Peugeot 408: Die neue Größe in der Kompaktklasse

Seitliche Frontaufnahme des neuen petrolfarbene Peugeot 408 während der Fahrt
Der neue Peugeot 408 kommt mit großer Heckklappe und interessantem Design© Peugeot

Zwischen 308 und 508 ist noch Platz – für den Peugeot 408. Unter der neuen Nummer verbirgt sich ein vorzeigbarer Familienwagen, der zwischen Kompakt- und Mittelklasse angesiedelt ist. Erster Fahrbericht, Daten und Bilder zu dem 4,69 Meter langen Franzosen.

  • Peugeot 408 mit praktisch-großer Heckklappe

  • Motoren: Ein Benziner (130 PS), zwei Plug-in-Hybride (180 und 225 PS)

  • Ab 38.800 Euro bietet der 408 viel Platz

Es gibt sie noch, die klassische Limousine mit Schrägheck, neudeutsch: Fastback. Als Pkw mit vergrößertem Innenraum, der über eine Heckklappe erreicht werden kann, definiert sich diese Bauart offiziell. Pioniere der praktischen Vollheckbauweise waren in der Kleinwagen- und Kompaktklasse der Renault R4, der Mini oder später sehr erfolgreich der VW Golf.

Einen Meilenstein bei den größeren Fahrzeugen markierte der 1965 eingeführte Renault R16 als erster fünftüriger Mittelklasse-Pkw in Vollheckbauweise, rück­blickend wird er auch als Kombi­limousine bezeichnet. Doch dann wurde es recht still um die Schrägheckler. Den Mazda 626 hat man vielleicht noch in Erinnerung, den Saab 9000 oder Lancia Delta (844) schon nicht mehr. Zeit also für eine Fließheck-Neuauflage: Der Peugeot 408 als erster seiner Art in der Geschichte der Löwen-Marke.

Der Peugeot 408 ist ein Grenzgänger

Rückansicht des neuen Peugeot 408 während der Fahrt
Ungewöhnlich: Der hintere Stoßgänger bleibt grau© Peugeot

Peugeot ordnet den 408, der noch auf der neun Jahre alten Plattform EMP2 basiert, in die Kompaktklasse ein, auch wenn er mit seiner Länge von knapp 4,70 Metern eigentlich in der Mittelklasse antritt, somit im eigenen Haus dem 508 Konkurrenz macht und gleich mehrere Gruppen von Kunden anlocken soll. SUV-Fans kommen dank erhöhter Sitzposition auf ihre Kosten. Wer eher sportlich unterwegs sein will, dürfte das im Coupé-Stil abfallende Dach schätzen, weshalb der 407 ein ein Kombicoupé sein könnte.

"Crossover" werden Karosserie-Mixturen genannt, die sich nicht genau zuordnen lassen. Der Peugeot 408 ist so eine. Und auch das Design mixt munter Bekanntes mit Neuerungen. So ist die Frontpartie geprägt durch schmale Doppelscheinwerfer in LED-Technik, die markentypischen Tagfahrlichter im Säbelzahntiger-Look und einen Grill, dessen einzelne in Wagenfarbe lackierte Plättchen eine "fächerartige Fontäne" simulieren.

Neu und in Zukunft bei allen Peugeot-Modellen zu sehen: Das große Markenemblem, hinter dem sich das Frontradar verstecken darf.

Am Heck fällt das wilde Geriffel des Diffusers unter dem Stoßfänger auf, der bei allen Farbvarianten immer aus grauem Kunststoff ist – das soll Robustheit ausdrücken. Dagegen gibt sich der Dachspoiler oberhalb der Rückscheibe fast schon zurückhaltend.

