Peugeot 408: Die neue Größe in der Mittelklasse

Der neue Peugeot 408 kommt mit großer Heckklappe und interessantem Design
Der neue Peugeot 408 kommt mit großer Heckklappe und interessantem Design© Peugeot

Zwischen 308 und 508 ist noch Platz – für den Peugeot 408. Unter der neuen Nummer verbirgt sich ein vorzeigbarer Familienwagen, der zwischen Kompakt- und Mittelklasse angesiedelt ist. Erste Infos, Daten und Bilder zu dem 4,69 Meter langen Franzosen.

  • Peugeot 408 kommt als "Fastback" Anfang 2023

  • Motoren: Ein Benziner (130 PS) und zwei Plug-in-Hybride (180 und 225 PS)

  • Auf 4,69 Metern Länge soll der 408 viel Platz bieten

Der kauzige TV-Inspektor Columbo alias Peter Falk ging 1978 mit einem Peugeot 403 Cabrio auf Ganovenjagd. 20 Jahre später jagte ein Peugeot 406 als getuntes Taxi in der gleichnamigen Actionkomödie durch Marseille. Nur zwei Beispiele, wie beliebt und erfolgreich die Peugeot-Modelle mit der Vier vor der Null einst waren. 2010 dann aber das Ende: Mit dem 407 lief die Produktion des letzten Vierers aus. Ab 2023 wird wieder weitergezählt: Peugeot ist bei Nummer 408 angekommen.

Doch Peugeot-Chefin Linda Jackson hat nicht die frühere Kundschaft im Blick: "Der neue 408 wurde für Autoliebhaber konzipiert, die sich vom Traditionellen lösen und verantwortungsbewussten Fahrspaß suchen."

Der Peugeot 408 ist ein Grenzgänger

Die Karosserie des Peugeot 408 streckt sich auf 4,69 Meter Länge © Peugeot

Peugeot ordnet den wiedergeborenen 408, der noch auf der neun Jahre alten Plattform EMP2 basiert, in die Kompaktklasse ein, auch wenn er mit seiner Länge von knapp 4,70 Metern eigentlich in der Mittelklasse antritt, somit im eigenen Haus dem 508 Konkurrenz macht und gleich mehrere Gruppen von Kunden anlocken soll. SUV-Fans kommen dank erhöhter Sitzposition auf ihre Kosten. Wer eher sportlich unterwegs sein will, dürfte das im Coupé-Stil abfallende Dach schätzen. Und Praktiker werden sich wohl am bis zu 1611 Liter großen Laderaum erfreuen. "Crossover" werden Mixturen genannt, die sich nicht genau zuordnen lassen. Der Peugeot 408 ist so eine.

Viel Platz – bei knapp 4,70 Metern Länge

Sieht nach viel Platz für die Beine aus: Der Fond des Peugeot 408 © Peugeot

Selbstbewusst ist der Auftritt allemal. Der fast 2,80 Meter lange Radstand verrät, wie viel Platz für die Passagiere reserviert ist. Auf den ersten Bildern sieht die Beinfreiheit recht üppig aus. Wie viel Platz das coupéartige Heck aber über den Köpfen lässt, wird eine erste Sitzprobe klären müssen. Am Heck fällt das wilde Geriffel des Diffusers unter dem Stoßfänger auf, dagegen gibt sich der Dachspoiler oberhalb der Rückscheibe eher zurückhaltend.

Die Frontpartie ist geprägt durch schmale Doppelscheinwerfer in Matrix-LED-Technik, die markentypischen Tagfahrlichter im Säbelzahntiger-Look und einen Grill, dessen einzelne in Wagenfarbe lackierte Plättchen eine "fächerartige Fontäne" simulieren.

Peugeot-i-Cockpit: Sehr moderner Innenraum

Typisches Peugeot-Cockpit mit kleinem Lenkrad © Peugeot

Die Modernität setzt sich im Innenraum fort und mischt Digitales mit Analogem. Das Lenkrad ist Peugeot-typisch klein, die Anzeigen sind weit oben angeordnet. Es gibt klassische Tasten und Schalter am Lenkrad und einen 10-Zoll-Monitor, der für Infotainment und Navigation zuständig ist. Auf ihn kann auch das Handy gespiegelt werden. Einen Hebel für die Achtgang-Automatik gibt es nicht. Diese Aufgabe übernimmt wie inzwischen bei fast allen Modellen aus dem Stellantis-Konzern ein Wippschalter auf der Mittelkonsole.

Mit gleich 30 Assistenzsystemen bietet der Neuling eine Vielzahl von elektronischen Helfern, die dank sechs Kameras und neun Radargeräten die Umgebung im digitalen Blick haben. Beispiele sind Abstandsradar mit Stop-and-Go-Funktion, automatische Notbremsung mit Kollisionswarnung auch beim Rückwärtsfahren, aktiver Spurassistent oder eine 180-Grad-Rückkamera.

Hinzu kommt ein Nachtsichtgerät, das bei Dunkelheit bis zu 250 Meter nach vorn schaut, um Menschen oder Tiere ins Infrarot-Sichtfeld zu rücken. Welche der Systeme nur gegen Aufpreis zu haben sind, ist noch nicht bekannt.

Motoren: Ein Benziner, zwei Plug-in-Hybride

Ein Benziner und zwei Plug-in-Hybride werden den neuen 408 antreiben © Peugeot

Beim Antrieb des Peugeot 408 hat der Diesel, einst eine Stärke von Peugeot, endgültig ausgedient. Zum Marktstart Anfang 2023 haben die Käufer drei Optionen, deren Kleinste ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 96 kW/130 PS darstellt. Mehr Leistung (180 und 225 PS) haben die beiden alternativ angebotenen Plug-in-Hybrid-Versionen. Deren 12,4-kWh-Batterie soll für eine elektrische Reichweite von mindestens 60 Kilometern sorgen. Die Batterien können am schnellsten an der heimischen Wallbox mit 7,4 kW geladen werden, was fast zwei Stunden dauert. An einer CCS-Schnellladesäule kann der 408 nicht andocken.

Anders das Spitzenmodell des Crossover. Der rein elektrische 408 wird später erscheinen. Unbekannt ist noch, ob er mit der gleichen Batterie im Unterboden antreten wird wie die bisherigen E-Autos der Löwenmarke, die jeweils mit 50-kWh-Akkus unterwegs sind und auf etwa 370 Kilometer Reichweite kommen. Ob das für den neuen Vierer reichen wird, bleibt abzuwarten.

Text: Peter Maahn/SP-X

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