichern und gleichzeitig den CO₂-Ausstoß zu begrenzen, die Abhängigkeit von begrenzten fossilen Ressourcen zu verringern sowie Luftschadstoffe zu reduzieren.

Lesen Sie hier den vollständigen Standpunkt:

ADAC Standpunkt zu Antriebsalternativen
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Förderung für Elektroautos: Hier gibt es Geld

Damit der Umstieg aufs Elektroauto leichter fällt: Bis zu 9000 Euro Fördermittel reduzieren den Kaufpreis erheblich. Aber es gibt sogar noch mehr.

Förderung für Wallboxen

Alle Infos zum Förderprogramm für die private Ladestationen

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Was ist bei einer Wallbox für das Elektroauto zu beachten? Der ADAC hat 18 frei im Handel erhältliche Heim-Ladestationen getestet.

Stellplatz und Wallbox: Leitfaden für Mieter und Eigentümer

Lange war es für Mieter und Wohnungseigentümer fast unmöglich, eine Ladestation am Tiefgaragenstellplatz installieren zu lassen. Ein neues Gesetz schafft Abhilfe.

Stromverbrauch Elektroautos: Die Unterschiede sind groß

Bei Elektroautos gibt es große Unterschiede bei Verbrauch und Reichweite, das zeigt der realitätsnahe ADAC Ecotest. Aktuelle E-Autos im Vergleich – vom günstigen Seat Mii bis zum teuren Tesla Model X.

Text: Jens Leichsenring/Journal International, Wolfgang Rudschies