Elektroautos 2020: Das sind die Neuen

15.06.2020

2020 ist das Schlüsseljahr für Elektroautos: Denn nun müssen sie sich endlich als massen- und alltagstauglich erweisen. Ausblick auf alle neuen Modelle 

VW Messestand IAA 2019
Trendsetter: Die ersten 30.000 Exemplare vom VW ID.3 sind praktisch schon ausverkauft
  • Neue Elektroautos werden zunehmend attraktiver und günstiger
  • Prämien noch einmal auf bis zu 9000 € erhöht
  • VW startet Elektro-Offensive mit ID.3 und konzernweitem Kleinwagen!
  • Kein Hersteller mehr ohne E-Auto oder Plug-in-Hybrid

 

2020 gilt als Schlüsseljahr für die Elektromobilität – dann greifen erstmals verbindlich die von der EU vorgegebenen CO2-Flottengrenzwerte. Jeder Hersteller, der den Flotten-Grenzwert von 95 g CO2/km nicht einhält, muss ab 2021 sogar Strafzahlungen an die EU zahlen. Das können unter Umständen Milliarden-Beträge sein. Zudem hat das EU-Parlament beschlossen, die Grenzwerte in zwei Stufen noch weiter zu verschärfen. 2030 müssen weitere 37,5 Prozent CO2 reduziert sein. Nun wird es allerhöchste Zeit, klimafreundliche Fahrzeuge auf den Markt zu bringen, die der Kunde akzeptiert.
 
Problem für die Hersteller: Schon bei einem Mittelklasse-Pkw mit Verbrennungsmotor ist es technisch kaum möglich, den Kraftstoffverbrauch so weit zu senken, dass der CO2-Grenzwert von 95 Gramm erreicht, geschweige denn unterschritten wird. In den Klassen darüber ist es praktisch unmöglich. Infolgedessen setzen die Autohersteller auf elektrische Antriebsunterstützung und bieten kurz- und mittelfristig Hybride und Plug-in-Hybride als Übergangslösung an. Brennstoffzellen-Autos sind teuer – und erscheinen eher noch als Zukunfts-Vision. Aktuell sind deshalb Elektroautos mit angerechneten 0 Gramm pro Kilometer das Nonplustra. 

Neue Elektroautos 2020

Reihenfolge nach erwartetem Marktstart
Elektroauto e.Go Live von schräg hinten

e.GO Life

ab 23.289 €

Die Firma hat ein Insolvenzverfahren durchlaufen und einen neuen Investor gefunden. Folglich bleibt der Kleinwagen mit vier Sitzen auf der Homepage konfigurierbar, aktuell in den Versionen Life 60 mit 57 kW starkem E-Motor und Life 40+ mit 41 kW Leistung. Details zur unsicheren Zukunft lesen Sie unter folgendem Link: 

Testfahrt: Elektro-Mini e.Go Life

Peugeot 208 Elektroauto

Peugeot e-208

ab ca. 25.000 – 30.000 €

Vier- bis fünfsitziger Kleinwagen mit 100 kW (136 PS), 50-kWh-Akku, Reichweite 340 Kilometer (NEFZ), Wärmepumpe, drei Lademodi (bis zu 100 kW). Preis ab 30.450 €.

Peugeot 208 Elektro: ab Herbst 2019

Opel Corsa Elektro von vorne

Opel Corsa e

29.900 €

Technik-Bruder des Peugeot e-208. 100 kW (136 PS) Leistung. 330 km Reichweite. Bis 100 kW ladefähig. 29.900 € teuer.

Vorstellung Opel Corsa e: Markteinführung, Daten, Preise 

Audi E-Tron Sportback

Audi e-tron Sportback

ab 71.350 €

2020 kommt der Audi e-tron in einer Karosserieversion mit nach hinten stark abfallendem Dach. 95-kWh- oder 71-kWh-Akku mit 446 oder 347 Kilometer Reichweite.

Audi e-tron Sportback: SUV-Coupé mit Elektroantrieb

neues Model  2019  Elektroauto

DS 3 Crossback E-Tense

ab 38.390 €

Mittelklasse-SUV-Coupé für vier bis fünf Personen, 100 kW Leistung, 50-kWh-Akku, mehr als 300 km Reichweite.

