Mitsubishi Eclipse Cross: Nur noch als Plug-in-Hybrid

Der Plug in Hybrid von Mitsubishi Eclipse Cross steht auf der Strasse
Facelift des Mitsubishi Eclipse Cross: Scharfe, pfeilförmige Konturen liegen im Trend ∙ © Mitsubishi

Beim Facelift des Mitsubishi Eclipse Cross sind alle "normalen" Motoren gestrichen worden – jetzt gibt es ihn nur noch als Plug-in-Hybrid. ADAC Test, Daten, Bilder, Preise

  • Facelift: dynamischere, coupéhafte Karosserie

  • Antrieb: Plug-in-Hybrid mit rund 45 Kilometern Elektro-Reichweite

  • Akku mit 230-Volt-Wechselstrom-Ausgang

Mit dem Eclipse Cross des Jahres 2021 schlägt Mitsubishi ein neues Kapitel auf. Zum einen folgen die Japaner damit dem Trend zu immer sportlicheren Karosserieformen, typischerweise mit pfeilförmigen Scheinwerfern, Kanten und Sicken. Zum anderen gibt es für den Crossover-SUV ab sofort nur noch einen Plug-in-Hybrid als Antrieb. Diesel- oder Benzinmotoren werden nicht mehr angeboten.

Das Facelift tut dem Mitsubishi Eclipse Cross wirklich gut. Selbstverständlich kann man das optische Auftreten auch etwas überzogen finden, aber an der verbauten Technik lässt sich kaum etwas bekritteln.

Der Mitsubishi Eclipse Cross in Bildern

Grundlage des neuen Antriebs ist ein verbessertes, aus dem Mitsubishi Outlander bekanntes Plug-in-System. Das heißt: Es gibt einen 2,4-Liter-Benzinmotor, der mit je einem Elektromotor an der Vorder- und der Hinterachse für Vortrieb sorgt. Der übergeordnete Zweck des Antriebs lautet: So wenig Benzin wie möglich verbrauchen, so viel wie möglich elektrisch fahren. Möglich macht das ein 13,8 kWh großer Lithium-Ionen-Energiespeicher, der den SUV laut NEFZ-Zyklus bis zu 61 Kilometer weit rein elektrisch fahren lässt. Im ADAC Test schaltete sich nach rund 45 Kilometern der Benziner zu.

Der reine Stromverbrauch liegt bei recht hohen 26,9 kWh/100 km (inkl. Ladeverlusten).
Fährt man im Hybrid-Modus (Batterie leer oder Ladung wird gehalten), ergibt sich ein Kraftstoffverbrauch von durchschnittlich 7,6 l Super pro 100 Kilometer. Kombiniert
man die elektrische Strecke mit der Hybrid-Strecke und startet bei vollgeladener Batterie, verbraucht der Eclipse Cross auf den ersten 100 Kilometern insgesamt 11,0 kWh Strom und 4,6 Liter Super. Damit verbunden ist eine CO₂-Bilanz von 181 g pro km – 126 g/km für Kraftstoff- und 55 g/km für den Strom.

Antriebs-Fazit der ADAC Ingenieure: Wenn es rein um das Spritsparen geht, ist der Eclipse Cross eigentlich ungeeignet – zumal er bereits knapp zwei Tonnen als Leergewicht auf die Waage bringt. Soll aber ein SUV dieser Größe möglichst sparsam gemacht werden, ist die verbaute Technik durchaus interessant.

Und auch er zeigt wieder, dass die Prospekt-Werte von Plug-in-Hybriden immer mit Vorsicht zu genießen sind, weil sie die Realität meist nicht widerspiegeln (ADAC Messwerte von 23 Modellen finden Sie hier).

Hoher Fahrkomfort im Plug-in-Hybrid

Der Plug in Hybrid von Mitsubishi Eclipse Cross im Check
Immer schön laufen lassen: Die effizienteste Art des Vorankommens ∙ © Mitsubishi

Wichtig bei all dem Hin und Her zwischen rein elektrischer und verbrennungsmotorisch unterstützter Fahrweise ist, dass das System den je nach Fahrsituation effizientesten Antriebsmodus wählt. Aber das funktioniert gut. Und so stellt sich beim Fahrer sehr schnell das Gefühl der Entspanntheit und eines hohen Fahrkomforts ein.
Normales Anfahren und Fahren mit geringen bis mittleren Geschwindigkeiten passiert immer elektrisch. Erst wenn die Energie in der Batterie die angeforderte Leistung nicht mehr bedienen kann, eilt der Verbrennungsmotor zu Hilfe. Das kann bei einer Bergauffahrt der Fall sein, beim zügigen Überholen eines anderen Autos oder bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn.