Der Peugeot 408 im Detail

Viel Platz – bei knapp 4,70 Metern Länge

Der Kofferraum des neuen Peugeot 408
Großer Kofferraum: Dank großer Heckklappe gut beladbar© Peugeot

Selbstbewusst ist der Auftritt allemal. Der 2,79 Meter lange Radstand verrät, wie viel Platz für die Passagiere reserviert ist. Vor allem auf der Rückbank fällt die Beinfreiheit recht üppig aus und das coupé-artige Heck lässt genügend Luft über den Köpfen. Vorne sitzt man neben einem hohen und breiten Mitteltunnel eher integriert statt luftig und blickt auf Hartplastik-Materialien, die zwar nicht geschäumt, aber mit ihren Ziernähten recht ansehnlich sind. Schön: Die Ablagen in den Türen sind mit Filz ausgekleidet – da klappert nichts.

Praktiker werden sich wohl am 536 Liter großen Laderaum erfreuen, der dank der praktischen Heckklappe und einer niedrigen Ladekante mühelos auch mit 1611 Litern beladen lässt. Die Gegenstände dürfen dann sogar bis 1,90 Meter lang sein. Auch bei stehender Rückbanklehne (40/60 geteilt umklappbar) lassen sich Skier problemlos mit der Durchlade transportieren.

Wie bei Franzosen früher üblich, sind die Schenkelauflagen der Sitze relativ kurz. Doch zumindest am Fahrersitz lässt sich die Sitzfläche nach vorne erweitern.

Peugeot-i-Cockpit: Sehr moderner Innenraum

Das Cockpit mit Lenkrad, Display und Monitor des neuen Peugeot 408 Hybrid
Peugeot typisch: Tiefes Lenkrad und i-Cockpit© Peugeot

Die Modernität des Designs außen setzt sich im Innenraum fort und mischt Digitales mit Analogem. Das Lenkrad ist Peugeot-typisch klein, die Anzeigen sind weit oben angeordnet. Es gibt klassische Tasten und Schalter am Lenkrad und einen 10-Zoll-Monitor, der für Infotainment und Navigation zuständig ist. Auf ihn kann auch das Handy gespiegelt werden. Einen Hebel für die Achtgang-Automatik gibt es nicht. Diese Aufgabe übernimmt wie inzwischen bei fast allen Modellen aus dem Stellantis-Konzern ein Wippschalter auf der Mittelkonsole.

Mit gleich 30 Assistenzsystemen bietet der Neuling eine Vielzahl von elektronischen Helfern, die dank sechs Kameras und neun Radargeräten die Umgebung im digitalen Blick haben. Beispiele sind Abstandsradar mit Stop-and-Go-Funktion, automatische Notbremsung mit Kollisionswarnung auch beim Rückwärtsfahren, aktiver Spurassistent oder die Verkehrszeichenerkennung – alles serienmäßig.

Hinzu kommt Mitte des Jahres gegen Aufpreis ein Nachtsichtgerät, das bei Dunkelheit bis zu 250 Meter nach vorn schaut, um Menschen oder Tiere ins Infrarot-Sichtfeld zu rücken.

Motoren: Ein Benziner, zwei Plug-in-Hybride

Der neue Peugeot 408 während der Fahrt von der Seite fotografiert
Peugeot 408: Schrägheck-Limousine mit Coupé-Form© Peugeot

Beim Antrieb des Peugeot 408 hat der Diesel, einst eine Stärke von Peugeot, endgültig ausgedient. Zum Marktstart im Januar 2023 haben die Käufer drei Optionen, deren kleinste ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 96 kW/130 PS darstellt. Mehr Leistung (180 und 225 PS) haben die beiden alternativ angebotenen Plug-in-Hybrid-Versionen, wobei sich der kleinere Hybrid noch etwas verzögert und deshalb noch nicht in der Preisliste steht. Deren 12,4-kWh-Batterie soll für eine elektrische Reichweite von bis zu 64 Kilometern sorgen.

Die Batterien können am schnellsten an der heimischen Wallbox mit 7,4 kW geladen werden, was fast zwei Stunden dauert. Wer keine Wallbox hat, muss mit dem serienmäßigem 1-phasigen 3,7-kW-Ladekabel an der Haushaltssteckdose (nicht empfehlenswert!) über sieben Stunden, an einer nachgerüsteten Dose noch fast vier Stunden Ladezeit kalkulieren. An einer CCS-Schnellladesäule kann der 408 nicht andocken.