Elektro-SUV: DS 3 Crossback E-Tense

Porsche Taycan fahrend

Porsche Taycan

ab 106.000 €

Sportwagen für bis zu vier Personen, 460 kW Leistung, 93-kWh-Akku, Basisversion 4S mit 79-kWh-Akku ab 105.607 €, Turbo ab 152.136 €, Turbo S Topversion ab 185.456 €. Reichweite je nach Version zwischen 380 und 460 km im WLTP-Messzyklus.

Elektro-Sportwagen: Porsche Taycan

Mercedes EQV

Mercedes EQV

Preis: ab 69.020 Euro

Elektrisch angetriebener Van für die Großfamilie oder den Handwerksmeister. Bis zu acht Sitzplätze. 150 kW Leistung, 400 Kilometer Reichweite. 90-kWh-Akku im Wagenboden. 

Mercedes EQV: Die elektrische V-Klasse

VW E-Up

VW e-up!

ab 21.975 €

Das Facelift zum Jahreswechsel bescherte dem VW e-up! eine 32,3 kWh große Batterie und eine Reichweite von 260 km. Wegen überhöhter Nachfrage gibt es aktuell erhebliche Lieferprobleme.

Hier geht's zum VW e-Up: Das Super-Sonderangebot

Der Skoda Citigo 2019 in Fahrt fahrend

Skoda Citigo e IV

ab 20.950 €

Das Pendant zu VW e-up und Seat Mii electric. Wegen erhöhter Nachfrage und Lieferproblemen inzwischen nicht mehr bestellbar.

Skoda Citigo e IV: Marktstart, Technik, Daten und Preise

Seat Mii Electric  stehend von der Seite

Seat Mii electric

ab 20.650 €

Parallel zum Facelift des VW e-up erscheint der Seat Mii electric. Wegen erhöhter Nachfrage und Lieferprobleme inzwischen nicht mehr bestellbar.

Seat Mii electric: Der Elektro-Kleinwagen

E-Autos 2020 Update Puzzle

Aiways U5

ca. 35.000 €

Der Aiways U5 wird in China gebaut und soll ab April in Deutschland erhältlich sein. Leistung: 140 kW. Reichweite: 503 km (NEFZ). Vmax 160 km/h.

Ausführlicher Bericht zum Aiways U5

Elektroauto Karo Isetta

Artega Karo

ab 17.995 €

Mit dem Artega Karo tritt neben dem Microlino ein zweites Mobil an, die BMW Isetta in die Moderne zu transformieren. Eckdaten: zwei Sitzplätze, max. 15 kW Leistung und 90 km/h, bis zu 200 km Reichweite. Probefahrten sollen "ab Sommer" 2020 am Firmensitz in Delbrück möglich sein. 

Hier geht's zum Bericht über die "Elektrische Isetta"

Front des Mini SE fahrend

Mini Electric

ab 32.500 €

Kleinwagen für bis zu vier Personen, 135 kW Leistung, 33-kWh-Akku, bis 270 km Reichweite, Preis 32.500 €

Mini Elektro: Erste Testfahrt im Erlkönig

Der neue Peugeot 2008-E Elektro im Test Modell 2019

Peugeot e-2008

Preis: 35.250 €

Auch der Peugeot 2008 bekommt den Antrieb von Opel Corsa und e-208. Heißt 110-kW-Motor und 50-kWh-Akku. Reichweite: 310 km. Preis: noch nicht fixiert.

Der neue Peugeot 2008

Honda E fährt in der Kurve

Honda-e

ab 33.850 €

Kleinwagen für bis zu vier Personen, 110 kW/150 PS Leistung, 200 km Reichweite. Der Basispreis beträgt 33.850 €.

Erster Fahrbericht mit dem Honda-e

Das Heck des neuen VW Elektroauto ID3

VW I.D. Neo

ab unter 30.000 €

Kompaktauto für vier bis fünf Personen, 100 kW Leistung, drei Akkugrößen, Reichweiten von 330 bis 550 km. Grundpreise je nach Akkugröße von 30.000 bis ca. 45.000 €.

VW ID Neo: Testfahrt im Prototyp

E-Autos 2020 Update Puzzle

Toyota  Mirai II

ca 79.000 €

Toyota bringt im Jahr 2020 die zweite Generation des Mirai nach Europa. Das Wasserstoffauto soll 30 Prozent mehr Reichweite haben als der Vorgänger (über 500 km) und bietet auf fast fünf Meter Länge Platz für bis zu fünf Personen. Preis: ca. 79.000 €

Test Toyota Mirai I: Wasserstoff an Bord

E-Autos 2020 Update Puzzle

Mazda MX30

First Edition 33.490 €

Mit seinem 35,5 kWh-Akku soll der MX30 bis zu 260 km weit fahren. Das ist vergleichsweise wenig. Die Höchstgeschwindigkeit wird trotzdem erst bei 140 km/h abgeregelt.