Das vormals nervtötende Aufheulen des Benzinmotors beim kraftvollen Beschleunigen haben die Techniker durch Beschränkung der Drehzahl abgestellt. Bei einem Kickdown springt die Drehzahl nicht mit lautem Getöse in Maximalregionen, sondern auf gemäßigte 3600 Touren. Das Ergebnis ist, dass der Geräuschpegel nicht nervt, wenn alle Leistungsreserven abgefordert werden.

Energie sparen im Segelmodus

Auch die mögliche Rückgewinnung von Energie durch Rekuperation ist verfeinert worden. Im Mitsubishi Eclipse Cross PHEV gibt es insgesamt fünf Stufen zur Rekuperation (B1 bis B5), die vom Fahrer über Lenkradwippen angewählt werden können. Zudem wurde eine sechste Stufe (B0) eingerichtet, bei der das Auto nicht rekuperiert, sondern antriebs- und bremsenlos "segelt". Das Auto möglichst viel in den Segelmodus zu befördern, ist die energieschonendste Art des Vorankommens. Hier aktiv einzugreifen, spornt den Ehrgeiz des Fahrers an und kann sogar Spaß machen. Als verdienter Lohn erscheint in der Fahrer-Anzeige ein voll aufgeblühtes grünes Bäumchen: die Bestätigung besonders effizienter Fahrweise.

Eclipse Cross: Wilder Mix beim Material

Der Plug in Hybrid von Mitsubishi Eclipse Cross an der Ladesäule
Laden: Der Mitsubishi nimmt Strom auf und kann ihn abgeben ∙ © Mitsubishi

Der Fahrerplatz ist zeitgemäß eingerichtet mit einem Touch-Display zur Bedienung von Infotainment und Navigation. Und trotzdem ist Mitsubishi zum Teil dem guten alten Knopf treu geblieben, mit dem sich zum Beispiel die Lautstärke immer noch am intuitivsten und sichersten bedienen lässt. Auch die Klimabedienung funktioniert klassisch in einem separaten Bedienfeld mit Tasten und Drehreglern. Das verdient ein Extra-Lob.

Nicht so gut gefällt der wilde Materialmix am Armaturenbrett und an den Türtafeln. Statt ein oder zwei hochwertig wirkende Materialien zu verwenden, wechseln sich Klavierlack und Karbonfaserlook mit genopptem Hartplastik, mit Einfassungen aus Aluminium und mit Kunstlederbezügen an Türen und am Lenkrad ab. Die großflächigen Kunststoffe sind zudem nur an wenigen Stellen unterschäumt. Das hätte man besser machen können.

Ebenfalls kritikwürdig: Verstreut angeordnete Bedienmöglichkeiten und die unübersichtliche Menüstruktur des Touchdisplays. Entsprechend hoch ist der Gewöhnungsaufwand. Nicht optimal ist, dass manche Einstellungen über den Hauptbildschirm und andere wiederum im Kombiinstrument vorgenommen werden müssen.

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Die Platzverhältnisse sind absolut okay, vorne wie hinten finden bis zu 1,90 Meter große Menschen Platz. Die Rücksitzlehnen sind in Normalposition allerdings ungewöhnlich schräg nach hinten gewinkelt. Wer so nicht sitzen mag, hat die Möglichkeit, die Lehne ein bis zwei Rasten steiler zu stellen. Das Kofferraumvolumen gibt laut ADAC Testmethode nicht mehr als 345 Liter her. Bei umgeklappter Rückbank sind es immerhin 1230 Liter. Praktisch: das Staufach unter dem Kofferraumboden für allerlei Kleinkram wie den Verbandskasten, das Warndreieck und so weiter. Vor allem aber für die zwei Ladekabel, die man in einem elektrifizierten Auto immer mit spazieren fährt.

Elektromobilität von A - Z

Alle Begriffe zur Elektromobilität verständlich erklärt:
Was AC-Laden, Rekuperation, Typ-2-Stecker oder die Abkürzung BEV bedeuten

DC-Schnellladen kann man den Akku des Mitsubishi per japanischem und bei uns wenig verbreitetem Chademo-Stecker. AC-Laden funktioniert dagegen über den klassischen Typ-2-Stecker für Wallboxen und "normale" Ladesäulen, das allerdings nur einphasig und deshalb dauert es deutlich länger, je nach Anschluss gibt Mitsubishi vier (16 Ampere) bis sechs Stunden (10 Ampere) an. An einer herkömmlichen Haushaltssteckdose (Schuko mit 2,3 kW) vergehen mit dem serienmäßigen Ladekabel circa sechs Stunden, per optionalem Mode-3-Kabel an einer Wallbox sowie an öffentlichen Ladepunkten mit bis zu 3,6 kW dauert der Ladevorgang circa vier Stunden.