Harmonischer Plug-in-Hybrid im 408

Frontansicht des neuen petrolfarbenen Peugeot 408 während der Fahrt
Macht was her: Der neue Kühlergrill in Waffeloptik© Peugeot

Wir konnten bei den ersten Testfahrten lediglich die stärkere 165 kW/225 PS-Version fahren, aber die passt ausgesprochen gut zum Charakter des 408. Beherzt im Antritt, linear beschleunigend und – drückt man nicht sehr fordernd das Gaspedal – in Verbindung mit der obligatorischen 8-Gang-Automatik sehr laufruhig. Das Fahrwerk ist ausreichend straff abgestimmt, schluckt Fahrbahnunebenheiten trotzdem klaglos. Die leichtgängige Lenkung mit dem kleinen, abgeflachtem Lenkrad vermittelt ausreichend Fahrbahnkontakt und die Bremse fühlt sich trotz ihrer Regenerationsaufgaben mit spürbaren Druckpunkt gut an.

Aber: Der Plug-in-Hybrid ist mit mindestens 51.050 Euro kein Sonderangebot – noch dazu, weil jetzt für Plug-ins die Förderung wegfällt. Der rein elektrische 408 wird Anfang 2024 erscheinen. Unbekannt ist noch, ob er mit der gleichen Batterie im Unterboden antreten wird wie die bisherigen E-Autos der Löwenmarke, die jeweils mit 50-kWh-Akkus unterwegs sind und auf etwa 370 Kilometer Reichweite kommen. Ob das für den neuen Vierer reichen wird, bleibt abzuwarten.

Immerhin soll es mit dem SW auch eine Kombiversion geben. Das ist eine gute Nachricht: Denn Kombis bei Plug-in-Hybriden sind aktuell ebenso selten wie Limousinen mit einem Schrägheck.

Video: Im Peugeot 408 auf Testfahrt

Im 408 für den ADAC unterwegs: Motorjournalist Lars Hönkhaus ∙ Bild: © news to do GmbH, Video: © ADAC e.V.

Peugeot 408: Technische Daten, Preis

Technische Daten (Herstellerangaben)

Peugeot 408 1.2 PureTech 130 Allure Pack EAT8 (01/23 - 08/23)

Peugeot 408 1.6 Plug-In Hybrid 225 GT e-EAT8 (01/23 - 01/24)

Motorart

Otto
PlugIn-Hybrid

Hubraum (Verbrennungsmotor)

1.199 ccm
1.598 ccm

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

96
165

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

131
225

Drehmoment (Systemleistung)

230 Nm
360 Nm

Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor)

5.500 U/min
6.000 U/min

Antriebsart

Vorderrad
Vorderrad

Beschleunigung 0-100km/h

11,5 s
7,9 s

Höchstgeschwindigkeit

210 km/h
233 km/h

Reichweite WLTP (elektrisch)

-
55 km

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

136 g/km
31 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

6,0 l/100 km
1,4 l/100 km

Batteriekapazität (Brutto) in kWh

-
12,4

Batteriekapazität (Netto) in kWh

-
11,3

Ladeleistung (kW)

-
AC:1,8-22,0

Kofferraumvolumen normal

536 l
471 l

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

1.611 l
1.545 l

Leergewicht (EU)

1.467 kg
1.781 kg

Zuladung

453 kg
439 kg

Anhängelast ungebremst

725 kg
750 kg

Anhängelast gebremst 12%

1.350 kg
1.400 kg

Garantie (Fahrzeug)

2 Jahre
2 Jahre

Länge x Breite x Höhe

4.687 mm x 1.848 mm x 1.478 mm
4.687 mm x 1.848 mm x 1.478 mm

Grundpreis

38.800 Euro
50.900 Euro

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