Mazda MX-30: Lifestyle-CUV mit E-Antrieb

Elektroauto Polestar 2 von schräg vorne

Volvo Polestar 2

ab 57.900 €

Elektrische Luxuslimousine mit Platz für vier Personen und einer Reichweite von bis zu 470 Kilometer. Mit Allrad und 300 kW Leistung ein echter Tesla-Konkurrent. 

Polestar 2: Der Elektro-Volvo aus China

 

E-Autos 2020 Update Puzzle

Opel Vivaro-e

ab 35.650 € netto

Der Opel Vivaro-e bietet sich als Lastesel und Einsatzfahrzeug für Handwerker und Gewerbetreibende an. 1,2 Tonnen kann er aufnehmen. Je nach Akkugröße (50 und 75 kWh) kommt er bis zu 230 oder 330 km weit.

Opel Vivaro-e: Elektroversion mit 330 km Reichweite

Silberner BMW ix3 stehend

BMW iX3

ab 69.800 Euro

Kraftvoller Mittelklasse-SUV mit Platz für bis zu fünf Personen. 210 kW (286 PS) Leistung. 460 km Reichweite. High-Power-Laden mit bis zu 150 kW möglich. 

BMW iX3: Der erste Elektro-SUV aus München

Der neue Sion von Sono Motors Elektroauto 2019

Sono Sion

ab 25.500 €

Innovatives Kompaktauto für bis zu fünf Personen, Zusatzstrom durch Solorpaneele. Voraussichtlicher Preis: 24.500 €. Geplanter Marktstart: 2021, aber zur Zeit völlig ungewiss.

Sion: Elektroauto von Sono Motors

Heck des Seat El Born stehend

Cupra El-Born

Preis: n.b.

Auf den Technik-Bruder des VW ID.3 wird man noch bis 2021 warten müssen. Wir erwarten u.a. eine 62-kWh-Batterie für 420 km Reichweite und 150 kW Motorleistung. Auch der Preis sollte nahe an dem des ID.3 mit großem Akku liegen.

Seat El-Born: Erste Infos, Bilder, Daten

Lexus UX 300e 2020 Heck

Lexus UX 300e

Preis: n.b.

Zum Ende des Jahres 2020 schiebt Lexus eine Elektroversion seines Kompakt-SUV UX nach. Mit 150 kW/204 PS Leistung und einer NEFZ-Reichweite von bis zu 400 Kilometer. 

Lexus UX: Kompakt-SUV im Fahrbericht

Mercedes EQA fahrend von der Seite

Mercedes EQA

Preis: n.b.

Im Mercedes EQA (Basis: B-Klasse) sollen Akkus von 60 bis 110 kWh Kapazität verbaut werden, was für Reichweiten von 400 Kilometern und mehr sorgen soll. Motoren mit drei verschiedenen Leistungsstufen stehen außerdem zur Wahl: 150, 200, und 250 kW könnten es werden.  
Blauer Tesla Model Y fahrend

Tesla Model Y

60.980 €

Erst ab 2021 als "Dual Mode Long Range" erhältlich. 5 Sitze plus 2 Notsitze. 505 km Reichweite. 5,1 Sekunden auf 100 km/h. 217 km/h Spitze. Grundpreis: 60.980 €.

Ausführlicher Bericht zum Tesla Model Y

Ford Mach-E

Ford Mach-E

ab 46.900 €

Nomen est Omen? Nicht wirklich. Der Ford Mustang Mach-E hat abgesehen vom Hüftschwung des hinteren Kotflügels wenig Ähnlichkeit mit dem legendären Mustang. Immerhin leistet die Topversion 342 kW.  Vmax: 200 km/h. 

Ford Mustang Mach-E: Mit Akku statt V8 zum Tesla-Jäger

E-Autos 2020 Update Puzzle

Volvo XC40

ca. 60.000 €

Der Volvo XC40 Recharge kommt vermutlich erst zum Ende 2020 auf den Markt. Leistung: 300 kW. Akku: 78 kWh. Reichweite: ca. 400 km (WLTP).

Hier geht's zum ausführlichen Bericht über den Volvo XC40 Recharge 

Fiat 500e an Ladesäule

Fiat 500 Cabrio

ab 37.900 

Den Fiat 500 wird es mit Elektroantrieb ausschließlich als Cabriolet geben. Mit 87 kW/118 und einer Reichweite von 320 Kilometer.