Bei Gleichstromladung (DC) liegt die Ladeleistung beim Testwagen bei bis zu 19,6 kW, allerdings lediglich über einen begrenzten Bereich. Ab einem Ladezustand von circa 75 Prozent wird die Leistung sukzessive und in mehreren Stufen auf bis zu 2,7 kW reduziert. Das leere Batteriesystem ist daher zwar nach rund 25 Minuten zu circa 80 Prozent geladen, für weitere knapp 20 Prozent sind dann allerdings zusätzliche 30 Minuten erforderlich – die vollständige Ladung ist erst nach rund einer Stunde abgeschlossen.

Nicht ganz neu, aber immer noch geradezu genial ist die 230-Volt-Anschlussbuchse im Kofferabteil. Es lassen sich alle möglichen Elektrogeräte anschließen, wie zum Beispiel eine elektrische Säge oder anderes Handwerkszeug. Denkbar wäre auch Party-Equipment wie ein Kühlschrank und ein Mixer. Hier kann der Besitzer seiner Fantasie zur Freizeitbeschäftigung freien Lauf lassen.

In Erdbebengebieten Japans, so hört man, behelfen sich immer wieder mal Menschen mit dieser Strom-Selbst-Versorgung aus dem Auto. Ein voller Benzintank reicht ihnen unter Umständen wochenlang zum Überleben. Wofür ein Auto alles gut sein kann.

Rundum-Service und erhöhter Prämienanteil

Mitsubishi setzt bei Eclipse aber nicht nur auf den Antrieb. Ganz wichtig ist dem deutschen Importeur die Beziehung zwischen Händlern und Kunden. So sollen die Händler ein Rundum-Sorglos-Paket für ihre Kunden schnüren. Dazu gehören eine Wallbox nebst Installationsservice für zu Hause, eine Karte zum Aufladen unterwegs, die tatkräftige Unterstützung bei der Beantragung der staatlichen Förderung sowie eine erhöhte Innovationsprämie. So verdoppelt Mitsubishi den üblichen Herstelleranteil und zahlt wie der Bund 4500 Euro. Macht satte 9000 Euro Förderung.

Lesen Sie hier den ausführlichen Test des ADAC Test Mitsubishi Eclipse Cross PHEV als PDF
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Mitsubishi Eclipse Cross: Technische Daten, Preise

Technische Daten (Herstellerangaben)

Mitsubishi Eclipse Cross 2.4 Plug-In Hybrid

Motorart

PlugIn-Hybrid

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

138

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

188

Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor)

4.000 U/min

Antriebsart

Allrad

Beschleunigung 0-100km/h

10,9 s

Höchstgeschwindigkeit

162 km/h

Reichweite WLTP (elektrisch)

45 km

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

45 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

2,0 l/100 km

Verbrauch Gesamt (NEFZ)

1,7 l/100 km

Batteriekapazität (Brutto) in kWh

13,8

Ladeleistung (kW)

AC:2,3-3,7 DC:-1,0

Kofferraumvolumen normal

359 l

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

1.108 l

Leergewicht (EU)

2.004 kg

Zuladung

421 kg

Anhängelast ungebremst

750 kg

Anhängelast gebremst 12%

1.500 kg

Garantie (Fahrzeug)

5 Jahre bis 100.000 km

Grundpreis

43.390 Euro

Länge x Breite x Höhe

4.545 mm x 1.805 mm x 1.685 mm

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

Mitsubishi Eclipse Cross PHEV Plus 4WD

Überholvorgang 60 – 100 km/h

5,8 s

Bremsweg aus 100 km/h

35,6 m

Wendekreis

11,5 m

Verbrauch/CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

4,6 l Super/100 km, 181 g CO₂/km (Well-to-Wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

***

Reichweite

610 km

Innengeräusch bei 130 km/h

67,8 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1945 / 480 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

345 / 705 / 1230 l

ADAC Testergebnis

ADAC Testergebnis

Mitsubishi Eclipse Cross PHEV Plus 4WD

Karosserie/Kofferraum

3,0

Innenraum

2,9

Komfort

2,9

Motor/Antrieb

1,7

Fahreigenschaften

2,9

Sicherheit

2,8

Umwelt/Ecotest

3,0

Gesamtnote

2,8

Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet; Notengrenzen: 0,6 – 1,5 sehr gut; 1,6 – 2,5 gut; 2,6 – 3,5 befriedigend; 3,6 – 4,5 ausreichend; 4,6 – 5,5 mangelhaft

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