Ausführlicher Bericht: Das Kultauto wird elektrisch

Audi e-tron 2020 Front

Audi e-tron GT

Preis: n.b.

Der e-tron GT  von Audi ist der Technik Bruder des Porsche Taycan: mehr oder minder genauso schnell, so stark und teuer. Die Unterschiede bestehen vor allem optisch und hinsichtlich der Cockpit-Landschaft bzw. der Bedienung. 

Audi e-tron GT: Erster Fahrbericht 

Renault Twingo ZE fahrend auf einer Straße

Renault City K-ZE

Preis: n.b.

Einsatzgebiet für den Twingo als E-Fahrzeug ist die alltägliche Kurzstrecke. Der wendige 5-Türer schafft mit 27-kWh-Akku unter idealen Bedingungen sogar 250 Kilometer. Vmax: 105 km/h. 45 PS und 125 Nm Drehmoment sind genug für die Stadt. 

Renault City K-ZE: Günstiger Elektro-SUV – auch für Europa?

 
E-Autos 2020 Update Puzzle

Unity One

ab 17.760 € (netto ohne Steuer)

Der Unity One ist von einem schwedischen Start-up erdacht und durch Crowdfunding finanziert worden. Das 3,22 Meter kurze Auto kann aktuell vorbestellt werden auf der Website des Herstellers. Mögliche Akkugrößen: 12 bis 24 kWh. Mögliche Reichweiten: 150 bis 300 Kilometer. Motor: 50 kW (68 PS) und 85 Nm Drehmoment. Trotzdem dürfte Vorsicht angebracht sein: Bisher hat es noch kein Start-up (außer Tesla) geschafft, ein Elektroauto erfolgreich auf die Straße zu bringen.
Der Audi Q4 e-Tron 2019

Audi  Q4 e-tron

Preis: n.b.

Zweites elektrisch angetriebenes Luxus-SUV von Audi. Akku mit 82 kWh Kapazität für 450 km Reichweite. Mutmaßlicher Preis: ca. 70.000 €.

Audi Q4 e-tron: Elektro-SUV mit 450 Kilometer Reichweite

Microlino 2.0 stehend

Microlino

Preis: ab 12.000 €

Kleinstwagen im Retro-Look mit zwei Sitzen. Ursprünglich geplant war ein Motor mit 15 kW Leistung sowie Akkus mit 8 bis 14,4 kWh Kapazität. Reichweiten: 125  bis 200 km. Nach Streitigkeiten mit dem deutschen Industriepartner Artega, der jetzt selbst ein Auto nach diesem Konzept baut, wird der Microlino wohl erst ab 2021 erhältlich sein. Das neue Karosseriedesign steht schon fest, die exakten technischen Spezifikationen folgen. 

Kaufprämie auf bis zu  9000 € erhöht 

Zoom-In
E-Auto Zulassungen 2010 bis 2019
Wachstum der Elektroauto-Zulassungen seit 2010

Mit der abermals erhöhten Kaufprämie soll die Marktdurchdringung von elektrifizierten Pkw erhöht und die lahmende Wirtschaft angekurbelt werden. Die neue Regelung gilt für alle Fahrzeuge, die nach dem 4. Juni 2020 zugelassen wurden (auch rückwirkend): Für rein elektrische Autos unterhalb eines Netto-Listenpreises von 40.000 Euro klettert der maximale Zuschuss von 6000 auf 9000 Euro. 6000 Euro davon zahlt der Staat, der Herstelleranteil beträgt wie gehabt 3000 Euro. Für Elektroautos mit einem Listenpreis über 40.000 Euro (netto) steigt die maximale Prämie auf 7500 Euro, wobei der Bund 5000 Euro übernimmt. Die Fördersätze für Plug-in-Hybride betragen 6750 Euro (Kaufpreis des Autos bis 40.000 Euro netto) und 5625 Euro (über 40.000 Euro netto). Die Liste aller förderfähigen Fahrzeugtypen finden Sie unter www.bafa.de.  

Eine Übersicht regionaler Förderprogramme für private Ladepunkte hat der ADAC hier zusammengestellt.

Elektro-Minis für 12.000 bis 20.000 €

Zoom-In
eGO Life
Von der Uni Aachen entwickelt: e-go life 

Modelle, die als Hoffnungsträger für Elektromobilität gelten können, gibt es immer mehr. Zu nennen wären etwa der  Renault Zoeder Hyundai Kona Elektro oder das Tesla Model 3 aus den USA. Die deutschen Premiumhersteller hatten sich zunächst auf Modelle im hochpreisigen Segment konzentriert: siehe Audi e-tron, Mercedes EQC und Porsche Taycan

Seit Frühjahr 2020 hat der VW-Konzern das Trio VW e-Up!, Seat Mii electric und Skoda Citigo eV unschlagbar günstig im Angebot. Inzwischen sind der kleine Seat und der Skoda nicht mehr zu haben. Der e-Up hat so lange Lieferzeiten, dass er für heutige Besteller auch kaum noch in Frage kommt. Immerhin wird das neue Volks-Elektroauto ID.3 inzwischen fleißig produziert und ausgeliefert, wenn auch oft ins europäische Ausland (speziell nach Norwegen).  

Start-ups und Firmen, die bisher keine Erfahrungen mit der Produktion von Großserienautos haben, tun sich nach wie vor schwer. Den e.GO Life  – einen minimalistischen Elektro-Kleinwagen der Uni Aachen– hätte es nach den ursprünglichen Planungen bereits 2018 geben sollen. Wegen Problemen verschiedenster Art mussten die Auslieferungen immer wieder verschoben werden. Mitten in Corona kam die Insolvenz. Die Zukunft ist trotz Einstieg eines Investors wackelig. 

Fahrzeuge wie der e.Go Life sind deshalb so interessant, weil sie für Fahrten in der Stadt und auf der Kurzstrecke das untere Preissegment bedienen, bestens geeignet nicht nur für Berufspendler, sondern auch für Pflegedienste, Stadtkuriere, Apotheken und viele mehr.

Der Sion von Sono Motors, der durch ein besonders weit gedachtes Nachhaltigkeitsprinzip beeindruckt, stand Ende 2019 vor dem Aus, konnte dann aber gerade noch durch eine neue Finanzierungsrunde gerettet werden. Sollte das Start-up Sono Motors durch die Corona-Krise kommen, könnte das innovative Auto mit Solarpaneelen an der Karosserie im Laufe des Jahres 2021 serienfertig sein.      

Auch beim putzigen Kabinenroller namens Microlino knirschte es lange im Getriebe. Das kleine City- und Kurzstreckenauto wurde von einem Schweizer Unternehmer entwickelt und sollte 2019, so der ursprüngliche Plan, von der in Deutschland ansässigen Artega GmbH produziert werden. Basispreis: 12.000 Euro. Dann aber gab es heftige juristische Auseinandersetzungen mit dem Auftragsfertiger – die Partnerschaft ging zu Bruch.  Aktuell heißt es, der Microlino werde in verbesserter Form ab 2021 in Italien vom Band laufen. Artega dagegen erklärt, ein Auto auf der technischen Basis des Microlino in Eigenregie zu bauen: den Artega Karo. Beide Fahrzeuge erzeugen ihren Charme dadurch, dass sie aussehen wie die selige BMW Isetta.           

Der VW-Konzern steht unter Strom

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Das neue VW Elektroauto ID3 an der Ladesäule
VW ID.3: Lädt mit bis zu 100 kW, fährt bis zu 550 km weit

Der Volkswagen-Konzern fokussiert sich in der Zukunftsstrategie voll auf batterieelektrische Modelle. Und erteilt dabei der Brennstoffzelle eine klare Absage. Schon bis Ende 2022 sollen an 16 Standorten der Welt E-Fahrzeuge produziert werden. Bis zum Jahr 2028 planen die Verantwortlichen, weltweit 22 Millionen Elektroautos zu verkaufen. Dabei spielt die Marke VW im Konzern eine andere Rolle als Audi oder Porsche: Modelle wie der ID.3 oder auch die neuen Kleinwagen im Konzern à la VW e-up! sollen deutlich bezahlbarer sein. Volkswagen eben. Bis 2025 investiert der Konzern mindestens 30 Milliarden Euro in den Bereich Elektromobilität

Erster komplett neuer Verkaufsschlager soll der VW ID.3 werden. Gebaut wird der ID.3 im VW-Werk in Zwickau. Zunächst ist die Produktion auf 100.000 Fahrzeuge pro Jahr ausgelegt. Der jährliche Maximal-Output soll bei 330.000 Fahrzeugen im Dreischichtbetrieb liegen. Die Elektromotoren sind Eigenentwicklungen und werden im Werk Kassel zusammengebaut. 

Batterien im Wert von 20 Mrd. € bestellt

Damit die Serienproduktion reibungslos funktioniert, muss die Versorgung mit Lithium-Ionen-Akkus gesichert sein. Schon im März 2018 hatte VW bekanntgegeben, Lieferverträge über Lithium-Ionen-Zellen im Wert von 20 Milliarden Euro abgeschlossen zu haben. Die Aufträge gingen an die asiatischen Zellhersteller LG Chem, Samsung SDI (beide Korea) und CATL (China).

Samsung betreibt eine Zellfabrik in Polen, CATL will die Zellen aus einem Werk in Erfurt (Thüringen) anliefern. Die Zellen werden dann von Volkswagen zu Akkus verbaut, sodass zumindest ein Teil der Wertschöpfung in Deutschland stattfindet. Standort der Batteriefertigung ist das Werk Braunschweig. Bis 2025 soll jedes dritte von VW verkaufte Auto ein Elektroauto sein, bis 2030 jedes zweite.

Bei der Lieferung sämtlicher Rohstoffe für die Akkus spielt die Kontrolle über die Arbeitsbedingungen vor Ort und die Vermeidung von Umweltschäden eine wichtige Rolle. Die Versorgung mit Lithium wollte Deutschland sich durch einen zukunftsfesten Vertrag mit Bolivien sichern. Das Abkommen mit der Firma ACISA aus Baden-Württemberg wurde vom bolivianischen Staat aber wieder zurückgezogen. In die Lücke werden vermutlich Minengesellschaften aus Australien springen. 

Im Hinblick auf den Klimaschutz verspricht Volkswagen, den ID.3 quasi CO2-neutral in die Hände der Kunden zu übergeben. Erreicht werden soll das durch den konsequenten Einsatz von regenerativem Strom in der Produktion sowie auch bei den Zulieferern. Wo immer das nicht realisiert werden kann, gleicht Volkswagen die CO2-Emissionen durch Naturschutzförderung aus.     

Weitere Elektroautos: Schon gefahren & bewertet

Toyota Mirai: Wasserstoff-Elektroauto mit vielen guten Eigenschaften.

Erster Test Jaguar I-Pace: Mit 400 PS, 4,8 Sekunden auf 100 km/h, 480 km Reichweite und Allradantrieb überzeugt Jaguars erstes Elektroauto auf den ersten Blick.

Hyundai Kona: Elektro-SUV mit guter Reichweite.

Audi e-tron quattro: Wie gut ist der Elektro-SUV? Der e-tron quattro ist das erste Elektro-SUV des Ingolstädter Autobauers. Der Preis: ca. 80.000 Euro. Plus: Daten, Video, Details.

Erste Daten und Details zum Mercedes EQC: Der neue Mercedes EQC ist der erste rein elektrische Elektro-SUV von Daimler. Ab Frühjahr 2019 soll der Stuttgarter zu Preisen ab 70.000 Euro erhältlich sein.

Eigene Zellfertigung für Feststoffbatterie

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neues Model  2019  Elektroauto
Der Baukasten von VW mit Unterflurbatterie und Skateboardarchitektur

Mit Beteiligung an einer europäischen Gigafactory setzt Volkswagen langfristig auf eine eigene, unabhängige Zellfertigung. Wenn der nächste Technologiesprung für die Batterien erreicht ist, will VW ebenfalls ganz vorn dabei sein. Schon Ende Juni 2018 erklärte die Zentrale in Wolfsburg, sich an dem US-amerikanischen Start-up QuantumScape mit 100 Millionen US-Dollar beteiligt zu haben. Das 2010 gegründete Unternehmen hält über 200 Patente bzw. Patentanträge für die sogenannten Feststoffbatteriezellen.

Mit einer Feststoffbatterie würde sich die Reichweite eines E-Golf von 300 Kilometer auf etwa 750 Kilometer erhöhen. Erste Tests von VW mit Feststoffbatterien seien sehr vielversprechend verlaufen, teilte VW mit. Bis 2025 will VW eine Pilotanlage für diesen neuen Batterietyp errichtet haben.

All das zeigt, wie stark sich Volkswagens Zukunfts-Strategie inzwischen auf Elektromobilität fokussiert. Im direkten Vergleich wirken alle anderen Autohersteller – mit Ausnahme von Tesla natürlich – eher zurückhaltend. 

Text: Wolfgang Rudschies. Fotos: PR

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